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Kahlersberg (Berchtesgadener Alpen) am 20.7.2018

Begonnen von Reinhard, 21.07.2018, 13:19

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Reinhard

Gestern hatte ich mir einen langgesehnten Wunsch erfüllt und bin auf den Kahlersberg im Hagengebirge aufgestiegen. Da ich mir die ca. 1300 Höhenmeter an einem Tag nicht zumuten wollte (hinzu kommen mehrere Hundert Meter Zwischenanstiege), hatte ich vorher auf der Gotzenalm übernachtet. Da hat man auch mehr Zeit für Sonnenuntergang und den Feuerpalven usw.

Abendstimmung auf der Gotzenalm mit Blick auf den Kahlersberg (Bildmitte):

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Ich bin den Normalweg gegangen, also erst mal mit einigen Zwischenabstiegen über Bärengrube, Rosengrube und südlich des Laafelds in das Landtal. Von dort führt der Steig mit atemberaubenden Blicken weit hinunter ins Tal hinauf zum Hochgschirr:

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Das Hochgschirr ist das Joch zwischen Landtal und  Seeleinsee. Blick hinunter zum Seeleinsee. Darüber von links Fagstein, Hoher Göll (hinten), Windschartenkopf, Hochseeleinkopf:

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Anschließend ging's dann über den gesicherten Mauslochsteig Richtung Gipfel. Kein Klettersteig, aber schwindelfrei sollte man schon sein:

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Karte: https://geo.dianacht.de/topo/

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Zweiter Teil in Kürze im Folgebeitrag.


#mountain#


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Reinhard

Teil 2:

Zum Mauslochsteig geht es ab dem Sattel des Hochgschirr erst einmal bis zum Wandfuß über grobe Felssteine und Geröll. Der Steig dauert ca. eine halbe Stunde, danach weichen die Felswände wieder dem Grün und es wird nach und nach flacher. Nun kann man auch Blicke auf die inzwischen weit entfernte Gotzenalm werfen. Hinter ihr baut sich die Watzmann-Ostwand auf:

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Interessant ist der Blick hinunter in das Landtal, wo man den Aufstiegsweg erkennen kann. Der gezackte Weg unterhalb der Bildmitte führt Richtung Wasseralm. Der Weg auf dem Bild nach rechts unten ist der Aufstieg zum Hochgschirr.

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Auf dem flachen Gipfel steht das erst letztes Jahr aufgestellte und vor wenigen Tagen eingeweihte Doppelkreuz.

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Die Aussicht vom Kahlersbild ist gewaltig: Steinernes Meer, Großer Hundstod, Watzmann, Chiemgauer Alpen, Hochthron, Totes Gebirge usw.
Hier der Blick nach Nordosten Richtung Höher Göll:

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Beim Abstieg (hier noch vor dem Einstieg in den Mauslochsteig) fällt der Blick auf das steinige Hochgschirr (Bildviertel rechts unten).

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In der Bildmitte kann man den Aufstieg über das Hochlafeld erkennen. Der Weg hätte mich sehr interessiert, zumal ihn auch Schneerose und BFklaus im Forum erwähnt haben bzw. gegangen sind.
Da es aber keine Wegweiser und anscheinend auch keine Markierung gab, wollte ich allein den Weg nicht gehen, er scheint aber nicht allzu schwierig zu sein, außerdem wäre er eine interessante Alternative zu dem langen Anstiegsweg. Ist jemand den kompletten Weg zwischen über das Hochlafeld in Richtung Gotzentauern schon mal gegangen? Ein Bergsteiger am Gipfel meinte, man muss nur zuerst zum Hochlafeld bergauf gehen und befindet sich anschließend in einem reinen Almgebiet, was ich aber bezweifle.
Bin also dann auf dem Aufstiegsweg zurück zur Gotzenalm, um mir dort erst mal ein Weißbier und eine Brotzeit zu gönnen.

Die Wanderung ist sehr schön und nicht überlaufen, es waren lediglich ein paar Gruppen unterwegs, ich war der einzige "Einzelgänger". Das Wetter hielt sich in Grenzen und es war auch nicht so heiß wie im Tal. Es gab zwar nicht den angekündigten wolkenlosen Himmel, aber das muss ja nicht sein.


#mountain#


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eli

Klasse Tour und tolle Bilder, Reinhard!  #dankeschoen#

eli

bergfexklaus

Zitat von: Reinhard am 21.07.2018, 17:29
In der Bildmitte kann man den Aufstieg über das Hochlafeld erkennen. Der Weg hätte mich sehr interessiert, zumal ihn auch Schneerose und BFklaus im Forum erwähnt haben bzw. gegangen sind.
Da es aber keine Wegweiser und anscheinend auch keine Markierung gab, wollte ich allein den Weg nicht gehen, er scheint aber nicht allzu schwierig zu sein, außerdem wäre er eine interessante Alternative zu dem langen Anstiegsweg. Ist jemand den kompletten Weg zwischen über das Hochlafeld in Richtung Gotzentauern schon mal gegangen? Ein Bergsteiger am Gipfel meinte, man muss nur zuerst zum Hochlafeld bergauf gehen und befindet sich anschließend in einem reinen Almgebiet, was ich aber bezweifle.
Servus Reinhard!

Ich bin vor gut einem Jahr vom Gotzentauern zum Laafeldkopf gelaufen und dann über den Frauenwandlsteig runter zum Hochgschirr.
Zur Gotzenalm muss man aber nicht unbedingt über den latschenbewachsenen Gotzentauern latschen, sondern kann den einfacheren Weg durch die Rosengrube nehmen, der auf den vom Landtal kommenden Reitweg trifft. Diesen Weg bin ich aber noch nicht gelaufen. Bei OSM ist er aber kartiert und mit Schwierigkeitsangaben versehen.

Eine interessante Alternative wäre da noch der Abstieg zum kühlen Seeleinsee, den Stiergraben runter und über den Unteren Hirschenlauf rauf zur Gotzenalm. Vor dem Weißbier ist natürlich der Besuch des Feuerpalfen Pflicht!

Schönen Gruß
Klaus

schneerose


Zitat von: Reinhard am 21.07.2018, 17:29
In der Bildmitte kann man den Aufstieg über das Hochlafeld erkennen. Der Weg hätte mich sehr interessiert, zumal ihn auch Schneerose und BFklaus im Forum erwähnt haben bzw. gegangen sind.
Da es aber keine Wegweiser und anscheinend auch keine Markierung gab, wollte ich allein den Weg nicht gehen, er scheint aber nicht allzu schwierig zu sein, außerdem wäre er eine interessante Alternative zu dem langen Anstiegsweg. Ist jemand den kompletten Weg zwischen über das Hochlafeld in Richtung Gotzentauern schon mal gegangen? Ein Bergsteiger am Gipfel meinte, man muss nur zuerst zum Hochlafeld bergauf gehen und befindet sich anschließend in einem reinen Almgebiet, was ich aber bezweifle.

Vom Hochgschirr zum Laafeld ist ein schmaler Steig, teils ausgesetzt, aber nicht schwerer als der Mauslochsteig.

Durch die Rosengrube führen recht deutliche Steigspuren, nur zum Schluss raus verläuft sich das ein bisschen in lauter Kuhtrampelpfaden.
Aber wenn man die Richtung einfach beibehält, kommt man soundso auf den Reitsteig zur Gotzenalm.

Ein schönes neues Gipfelkreuz  :)

Steinböcke hast du nicht gesehen am Kahlersberg?

Reinhard

Zitat von: schneerose am 21.07.2018, 19:50
Vom Hochgschirr zum Laafeld ist ein schmaler Steig, teils ausgesetzt, aber nicht schwerer als der Mauslochsteig.

Durch die Rosengrube führen recht deutliche Steigspuren, nur zum Schluss raus verläuft sich das ein bisschen in lauter Kuhtrampelpfaden.
Aber wenn man die Richtung einfach beibehält, kommt man soundso auf den Reitsteig zur Gotzenalm.

Ein schönes neues Gipfelkreuz  :)

Steinböcke hast du nicht gesehen am Kahlersberg?

Servus Schneerose

Dann ist die Entscheidung gefallen: Ich werde diese Route auch noch gehen, vmtl. in irgendeiner Verbindung mit dem Seeleinsee, wie von BFklaus schon vorgeschlagen. Mir gefällt die Gegend dort sehr gut: Nicht überlaufen und landschaftlich sehr reizvoll. Ich kann gut verstehen, warum Du so gerne dort bist.
Steinböcke hatte ich leider nicht gesehen. Auch Edelweiß soll es dort geben, habe aber trotz offener Augen keine entdeckt.

Hier noch ein Bild vom Sonnenuntergang bei der Gotzenalm, mit Blick auf die Übergossene Alm.

MANAL

Mit einer Übernachtung am Stahlhaus kann man die Höhenmeter beim Weg über den Schneibstein zum Seeleinsee auch reduzieren. Ist auch eine wunderschöne Wegstrecke. Wenn man den Rückweg verkürzen will kann man auch weiter Richtung Obersee absteigen und von Salet mit dem Boot zurück nach Königsee fahren.

Altschnee

Von dem, was ich von den bayerischen Alpen kenne, hat das Hagengebirge den größten Edelweißbestand und übertrifft darin vermutlich auch die Höfats.
Gerade jetzt um die beste Blütezeit für Bergblumen da oben empfehle ich, wenn Zeit und Kraft reichen, vom Kahlersberg nach Süden abzusteigen.  Dann über Bärensunk zum Labseelein und über den (versicherten) Luchspfad zurück ins Landtal.  Kein  Weg, aber auch keine Kletteranforderungen;  durchwegs Karrengelände (vorher die Knie gut schmieren).  Allerdings macht die Orientierung Mühe, weil das Gelände unübersichtlich ist.  Wer nur Edelweiß sehen will, steigt von der Landtalalm über den Luchspfad hoch (dann ist der stellenweise versicherte Steig auch leichter zu finden als im Abstieg).  Die Schrofenwände, aber auch die Höhen dort, sind voller Edelweiß, bis rüber zum Wildpalfen.  Vor 20 Jahren gab es auch noch Reste der ehemaligen Steighilfen im direkten Aufstieg zum Hanauerlaub.  Dann kann man über dieses, selten Pfadspuren, Richtung Röth absteigen.  Achtung:  Seit 20 Jahren war ich nicht mehr dort , so dass sich manches an Wegen geändert haben kann.  Die Pfadspuren ersieht man aus der Alpenvereinskarte 10/2 (Hagengebirge) von 1996.

roskin

Auch im benachbarten Steinernen Meer gibt es Plätze mit mindestens ebenso vielen Edelweiss wie ich sie im Hagengebirge entdeckt habe,  ich werde aber einen Teufel tun, diese im Internet breitzutreten.

Deine Tipps mit Luchspfad & Co sind nur für geübte, bergerfahrene Wanderer mit Orientierungssinn, die 100% schwindelfrei, trittsicher und auch leichte Klettereien nicht scheuen. Der normale Bergwanderer hat dort nichts verloren.
Ich schreib das so eindringlich, weil ich eben auch mit guten Freunden in die Berge gehe, für die bspw. ein Abstieg auf dem Luchspfad garantiert zum absoluten Horrortrip werden würde.  Ich hab diese Touren in meinen Büchern drin.

Mit einem Freund von mir, der nicht ganz schwindelfrei ist, bin ich mal den Mauslochsteig zum Kahlersberg hoch. Das war bei ein paar Metern schon ein bissl hantig für ihn, allerdings gibt es da eben die vielen Drahtseile, die seine Psyche beruhigen, auch wenn rein praktisch, er bei einem Ausrutscher sich vllt. auch nicht dran festhalten könnte und er in die Tiefe rutschen könnte. Höhenangst ist eben leider kein rationelles Ding was objektive Gefahren angeht, sondern rein psychisch.

Ich würde jetzt mit ihm nicht gegenüber aufs Laafeld rauf gehen wollen und er würde das auch nicht mit sich machen lassen sondern umkehren. Der Grund ist ganz einfach das keine Drahtseile da sind. Rein technisch ist es nicht schwerer als der Mauslochsteig.




bergfexklaus

Der Mauslochsteig ist im AV-Führer mit W5 bewertet, der Frauenwandlsteig vom Hochgschirr zum Laafeld rauf mit W4. Diese Schwierigkeitsbewertungen passen nach meiner Erinnerung ziemlich gut.

Leider macht OSM da sein eigenes Ding. Der Mauslochsteig ist dort mit T3 (demanding mountain hiking) - T4 (alpine hiking) notiert. Der Frauenwandlsteig mit T6 (difficult alpine hiking), was absoluter Blödsinn ist.

roskin

Zitat von: BFklaus am 22.07.2018, 16:56
Der Frauenwandlsteig mit T6 (difficult alpine hiking), was absoluter Blödsinn ist.

Ja mei, der Herr aus NRW (Hausgrabenkopf, Luchsfallwand etc.) mal wieder...

Es gibt auch keinen als solchen erkennbaren Weg von der Gotzenalm zum Gotzentauern, wie dort eingetragen.

Aber manche sehen das mit den Wegen ja anders.

---> Vertraue niemals OSM




Reinhard

Zitat von: AbseitsAufwärts am 22.07.2018, 18:32
Es gibt auch keinen als solchen erkennbaren Weg von der Gotzenalm zum Gotzentauern, wie dort eingetragen.

Das kann ich bestätigen: Bin vergangenen Donnerstag spätnachmittag ein Stückchen diesen Weg gegangen, ungefähr 300 bis 400 m nach Verlassen des Hauptweges bzw. ca. 1 km nach der Gotzenalm. Einen erkennbaren Weg gibt es in diesem Bereich nicht, allerdings ist der Aufstieg zum Gotzentauern sicher problemlos möglich. Vmtl wird der Weg später besser erkennbar.


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