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Windshausen - Erl

»Bayrisch - Tiroler Runde«


Eine landschaftlich schöne Runde, meist als Nordic Walking Runde tauglich. Nur anfangs etwas schwieriger, dafür aber auch interessant! Vom gut bekannten Windshausener Wanderparkplatz über die Ruine Katzenstein, den Erler Höhenweg und am Inndamm entlang zurück. Einzig störend: das monotone Geräusch der Inntalautobahn.

Die Ruine der Burg Katzenstein, direkt am Grenzübergang Windshausen gelegen.

Das Kranzhorn. Der Höhenweg verläuft in etwa bei der Laubwaldgrenze. Ungefähr bei der Wiese rechts geht es hinunter nach Erl


Kurzinfo:

Region:Chiemgauer Alpen
Tourenart:Nordic Walking  
Dauer:3,5 Stunden
Beste Jahreszeit:Immer, solange kein Schnee liegt.

Anforderung:

Höhenunterschied:233 m
Streckenlänge:8 Kilometer, erweiterbar auf 13 Kilometer
Schwierigkeit:mittel
Leicht. Nur das Stück zwischen der Ruine und dem Höhenweg sehr steil und mitunter rutschig.
Kinder:Auch für Kinder, allerdings mit Ausdauer wegen der Tourenlänge.
Kinderwagen geeignet:Nein

Startpunkt:

Wanderparkplatz Windshausen bei Erl, 485m


GPS-Wegpunkt:

N47 42.327 E12 10.121  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Bahnverbindung bis nach Rosenheim. Ab dem Bahnhof Rosenheim mit dem RVO-Bus Linie 9490 über Raubling und Nußdorf nach Windshausen.

Mit dem Pkw:

Von Nußdorf kommend Richtung Erl. Am ehemaligen Zollamt Windshausen links einbiegen (Wegweiser Kranzhorn) und nach den Wohnhäusern in zwei Kurven rechts hoch zum großen Holzplatz. Alternativ von der Inntalautobahn Ausfahrt Brannenburg nach Nußdorf und von dort weiter Richtung Erl.


Ab Rosenheim: 20 Km / 0:30 Std
Ab München: 85 Km / 0:55 Std
Ab Bad Tölz: 65 Km / 0:55 Std
Ab Salzburg: 90 Km / 1:00 Std


Information:

Die Windshausener Filialkirche Heiligkreuz:
Das Kirchlein ist dem heiligen Kreuz Jesu geweiht.
Im Jahre 1674 verstarb der Neubeurer Schiffmeister Wolfgang Hupfauf. Seine Witwe Anna Maria ließ zu seinem Gedenken ursprünglich die „Creuzsäule“ und drei Jahre später die Kreuzkirche errichten. Über den Erbauer ist man sich nicht sicher, man vermutet jedoch Hans Mayr den Älteren (1643-1718). Später kam zu der Kirche eine Klause dazu, in der bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts ein Eremit hauste.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Wanderparkplatz Windshausen bei Erl, 485m


Aufstieg:
Auf dem Parkplatz schlägt man nicht die gewohnte Richtung zum Kranzhorn ein, sondern geht südlich an Holzstapeln und der Hütte vorbei auf einem Forstweg in den Wald hinein. Dieser Weg wird zusehends schmäler und endet in etwa oberhalb der Windshausener Kirche als Steig. Bald erblickt man nun die Reste der Ruine Katzenstein. Dem Steig folgend überwindet man nun einen Graben, und dann auf einem undeutlich ausgeprägten Steig vorbei an den alten Mauern, und weitere zehn Minuten steil durch den Mischwald, bis man an einer alten Forststraße ankommt. Dieser folgt man nun nach rechts, wo die Straße auch bald wieder deutlicher wird. Hier marschiert man nun nur noch schwach bergauf mit herrlichen Blicken ins Inntal. Nach weiteren 15 Minuten erreicht man die Stelle, an der es nach links in den Wald zum Kranzhorn hinauf ginge, aber wir folgen weiter der Forststraße, wo es nun nur noch abwärts geht, und man bald schon das markante Passionsspielhaus in Erl sehen kann. Immer weiter abwärts, bis man in Erl, Ortsteil Scheiben angelangt ist: hier muss man nun eine Weile entlang der Straße gehen, und den Inndamm anpeilen. Wenn man auf den Wiesenwegen angelangt ist, kann man hinten in der Ferne beim Inndamm eine kleine Brücke entdecken, die auf den Dammweg führt.

Etwas weiter, aber auch interessant und lohnend wäre es, nicht nach Scheiben hinab, sondern noch weiter geradeaus direkt nach Erl hineinzugehen, und die Blaue Quelle zu besichtigen. Von hier hält man sich dann in Richtung Sportanlagen, und man landet auch wieder auf dem Inndamm.

Rückweg:
Der Rückweg erfolgt dann jeweils am Inndamm etwas monoton entlang bis Windshausen, wo man wieder zum Parkplatz gelangt.


Erler Wind und Ruine Katzenstein:

Erler Wind

Er ist hauptsächlich an Schönwettertagen zu spüren, meist in den Gegenden um Brannenburg, Nußdorf und Flintsbach - der Erler Wind mit seinen Richtungsänderungen. Alle kennen ihn, doch wer weiß auch, wie er entsteht?
Grundsätzlich funktioniert er wie alle Winde: von der kälteren Luft zur wärmeren Luft, immer zum tieferen Luftdruck hin. Im Kaisergebirge erfolgt die nächtliche Abkühlung naturgemäß schneller als unten im Tal. Dadurch wird die Luft schwerer und sinkt ins Tal hinab. An bestimmten Stellen ist das Tal recht eng, und dort weht der Wind dann auch am stärksten. Vormittags weht dieser Talwind bis ca. 11 Uhr, manchmal aber auch ganztags. Dann, wenn sich die Felsen des Kaisers erwärmt haben, dreht der Wind normalerweise nach einer ruhigen Phase ab 13.00 Uhr um und bläst dann als bayerischer Wind in das Inntal hinein. In den Nachtstunden kehrt sich die Windrichtung noch einmal um. Die Reichweite ist begrenzt - in den südlichen Vororten Rosenheim (Aising / Happing / Pang) ist er kaum noch zu spüren. Seine Windstärke ist recht beachtlich.
Durch den Wegfall der Luftfeuchtigkeit gibt es während des Föhns keinerlei Nebeleffekte mehr. Die Sicht ist deshalb sehr gut. Die Berge erscheinen uns zum Greifen nah. Die Wolken im Föhngebiet erscheinen zerrissen und sind parallel zum Verlauf der Berge ausgerichtet. Die Form der Wolken ist oft mandel- oder fischförmig.
Sein Name scheint von Erl zu kommen, daher auch sein Name. Die Ortschaft Windshausen hat seinen Namen dem Erler Wind zu verdanken.
Die Erler selbst reden hingegen vom "Boarischn Wind". Es ist tatsächlich so, dass er in Erl am Vormittag vom Kaiser her kommt und am Nachmittag eben von Bayern. Nur wenn das Wetter umschlägt, bläst er anders.
Manche Leute meinen, sie macht der Erler Wind krank. Andere wiederum glauben, das er sie erfrischt und aufmuntert. Nach alten Überlieferungen soll er sogar lebensverlängernd wirken. Sichern ist, dass er recht stark ist und Radler zum Absteigen zwingen kann. Gleitschirmflieger und Segelflieger nutzen die Thermik des Hangaufwindes.
mehr Info auf Wikipedia


Die Mär vom Herrn von Katzenstein

Gegenüber dem Einödhof und der Ruine Kirnstein am anderen Innufer schmiegen sich die wenigen Häuser von Windshausen an den Fuß des Kranzhorns. Gegen die Tiroler Grenze zu befindet sich der "Kaiserturm", der heute "Ruine Katzenstein" heißt. Dieser Turm gehörte nicht etwa zu einer Burganlage, sondern war ein Wehrturm, Waffenlager und Pulvermagazin, aus dem sich die zu den Waffen gerufenen Bauern mit Kriegsausrüstung versorgten. 1611 und im Dreißigjährigen Krieg wurde er verteidigt, 1703 flog er in die Luft, 1744 wehrten dort die Tiroler einen Angriff der Bayern ab und 1809 wurde er von bayerischen und sächsischen Truppen aus Tiroler Besitz erobert. Dann verfiel die Befestigung. Aber, vielleicht war in grauer Vorzeit dort doch einmal eine Burg gestanden, denn vom einst dort hausenden Herrn von Katzenstein geht folgende Mär:

Der grimme Herr von Katzenstein
Trank gar zu gern vom edlen Wein.
Sobald der erste Becher leer,
Bracht gleich der Schenk ein' vollen her.

Der grimme Herr von Katzenstein
Trank spät bis in die Nacht hinein.
Frühmorgens, wenn der Tag begann,
Fing er aufs neu' zu trinken an.

Der grimme Herr von Katzenstein
Der war ein Trinker, klug und fein,
Der niemals überschritt sein Maß:
Wohl achtzig Gläser und ein Glas.

Als einst der Herr ans Sterben dacht',
Hat er dem Land sein' Durst vermacht.
Drum gibt's im Bayernlande drein
So viele Herrn von Katzenstein.

Herr Ritter Katz von Katzenstein
Lebt' auf dem Katzenstein allein.
Er war ein wilder Ritter,
Er blickte grimm und bitter.

Frau Venus doch, die Schlimme,
Umfing ihm Herz und Sinne.
Schön Agnes von Neubeuren,
Die wollt' der Ritter heuren.

Doch weil er blickt' so bitter,
Mißfällt ihr sehr der Ritter.
Der, drob in wildem Grimme,
Trug schlimme Tat im Sinne.

Gar lieblich anzuschauen,
Die Maid ging in den Auen.
Herr Ritter Katz von Katzenstein
Stieß ihr den Speer ins Herz hinein.

Drauf er zum Wald gegangen,
Hat drin sich aufgehangen.
Nun steht der Turm so traurig,
Die Raben krächzen schaurig.

Quelle: www.sagen.at


Flora und Fauna:

Akelei, Knabenkraut, schöner Mischwald, viele Schmetterlingsarten.
Kurz oberhalb der Ruine kann man das echte Alpenveilchen entdecken


Geologie:

Die Blaue Quelle zählt zu den größten Karstquellen Österreichs. Aus ihr sprudeln 700 Liter mineralhaltiges Wasser in der Sekunde aus dem Boden. Die Quelle steht unter Naturschutz und dient zur Trinkwasserversorgung.


Literatur:


Karte:


Galerie:

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Diashow:



Autor:  Walter Paccagnel  (Homepage)