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Richterspitze und Zillerplattenscharte

»Einsame Runde in der Reichenspitzgruppe«


Die Reichenspitzgruppe ist eine bis zu 3300 m hohe, aber dennoch kleine Gebirgsgruppe in den östlichen Zillertaler Alpen. Ihre höchste Erhebung, die Reichenspitze, kann nur im Rahmen einer Hochtour mit leichter Kletterei bestiegen werden.
Die hier vorgestellte Rundtour kann auch vom erfahrenen Bergsteiger vorgenommen werden. Sie führt von der Plauener Hütte über den Gipfel der Richterspitze, von dort aus über die Richterhütte und in einem weiten Bogen über die Zillerplattenscharte zurück zum Ausgangspunkt. Sie ist, besonders im Bereich der Zillerplattenscharte, erheblich weniger frequentiert als andere, benachbarte Touristenziele in den Zillertaler Alpen. Wer eine zwei- oder dreitägige Bergtour ohne viel Rummel bevorzugt, wird hier auf seine Kosten kommen. Manchmal trifft man stundenlang auf keine Menschenseele. Dafür entlohnt die herrliche Aussicht auf die Hohen Tauern und die Zillertaler Alpen.

Den Zeitaufwand kann man sich einteilen: Schnelle und konditionsstarke Wanderer (früh aufstehen!) werden in der Plauener Hütte einen kurzen Zwischenstopp einlegen und am selben Tag bis zur Richterhütte wandern. Schöner und empfehlenswerter ist es jedoch, den Sonnenuntergang auf der Plauener Hütte zu genießen und am nächsten Morgen frisch ausgeruht den Kamm der Reichenspitzgruppe zu überschreiten.

Am Gipfel der Richterspitze

Der stellenweise sehr schön angelegte Weg zur Zillerplattenscharte. Blick zurück zum Windbachtalkogel, links von ihm befindet sich die Windbachscharte (Schöntaljoch).


Kurzinfo:

Region:Zillertaler Alpen
Tourenart:Bergtour (schwer)  
Erreichte Gipfel:Richterspitze 3052 m
Dauer:Bärenbad 1440 m - Dammkrone 1850 m 1 Std. 15 Min.
Dammkrone 1850 m - Plauener Hütte 2362 m 1,5 Std.
Plauener Hütte 2362m - Gamsscharte 2972m 2 Std.
Gamsscharte 2972m - Richterspitze 3052 m 25 Min.
Richterspitze 3052 m - Richterhütte 2367 m 2 Std.
Richterhütte 2367 m - Zillerplattenscharte 2880 m 3,5 - 4 Std.
Zillerplattenscharte 2880 m - Dammkrone 1850 m 2 Std.
Dammkrone 1850 m - Bärenbad 1440 m 1 Std. (oder Bus)
insgesamt ca. 14 Std.
Dauer (Tage):2
Beste Jahreszeit:Hoch- und Spätsommer
Touristinfo:Mayrhofen
Zillertal

Anforderung:

Höhenunterschied:insgesamt ca. 1670 m (incl. kleinerer Zwischenanstiege)

Bärenbad 1440 m - Dammkrone 1850 m 410 m
Dammkrone 1850 m - Plauener Hütte 2362 m 520 m
Plauener Hütte 2362 m - Gamsscharte 2972 m 610 m
Gamsscharte 2972 m - Richterspitze 3052 m 80 m
Richterspitze 3052 m - Richterhütte 2367 m 2 Std.
Richterhütte 2367 m - Zillerplattenscharte 2880 m ca. 500 m
Zillerplattenscharte 2880 m - Dammkrone 1850 m (nur Abstieg)
Dammkrone 1850 m - Bärenbad 1440 m (nur Abstieg)
Streckenlänge:ca. 29 km
Schwierigkeit:schwer
Zur Plauener Hütte einfache Bergwege, zur Richterspitze müssen ein steileres Schneefeld und ein leichter Klettersteig überwunden werden. Der Abstieg zur Richterhütte führt über ein riesiges Blockfeld (Orientierung wichtig bei schlechter Sicht). Bei der Windbachscharte kleine Seilhilfen.
Der Übergang über die Zillerplattenscharte ist wesentlich leichter als der über die Gamsscharte.
Ausrüstung: Grödeln, ggf. Klettersteigset, Wanderstöcke.
Hunde:für Hunde nicht geeignet

Einkehrmöglichkeit:

Adlerblick (Berggasthof):
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Bärenbadalm (Jausenstation Zillertal) :
im Sommer täglich geöffnet
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Plauener Hütte:
Mitte Juni bis Mitte September
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Richterhütte:
Mitte Juni bis Mitte/Ende September (abh. von der Wetterlage)
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Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Gasthaus Bärenbad im Zillergrund, 1440m


GPS-Wegpunkt:

N47 07.312 E12 02.460  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

bis Mayrhofen mit dem Zug, ab Mayrhofen Weiterfahrt in den Zillergrund zur Skitourenzeit nur mit dem Taxi möglich.
Im Sommer fährt die Buslinie Nr. 8328 Mayrhofen – Bärenbad – Zillergrund Staumauer (bis zum Gasthof Adlerblick über der Staumauer).

Mit dem Pkw:

Inntalautobahn bis Ausfahrt Wiesing, B169 Richtung Mayrhofen, kurz vor Mayrhofen links abzweigen, durch den Brandbergtunnel in den Zillergrund, am Tunnelausgang links abbiegen, Weiterfahrt durch den Zillergrund bis zum Ende der öffentlichen Straße (Schranke), dort beschränkte Parkmöglichkeiten.

Die Straße durch den Zillergrund ist zur Skitourenzeit gesperrt, wird aber über den ganzen Winter freigehalten. Ihre Befahrung wird geduldet, allerdings kann sie nach Lawinenabgängen längere Zeit blockiert sein. Auch muß man mit auf der Fahrbahn liegenden Felsbrocken rechnen und auf stundenlange Sperrungen wegen Lawinengefahr gefaßt sein.

Achtung: 100-Auto-Sperre:
Die Mautstraße wird ab hundert Autos gesperrt und man gelangt nur noch mit dem Linienbus ins Tal. Fahrt bis zum Gasthof Bärenbad oder weiter bis oberhalb der Staumauer möglich).


Ab Rosenheim: 120 Km / 1:40 Std
Ab München: 175 Km / 2:10 Std
Ab Bad Tölz: 110 Km / 1:50 Std
Ab Salzburg: 195 Km / 2:20 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Gasthaus Bärenbad im Zillergrund, 1440m


1. Tag: Aufstieg zur Plauener Hütte:

Vom Parkplatz aus gehen wir einige Meter auf der Straße hinauf bis zur ersten Serpentine. Hier verlassen wir die Straße rechts und wandern nun, entsprechend der Beschilderung, über eine Bachbrücke in den Wald hinein. Der Steig führt uns immer wieder steil durch den lichten Hochwald, wir benutzen für kurze Zeit die Fahrstraße, um dann weiter durch Almwiesengelände sehr steil bis zur Dammkrone aufzusteigen. Bis hierher könnten wir auch bequem mit einem Bus auffahren.

Bei der Dammkrone durchqueren wir den ca. 500 Meter langen Tunnel, eine knappe halbe Stunde danach zweigt links der Steig zur Plauener Hütte ab. Dieser führt uns in mehreren Serpentinen leicht bergauf bis zum Kuchelmooskar. Nach der Überquerung des Keesbaches und steigen wir nun steiler in mehreren großen Serpentinen empor. Nach einem Schrofengürtel wird das Gelände wieder etwas flacher und wir erreichen bald die Plauener Hütte.

2. Tag: Plauener Hütte – Richterspitze - Richterhütte

Von der Plauener Hütte aus folgen wir an der Materialseilbahn vorbei in nordöstlicher Richtung dem Weg Nr. 512. Der Steig ist bis zu einem weit in den Sommer reichenden Schneefeld im Grunde leicht begehbar. Er führt meist durch einfaches Blockwerk, bei einer Wegeverzweigung halten wir uns rechts in Richtung Gamsscharte. Nach dem Schneefeld (falls vorhanden) erblicken wir rechter Hand auf den Felswänden die Markierungen (Pfeile) des kleinen Klettersteigs. Über mehrere Leitern und Tritthilfen, zum Schluss kurz über eine fast senkrechte Wand, erreichen wir im Schwierigkeitsgrad B die Gamsscharte. Auf der Gamsscharte beginnt links (in nördlicher Richtung) bei einer alten Strickleiter der leichte Weg zum Gipfel der Richterspitze, meist in leichter Kraxelei im 1. Schwierigkeitsgrad. 20 Minuten nach der Gamsscharte stehen wir dann auf dem Gipfel der Richterspitze mit dem schlichten Holzkreuz.

Vom Gipfel aus steigen wir wieder hinab zur Gamsscharte und wenden uns hier nach links. Mit Hilfe einiger Seilsicherungen gelangen wir auf ein steiles Schneefeld und folgen anschließend den Markierungen über ein riesiges Blockfeld. Da die Markierungen auf den Steinen hier eher selten sind, ist bei schlechter Sicht Orientierungssinn von Vorteil. Bei guter Sicht kann man man sich nicht verlaufen, denn die Richterhütte steht zwar noch weit entfernt, aber gut sichtbar unter uns am Talschluss des Rainbachtals. Nach dem Blockfeld gelangen wir in einem weiten Linksbogen unterhalb des Rainbachkees zur Richterhütte. Der Weg ist von weitem schon gut erkennbar.

3. Tag: Richterhütte – Zillerplattenscharte – Parkplatz

Von der Richterhütte führt der Weg Nr. 540 (Rheydter Höhenweg) zuerst leicht ansteigend, später steiler  zur Westlichen Windbachscharte (Schöntaljoch) hinauf. Die Abzweigung zum Windbachtalkopf auf halbem Weg lassen wir links liegen. Einige Meter unterhalb der Westlichen Windbachscharte (2697m) sollten wir uns links halten, denn der Weg rechts würde uns in eine Sackgasse führen. Sofort nach der Scharte verläuft ein schmaler Steig dicht an der fast senkrechten Südwand  des Windbachtalkopfes. Auf diesem bewegen wir uns für ca. 10 Minuten abwärts; hier ist Schwindelsicherheit von Nöten, denn nach rechts fällt es steil ab. Anschließend wechselt die Richtung nach Süden, und der Weg wird wieder leichter und verläuft manchmal eben.

Dadurch haben wir die Möglichkeit, den Blick immer wieder nach links zu wenden, um einen Blick auf die eisbedeckten Gipfel der Venedigergruppe zu werfen, die sich hier imposant genau im Osten aufbaut. Ca. 2 Stunden nach der Windbachscharte erreichen wir eine Wegegabelung, wo der weitere Weg nach rechts ca. 100 Höhenmeter hinauf zum Eissee (15 Minuten) und weiter zur Zillerplattenscharte (weitere 40 Minuten) führt. Der Weg bis zur Scharte führt zum Schluss durch grobes Blockwerk, weist aber keine Schwierigkeiten auf.
Auch die Scharte selbst ist unschwierig. Nach ihr folgen wir hinunter bis zu dem Weg zum Heilig-Geist-Jöchl, in den wir links einbiegen. Nach wenigen Metern verlassen wir diesen Weg wieder bei einer weiteren Abzweigung nach rechts. Nun geht es weiter hinunter bis in den hinteren Bereich des Zillergrund-Talschlusses. Dort folgen wir nach rechts dem Bergweg, der uns über die Hohenaualm zurück zum Aufstiegsweg der Plauener Hütte und zur Staumauer führt. Zur Bärenbadalm gelangen wir entweder über den Bergweg oder alternativ mit dem Bus (Haltestelle direkt bei der Staumauer).


Literatur:

Alpenvereinsführer:Alpenvereinsführer Zillertaler Alpen
für Wanderer, Bergsteiger und Kletterer
von Klier, Walter
Karte:Mayr Wanderkarte Nr. 33 "Zillertaler Alpen"
Doppelseitige Wander- und Tourenkarte
Bildband:Zillertaler Alpen
von Ritschel, Bernd (Editor) und Heller, Horst (Illustrator)

GPS-Daten:

Die Datei enthält 1648 Punkte (einige Geräte zeigen nur bis zu 500 Punkte an).

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