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Berge und ÖPNV

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Offline MANAL

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Berge und ÖPNV
« am: Mo, 26. Sep 2016, 22:59 »
Normalerweise fahre ich mit dem Auto in die Berge. Es ist einfach deutlich bequemer und man ist schneller an jedem Ort wohin man nur will. Dadurch dass ich für einige Interessierte in einem Verein (Großteil Studenten) eine Bergtour organisiert habe kam es dazu dass wir auf eine Tour mit ÖPNV ausweichen musste. Es wären einfach zu wenige Autos zur Verfügung gestanden.

Für mich war es eine neue Erfahrung eine Tour zu planen und zu organisieren bei der man mit Zug und Bus vernünftig an- und abreisen kann. Zusammen mit der Problematik für 10 Personen auch noch eine passende Hütte zu bekommen war das gar nicht so einfach. Ein großes Problem dabei ist aus meiner Sicht dass alle vernünftigen Zugangebote sich praktisch auf Deutschland beschränken. Richtung Zillertal, Ötztal oder Stubai ist da eigentlich nichts mehr vernünftig machbar. Am besten geht es noch ins Werdenfels rein, zumal man recht schnell reinkommt als auch das Bayernticket bis Reutte und Pfronten gilt und es ein Werdenfels-Ticket gibt das man für etwas Aufpreis bis nach Innsbruck nutzen kann.

Als Hütte ergab sich schlußendlich das Karwendelhaus (sehr praktisch mit Online-Reservierung!). Da wir mit ÖPNV unterwegs waren entschied ich mich das auch zu nutzen und eine Durchquerung des Karwendels zu machen. Am ersten Tag von der Eng zum Karwendelhaus und am zweiten Tag vom Karwendelhaus über den Bäralpl nach Mittenwald.

Anreise mit BOB und RVO bis in die Eng, Rückreise von Mittenwald mit der DB.

Vorteile:
+ unterschiedliche Start- und Endpunkte sind möglich
+ Man kann vergleichsweise entspannt fahren, gerade bei der Rückfahrt ist es schön mal an dem Stau in Garmisch, vor dem Tunnel Farchant und vor Oberau einfach vorbeizufahren.
+ Bergsteigerbus als Anschluß in Lenggries
+ Gruppenrabatt im Bergsteigerbus ab 10 Personen (immer halber Preis pro Person, so 2,90 EUR von der Oswaldhütte zur Eng)
+ Sehr hohe Zugfrequenz von Mittenwald nach München, Stundentakt bis spätabends und am spätnachmittag sogar Halbstundentakt!!! (vielleicht auch nur wegen der Wies'nzeit?).
+ Bei passender Mitfahrerzahl preislich in Ordnung (5er-Schritte bei Bayernticket/Werdenfelsticket)

Nachteile
- Deutlich längere Anfahrt in die Eng. Mit dem Auto bin ich in ca. 1,5 Stunden ab zuhause dort, mit ÖPNV dauert es gleich 3 Stunden!
- Notwendiges Umsteigen in den Bus in Lenggries
- Das Bayernticket gilt im Bus nur bis zur Oswaldhütte. Fast jeder muss in Lenggries beim Fahrer noch nachlösen wodurch man auch Zeit verliert. Schwachsinnig da keinen einheitlichen Tarif bis zum Ende anzubieten. Das Kombiticket das BOB+Bus bis in die Eng anbietet ist für Durchquerer sinnlos das es nur als Hin+Rückfahrtticket gibt.
- Nur sehr wenig Rückfahrtmöglichkeiten aus der Eng.
- Oberlandbahn und Bus komplett ungeeignet um einen durchschnittlichen Rucksack unterzubringen. Die Gepäckfächer dafür sind der letzte Witz. Positiv war der Zug der DB von Mittenwald zurück, da wir einen Steuerwagen aus der "Silberling-Ära" hatten der noch richtige Gepäckfächer, bequeme und gepolsterte Sitze und zu öffnende Fenster hatte (das waren Zeiten als nicht Designer und Powerpoint-Ingeniere entwickelt haben). Die Doppelstockwagen dahinter sind da genauso untauglich wie die ansonsten auf dieser Strecke eingesetzten neuen "Talent-2"-Triebzüge.
- Der Bahnhof Mittenwald ist ein Unding. Wenn man aus Richtung Karwendelseilbahn kommt (wir haben sie nicht benutzt ;) ) muss man einen großen Umweg südlich oder nördlich machen um über die Bahnübergänge über die andere Seite zum Bahnsteig zu kommen. Eine Unterführung unter dem gesamten Bahnhof gibt es nicht. Nur dank eines Schlußspurts haben wir den Zug erwischt.
- Die Fahrkartenautomaten sind eine absolute Frechheit. Bis man durch die unübersichtlichen und benutzerfeindlichen Menüs durchschaut hat dauert es einige Zeit. Es ist schon eine ziemliche Sucherei das Werdenfels-Ticket in den Untermenüs zu finden. Sowas muss einfacher zu finden sein. Außerdem gibt es auch mehrfach Probleme beim Bezahlen mit Bankkarte. Würde man beim Schaffner kaufen wird man wieder abgezockt da dort ja mehr verlangt wird.
- Unattraktive Preisanstiege sobald man etwas über den 5er-Gruppen von Bayernticket und Werdenfelsticket kommt.
- Keine Kombiangebote zwischen DB und ÖBB, das Tarifsystem und Angebote von der ÖBB sind ziemlich undurchsichtig. Touren südlich vom Inntal sind damit ziemlich witzlos.

Alles im allen war es ein interessantes Erlebnis mal wieder den Zug zu nutzen. Die Möglichkeit einen unterschiedlichen Start- und Endpunkt zu nutzen ist wohl das wichtigste. Aber die ganzen anderen Knüppel die einem die Bahn zwischen die Beine wirft verleidem einem diese Vorteile. So werde ich wohl auch zukünftig eher mit dem Auto in die Berge fahren.


Mich würde interessieren wie andere Bus und Bahn erleben und vielleicht gibt es auch gute Tipps wie man um diese Ärgernisse rumkommt?

Offline Zeitlassen

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Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #1 am: Di, 27. Sep 2016, 09:53 »
Als hessischer Südskandinavier habe ich eine geringfügig weitere Anreise...
Meine jüngste Tour (Staufenüberschreitung) habe ich nach 6 stündiger Autoanreise begonnen.  :(  Die Anspannung und Anstrengung steckt dann in den Knochen, der Aufstieg zum Reichenhaller Haus war entsprechend fordernd. Die staureiche Rückreise nach der Reiteralm-Tour war noch übler, und gefährlich (nur Irre auf den Straßen, und ich einer davon...   :o ). Danach habe ich mir vorgenommen, zur nächsten Tour mit dem Zug anzureisen. Das heißt für mich: zwei (Reise-)Tage verloren, da nach der lang dauernden Fahrt kein höhergelegenes Alpinziel mehr erreichbar ist. Also: Übernachtung im Talort vor Beginn der Tour - das macht es dann auch ziemlich teuer.
Zwingend ist jedenfalls, dass man seine Tour nach den Reisemöglichkeiten (Bahn/Bus, Umsteigemöglichkeiten, Zeitbedarf, Fahrplanstudium...) ausrichtet und plant. Alles andere ist dann nicht realisierbar.  :'( 
Zudem fehlt das Auto als Basislager (Wechselkleidung, Notunterkunft etc.). Überschreitungen sind per ÖPV zwar besser machbar, aber flexibler (Wetterwechsel, Tourenideen) ist man (wegen der gekauften billigeren Fahrkarten) nicht.

(Wahrscheinlich werde nach der nächsten Zuganreise wegen dem Erlebten beschließen, doch wieder Auto zu fahren.) #hihi#

Offline Hawkeye

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  • Der mit dem süssen Schwarzen Vogel
Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #2 am: Di, 27. Sep 2016, 21:01 »
Als halber Wochenend-Münchner decken sich unsere Erfahrungen bzgl. Vor- und Nachteilen weitgehend.
Was mit der BOB erreichbar ist, geht gut und hat meist noch brauchbare Anschlüsse.  Es wird ja auch schon schwierig eine vernünftige Rückfahrt aus der Jachenau zu finden.
Dazu kommt eben den Reiz dass man entspannt ohne Stau auf der A 8 / am Tegernsee/ an Lenggries usw. vorbeikommt.

Ab Augsburg gibts auch noch gute Verbindungen ins Allgäu.


Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #3 am: Di, 27. Sep 2016, 21:44 »
Da ich öffters fahr (Achtung Wortspiel), kurz einige Erfahrungen:

München (Bahn):
- hat ganz gute Verbindungen ins Mangfallgebirge und ins Werdenfelser Land und nach Kochel
Natürlich ist am WE die BOB zu den Stosszeiten überfüllt.
- Jachenau hat eine für längere Wanderungen zu frühe Buslinie zurück am Sa/So. Dort saß ich fast immer allein im Bus.
- in Anbetracht der sonstigen Staus (Kreuzstrasse Tegernsee usw.) die man als Münchner so hat, durchaus in Betracht zu ziehen

Rosenheim:
- Rosenheim hat eine gute Verbindung zur Inntal Westseite bis Kufstein und dann noch weiter zB. Langkampfen.
Ich hab noch nie erlebt das ein Nahverkehrszug am WE überfüllt wäre . Kurze Fahrzeit, Preis Kufstein  hin+zurück 10,50 € (50/50 Ticket) , wochentags erst ab 9.00 verbilligt.

Ich denke das viele Leute mit dem Auto fahren weil sie gerne direkt am Berg bzw. etwas erhöht starten z.B. St. Margarethen, Buchau, Flintsbach Petersberg Parkplatz, Kufstein Sparchen etc.  und den Anmarschweg durch die Orte scheuen.

-Wendelstein Ringlinie waren bisher die Zeiten auf Münchner abgestimmt, und für Rosenheimer Wanderer untauglich (es sei'denn man geht sehr schnell, aber ich hab keine Lust mich hetzen zu lassen)

-Ausflugsbus Samerberg an Sommer WE

Die Strecke Rosenheim -  Salzburg:
- Am Wochenende teilweise, aber nicht immer  überfüllt, da hab' ich schon einige kleine menschliche Tragödien erlebt (z.B. wenn 3 Gruppen mit je 5 Radeln in Prien auch noch in den eh schon vollen Zug rein wollen, Ami-Urlauber verzweifelt beim Schaffner betteln doch noch rein zu kommen )

- nach Aschau geht's recht gut (Regio Ticket, jetzt Hopper Ticket Ticket/ hin+zurück 11,50€)
- Marquartstein--->RiW ist auch noch recht gut mit dem Bus erreichbar.(Umsteigen)
- In die "Öko Modell Region Achental" (Eigenwerbung) , also Schleching, kommt man am WE zwar mit dem Bus rein, aber nicht wieder raus, der letzte fährt um halb 1 retour   #kombiniere# sicher ein geschickter Schachzug die Gäste zur Hotelübernachtung zu bewegen  #nasowas#

Von Rosenheim über Holzkirchen ins Mangfallgebirge...

-dauert seeehr lang (bis zu 3 mal so lang wie mitm Auto  :sleepy:) , neue Haltestellen sind bis Holzkirchen dazu gekommen, was die Fahrt noch länger macht... :sleepy:
-das vorher erwähnte 50/50 Ticket gilt zwar überall in Bayern, aber nicht in der BOB, also ist auch nichts mit "für 10,50€ zum Schliersee", da geht's dann ab 21€ (Guten Tag Ticket) los...
 

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #4 am: Mi, 28. Sep 2016, 00:03 »
Das Auto ist in einer Hinsicht einfach unschlagbar: man kann es nicht verpassen. Bei meinen Bruensteck-Erkundungstouren bin ich zweimal erst nach 22:00 Uhr wieder am Parkplatz gelandet. Kurzer Blick auf den Fahrplan: Juhu, es faehrt noch ein Auto nach Muenchen  ;D
Wenn ich staendig auf die Uhr schielen muesste, wann der letzte Bus faehrt, waere ein entspanntes Wandern nicht moeglich. So kann ich problemlos auch um 17:00 Uhr noch beschliessen, dass ich diesen einen Abzweig doch auch noch ausprobier, mei, bin ich halt erst um 9 wieder unten, was soll's...

Offline MANAL

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Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #5 am: Mi, 28. Sep 2016, 11:22 »
Gibt es eigentlich irgendwelche sinnvollen ÖPNV-Angebote über die deutsch-österreichische Grenze hinweg? Mir ist nur das "Innsbruck-Upgrade" für das Werdenfels-Ticket bekannt. Oder hat es in Tirol auch irgendwelche guten Angebote?

Gerade wer ein Auto besitzt ist auch nicht bereit den vollen (teuren) Preis zu zahlen und hat auch keinerlei Bahncard oder anderes zum Vergünstigen.

Umweltfreundlich Bergsteigen will denke ich jeder von uns, nur die Einschränkungen durch ÖPNV sind enorm.
Die Möglichkeit bis spätabends von Mittenwald im Stundentakt nach München zu kommen ist jedenfalls sehr positiv. Und zusammen mit dem Werdenfels-Ticket gerade bei 5er-Gruppen auch sehr attraktiv.

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #6 am: Mi, 28. Sep 2016, 12:44 »
Servus beinand

Mit der Bahn von Mühldorf nach Traunstein(Nachbarlandkreis) - und von dort nach Ruhpolding - zu gelangen ist so gut wie nicht möglich. Mit dem Auto brauch ich nach Ruhpolding ca. 1h. Mit der Bahn mind. 2, muss aber über Ro oder Freilassing fahren oder den Bus benutzen.Obwohl Mühldorf Drehkreuz der Südostbayernbahn ist - und es eine durchgehende Bahnstrecke gibt - gibts keine durchgehende Zugverbindung bis Traunstein.  #nichtzufassen#

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #7 am: Mi, 28. Sep 2016, 15:41 »
Wenn ich staendig auf die Uhr schielen muesste, wann der letzte Bus faehrt, waere ein entspanntes Wandern nicht moeglich.
Muss man ja nicht. Der Zug z.b. ab Kufstein fährt jede Stunde bis in die Nacht, nur bei Busnebenstrecken ist das ein Problem.
Da kann man auch mal ein bisschen in der Alm versacken, was man mit dem Auto nicht kann.   #glühwein#




Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #8 am: Di, 20. Dez 2016, 15:30 »
Sauber, ein Bayern Ticket mittlerweile 25€ (1Person)  #nawarte#

Hier aber nochmal die preisgünstigsten Tickets für den Raum Rosenheim (leider ist die BOB da außen vor, obwohl zum selben Konzern wie der Meridian gehörig, Frechheit, gerade für die Leute die im westl. Mangfalltal leben ), die nicht groß beworben werden, damit die Fahrgäste den Normalpreis zahlen.

Neu: Das Regio Ticket heisst jetzt "Hopper Ticket", ob der Preis angehoben wurde weiss ich nicht. Braucht man z.B. um nach Aschau zu kommen, weil die Strecke Prien-Aschau nicht im Meridian Netz ist:

Hopper-Ticket Bayern

Mit dem Hopper-Ticket Bayern für nur 11,50 Euro* können Sie in allen Nahverkehrszügen mit Ausnahme der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) in ganz Bayern maximal fünfzig Kilometer hin und fünfzig Kilometer zurück fahren. Das Ticket gilt für eine Person montags bis freitags von 09:00 bis 03:00 Uhr des Folgetages, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 00:00 bis 03:00 Uhr des Folgetages. Das Hopper-Ticket Bayern gilt (...) in Österreich auf der Außerfernbahn im Verkehr von und nach Deutschland sowie von und nach Kufstein und Salzburg Hbf. Mit dem Hopper-Ticket Bayern müssen Sie Ihre Fahrten grundsätzlich außerhalb eines Verkehrsverbundes beginnen oder beenden.
Sie erhalten das Hopper-Ticket Bayern an allen DB-Automaten für 11,50 Euro* sowie für 13,50 Euro* mit persönlicher Beratung in den DB-Reisezentren und DB-Agenturen.

 www.bahn.de.


Und das 50/50 Ticket, im Prinzip das gleiche,nur eben ausschließlich in Meridian Zügen  ich glaube bissl billiger ca. 11€

http://bahnland-bayern.de/de/tickets/regionale-tickets/id-50-50-ticket

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #9 am: Fr, 23. Dez 2016, 10:47 »
Servus,

Sauber, ein Bayern Ticket mittlerweile 25€ (1Person)  #nawarte#

Hier aber nochmal die preisgünstigsten Tickets für den Raum Rosenheim (leider ist die BOB da außen vor, obwohl zum selben Konzern wie der Meridian gehörig, ...



Ja, die Bahn langt inzwischen ganz schön in den Geldbeutel. Aber es gibt noch Möglichkeiten zu sparen. Die Bayerische Oberlandbahn bietet das "Guten Tag Ticket" für 21 Euro für eine Person an. Es gilt nicht nur auf den Strecken des Meridian, siehe diesen Auszug von der Meridian-Webseite:

"Neben den Strecken von Meridian, BOB und BRB gilt das Guten Tag Ticket auch auf ausgewählten Strecken der Südostbayernbahn (SOB). Ausflügler können so noch weiter in den Chiemgau und in die Berge hineinfahren; über Prien am Chiemsee nach Aschau im Chiemgau, über Traunstein weiter nach Ruhpolding, oder an den Waginger See. So erschließen Fahrgäste mit dem Ticket weitere schöne Wandergebiete."

Quelle: http://www.der-meridian.de/fahrkarten/das-guten-tag-ticket

Viele Grüße,
Christian


Offline geroldh

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Re: Berge und ÖPNV – „Mitfahrerbankerl“ im Inntal
« Antwort #10 am: Do, 29. Mär 2018, 21:15 »
Zu Beginn der neuen Bergwander-Saison könnte diese Info genau so gut im thematischen Parallel-Thread „Mal nicht mit dem Auto ins Gebirge“ stehen...

„Autofrei“ lassen sich die ersten Berge im Inntal z.B. von Rosenheim aus ganz gut via dem Inndamm oder auf Nebenstrassen mit dem Fahrrad erreichen – nach Brannenburg oder Nußdorf/Inn bin ich ein knappes Stünderl auf dem Sattel.
Eine Alternative ist auch der Zug, der einem mind. stündlich an einem der Inntaler Bahnhöfe absetzt. Doch um von dort an den Berg zu kommen, muß man bisweilen etwas kreativ sein, möchte man auf einen längeren Fußmarsch verzichten. Trotzdem beschränkt sich eine Anfahrt auf Schienen üblicherweise auf eine Bergtour westlich des Inns.

Um aber vom Bahnhof Brannenburg aus auf die Ostseite vom Inn zu kommen, gibt es außer dem Schulbus keine andere ÖPNV-Anschlußmöglichkeit – und der durchaus attraktive Heuberg ist nur per „altmodischem“(?) Trampen zu erreichen. Doch seit Ende verg. Jahres gibt es hierfür einen „offiziellen“ Haltepunkt: Das „Mitfahrerbankerl“

Hierauf bin ich bereits Ende 2016 im Protokoll einer Nußdorfer Gemeinderatssitzung aufmerksam geworden – und von der Idee her soll es v.a. den Nußdorfer Bürgern eine („autofreie“) Möglichkeit bieten, für Besorgungen nach Brannenburg hinüber zu kommen – vgl. hierzu auch den OVB-Artikel „Wer hier sitzt, will weiterkommen“ vom 09. Mai 2017.
Doch könnte dies nicht auch „andersherum“ funktionieren?  Für Bergwanderer...  ;)

Vom Bahnhof Brannenburg aus geht man einen knappen Kilometer (ca. 10 min.) verkehrsberuhigt zum Kriegerdenkmal an der Nußdorfer Straße (@OSM) – in diesem Bereich war auch bisher schon ein guter Standplatz für den gestreckten Tramperdaumen den Inn hinüber. Dort wurde im Herbst`17 neben einer Sitzbank das Schild „Mitfahrerbankerl Nußdorf am Inn“ aufgestellt.

Das Gegenstück „Mitfahrerbankerl Brannenburg“ befindet sich drüben in Nußdorf/Inn vor dem Gemeinde-/Verkehrsamt in der Brannenburger Str. 10 (@OSM) unweit des Ortszentrums bzw. dem zentralen Wanderparkplatz „Am Steinbach“.

Somit ist auch der Inntaler Heuberg – z.B. in Kombination mit diesem roBerge-Tourenvorschlag – durch ein „ergänzendes Mobilitätskonzept im Nahverkehr“ erschlossen (Zitat von der Schlierseer Zeitung (13. Juli 2016) für ihre dortigen „Mitfahrerbankerl“).

PS: Funktioniert hat es schon vorher „ohne Namen“, aber erst die Idee aus Hessen macht Schule im tiefsten Oberbayern (OVB 13.05.17).

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #11 am: Do, 12. Jul 2018, 10:50 »
Gestern Mittag hab' ich mich mit einem Freund aus München am HBF verabredet.

Von Rosenheim fahren ja die Züge mittlerweile ohne Zwischenstopps bis Grafing und weiter nach München. 45 min.

Dann weiter mit dem Zug zusammen nach Ohlstadt (ca.1 Stunde).

Kleine Nachmittagstour auf den Illing mit Gipfelbier  #prost# [bei Roberge nur Sektsmiley ? brrrr]

Zurück wie hin mit der Bahn. Alle Züge pünktlich. Immer Sitzplatz gehabt.

Kostenpunkt: Bayernticket (gilt ab 9:00 Uhr/ Wochentags) durch Zwei / Für jeden 15,50€ bzw. hab a bissl mehr übernommen.

Fazit: Kann man durchaus 'mal machen. Die 1 Stunde lässt sich gut verratschen.

P.S.: Der Normalpreis mit der Bahn von R'heim nach Ohlstadt wäre übrigens einfach 30,80€ (!) , also 61,60 € (!) hin & zurück. Brutal.
 

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #12 am: Gestern um 10:48 »
Ich bin am Donnerstag von Salzburg nach St. Martin/Lofer (Bus 260, Ankunft 9.55) und von Hintersee/Ramsau mit Bus 846 sowie S3 zurück nach Salzburg. Nicht ganz billig (7,90 hin, 14,80 zurück), aber von den Verbindungen her in diese Richtungen gut machbar. "Mitgenommen" hab ich das Große Hund(s)horn und die Leimbichlgräben: (http://www.inntranetz.at/galerie/touren/2018/hundhorn.html).

Das war schon meine 41.Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln in diesem Jahr (von 48 gesamt).

Persönlich fahr ich lieber Zug als Bus. Man kann die Beine ausstrecken, man kann aufs Klo gehen, man kriegt fast immer einen Sitzplatz und keine Drängelei/Nervenkitzel, ob man noch rauskommt beim Ein/Ausstieg, wies es auf der Ischler Strecke leider oft der Fall ist (viele Touristen).

Die Herausforderung ist dann auch, herauszufinden, wo der Bus genau abfährt, in Hintersee gibt es bei der Haltestelle Abzw. Auzinger gegenüber nochmal zwei Haltestellen, sehr verwirrend. Die Fahrpläne sind in hindochinesisch geschrieben (speziell der am Endpunkt Hirschbichlstraße).

Und schließlich gibts manchmal nur einen Bus zurück wie im Saalachtal, aber viel zu früh, sodass ich die Tour umgekehrt plane, sodass als Endpunkt immer mehrere Busse zur Verfügung stehen (Hintersee: 16.44,17.44,18.44 und noch der Almenbus über Hirschbichl).

Was sich trotz aller Planerei irgendwie nicht ausgeht, ist das Sonntagshorn in den Chiemgauer Alpen. 1500hm sind einfach zu viel für 7 Std. Zeitreserve, wenns keine Hudeltour werden soll. Ich dachte auch schon an Anreise über Reit im Winkel/Seegatterl mit Überschreitung Dürrnbachhorn und Übernachtung Heutal, aber dieser Bus fährt phasenweise überhaupt nicht. Außerdem sind die beiden Hotels in Heutal wohl schwer kurzfristig buchbar (und auch recht teuer dafür, dass einem ein Matratzenlager reichen würde).

Die Idee des Mitfahrerbankerls find ich gut.





Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #13 am: Heute um 10:11 »
Was sich trotz aller Planerei irgendwie nicht ausgeht, ist das Sonntagshorn in den Chiemgauer Alpen. 1500hm sind einfach zu viel für 7 Std. Zeitreserve, wenns keine Hudeltour werden soll. Ich dachte auch schon an Anreise über Reit im Winkel/Seegatterl mit Überschreitung Dürrnbachhorn und Übernachtung Heutal, aber dieser Bus fährt phasenweise überhaupt nicht. Außerdem sind die beiden Hotels in Heutal wohl schwer kurzfristig buchbar (und auch recht teuer dafür, dass einem ein Matratzenlager reichen würde).

Weil´s mich jetzt interessiert hat:

Sonntag: Bus von Salzburg nach Melleck, an ca. 9.30 Uhr
Rückfahrt von Unken, letzter Bus ca. 20 Uhr
am Samstag letzter Bus ca. 18 Uhr

Du könntest von Melleck über den Roßkarsteig rauf und über Peitingköpfl und Wetterkreuz runter nach Unken.
Sonntagshorn noch mitnehmen oder auch nicht. Peitingköpfl allein lohnt auch.
Und die Steige find ich eh schöner als vom Heutal über die Hochalm rauf.