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Berge und ÖPNV

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Offline MANAL

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Berge und ÖPNV
« am: Mo, 26. Sep 2016, 22:59 »
Normalerweise fahre ich mit dem Auto in die Berge. Es ist einfach deutlich bequemer und man ist schneller an jedem Ort wohin man nur will. Dadurch dass ich für einige Interessierte in einem Verein (Großteil Studenten) eine Bergtour organisiert habe kam es dazu dass wir auf eine Tour mit ÖPNV ausweichen musste. Es wären einfach zu wenige Autos zur Verfügung gestanden.

Für mich war es eine neue Erfahrung eine Tour zu planen und zu organisieren bei der man mit Zug und Bus vernünftig an- und abreisen kann. Zusammen mit der Problematik für 10 Personen auch noch eine passende Hütte zu bekommen war das gar nicht so einfach. Ein großes Problem dabei ist aus meiner Sicht dass alle vernünftigen Zugangebote sich praktisch auf Deutschland beschränken. Richtung Zillertal, Ötztal oder Stubai ist da eigentlich nichts mehr vernünftig machbar. Am besten geht es noch ins Werdenfels rein, zumal man recht schnell reinkommt als auch das Bayernticket bis Reutte und Pfronten gilt und es ein Werdenfels-Ticket gibt das man für etwas Aufpreis bis nach Innsbruck nutzen kann.

Als Hütte ergab sich schlußendlich das Karwendelhaus (sehr praktisch mit Online-Reservierung!). Da wir mit ÖPNV unterwegs waren entschied ich mich das auch zu nutzen und eine Durchquerung des Karwendels zu machen. Am ersten Tag von der Eng zum Karwendelhaus und am zweiten Tag vom Karwendelhaus über den Bäralpl nach Mittenwald.

Anreise mit BOB und RVO bis in die Eng, Rückreise von Mittenwald mit der DB.

Vorteile:
+ unterschiedliche Start- und Endpunkte sind möglich
+ Man kann vergleichsweise entspannt fahren, gerade bei der Rückfahrt ist es schön mal an dem Stau in Garmisch, vor dem Tunnel Farchant und vor Oberau einfach vorbeizufahren.
+ Bergsteigerbus als Anschluß in Lenggries
+ Gruppenrabatt im Bergsteigerbus ab 10 Personen (immer halber Preis pro Person, so 2,90 EUR von der Oswaldhütte zur Eng)
+ Sehr hohe Zugfrequenz von Mittenwald nach München, Stundentakt bis spätabends und am spätnachmittag sogar Halbstundentakt!!! (vielleicht auch nur wegen der Wies'nzeit?).
+ Bei passender Mitfahrerzahl preislich in Ordnung (5er-Schritte bei Bayernticket/Werdenfelsticket)

Nachteile
- Deutlich längere Anfahrt in die Eng. Mit dem Auto bin ich in ca. 1,5 Stunden ab zuhause dort, mit ÖPNV dauert es gleich 3 Stunden!
- Notwendiges Umsteigen in den Bus in Lenggries
- Das Bayernticket gilt im Bus nur bis zur Oswaldhütte. Fast jeder muss in Lenggries beim Fahrer noch nachlösen wodurch man auch Zeit verliert. Schwachsinnig da keinen einheitlichen Tarif bis zum Ende anzubieten. Das Kombiticket das BOB+Bus bis in die Eng anbietet ist für Durchquerer sinnlos das es nur als Hin+Rückfahrtticket gibt.
- Nur sehr wenig Rückfahrtmöglichkeiten aus der Eng.
- Oberlandbahn und Bus komplett ungeeignet um einen durchschnittlichen Rucksack unterzubringen. Die Gepäckfächer dafür sind der letzte Witz. Positiv war der Zug der DB von Mittenwald zurück, da wir einen Steuerwagen aus der "Silberling-Ära" hatten der noch richtige Gepäckfächer, bequeme und gepolsterte Sitze und zu öffnende Fenster hatte (das waren Zeiten als nicht Designer und Powerpoint-Ingeniere entwickelt haben). Die Doppelstockwagen dahinter sind da genauso untauglich wie die ansonsten auf dieser Strecke eingesetzten neuen "Talent-2"-Triebzüge.
- Der Bahnhof Mittenwald ist ein Unding. Wenn man aus Richtung Karwendelseilbahn kommt (wir haben sie nicht benutzt ;) ) muss man einen großen Umweg südlich oder nördlich machen um über die Bahnübergänge über die andere Seite zum Bahnsteig zu kommen. Eine Unterführung unter dem gesamten Bahnhof gibt es nicht. Nur dank eines Schlußspurts haben wir den Zug erwischt.
- Die Fahrkartenautomaten sind eine absolute Frechheit. Bis man durch die unübersichtlichen und benutzerfeindlichen Menüs durchschaut hat dauert es einige Zeit. Es ist schon eine ziemliche Sucherei das Werdenfels-Ticket in den Untermenüs zu finden. Sowas muss einfacher zu finden sein. Außerdem gibt es auch mehrfach Probleme beim Bezahlen mit Bankkarte. Würde man beim Schaffner kaufen wird man wieder abgezockt da dort ja mehr verlangt wird.
- Unattraktive Preisanstiege sobald man etwas über den 5er-Gruppen von Bayernticket und Werdenfelsticket kommt.
- Keine Kombiangebote zwischen DB und ÖBB, das Tarifsystem und Angebote von der ÖBB sind ziemlich undurchsichtig. Touren südlich vom Inntal sind damit ziemlich witzlos.

Alles im allen war es ein interessantes Erlebnis mal wieder den Zug zu nutzen. Die Möglichkeit einen unterschiedlichen Start- und Endpunkt zu nutzen ist wohl das wichtigste. Aber die ganzen anderen Knüppel die einem die Bahn zwischen die Beine wirft verleidem einem diese Vorteile. So werde ich wohl auch zukünftig eher mit dem Auto in die Berge fahren.


Mich würde interessieren wie andere Bus und Bahn erleben und vielleicht gibt es auch gute Tipps wie man um diese Ärgernisse rumkommt?

Offline Zeitlassen

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Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #1 am: Di, 27. Sep 2016, 09:53 »
Als hessischer Südskandinavier habe ich eine geringfügig weitere Anreise...
Meine jüngste Tour (Staufenüberschreitung) habe ich nach 6 stündiger Autoanreise begonnen.  :(  Die Anspannung und Anstrengung steckt dann in den Knochen, der Aufstieg zum Reichenhaller Haus war entsprechend fordernd. Die staureiche Rückreise nach der Reiteralm-Tour war noch übler, und gefährlich (nur Irre auf den Straßen, und ich einer davon...   :o ). Danach habe ich mir vorgenommen, zur nächsten Tour mit dem Zug anzureisen. Das heißt für mich: zwei (Reise-)Tage verloren, da nach der lang dauernden Fahrt kein höhergelegenes Alpinziel mehr erreichbar ist. Also: Übernachtung im Talort vor Beginn der Tour - das macht es dann auch ziemlich teuer.
Zwingend ist jedenfalls, dass man seine Tour nach den Reisemöglichkeiten (Bahn/Bus, Umsteigemöglichkeiten, Zeitbedarf, Fahrplanstudium...) ausrichtet und plant. Alles andere ist dann nicht realisierbar.  :'( 
Zudem fehlt das Auto als Basislager (Wechselkleidung, Notunterkunft etc.). Überschreitungen sind per ÖPV zwar besser machbar, aber flexibler (Wetterwechsel, Tourenideen) ist man (wegen der gekauften billigeren Fahrkarten) nicht.

(Wahrscheinlich werde nach der nächsten Zuganreise wegen dem Erlebten beschließen, doch wieder Auto zu fahren.) #hihi#

Offline Hawkeye

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  • Der mit dem süssen Schwarzen Vogel
Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #2 am: Di, 27. Sep 2016, 21:01 »
Als halber Wochenend-Münchner decken sich unsere Erfahrungen bzgl. Vor- und Nachteilen weitgehend.
Was mit der BOB erreichbar ist, geht gut und hat meist noch brauchbare Anschlüsse.  Es wird ja auch schon schwierig eine vernünftige Rückfahrt aus der Jachenau zu finden.
Dazu kommt eben den Reiz dass man entspannt ohne Stau auf der A 8 / am Tegernsee/ an Lenggries usw. vorbeikommt.

Ab Augsburg gibts auch noch gute Verbindungen ins Allgäu.


Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #3 am: Di, 27. Sep 2016, 21:44 »
Da ich öffters fahr (Achtung Wortspiel), kurz einige Erfahrungen:

München (Bahn):
- hat ganz gute Verbindungen ins Mangfallgebirge und ins Werdenfelser Land und nach Kochel
Natürlich ist am WE die BOB zu den Stosszeiten überfüllt.
- Jachenau hat eine für längere Wanderungen zu frühe Buslinie zurück am Sa/So. Dort saß ich fast immer allein im Bus.
- in Anbetracht der sonstigen Staus (Kreuzstrasse Tegernsee usw.) die man als Münchner so hat, durchaus in Betracht zu ziehen

Rosenheim:
- Rosenheim hat eine gute Verbindung zur Inntal Westseite bis Kufstein und dann noch weiter zB. Langkampfen.
Ich hab noch nie erlebt das ein Nahverkehrszug am WE überfüllt wäre . Kurze Fahrzeit, Preis Kufstein  hin+zurück 10,50 € (50/50 Ticket) , wochentags erst ab 9.00 verbilligt.

Ich denke das viele Leute mit dem Auto fahren weil sie gerne direkt am Berg bzw. etwas erhöht starten z.B. St. Margarethen, Buchau, Flintsbach Petersberg Parkplatz, Kufstein Sparchen etc.  und den Anmarschweg durch die Orte scheuen.

-Wendelstein Ringlinie waren bisher die Zeiten auf Münchner abgestimmt, und für Rosenheimer Wanderer untauglich (es sei'denn man geht sehr schnell, aber ich hab keine Lust mich hetzen zu lassen)

-Ausflugsbus Samerberg an Sommer WE

Die Strecke Rosenheim -  Salzburg:
- Am Wochenende teilweise, aber nicht immer  überfüllt, da hab' ich schon einige kleine menschliche Tragödien erlebt (z.B. wenn 3 Gruppen mit je 5 Radeln in Prien auch noch in den eh schon vollen Zug rein wollen, Ami-Urlauber verzweifelt beim Schaffner betteln doch noch rein zu kommen )

- nach Aschau geht's recht gut (Regio Ticket, jetzt Hopper Ticket Ticket/ hin+zurück 11,50€)
- Marquartstein--->RiW ist auch noch recht gut mit dem Bus erreichbar.(Umsteigen)
- In die "Öko Modell Region Achental" (Eigenwerbung) , also Schleching, kommt man am WE zwar mit dem Bus rein, aber nicht wieder raus, der letzte fährt um halb 1 retour   #kombiniere# sicher ein geschickter Schachzug die Gäste zur Hotelübernachtung zu bewegen  #nasowas#

Von Rosenheim über Holzkirchen ins Mangfallgebirge...

-dauert seeehr lang (bis zu 3 mal so lang wie mitm Auto  :sleepy:) , neue Haltestellen sind bis Holzkirchen dazu gekommen, was die Fahrt noch länger macht... :sleepy:
-das vorher erwähnte 50/50 Ticket gilt zwar überall in Bayern, aber nicht in der BOB, also ist auch nichts mit "für 10,50€ zum Schliersee", da geht's dann ab 21€ (Guten Tag Ticket) los...
 

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #4 am: Mi, 28. Sep 2016, 00:03 »
Das Auto ist in einer Hinsicht einfach unschlagbar: man kann es nicht verpassen. Bei meinen Bruensteck-Erkundungstouren bin ich zweimal erst nach 22:00 Uhr wieder am Parkplatz gelandet. Kurzer Blick auf den Fahrplan: Juhu, es faehrt noch ein Auto nach Muenchen  ;D
Wenn ich staendig auf die Uhr schielen muesste, wann der letzte Bus faehrt, waere ein entspanntes Wandern nicht moeglich. So kann ich problemlos auch um 17:00 Uhr noch beschliessen, dass ich diesen einen Abzweig doch auch noch ausprobier, mei, bin ich halt erst um 9 wieder unten, was soll's...

Offline MANAL

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Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #5 am: Mi, 28. Sep 2016, 11:22 »
Gibt es eigentlich irgendwelche sinnvollen ÖPNV-Angebote über die deutsch-österreichische Grenze hinweg? Mir ist nur das "Innsbruck-Upgrade" für das Werdenfels-Ticket bekannt. Oder hat es in Tirol auch irgendwelche guten Angebote?

Gerade wer ein Auto besitzt ist auch nicht bereit den vollen (teuren) Preis zu zahlen und hat auch keinerlei Bahncard oder anderes zum Vergünstigen.

Umweltfreundlich Bergsteigen will denke ich jeder von uns, nur die Einschränkungen durch ÖPNV sind enorm.
Die Möglichkeit bis spätabends von Mittenwald im Stundentakt nach München zu kommen ist jedenfalls sehr positiv. Und zusammen mit dem Werdenfels-Ticket gerade bei 5er-Gruppen auch sehr attraktiv.

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #6 am: Mi, 28. Sep 2016, 12:44 »
Servus beinand

Mit der Bahn von Mühldorf nach Traunstein(Nachbarlandkreis) - und von dort nach Ruhpolding - zu gelangen ist so gut wie nicht möglich. Mit dem Auto brauch ich nach Ruhpolding ca. 1h. Mit der Bahn mind. 2, muss aber über Ro oder Freilassing fahren oder den Bus benutzen.Obwohl Mühldorf Drehkreuz der Südostbayernbahn ist - und es eine durchgehende Bahnstrecke gibt - gibts keine durchgehende Zugverbindung bis Traunstein.  #nichtzufassen#

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #7 am: Mi, 28. Sep 2016, 15:41 »
Wenn ich staendig auf die Uhr schielen muesste, wann der letzte Bus faehrt, waere ein entspanntes Wandern nicht moeglich.
Muss man ja nicht. Der Zug z.b. ab Kufstein fährt jede Stunde bis in die Nacht, nur bei Busnebenstrecken ist das ein Problem.
Da kann man auch mal ein bisschen in der Alm versacken, was man mit dem Auto nicht kann.   #glühwein#




Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #8 am: Di, 20. Dez 2016, 15:30 »
Sauber, ein Bayern Ticket mittlerweile 25€ (1Person)  #nawarte#

Hier aber nochmal die preisgünstigsten Tickets für den Raum Rosenheim (leider ist die BOB da außen vor, obwohl zum selben Konzern wie der Meridian gehörig, Frechheit, gerade für die Leute die im westl. Mangfalltal leben ), die nicht groß beworben werden, damit die Fahrgäste den Normalpreis zahlen.

Neu: Das Regio Ticket heisst jetzt "Hopper Ticket", ob der Preis angehoben wurde weiss ich nicht. Braucht man z.B. um nach Aschau zu kommen, weil die Strecke Prien-Aschau nicht im Meridian Netz ist:

Hopper-Ticket Bayern

Mit dem Hopper-Ticket Bayern für nur 11,50 Euro* können Sie in allen Nahverkehrszügen mit Ausnahme der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) in ganz Bayern maximal fünfzig Kilometer hin und fünfzig Kilometer zurück fahren. Das Ticket gilt für eine Person montags bis freitags von 09:00 bis 03:00 Uhr des Folgetages, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 00:00 bis 03:00 Uhr des Folgetages. Das Hopper-Ticket Bayern gilt (...) in Österreich auf der Außerfernbahn im Verkehr von und nach Deutschland sowie von und nach Kufstein und Salzburg Hbf. Mit dem Hopper-Ticket Bayern müssen Sie Ihre Fahrten grundsätzlich außerhalb eines Verkehrsverbundes beginnen oder beenden.
Sie erhalten das Hopper-Ticket Bayern an allen DB-Automaten für 11,50 Euro* sowie für 13,50 Euro* mit persönlicher Beratung in den DB-Reisezentren und DB-Agenturen.

 www.bahn.de.


Und das 50/50 Ticket, im Prinzip das gleiche,nur eben ausschließlich in Meridian Zügen  ich glaube bissl billiger ca. 11€

http://bahnland-bayern.de/de/tickets/regionale-tickets/id-50-50-ticket

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #9 am: Fr, 23. Dez 2016, 10:47 »
Servus,

Sauber, ein Bayern Ticket mittlerweile 25€ (1Person)  #nawarte#

Hier aber nochmal die preisgünstigsten Tickets für den Raum Rosenheim (leider ist die BOB da außen vor, obwohl zum selben Konzern wie der Meridian gehörig, ...



Ja, die Bahn langt inzwischen ganz schön in den Geldbeutel. Aber es gibt noch Möglichkeiten zu sparen. Die Bayerische Oberlandbahn bietet das "Guten Tag Ticket" für 21 Euro für eine Person an. Es gilt nicht nur auf den Strecken des Meridian, siehe diesen Auszug von der Meridian-Webseite:

"Neben den Strecken von Meridian, BOB und BRB gilt das Guten Tag Ticket auch auf ausgewählten Strecken der Südostbayernbahn (SOB). Ausflügler können so noch weiter in den Chiemgau und in die Berge hineinfahren; über Prien am Chiemsee nach Aschau im Chiemgau, über Traunstein weiter nach Ruhpolding, oder an den Waginger See. So erschließen Fahrgäste mit dem Ticket weitere schöne Wandergebiete."

Quelle: http://www.der-meridian.de/fahrkarten/das-guten-tag-ticket

Viele Grüße,
Christian


Offline Kalapatar

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Mal nicht mit dem Auto ins Gebirge
« Antwort #10 am: Mo, 15. Mai 2017, 21:04 »
Für alle, die ihr Auto auch mal stehen lassen wollen hier zwei links:

Fahrpläne BOB:

https://www.meridian-bob-brb.de/de/bayerische-oberlandbahn/strecken/linien-und-fahrplaene-der-bob

Bergsteigerbus ins Karwendel:

http://www.rvo-bus.de/oberbayernbus/view/freizeittipps/wanderbusse/bergsteigerbus.shtml

Viele Grüße, KaPa

Online Reinhard

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Re: Mal nicht mit dem Auto ins Gebirge
« Antwort #11 am: Mo, 15. Mai 2017, 21:52 »
Danke, KaPa, für den Hinweis.

Wir haben bereits eine entsprechende Aufstellung:
Öffentliche Verkehrsmittel
Allerdings haben Deine beiden Links bisher gefehlt, ab sofort sind sie enthalten  :)

Man findet den Link zu der Aufstellung auch bei jeder roBerge-Tourenbeschreibung im Block "Startpunkt" - dort ganz unten unter "Tourenplaner / Online-Fahrpläne".
Ergänzungen willkommen!

Re: Mal nicht mit dem Auto ins Gebirge /Karwendelbus
« Antwort #12 am: Di, 16. Mai 2017, 07:30 »
Ich denke der Bergsteigerbus in die Eng ist ausschließlich für Münchener oder Leute aus dem Isarwinkel  interessant (Gesamtpreis ab München 29€ hin+zurück)

Für Rosenheimer sind die Kosten schon um einiges happiger. Rosenheim - Bad Tölz einfach 13,50, also 27€ (Bayernticket 25€)

Also  25€ + 15€ Bus ab Tölz also 40€ für einen Ausflug ins Karwendel . Das find ich schon krass. Zumindest für untere Einkommen. Evtl. lässt sich der Preis durch mehrere Mitfahrer aber ein wenig drücken (Bayern Ticket) 

Praktikabler für Rosenheimer ist wahrscheinlich die Fahrt mit der Bahn über Kufstein nach Vomp, dann eine Karwendeldurchquerung und von Scharnitz oder Mittenwald mit der Bahn (Bayernticket) wieder z'ruck (mehrere Tage, dafür kein Stress)




Re: Mal nicht mit dem Auto ins Gebirge /Karwendelbus
« Antwort #13 am: Mi, 17. Mai 2017, 23:49 »
Servus,

Vorteil des Bayern Tickets ist, daß es auch im Bus bis zur Oswaldhütte gilt, bei Gruppen bestimmt günstig. Ab Grenze heißt es dann Ticket(s) lösen. Unter der Woche gilt das Bayern Ticket erst ab 9 Uhr.

Als Rosenheimer könnte man über Holzkirchen mit Meridian und BOB bis nach Lenggries fahren. Dazu bietet sich das Guten-Tag-Ticket für 21 Euro an (eine Person, jede weitere Person 6 Euro, bis zu insgesamt fünf Reisende).

Von Lenggries aus bis in die Eng gibt es eine Sonderrückfahrkarte für 13 Euro. Damit wäre man als Einzelner bei insgesamt 34 Euro, etwas gespart. Soweit ich weiß gibt es da auch Gruppentickets für den Bus, einfach mal beim RVO _vor_ der Tour nachfragen/anrufen.

In vielen Fällen ist die Sonderrückfahrkarte ab Lenggries/Tölz günstiger, auch wenn man nicht bis in die Eng fährt. Die Sonderrückfahrkarte ist siehen Tage gültig.

Abschätzen kann man die Kosten für das Busticket, in dem man bei Google-Maps Start- und Zielpunkt eingibt und dann die Kilometer abliest. Dabei ist es von Vorteil, wenn man die Route des Buses kennt (in die Eng ist das klar). Hat man die Kilometer, dann läßt sich über diese Tabelle der Preis für das Ticket einordnen:

http://www.rvo-bus.de/oberbayernbus/view/mdb/oberbayernbus/tickets/2017/mdb_243235_rvo-tarife_streckentarif_ab_1_1_17.pdf

(Die Österreicher machen das in ihrem VVT besser, da bekommt man gleich bei der Webabfrage den Preis für das Busticket geliefert.)

Nervig ist es, wenn der Bus Richtung Eng mit 10-15 Minuten Verspätung in Lenggries abfährt, weil erst im Bus Tickets gekauft werden müssen und nicht klar ist, welches Ticket jetzt besser wäre. Da kann der RVO sicher noch besser werden, aber die Fahrgäste können dafür auch etwas tun und sich vor der Tour informieren. Daher ist KaPa's Link schon mal sehr hilfreich:

Bergsteigerbus ins Karwendel:

http://www.rvo-bus.de/oberbayernbus/view/freizeittipps/wanderbusse/bergsteigerbus.shtml

Nebenbei, als Münchner würde ich (samstags/sonntags) bis München-Solln mit dem monatlichen MVV-Ticket fahren und von München-Solln aus mit der BahnCard 50 für 13 Euro hin und zurück nach Lenggries, plus die Sonderrückfahrkarte in die Eng für 13 Euro, also bin ich bei 26 Euro.

Zum Thema Preiserhöhungen im ÖPNV gibt es interessante Seiten hier:

http://www.bromba.com/berge/bn161218.htm
http://www.bromba.com/berge/bn170424.htm

Auch die anderen Seiten dort sind lesenswert.

Grüße,
Christian


Offline MANAL

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Re: Mal nicht mit dem Auto ins Gebirge /Karwendelbus
« Antwort #14 am: Do, 18. Mai 2017, 00:41 »
Von Lenggries aus bis in die Eng gibt es eine Sonderrückfahrkarte für 13 Euro. Damit wäre man als Einzelner bei insgesamt 34 Euro, etwas gespart. Soweit ich weiß gibt es da auch Gruppentickets für den Bus, einfach mal beim RVO _vor_ der Tour nachfragen/anrufen.


Ich bin im vergangenen Herbst in einer Gruppe mit 10 Personen mit dem Bus gefahren. Bis zur Oswaldhütte hatten wir das Bayernticket, für danach haben wir Fahrkarten beim Fahrer beim Einsteigen in Lenggries gelöst. Dabei haben wir den Gruppentarif bekommen der ab genau 10 Personen gilt und damit nur den halben Preis kostet. Von der Oswaldhütte bis zur Eng hat die Fahrkarte (einfach) 2,90 EUR gekostet.

Für alle Details und meine damalige Erfahrungen mit dem ÖPNV in den Bergen findet sich dieser Thread:
http://www.roberge.de/index.php/topic,7590.0.html

Re: Mal nicht mit dem Auto ins Gebirge
« Antwort #15 am: Do, 18. Mai 2017, 11:30 »
Danke für die Info, Guten Tag Ticket gilt auch in der BoB, hatt' ich vergessen. Aber Minimum 34€ (Wochenende) für 1 Person ist halt auch nicht ohne.

Offline MANAL

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Re: Mal nicht mit dem Auto ins Gebirge
« Antwort #16 am: Do, 18. Mai 2017, 12:31 »
Danke für die Info, Guten Tag Ticket gilt auch in der BoB, hatt' ich vergessen. Aber Minimum 34€ (Wochenende) für 1 Person ist halt auch nicht ohne.

Ich habe es schon im anderen Thread damals thematisiert, das Geld ist eine Sache, aber es gibt halt auch viele andere Nachteile.

Für mich ist der Zeitverlust deutlich schlimmer, je mehr man bei An- und Abreise verliert desto weniger Zeit ist für die Tour übrig. Ebenso finde ich es unschön auf die teilweise wenigen verfügbaren Verbindungen zurück zu zielen. Im Arbeitsalltag gibt es genug Zeit- und Termindruck, genau dazu habe ich in der Freizeit überhaupt keine Lust. Rückfahrmöglichkeiten wie von Mittenwald nach München alle halbe oder ganze Stunde sind akzeptabel. Aber nur auf einen der wenigen Bergsteigerbusse hinzuzielen ist für mich in der Freizeit ein NoGo.
Auch gibt es unzählige Touren die ohne Auto nicht möglich sind weil es keinen ÖPNV dorthin gibt.

Wer ein Auto besitzt der lässt sich für Tagesausflüge nur schwer auf den ÖPNV bewegen. Wer keines hat für den erübrigt sich die Alternative und der muss auf die Verbindungen setzen will er in die Berge und wird halt die Vorteile herausheben (Möglichkeit zu Überschreitungen, kein Stau auf der An-/Abreise, Umweltgedanke).

Offline geroldh

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Re: Mal nicht mit dem Auto ins Gebirge
« Antwort #17 am: Do, 18. Mai 2017, 21:36 »
Wie von MANAL verknüpft, gibt’s dieses Thema bereits hier in roBerge (via Suche > Forum > „ÖPNV“, etc.): Berge und ÖPNV (Stand: Sept.-Dez. 2016)
Auch finde ich Reinhard’s umfangreiche Zusammenstellung Öffentliche Verkehrsmittel von der roBerge-Infothek einen sehr schönen Service.  #danke1#

Vom andiskutierten und wohnortabhängigen Fahrpreis mal abgesehen, ist die Fahrfrequenz vom Bergsteigerbus Eng durchaus interessant (zwei- bis dreimal täglich), ggfs. ist ein abendlicher Aufstieg auf eine Hütte möglich.

Aufgrund der Bergnähe ist dagegen der Wanderbus Samerberg von Rosenheim aus ein preiswertes Schmankerl. Wie bereits im anderen Beitrag angedeutet, wäre eine frühere Hinfahrt wünschenswert. Auch die Rückfahrt orientiert sich nur ansatzweise am Fahrbetrieb der Hochries-Bergbahn, aber ich habe den Wanderbus schon mal ohne mich zurück fahren lassen, finden sich in einem gewissen zeitlichen Rahmen auf dem Parkplatz der Hochriesbahn noch einige Autos, die die Chance auf eine freundliche Mitnahme ermöglichen.

Noch nicht ausprobiert habe ich im LK RO die Wendelstein-Ringlinie, die zweimal täglich mit versch. Bahnanschlüssen auch ein attraktives Wandergebiet erschließt – und sollte der Fahrplan mal nicht mit der Wanderung zusammenpassen, dürfte der „gestreckte Daumen“ auf der Sudelfeldstrasse auch ein gewisses Weiterkommen ermöglichen.

Für roBergler eine eher untergeordnete Rolle dürften die weiteren Angebote der RVO zu Ausflugs-, Wander- und Radlbusse spielen.

Eher für Werktage geeignet ist die Übersichtskarte der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft mit dem gesamten Liniennetz im LK RO.

Ein m.E. noch ausbaubarer Ansatz (z.B. bzgl. Darstellungshomogenität) stellen die Liniennetzpläne der RVO für den Oberbayernbus dar.

Üblicherweise wird die Anfahrt ins roBerge-Land mit dem Zug erfolgen, hier bieten die beiden Seiten Wandern mit der BOB und Wandern mit dem Meridian einen hilfreichen Einstieg. Zur Übersicht ist dort auch ein Streckennetzplan „Mit Bahn und Bus zum Wandern“ verknüpft.

Offline geroldh

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Re: Berge und ÖPNV – „Mitfahrerbankerl“ im Inntal
« Antwort #18 am: Do, 29. Mär 2018, 21:15 »
Zu Beginn der neuen Bergwander-Saison könnte diese Info genau so gut im thematischen Parallel-Thread „Öffentliche Verkehrsmittel“ stehen...

„Autofrei“ lassen sich die ersten Berge im Inntal z.B. von Rosenheim aus ganz gut via dem Inndamm oder auf Nebenstrassen mit dem Fahrrad erreichen – nach Brannenburg oder Nußdorf/Inn bin ich ein knappes Stünderl auf dem Sattel.
Eine Alternative ist auch der Zug, der einem mind. stündlich an einem der Inntaler Bahnhöfe absetzt. Doch um von dort an den Berg zu kommen, muß man bisweilen etwas kreativ sein, möchte man auf einen längeren Fußmarsch verzichten. Trotzdem beschränkt sich eine Anfahrt auf Schienen üblicherweise auf eine Bergtour westlich des Inns.

Um aber vom Bahnhof Brannenburg aus auf die Ostseite vom Inn zu kommen, gibt es außer dem Schulbus keine andere ÖPNV-Anschlußmöglichkeit – und der durchaus attraktive Heuberg ist nur per „altmodischem“(?) Trampen zu erreichen. Doch seit Ende verg. Jahres gibt es hierfür einen „offiziellen“ Haltepunkt: Das „Mitfahrerbankerl“

Hierauf bin ich bereits Ende 2016 im Protokoll einer Nußdorfer Gemeinderatssitzung aufmerksam geworden – und von der Idee her soll es v.a. den Nußdorfer Bürgern eine („autofreie“) Möglichkeit bieten, für Besorgungen nach Brannenburg hinüber zu kommen – vgl. hierzu auch den OVB-Artikel „Wer hier sitzt, will weiterkommen“ vom 09. Mai 2017.
Doch könnte dies nicht auch „andersherum“ funktionieren?  Für Bergwanderer...  ;)

Vom Bahnhof Brannenburg aus geht man einen knappen Kilometer (ca. 10 min.) verkehrsberuhigt zum Kriegerdenkmal an der Nußdorfer Straße (@OSM) – in diesem Bereich war auch bisher schon ein guter Standplatz für den gestreckten Tramperdaumen den Inn hinüber. Dort wurde im Herbst`17 neben einer Sitzbank das Schild „Mitfahrerbankerl Nußdorf am Inn“ aufgestellt.

Das Gegenstück „Mitfahrerbankerl Brannenburg“ befindet sich drüben in Nußdorf/Inn vor dem Gemeinde-/Verkehrsamt in der Brannenburger Str. 10 (@OSM) unweit des Ortszentrums bzw. dem zentralen Wanderparkplatz „Am Steinbach“.

Somit ist auch der Inntaler Heuberg – z.B. in Kombination mit diesem roBerge-Tourenvorschlag – durch ein „ergänzendes Mobilitätskonzept im Nahverkehr“ erschlossen (Zitat von der Schlierseer Zeitung (13. Juli 2016) für ihre dortigen „Mitfahrerbankerl“).

PS: Funktioniert hat es schon vorher „ohne Namen“, aber erst die Idee aus Hessen macht Schule im tiefsten Oberbayern (OVB 13.05.17).

Re: Berge und ÖPNV
« Antwort #19 am: Do, 12. Jul 2018, 10:50 »
Gestern Mittag hab' ich mich mit einem Freund aus München am HBF verabredet.

Von Rosenheim fahren ja die Züge mittlerweile ohne Zwischenstopps bis Grafing und weiter nach München. 45 min.

Dann weiter mit dem Zug zusammen nach Ohlstadt (ca.1 Stunde).

Kleine Nachmittagstour auf den Illing mit Gipfelbier  #prost# [bei Roberge nur Sektsmiley ? brrrr]

Zurück wie hin mit der Bahn. Alle Züge pünktlich. Immer Sitzplatz gehabt.

Kostenpunkt: Bayernticket (gilt ab 9:00 Uhr/ Wochentags) durch Zwei / Für jeden 15,50€ bzw. hab a bissl mehr übernommen.

Fazit: Kann man durchaus 'mal machen. Die 1 Stunde lässt sich gut verratschen.

P.S.: Der Normalpreis mit der Bahn von R'heim nach Ohlstadt wäre übrigens einfach 30,80€ (!) , also 61,60 € (!) hin & zurück. Brutal.