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Rotwand-Reibn (2)

»Über Taubenstein und Lempersberg«


Was für die Chiemgauer die Kampenwand und für die Rosenheimer die Brünnsteinschanz, das ist für die Münchner die Rotwand-Reibn: Eine beliebte, landschaftlich reizvolle und abwechslungsreiche Skitour, die auch gut von Einsteigern begangen werden kann. Sie ist schon aus Münchener Tradition viel besucht und oft überlaufen, ist aber auch wirklich zu empfehlen. Auch für Schneeschuhgänger gut geeignet. Wer die Tour ausweiten will, hat hierzu die Möglichkeit auf die Auerspitz oder den Miesing ... Als Abschluss lockt eine Abfahrt von 600 Höhenmeter auf der Taubenstein-Skipiste.
Dies ist die Variante 2: Über Taubenstein und Lempersberg

Zwei Schneeschuh-Geher kurz vor dem Miesing-Sattel.
Im Hintergrund die Ruchenköpfe


Kurzinfo:

Region:Bayerische Voralpen
Tourenart:Schneeschuh (mittel)  Skitour (mittel)  
Naturverträgliche Skitour Hinweise zum umweltfreundlichen Skibergsteigen
Erreichte Gipfel:Taubenstein, Rotwand 1884 m (alternativ). Der Gipfelgrat des Lempersbergs soll zum Schutz der Raufußhühner im Winter nicht betreten werden (siehe Hinweise unten)
Dauer:Gesamte Aufstiegs- und Abfahrtszeit ca. 3 - 4 Stunden(beim Aufstieg Nutzung der Taubensteinbahn und beim Abstieg Nutzung der Abfahrtspiste vom Taubenstein)
Lawinengefahr:Lawinengefahr: Aufstieg unproblematisch. Vorsicht bei unsicheren Verhältnissen, insbesondere am Südhang 15 Minuten vor dem Rotwandhaus. Im Gipfelbereich Gefahr von Wächten.Hangrichtung: alle Richtungen
Beste Jahreszeit:Dezember bis April
Touristinfo:Schliersee
Weblinks:Skibergsteigen umweltfreundlich
Zur Diashow "Rotwand-Reibn"

Anforderung:

Höhenunterschied:insgesamt ca. 500 m (incl. Rotwand-Gipfel)
Spitzingsee 1085 m, Rotwandhaus 1765 m
Rotwand 1884 m, Miesingsattel 1710 m
Taubenstein-Haus 1567 m, Taubenstein-Bergstation 1613 m
Schwierigkeit:Weg: mittel
Beim Weg zum Rotwandhaus meist leichte Aufstiege über den Taubenstein und unterhalb des Gipfelgrats vom Lempersberg, der weitere Verlauf nach dem Rotwandhaus über Kümpfelscharte und Kleintiefenthal-Alm bis zum Taubensteinhaus ebenfalls leicht, aber einige steilere Stellen. Die Skipiste von der Taubenstein-Bergstation hinunter zum Parkplatz blau, eine rote kurze Stelle.

Einkehrmöglichkeit:

Taubensteinhaus:
Nov. bis April geschlossen. Im Winter während Betriebes der Taubensteinbahn an Wochenenden geöffnet.
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Rotwandhaus:
zwischen November und Mitte Dezember geschlossen, sonst durchgehend geöffnet
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Spitzingsee, Parkplatz der Talstation der Taubensteinbahn am Spitzingsee, 1090m


GPS-Wegpunkt:

N47 39.962 E11 53.325  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bahn bis Neuhaus, weiter mit dem Bus direkt bis zum Spitzingsattel. Von dort wie nachfolgend beschrieben zum Parkplatz.

Mit dem Pkw:

Autobahn München - Salzburg Ausfahrt Weyarn über Miesbach und Schliersee auf den Spitzingsattel. Von Rosenheim über Bad Feilnbach / Hundham zum Spitzingsattel.
Einer der vielen Parkplätze befindet sich direkt auf dem Spitzingsattel (am höchsten Punkt der Straße).
Parkplatz Münchner Haus: Wenn man den Spitzingsattel erreicht hat, gibt es eine Hinweistafel zum Parkplatz beim Münchner Haus. Achtung: Vom Spitzingsattel führen zwei Wege ab - nicht den rechten, sondern den linken Weg einschlagen! Ein bis zwei Kilometer fahren bis zum Parkplatz.


Ab Rosenheim: 45 Km / 0:42 Std
Ab München: 70 Km / 1:00 Std
Ab Bad Tölz: 40 Km / 0:45 Std
Ab Salzburg: 110 Km / 1:20 Std


Mit dem Bike:

Von Schliersee in südlicher Richtung über Fischhausen zur Kreuzung Spitzingstraße. Hier rechts abbiegen und auf der verkehrsreichen Straße hinauf zum Spitzingsattel (1127 m). Schwere Alternative: Von Neuhaus über Josefsthalstraße nach Josephstal, weiter über die Stockeralm durch Wald zum Spitzingsattel.
Alternativ zur Auffahrt über den hinteren Parkplatz (also beim Sattel den linken Weg) kann man kann auch beim Spitzingsattel den rechten Weg einschlagen und auf dieser Forststraße bequem bis zur Oberen Firstalm fahren.
Weitere Variante: Von Fischausen-Neuhaus (Bahnhof) auf den Spitzingsattel ca. 40 Min., von dort nach Valepp 20 Minuten, von dort zur Erz-Herzog-Johann-Klause 20 Minuten, von dort zum Kaiserhaus 20 Minuten.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Spitzingsee, Parkplatz der Talstation der Taubensteinbahn am Spitzingsee, 1090m


Zum Taubenstein:
Der "Aufstieg" erfolgt entweder mit der Bahn oder zu Fuß entlang der Skipiste bis zur Bergstation der Taubensteinbahn.

Zum Lempersberg:
Ab der Bergstation (Wegweiser "Rotwand") in südlicher Richtung nach oben, nördlich am Felsaufbau des Taubensteins vorbei und in einen Sattel hinein. Von diesem aus kann bequem zum Gipfelkreuz des Taubenstein hinaufsteigen. Wieder zurück zum Sattel, an einer kurzen Stelle vorbei, die durch Seile versichert ist. Anschließend gelangt man auf den Westhang des Lempersberg. Auf diesem flach dem Weg südlich unterhalb des Gipfelgrates folgen - auf Rücksicht auf die hier lebenden Raufußhühner den Gipfelgrat meiden.

Zur Rotwand:
Nach dem Lempersberg in eine Mulde und von dort wieder hinauf auf einen Kamm. Von hier aus sieht man auch schon das Rotwandhaus. Bei ganz sicheren (!) sicheren Schneeverhältnissen nördlich hinauf zu den Felsen der Rotwand und unterhalb dieser Felsn nach rechts zum Gipfel queren. Von dort aus verleitet ein schöner Hang die erste Abfahrt dieser Tour hinunter zum Rotwandhaus.

Zur Großtiefenalm:
Ab dem Rotwandhaus zur Kümpfelscharte (Achtung: Den Weg über dem Felsblock nehmen, nicht darunter, da sonst wieder ein Gegenaufstieg erforderlich ist). Man erreicht nach einer Minute die Kümpfelscharte, der Sattel zwischen Rotwand und Auerspitz. Von hier Mitnahme der Auerspitz möglich. Von der Scharte links auf herrlichen Osthängen teilweise steil hinunter in das Gebiet der Großtiefenthal-Alm. Hier wieder anfellen und in westlicher Richtung rund 100 Höhenmeter durch eine schöne Skimulde hinauf zum Miesingsattel. Nun auf genussvollem Muldengelände wieder hinunter zur Kleintiefenthal-Alm. Unten einen kleinen Bach überqueren, durch einen kleinen Wald auf eine Lichtung. In 15 Minuten hinauf zum schon nahe sichtbaren Taubenstein-Haus. Von hier ist die Bergstation der Taubensteinbahn bereits zu sehen und in wenigen Minuten erreichbar.

Abfahrt:
Von der Bergstation aus auf der Piste hinab bis zum Parkplatz. Ungefähr in der Mitte liegt ein längeres, flaches Gehgelände. Zur Überbrückung gibt es hier einen kleinen kostenlosen Schlepplift. Dieser ist nur bei Öffnung der Piste in Betrieb.


Raufußhühner und ihre Reaktion auf Störungen:

Raufußhühner können nur wenig Energie speichern. Sie erleiden schnell einen Wärmeverlust, insbesondere, wenn sie sich schnell bewegen oder aufregen.
Die Fluchtdistanz ist relativ groß – das bedeutet, dass im Fall einer Störung die Tiere versuchen, teils panikartig erhebliche Entfernungen (bis zu 400 Meter bei mehreren Störungen) zwischen sich und dem Menschen zu bekommen. Es ist für uns Menschen kaum vorstellbar, aber der durch eine Flucht im Winter ausgelöste Energiemangel ist bei diesen Tieren erst nach frühestens acht Tagen wieder ausgeglichen. Dadurch sind sie Gefahren wie Kälte und Wind besonders ausgesetzt und sie verweigern die Nahrungsaufnahme. Dies kann im schlimmsten Fall zum Tod führen. Außerdem sind sie in dieser Situation Greifvögeln stärker ausgesetzt.
Deshalb ist es für Skibergsteiger und Schneeschuhgeher so wichtig, sich nach den Empfehlungen des Alpenvereins zu richten und ggf. der grünen Beschilderung zu folgen. Im Fall der Rotwand-Reibe gilt der Gipfelgrat des Lempersbergs als Rückzugsgebiet der Raufußhühner und sollte deshalb unbedingt gemieden werden (siehe Karte unten).


Literatur:

Führer:Winterwandern Bayerische Alpen
von Gelder, Birgit
Skiführer:Snowcard
von Engler, Martin
Bildband:Der Schlierseer Winkl
von Wegmann, Friedl und Bachhuber, R. Peter

Karte:



Wettervorhersage für Schliersee: