Niederjochkogel


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Plessenberg

»Überschreitung von der Jocheralm zur Aschaalm«


Der Plessenberg (auch Blessenberg, bei den Einheimischen Plessinger bzw. Blessinger genannt) ist der dritte Gipfel des "Dreigestirns" Kienberg, Plessenberg und Heuberg, die ja alle nahe zusammen liegen. Zwar ist er nicht der höchste dieser Gipfel (das wäre der um 43 Meter höhere Kienberg). Doch von Inntal aus ragt er über 1200 Meter empor und wirkt dadurch imposanter als Heuberg und Kienberg. Der Wegverlauf führt über das Inntal über Jocherkapelle und Jocheralm zum Heuberg. Von dessen Gipfel wandert man hinüber zum Plessenberg und über die Aschaalm wieder hinunter ist Inntal. Wie bei den meisten der Bergtouren in dieser Gegend sind diese Gipfel nicht überlaufen.

Kurz unterhalb des Gipfels wird der Blick hinunter zur Aschaalm recht imponierend: Links von der Bergsteigergruppe erkennt man bei genauerem Hinsehen die Aschaalm, weiter hinten die teils schneebedeckten Flächen des Almgebietes "Nachberg-Hochleger". Und hinter ihm das leicht bewaldete Zunterköpfl, ebenfalls ein beliebtes Gipfelziel in dieser Gegend.


Kurzinfo:

Region:Brandenberger Alpen / Rofan
Tourenart:Bergtour (mittel)  
Erreichte Gipfel:Heuberg 1746 m, Plessenberg 1743 m
Dauer:Aufstieg ca. gut 3 Std., Abstieg knapp 3 Std.
reine Gehzeit insgesamt ca. 6 Std.
Touristinfo:Breitenbach

Anforderung:

Höhenunterschied:Ramsau 535 m, Jocher-Kapelle 889 m, Jocher-Alm 1507 m
Heuberg 1746 m, Plessenberg 1743 m
Höhenunterschied mit Zwischenanstiegen insgesamt ca. 1420 m
Streckenlänge:11 km
Schwierigkeit:mittel
Bis auf den Abstieg vom Plessenberg (hier stellenweise I und drahtseilgesichert - Rutschgefahr durch feinen Gries) leichte Forststraßen und Bergsteige. Aufgrund der Länge sollte man etwas Kondition mitbringen. Der Abstieg von der Ruraalm verläuft über einen sehr steilen Forstweg.

Startpunkt:

Ramsau bei Breitenbach am Inn, 550m


GPS-Wegpunkt:

N47 29.463 E11 57.889  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Bahnhof Wörgl - weiter mit Bus oder Taxi. Oder über Bahnhof Kundl - weiter mit Taxi.

Mit dem Pkw:

Inntalautobahn A12 Ausfahrt Wörgl-West. Danach geht es weiter nach Kundl (ca. 7 km). In Kundl über die Innbrücke fahren. In Breitenbach direkt auf den Berg zufahren, Wegweiser "Ramsau". Einige Meter vor dem Wanderweg gibt es an der Kreuzung einen kleinen Wanderparkplatz.


Ab Rosenheim: 65 Km / 0:55 Std
Ab München: 120 Km / 1:15 Std
Ab Bad Tölz: 85 Km / 1:20 Std
Ab Salzburg: 135 Km / 1:25 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

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Tourenbeschreibung:

Ramsau bei Breitenbach am Inn, 550m


Zur Jocheralm:
Der Wegweiser befindet sich direkt am Wanderparkplatz. Man steigt durch lichten Mischwald bergauf bis zur Jocherkapelle, die man nach ca. 45 Minuten erreicht. Weiter bergauf bis nach einer halben Stunde ein Schild zum Plessenberg verweist. Man befindet sich nun knapp unterhalb des Joches, das man auf der anderen Seite auch bequemer über den ehemaligen Gasthof "Kink" erreichen könnte. Nun entweder auf der breiten, flachen Forststraße bis zur Jocheralm, oder alternativ nach ca. 300 Meter auf der Forststraße rechts auf einen etwas steileren Bergsteig einbiegen (rot-blau schwach markiert), der einmal kurz die Forststraße quert und auf ca. 1500 Meter Höhe direkt bis zur Jocheralm verläuft.

Von der Jocheralm zum Heuberg:
Ab der Jocheralm hält man sich westlich und wandert ab dem Jagdhaus (zwei Minuten oberhalb der Jocheralm) über eine Bergweg zum der Senke unterhalb des Heuberg-Gipfels. Hier verläuft links der Weg nzum Kienberg - wir bleiben jedoch in östlicher Richtung und wandern in 20 Minuten auf den Gipfel des Heubergs hinauf, der zwar kein Kreuz, dafür aber zwei Bänke besitzt. Herrliche Blicke aufs Inntal, ins Rofan, in die Kitzbüheler Alpen bis zu den Zentralalpen.

Plessenberg und Rura-Alm:
In gut 20 Minuten auf leichtem Bergsteig zuerst über den Ostgrat des Heubergs hinab, und nach der Senke in wenigen Minuten hinauf zum Gipfel des Plessenbergs. Nun der Beschilderung folgen ("schwieriger Abstieg") und zuerst flach über das Gipfelplateau, bald jedoch im östlichen Bereich einer steilen Schrofenrinne hinunter. Ungefähr im Mittelbereich der Rinne biegt der Steig bei einem Latschenfeld rechts ab (in dieses hinein!). Es geht teils durch Drahtseil gesichert weiter durch die steile Ostflanke. Stellenweise Rutschgefahr durch feinen Gries. Unten wird es dann flacher und man erreicht das Aschajoch (Ascherjoch)mit seinem großen Almkreuz (Ascherkreuz). Nach der Überschreitung des Aschajochs führt nun am unteren Ende seines Osthanges der Weg hinunter zur Ruraalm - besonders nach nassen Tagen ist es hier sehr rutschig. Ab der Rura-Alm wird der Weg zwar besser, bleibt jedoch bis ins Tal hinunter sehr steil und verläuft über unendlich viele Serpentinen. Unten im Inntal angekommen, hält man sich rechts und geht in einer halben Stunde zuerst über einen Feldweg, später auf der Hauptstraße über Grub und Stein zurück zum Ausgangspunkt.


Literatur:

Alpenvereinsführer:Alpenvereinsführer Rofangebirge, Brandenberger Alpen
Röder, Rudolf / Schmid, Ernst / von Werden, Rudger
Karte:Tiroler Seenland

Karte:

Ausschnitt aus "Tiroler Seenland".



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Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Die Sage vom Gemeindealm-Putz bei Breitenbach

Über Breitenbach liegt eine Gemeindealm des Ortes, auf welcher jeder Nachbar seine bestimmte Anzahl Vieh den Sommer über weiden läßt. Ein armes Bäuerlein, weil es kein Geld hatte, versprach dem Sennen die Hälfte des Ertrages von jedem Stück seines Viehs, welches aus irgendeiner Ursache geschlachtet werden müßte, machte aber demselben die sorglichste Überwachung seines Viehs zur strengsten Pflicht. Diese gelobte der Senn auch an, dachte aber in seinem Sinn, daß der Bauer das Pulver nicht erfunden habe, sonst hätte er einen solchen Vertrag nicht abgeschlossen. Im Sommer ereigneten sich nun auch einige Fälle, wo durch Absturz oder Verwundung ein Stück Vieh geschlachtet werden mußte, und das freute den Senn in seine Seele und nächstdem in seine Tasche hinein, nur kamen ihm diese Fälle, die für ihn Glücksfälle waren, zu selten, daher unterstützte er das Glück, jagte bald dieses, bald jenes Haupt der Herde in einen Abgrund und ließ dann dem Bäuerlein durch den Kuhbuben melden, das Vieh sei abgestürzt. Das trieb er mehr als einen Sommer so fort, auf einmal aber stürzte er selbst ab und brach den Hals, und alsbald mußte er als Putz auf der Breitenbacher Gemeindealm spuken. Er mußte vorerst geistweise auf allen Klippen und Schürfen, über die er Vieh gejagt, Blut und Fleisch abfegen, das ihn wie glühende Lava brannte, hernach schwere Felsenblöcke hinaufwälzen, die immer wieder abrollten und immer wieder emporgewälzt werden mußten. Oft hat man ihn gräßlich jammern hören, und dann mußte er nicht minder gräßlich lachen, wie er einst gelacht, wenn das arme Vieh über die Felsen kugelte und sich zu Tode fiel.

Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 36.
Mit freundlicher Genehmigung von Sagen.at