Dummy

PDF 

roBerge.de

Birkkarspitze

Karwendel at its best

Die Birkkarspitze ist der höchste Karwendelgipfel und im Sommer ein begehrtes Tourenziel. Viel schöner ist jedoch eine Besteigung mit Skiern. Den mühevollen Weg durch das Schlauchkar verwandelt der Winter in eine erstklassige Skiabfahrt. Auch landschaftlich präsentiert sich das felsdurchsetzte Schlauchkar in verschneitem Zustand ungleich attraktiver und beeindruckender als der karge Schutthaufen im Sommer.

Voraussetzung für die Tour sind allerdings absolut stabile Schneeverhältnisse, um das im oberen Bereich enorm steile Schlauchkar guten Gewissens begehen zu können. Und ein weiterer Schönheitsfehler sei sogleich genannt: der endlos lange Zustieg. Somit ist die beste Zeit für die Tour das Frühjahr, wenn die Anfahrt durch das Karwendeltal mit dem MTB möglich ist und auch die Sicherungen am Gipfelgrat wieder aus dem Schnee auftauchen. Da trifft es sich gut, daß die schattige, nordseitige Lage den Schnee oft bis weit in den Juni konserviert. Die Birkkarspitze wäre also der würdige Abschluß einer langen Skitourensaison.


Im Schlauchkar. Die Aufstiegsroute führt in einem Bogen oberhalb der Felsabrüche vorbei.

Im Schlauchkar. Die Aufstiegsroute führt in einem Bogen oberhalb der Felsabrüche vorbei.

Am Schlauchkarsattel: Blick zur Birkkarspitze. Die Aufstiegsroute verläuft etwas rechts vom Grat. Die Sicherungen waren Anfang Juni stellenweise unter Schneefeldern verborgen.

Am Schlauchkarsattel: Blick zur Birkkarspitze. Die Aufstiegsroute verläuft etwas rechts vom Grat. Die Sicherungen waren Anfang Juni stellenweise unter Schneefeldern verborgen.


Kurzinfo:

Region:
Karwendel
Tourenart:
Skitour
Erreichte Gipfel:
Birkkarspitze 2749 m
Dauer:
Scharnitz - MTB-Depot 1:30h, Zustieg in Schlauchkar 1h, Skiaufstieg zum Schlauchkarsattel 2h, Gipfelanstieg 0:30h, insgesamt ca. 5 bis 6h.
Lawinengefahr:
sehr hoch, nur bei absolut stabilen Schneeverhältnissen
zur aktuellen Lawinenlage
Beste Jahreszeit:
Frühjahr und spätes Frühjahr, sobald die MTB-Zufahrt möglich ist (ca. ab 2. Aprilhälfte)
Einkehrmöglichkeiten:

Anforderung:

Höhenunterschied:
ca. 1850 m (inkl. Gegenanstiege)
Streckenlänge:
19 km (Aufstieg)
Schwierigkeit:
schwer
MTB-Anfahrt auf gutem Fahrweg (Zufahrt eventuell durch Lawinenkegel erschwert), Zustieg zum Schlauchkar auf unmarkiertem, teilweise etwas unwegsamen Steig. Das Schlauchkar ist im oberen Bereich enorm steil und felsdurchsetzt und erfordert daher eine sichere Technik beim Aufstieg und der Abfahrt. Bei hartem Firn u.U. Steigeisen erforderlich, Harscheisen mitnehmen und rechtzeitig anlegen. Leichte Felskletterei zum Gipfel über gut versichertes Gelände (UIAA I), bei eingeschneiten Versichungen oder Vereisung erschwert. Insgesamt eine anspruchsvolle, aber keinesfalls extreme Skitour.

Start:


Großparkplatz Karwendeltäler 969 m

GPS-Wegpunkt:
N47 23.170 E11 16.023 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der Bahn zum Bahnhof Scharnitz. Als Überschreitung auch möglich von/nach Bahnhof Hochzirl.

Mit dem Pkw:
Über Mittenwald nach Scharnitz, dort Parkmöglichkeit auf dem Großparkplatz für die Karwendeltäler.
Achtung der Automat nimmt nur Münzen.

Wo die Hintertalstraße die Isar überquert, gibt es einen weiteren (kleinen) Parkplatz. Er ist kleiner, aber frühmorgens zur Skitourenzeit i.d.R. nicht voll.

  • Ab Rosenheim: 140 Km / 1:30 Std
  • Ab München: 115 Km / 1:20 Std
  • Ab Bad Tölz: 70 Km / 1:05 Std
  • Ab Salzburg: 215 Km / 2:05 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Aufstieg:

1. MTB-Anfahrt:
Ausgangspunkt ist der östlichste, direkt an der Isar gelegene Wanderparkplatz. Ein schmales, auf den ersten Metern noch geteertes Sträßchen führt über einen Südhang steil bergan (Ww. Karwendelhaus). Die Steigung geht bald etwas zurück, doch auf den ersten 2km müssen wir weiter kräftig in die Pedale treten, bevor uns ein längeres Flachstück, gefolgt von leichtem Gefälle durchschnaufen läßt. Begleitet vom Rauschen des Karwendelbaches radeln wir nun das flache, schier endlose Karwendeltal entlang. Ein längeres Steigungsstück erwartet uns beim Sandbrünnl (9,5km) und schließlich nahe des Talschlusses (13km), wo der Anstieg zum Karwendelhaus beginnt. Wir passieren eine Brücke über den Karwendelbach und erreichen nach 800m in einer Linkskurve die Abzweigung ins Schlauchkar (16km, 1550m Höhe). Hier endet unsere MTB-Reise.

2. Zustieg zum Schlauchkar:
Ein unmarkierter Steig führt in gerader Line etwas oberhalb des Schlauchkarbaches in das Schlauchkar. Der zu Beginn noch breite Steig verschmälert sich zusehends und allerlei Geäst hat die Unart sich in den aufgeschnallten Ski zu verheddern. Der Weg wird steiler und entlang von Wasserrohren geht es über felsiges Gelände ins Schlauchkar. In 1800m Höhe sollte man auch im späten Frühjahr auf eine durchgehende Schneedecke treffen.

3. Skiaufstieg zum Schlauchkarsattel:
Die Aufstiegsroute folgt in groben Zügen dem Verlauf des Sommerweges und ist durch das Gelände vorgegeben. Die Route schlägt zunächst eine südöstliche Grundrichtung ein und wendet sich im oberen Drittel nach Südwesten.
Das im unteren Bereich flache Schlauchkar erlaubt uns ein rasches Vorankommen, doch schon bald wird es steiler. Nach Überwindung einer ersten, etwas steileren Passage, an der das Kar von Felsriegeln eingeengt wird, erreichen wir einen kleinen Kessel. Ein paar flache Meter bieten die letzte, gute Gelegenheit, Harscheisen anzulegen, denn nun wird das Gelände richtig steil.
Wir wenden uns nach Südwesten und halten auf den bereits sichtbaren Schlauchkarsattel zu. Dabei passieren wir sehr steiles, felsdurchsetztes, Gelände, das keinen Ausrutscher verzeiht. Auf den letzten Abschnitt unterhalb des Schlauchkarsattels nimmt die Steilheit noch weiter zu. Aufgrund der Absturzgefahr ist die Verwendung von Harscheisen und bei sehr hartem Firn sogar Steigeisen ratsam.
Am Grat thront die Birkkarhütte, ein kleiner Unterstand für ein Notbiwak. Der günstigste Punkt für den Übergang zum Grat liegt etwa 100m westlich von der Hütte (Höhenpunkt 2638 in der AV-Karte). Anschließend wandert man längs des Grats zur Hütte und richtet ein Skidepot ein.

4. Gipfelanstieg
Der Gipfelanstieg sieht von unten viel grimmiger aus, als er bei günstigen Bedingungen tatsächlich ist. Es handelt sich um leichte Felskletterei (UIAA I) über gut versichertes Gelände. Verschneite Sicherungen oder vereiste Felsen können die Schwierigkeiten jedoch erheblich steigern. Der Gipfelanstieg beginnt an der Birkkarhütte und führt in ziemlich direkter Linie zum Gipfel ein Stück rechts des Westgrats.

Abfahrt:
Man fährt direkt von der Birkkarhütte über sehr steiles Gelände ins Schlauchkar ein und folgt dann der Aufstiegsroute. Bei der Abfahrt auf hinter Geländekanten versteckte Felsabbrüche achten!

Variante:
Der Zustieg zum Schlauchkar ist auch über das Karwendelhaus möglich - ein Umweg, der sich nur empfiehlt, wenn man dort einkehren oder übernachten möchte (geöffnet ab Anfang Juni, Winterraum). Direkt hinter dem Winterraum (eigenes Gebäude) beginnt ein Steig, der zwischen den Lawinenverbauungen oberhalb des Karwendelhauses durch unwegsames und oft rutschiges Gelände steil nach oben führt. Dem schließt sich eine flache Passage von Latschenfelder an und schließlich mündet der Weg ins Schlauchkar.

 

GPS-Daten:

Der Track wurde anhand der während der Tour aufgezeichneten GPS-Daten am Rechner erstellt. Beim Zustieg zum Schlauchkar war der GPS-Empfang durch das dichte Gestrüpp etwas beeinträchtigt. Im Bereich des Gipfelanstiegs konnte der versicherten Route aufgrund der zum Begehungszeitpunkt vorhandenen Schneefelder nicht genau gefolgt werden.

GPX-Tracks sind oft ungenau. Die angezeigten Daten können (insbesondere zur Höhe und Steigung) falsch sein.
Auf der Karte lässt sich rechts oben in die Kartengrundlage OpenTopomap umschalten (OpenTopoMap ist nicht immer sofort verfügbar).
Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.


Download Bedingungen

Unsere GPS-Dateien dürfen kostenlos für die private Nutzung heruntergeladen werden. Die Veröffentlichung jeglicher Art und kommerzielle Nutzung ist nur mit vorheriger Genehmigung von roBerge.de möglich. Die Nutzung erfolgt auf eigene Verantwortung.
Die GPS-Daten wurden mit größter Sorgfalt aufbereitet. Trotzdem kann keine Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten gegeben werden. Sie können deshalb nur als Unterstützung bei der Wegfindung dienen. Wir weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Wegfindung nur aufgrund offizieller Karten erfolgen darf. Die Tracks dürfen nie ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet verwendet werden.
Die Benutzung privater Straßen und das Betreten privater Grundstücke kann gesetzlichen Beschränkungen unterliegen.

Ich akzeptiere die obigen genannten Bedingungen.



Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Meilerhütte
(www.foto-webcam.eu)

Meilerhütte
(www.foto-webcam.eu)

Garmisch-Partenkirchen
(foto-webcam.eu)

Galerie:


Weitere Bilder:

Der Frühsommer hat im Karwendeltal südseitig bereits Einzug gehalten.Das nordseitige Schlauchkar erfreut den Skitourengeher noch im Juni  mit guter Schneelage. Wir befinden uns in ca.1850m Höhe im flachen Teil des Schlauchkars. Eindrucksvolle Felsformationen im Schlachkar. Die Route verläuft teilweise oberhalb solcher Abbrüche.Der Blick zurück. Der flache Teil des Anstiegs liegt bereits hinter uns.Vor uns liegt steiles, felsdurchsetzte Gelände, das zum Schlauchkarsattel führt. Der bereits sichtbare Grat wird im Bereich der Bildmitte erreicht.Geschafft! Der Schlauchkarsattel ist überschritten. Auf der Südseite marschiert man knapp unterhalb des Grates zur Birkkarhütte, die hinter einer Felsnase hervorspitzt. Dort oder ein paar Meter davor richtet man ein Skidepot ein.Das schlichte Gipfelkreuz der Birkkarspitze.Der Bilck vom Gipfel der Birkkarspitze nach Westen zum Schlauchkarsattel und zu den Ödkarspitzen.Der Blick ins Schlauchkaraus der Vogelperspektive: wie ein Schlauch zieht es sich nach oben.

Autor/en:


Autor:   Steinbeisser Martin  (alias Steini | Profil im Forum)


  • Openstreetmap Darstellung von J.Dankoweit