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Autor Thema: Verlaufen bei Dunkelheit und Kälte am Brünnstein - eine unvernünftige Aktion  (Gelesen 3389 mal)

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Offline Martl

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« am: 24.01.2017, 09:42 »

Frank Steiner

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Hmm, wieso? Die haben sich verlaufen, das kann doch passieren. Konnten aber einen Notruf absetzen und ihre Position perfekt beschreiben und sind zudem ihren Spuren zurueck zu einem sicheren und gut auffindbaren Ort gefolgt, statt immer weiter zu gehen. Klingt wie eine vernuenftige Reaktion. Und da steht nix ueber mangelnde Ausruestung wie "mit Turnschuhen und T-Shirt die Watzmann-Besteigung bei -10 Grad in Angriff genommen."
Dass man sich verschaetzt oder verirrt ist doch nicht per se ein Grund zum Kopfschuetteln, oder?

Offline Martl

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Hallo Frank,
naja, es geht einfach um die offensichtlich fehlende Selbsteinschätzung dieser Leute.
Man muss doch so ein Vorhaben nicht "mit Gewalt" durchziehen, gerade wenn einem bewusst wird,
daß man den richtigen Weg verloren hat. Ein rechtzeitiges umdrehen wäre aufgrund der Uhrzeit und
scheinbar fehlender Beleuchtung dringend notwendig gewesen (um spätestens 15 Uhr würde ich sagen).
Jetzt sieht es wieder mal so aus als hätte man sich "unnötigerweise" auf die Hilfe anderer verlassen?! :o

Nix für ungut, meine Meinung. 


Gruß
Martl

Offline eli

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@ Martl und Frank Steiner

Da muss ich dem Martl in seiner Argumentation voll beipflichten. Wenn ich  mich mit Schneeschuhen - das dauert immer - , bei klirrender Kälte und offensichtlich ohne ausreichende häusliche Vorbereitung bei hoher Schneelage in unbekanntem Gelände bewege, muss ich doch nach all den Verhauern wenigstens die bis dato verbrauchte Zeit hochrechnen und bei einbrechender Dunkelheit weitere Verhauer mit einkalkulieren.
Alles andere ist leichtsinnig. Hier mangelt es an richtiger Selbsteinschätzung und dem nötigen Verantwortungsbewusstsein dem Partner und den potentiellen Hilfskräften gegenüber.
Ich stelle zwei Bilder ein von einer Schneeschuhwanderung von der Rosengasse aus Ri. Brünnstein.
Kurz vor der Himmelmoos haben wir vier einstimmig, wenn auch schweren Herzens,  beschlossen, das Ziel Brünnsteinhaus sausen zu lassen und sind kurz vor Der Himmelmoos umgekehrt und über das Gatterl hoch zur Brünnsteinschanze und via Baumooslam rechtzeitig vor einbrechender Dunkelheit zurück gekehrt.

Michael

Offline BW

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Eli,
da ist nicht viel Unterschied zum Eingangsthema warum seid Ihr nicht einfach den gegangenen Weg zurück zur Rosengasse, als in der Umgebung anscheinend ohne Ortskenntnisse umherzusuchen.

BW

Offline eli

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Eli,
da ist nicht viel Unterschied zum Eingangsthema warum seid Ihr nicht einfach den gegangenen Weg zurück zur Rosengasse, als in der Umgebung anscheinend ohne Ortskenntnisse umherzusuchen.
BW

Kleiner Faschingsscherz von dir, BW?  #warnurspass# Ich weiß nicht mehr, wie oft ich da Brünnstein, Kl. Gr. Traithen etc. schon gegangen bin, Sommer wie Winter, von allen Himmelsrichtungen, von den verschiedensten Ausgangspunkten. Musst einfach mal meine Tourenberichte nachlesen.
Wir haben ganz bewusst den Rückweg über die Schanze gewählt.

Na hawedere

eli

Offline BW

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Eli,

liest sich aber nicht so.

BW

Offline eli

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BW,

si tacuisses, philosophus mansisses.

Schönen Abend noch bei leichter Lektüre

eli

Frank Steiner

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Jetzt wird aber auch ein bisschen viel unterstellt, was man nicht weiss und aus ein paar Zeilen Zeitungsmeldung auch nicht schliessen kann.
Es kann auch bei intensiver haeuslicher Vorbereitung und Ortskenntnis mal gewaltig was schiefgehen, und ob man, wenn man sich verirrt hat, einfach denselben Weg zurueckgeht, oder sich vielleicht lieber zu einem bekannten Ort weiterbegibt, muss je nach Lage beurteilt werden. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man dann vielleicht weiter zur Huette geht, wenn man sie ploetzlich doch irgendwo sieht, weil man sich dann in sicherem und bekanntem Terrain waehnt. Man mag auch beim Sich-Verirren durch Gelaende gestapft sein, durch das man lieber nicht mehr zurueckgehen will.
Alles Spekulation. Vielleicht waren sich die beiden sicher, den Abstieg nun wieder gut zu kennen, weil sie ihn vielleicht bei weniger Schnee schonmal gemacht haben, und ihn auch in die Dunkelheit hinein zu schaffen. Aber diesmal war der Schnee hoeher und irgendeine Stelle haben sie verpasst, wer weiss...

Vielleicht waren es auch die letzten Vollidioten und ihr habt voellig Recht. Ich plaediere nur dafuer, nicht jeden, der sich von der Bergwacht retten lassen muss, gleich dafuer zu verurteilen. Ich bereite meine Pfadsuch-Expeditionen tage- bis wochenlang vor, drucke mir Karten und Satellitenfotos mit Pfadlinien aus, suche mir ein Netz von moeglichen "Rettungslinien" aus, wo ich moeglichst rasch wieder in sicheres Gelaende komme, baue Reservezeiten ein, nehme die doppelte Menge Trinkwasser mit usw. Trotzem stand ich auch schonmal auf einem Gipfelplateau und fand den geplanten Abstieg nicht und die Dunkelheit rueckte immer naeher. Jetzt 8 Stunden zurueckgehen oder weitersuchen nach dem zweistuendigen Abstieg zum sicheren Forstweg? Ist halt immer schwierig. Letztendlich hab ich ihn gefunden und bin in der Daemmerung nud zuletzt im Dunkeln mit Taschenlampe bis runter auf den Weg. Erschien mir aber als die bessere Variante als stundenlang zurueckzugehen, und es war auch im Fruehjahr und relativ warm und ich hatte noch viel Trinkwasser dabei usw.

Aber trotzdem: waer ich da umgeknickt und haette die Bergwacht rufen muessen, haette der Artikel aehnlich lauten koennen und es waer von einem Muenchner die Rede, der sich schon am Hinweg verstiegen hat und beim Abstieg im unbekannten Gelaende von der Dunkelheit ueberrascht wurde. Dass beim Suchen eines alten Wegs das Gelaende zwangslaeufig unbekannt ist und man sich quasi per Definition mehrfach versteigen muss und ich zudem von der Dunkelheit wusste (die kommt ja irgendwie jeden Tag...), aber ihr bloederweise nicht nehr ausweichen konnte, interessiert den Zeitungsmeldungsschreiber vielleicht nicht so sehr. 
Auch bei noch so guter Vorbereitung kann jedenfalls was schief gehen, aber man geht weiter davon aus, dass ab jetzt alles klappt, bis es zu spaet ist, umzudrehen. Kann passieren.

In jedem Fall war es vernuenftiger, die Bergwacht zu rufen und zur Huette zurueckzukehren, als aus Scham immer weiter zu stapfen und im Wald zu erfrieren. Und zumindest schlecht ausgeruestet oder unfit koennen die beiden nicht gewesen sein, sonst waeren sie vermutlich schon vorher erfroren.

Brechen wir also nicht zu viel Staebe  :) Wer weiss, wann wir mal rausgeholt werden muessen...

cu,
Frank

P.S.: Bei den naechsten Studenten mit Sandalen und T-Shirt im Schneesturm, laester ich natuerlich gerne wieder mit  ;)

Offline BFklaus

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Vom Waldparkplatz Tatzelwurm zum Brünnstein sind es gut 5 km Strecke bei ca. 1000 Hm Anstieg. Mit Schneeschuhen, bei unverdichtetem Schnee, sollten "Normalos" dafür schon mal 4 Stunden Gehzeit einrechnen, zurück nochmal 3 Stunden + 1 Stunde Pause. Insgesamt also eine 8-Stunden-Tour - ohne Verhauer.
Die Zwei sind um 11 Uhr aufgebrochen, wären also unter "normalen" Umständen gegen 19 Uhr zurück gewesen. Ohne Licht und ohne genaue Ortskenntnis (oder funktionierendes GPS) eine ziemlich fahrlässige Aktion, meine ich.

Offline Martl

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Servus Klaus,
danke für deinen Beitrag. In diese Richtung denke ich auch...

Natürlich hat der Frank auch recht mit der Feststellung, dass die genauen Umstände Spekulation sind und (leider) meist auch bleiben.
Aber man muss ja erstmal von den wenigen\ungenauen Fakten des Berichts ausgehen... und gleichzeitig eigene Erfahrungen (wenn vorhanden) in diesem "weitläufigen Gebiet Brünnstein-Traithen" mit berücksichtigen.
Daß im Notfall jeder über die Hilfe der Bergwacht heilfroh sein wird, da gibt es keinen Zweifel. Aber es scheint als wird diese Möglichkeit
immer öfter als "selbstverständlich verfügbar" angesehen  :(

@BW: den Eli muss ich echt in Schutz nehmen. Der macht so einen "Umweg" vernünftigerweise nur, wenn der Sinn dahinter 100%ig abgesichert ist  #genauso#


Gruß
Martl

Offline eli

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@BW: den Eli muss ich echt in Schutz nehmen. Der macht so einen "Umweg" vernünftigerweise nur, wenn der Sinn dahinter 100%ig abgesichert ist  #genauso#

Erfahrene Wintergeher wissen auch, dass der Berg, je nach Himmelsrichtung, auch immer verschiedene Schnee - Gesichter hat. Im Aufstieg vorbei an der Seeonalm lag tiefer Schnee ( Bild c ),
doch da sahen wir natürlich auch schon, dass die Brünnsteinschanze oben völlig aper war. ( Bild d ).

Übrigens noch ein Aspekt. Andiesem Sonntag war es zwar saukalt, aber es gab  weder Schneefall noch Nebel, nicht einmal Dunst da oben. (she. Webcams) Wie man sich da in diesem doch übersichtlichen Gelände so verhauen konnte, ist mir eh ein Rätsel.

Hawedere

eli

Offline Bernhard G.

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Bevor Ihr den Stab brecht, bedenkt bitte, es waren Münchner. #hihi#

Im Ernst: was mich wirklich den Kopf schütteln läßt ist eine aktuelle Diskussion im Tourentip-Forum. Da hat jemand einen Bericht über die Rotwand-Reibn als Nachtskitour eingestellt. Und nun wird gestritten, ob sowas ok ist oder nicht.  Solchen Leuten gehört m.E. im Fall des Falles von der Bergwacht eine Rechnung mit 500% Nachtzuschlag aufgebrummt.


Offline BW

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Eli,

mit Deinem Bild c und dem Schnee der Seonalm erzählst Du Käse. Das Bild ist  der gleiche Aufnahmepunkt wie das Bild Schanz,  unter der Hangkante nach Südwest fotografiert, der Zeitstempel des Bildes macht es auch klar.

Dass die Seeonalm als Kessel und im Schatten mehr Schnee  wie die abgeblasene Schanz hat ist auch klar, aber wenn bereits eine eingetretene Spur dann spielt die Schneehöhe eigentlich keine Rolle mehr.

Offline eli

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Servus BW,

keine Ahnung, warum du dich hier so abstrampelst? Jetzt bin ich über 10 Jahre bei den roBerglern, aber persönlich ist bisher noch nie einer geworden. Gehört wohl zur neuen Medien -"Kultur", nein danke.
Stelle noch zwei Fotos von damals ein, damit du als Refa- Fachmann ( zuständig für Arbeitszeiten) sehen kannst, wo wir erstmals an diesem Tag die freie Schanz gesehen haben.
So und jetzt ist endgültig Schluss mit diesem Thema, denn nun geht es ab in die Berge, will mich da so richtig wohl fühlen.

Michael

Offline BW

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Servus Eli,

das war keine Schneeschuhwanderung sondern eine Frühjahrswanderung mit Bergschuhen.
Ihr seid gegen 9 Uhr von der Rosengasse weg und gegen 12 Uhr vor der Himmelmoosalm gewesen, der weitere Weg zum Brünnsteinhaus ist da eigentlich schneefrei und einfach in einer halben Stunde zu schaffen. Mitte April ist's bis 20 Uhr hell und auch der Weiterweg hat nichts mit einer Vernunftsumkehr zu tun.

BW

Offline Reinhard

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Re: Verlaufen bei Dunkelheit ....
« Antwort #16 am: 26.01.2017, 11:18 »
Servus Eli, BW und alle anderen!

Ich kenne Euch (Eli & BW) beide nun schon lange und halte Euch für erfahrene Bergwanderer und sehr angenehme roBergler. Ich finde, es sind genug Meinungen zu diesem Thema vorhanden und alles Wichtige wurde von allen Beteiligten angesprochen.
Deshalb werde ich, auch damit sich die Gemüter wieder beruhigen und die Diskussion positiv bleibt, das Thema für einige Tage schließen.
Natürlich bleibe ich objektiv und schlage mich auf keine Seite.

 #geschlossen#   #danke1#