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Ackerlspitze und Hochgrubachspitzen, Überschreitung

»Anspruchsvolle, alpine Grattour im Ostkaiser«


Dieser Anstieg leitet zunächst auf die Almwiesen bei der Ackerlhütte und unter die Südwände des Ostkaisers – hinein in ein Bühnenbild aus Fels, das gerade in der Morgensonne und den sich auflösenden letzten Nebelfetzen unwirklich und märchenhaft schön wirkt und durch einen Panoramablick auf die Maukspitze mit der lotrechten, verschatteten Westwand, auf Ackerl- und Hochgrubachspitzen tief beeindruckt. Von der Hütte können wir die vor uns liegende Gratbegehung schon sehr gut überblicken: Der Gipfel, der rechts von zwei kleinen, schlanken Türmen flankiert wird, ist die Ackerlspitze und unser erstes Etappenziel. Die Überschreitung von der Ackerlspitze führt über die beiden westlich liegenden Hochgrubachspitzen, den breiten Klapf und den steilen Dreiecksgipfel. Kaum zu glauben, dass wir direkt westlich vom Gipfeldreieck auf einem Abstiegspfad, der nicht schwerer als I ist, zurück in das Schotterkar über der Ackerlhütte kommen. Die landschaftlich herausragende, alpine Herausforderung mit ihren ausgesetzten Überschreitungen von drei Gipfeln und dem schwierigen Abstieg durch Rinnen und über steile Grashänge ist nur bei stabiler Wetterlage zu empfehlen

Das großartige Felsszenario über der kleinen Ackerlhütte

Blick von der Ackerlspitze nach Westen. Die beiden vorderen Gipfel sind die Hochgrubachspitzen


Kurzinfo:

Region:Kaisergebirge
Tourenart:Bergtour (schwer)  
Erreichte Gipfel:Ackerlspitze 2329 m
Östliche Hochgrubachspitze 2284 m
Westliche Hochgrubachspitze 2277 m
Dauer:knapp 10 Std.
Beste Jahreszeit:nur im Sommer bei bei stabiler Wetterlage
Touristinfo:Going am Wilden Kaiser

Anforderung:

Höhenunterschied:1565 hm
Schwierigkeit:schwer
T6, II. Äußerst schwierige Bergtour. Bis zur Ackerlspitze T5, II. Die Überschreitung der Hochgrubachspitzen erfordert Kletter- und Sicherungskenntnisse sowie eine selbstständige Orientierung im stellenweise brüchigen Fels. Der Abstieg von der Westlichen Hochgrubachspitze ist anhaltend alpin und steil und bei Nässe gefährlich.
Sicherungsmöglichkeiten: Bei der Überschreitung der Hochgrubachspitzen ist es empfehlenswert, an Felsköpfen und -zacken mit dem Seil zu sichern.
Anforderungen: Gesteigerte Ansprüche an die Wegfindung in komplexem Alpingelände und an die psychische Belastbarkeit. Routine im Umgang mit dem Seil, mobilen Sicherungsgeräten und mit alternativen Sicherungsmethoden, wie z.B.dem gehen am gleitenden Seil. Abseilen.
Kinder:für Kinder nicht geeignet
Kinderwagen geeignet:Nein
Hunde:für Hunde nicht geeignet

Einkehrmöglichkeit:

Ackerlhütte:
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Parkplatz Hüttling, 810m


GPS-Wegpunkt:

N47 31.812 E12 21.279  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Zum Parkplatz Hüttling verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel, Busverbindung von Kufstein nach Going.

Mit dem Pkw:

Von Autobahnausfahrt Kufstein-Süd nach Going, dort vor dem Stanglwirt links abbiegen, beim nächsten Wegweiser rechts (Ackerlhütte), dann über Egg und Wagner im Ortsteil Aschau bis zur Schranke fahren.


Ab Rosenheim: 60 Km / 0:55 Std
Ab München: 120 Km / 1:15 Std
Ab Bad Tölz: 105 Km / 1:20 Std
Ab Salzburg: 75 Km / 1:15 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Parkplatz Hüttling, 810m


Zur Ackerlspitze

Wir folgen vom Parkplatz (1) zunächst der Forststraße (Weg 817) Richtung Ackerlhütte. Zwei Minuten oberhalb der Graspoint-Niederalm, 981 m, zweigt ein Wanderweg nach links zur Ackerlhütte ab. Dieser nicht überlaufene Pfad führt sehr schön durch den Wald, über eine kurze Felsstufe vorbei am kleinen Wasserfall des Stiegenbaches und über Almwiesen zur Ackerlhütte,  1465 m (2). 
Oberhalb der Hütte schlängelt sich der leicht gangbare Wanderweg (816) den Grashang hinauf zur Wegmarkierung Westliches Hochgrubachkar, 1676 m (3), hier wendet sich der Steig rot-weiß-rot markiert nach rechts in Richtung Maukspitze und Ackerlspitze. Etwa 5 Minuten, nachdem die Grundmauern der alten Ackerlhütte passiert wurden, führt der Anstieg in steileres, Grasbewachsenes Felsgelände, I, zum Teil Steighilfen an ausgesetzten Stellen.
Nachdem diese Schrofenstufe überwunden ist, gelangen wir in ein Schotterkar, den Niedersessel, 1820 m. Hier teilt sich der Weg: rechts zur Maukspitze, links zur Ackerlspitze auf dem Weg 816 in 1.30 Stunden. Es geht leicht ansteigend über Schutt oder Schnee am Wandfuß der Niedersessel-Steilwände querend in die linke Karecke. Hier ist meist bis in den Hochsommer hinein ein morgens hartgefrorenes Altschneefeld, eventuell mit Randkluft, zu überwinden. Nun sehr schön im Zickzack über eine ausgesetzte, felsige, etwa 25 Meter hohe Steilstufe, I, Stellen II (Eisenringe und Trittstifte als Steighilfen), zu einer geröllgefüllten Rinne, I. Oberhalb dieser Rinne verflacht der Anstieg in das Kar des Hochsessels hinein, gefolgt von einer wieder steileren Querung. Daraufhin führt ein recht steiler grasiger Schrofenhang, durch den im Zickzack ein Steig angelegt ist, auf eine Schulter (4). Von hier geht‘s über den Grat, Ackerlschneid genannt, nach links in 30 Minuten zum Gipfel der Ackerlspitze (nach rechts am Grat entlang wäre auch ein Abstecher in 1 Stunde zur benachbarten Maukspitze möglich, wovon aber abgeraten wird, da die Überschreitung der Hochgrubachspitzen und der Abstieg schon genug Zeit beanspruchen). Zunächst auf der Südseite des Grates, bei einer deutlich sichtbaren Markierung wechselt man dann auf die nördliche Gratseite. Erst eine kurze Querung im Fels, I, dann auf einem Steig zu den Gipfelfelsen; auf deren Ostseite führt eine schöne kurze Kletterei, I, durch eine gut gestufte Rinne, zum höchsten Punkt, 2329 m (5). Die Aussicht ist umfassend in alle Richtungen – dies veranlasste übrigens 1826 den Erstbegeher der Ackerlspitze, Peter Carl Thurwieser, anzunehmen, er stünde auf dem höchsten Kaisergipfel. Ganz falsch lag er nicht, denn einzig die Ellmauer Halt ist 15 Meter höher.
 

Überschreitung der Hochgrubachspitzen
 
Wir steigen nun nordseitig auf dem Normalweg, der aus dem Griesener Kar heraufkommt, 70 Höhenmeter in den Schrofen bis zur ersten, U-förmigen Scharte des Verbindungsgrates zu den Hochgrubachspitzen ab. Hier auf die Südseite wechseln und etwa 20 Gehmeter in einer Geröllrinne absteigen, daraufhin in westlicher Richtung zu einer Rinne und diese zum Verbindungsgrat aufsteigen, I. Jetzt kurz horizontal am Grat und dann den Steilaufschwung direkt am Grat erklettern, II, ausgesetzt. Es gibt gute Sicherungsmöglichkeiten an Felsköpfen. Nun weiter am Grat entlang oder kurz in die Nordseite ausweichen, bis man auf die horizontale, zum Teil brüchige Gratschneide der Östlichen Hochgrubachspitze kommt, 2284 m (6).
Weiter geht es am Grat entlang absteigend bis zu einem kleinen Abbruch, der nördlich umgangen wird. Den folgenden Gratzacken wird teils nördlich, teils südlich, Stellen II, auf Schrofen ausgewichen, bis wir in die Scharte vor der Westlichen Hochgrubachspitze gelangen. Aus der Scharte heraus 4 Meter auf einem Band nach rechts und dann links haltend in den Schrofen, I, aufsteigen zum Gipfelkreuz, 2277 m (7). 

 
Abstieg über Normalweg zur Ackerlhütte und nach Hüttling
 
Jetzt beginnt ein langer, anspruchsvoller Abstieg. Er ist anhaltend alpin und steil, wegen ausgesetzter Graspassagen bei Nässe gefährlich und erfordert noch mal volle Konzentration. Vom Gipfel der Westlichen Hochgrubachspitze dem Grat etwa 100 Gehmeter in nördlicher Richtung folgen, hier nordseitig etwa 20 Meter abklettern. Dann wendet sich der verblasst rot-weiß markierte Steig nach Südwesten hinab zum Schönwetterfensterl; die Scharte selbst wird allerdings nicht betreten. Nun eine südseitige, geröllgefüllte Rinne an ihrem östlichen, linken Rand abklettern, I. Auch die folgende Rinne klettern wir am linken Rand über grasdurchsetzten Fels ab, I. Jetzt über steile Grasbuckel mit Pfadspuren und Passagen mit grasdurchsetztem Fels, I, zum Teil ausgesetzt, weiter absteigen. Im unteren Teil des Abstiegs ist an verwaschenen rot-weißen Markierungen entlang ein Schrofenhang mit dünner Splittauflage nach rechts zu queren, bis wir schließlich über weitere Grasschrofen endlich ins Hochgrubachkar gelangen und weiter auf dem markierten Wanderweg bequem zur schon sichtbaren Ackerlhütte absteigen können. Nun auf dem Aufstiegsweg gemütlich zurück zum Parkplatz, um diese große Gratüberschreitung entspannt ausklingen zu lassen.


Literatur:

Bergführer:Münchner Bergtouren
46 Felstouren im II. Grad zwischen Salzburg und Oberstdorf
von Otto, Thomas
Karte:Alpenvereinskarte 8
Kaisergebirge
von Alpenverein

Karte:



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