Dummy

Autor Thema: Staufen  (Gelesen 3091 mal)

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Offline Zeitlassen

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Staufen
« am: 26.07.2016, 16:49 »
Ich habe auch mal eine kleine Tour beizusteuern.
Eigentlich zwei: Staufen und Reiteralm. Mit neun Gipfeln:
Letzten Sonntag Mittag Abmarsch an der Strailachkapelle in Piding-Mauthausen nach langer, anstrengender, gefährlicher Anreise.
Im Wald geht es gleich stramm, aber problemlos hinauf.
Wie ist die Kondition? Immer schön Zeit lassen!
Regnerisch ist es, Schauer - kein Fotowetter. Der Müllnerberg steht finster im Gewölk.
Kurz ohne Gepäck auf den Fuderheustein gekraxelt, mein 1. Gipfel.
Weiter auf der Höhe zu den Steinernen Jägern. Über die (unnötige) Einstiegsleiter in den Steig: nicht ausgesetzt, keine Versicherungen, aber steil. Und anstrengend.
Endlich am Staufenhaus: Ich übernachte als einziger Gast. Blick zurück zum Fuderheuberg. Unten St. Zeno in Bad Reichenhall - Opa!

roBerge.de

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« am: 26.07.2016, 16:49 »

Offline Zeitlassen

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Re: Staufen
« Antwort #1 am: 28.07.2016, 08:26 »
Morgens Kurzbesuch am Hochstaufengipfel (dem 2.).
Blick zum Zwiesel: da geht’s hin. Ein erster Sonnenstrahl kitzelt den Grat.

Auf dem Normalweg wandere ich bis zum Abzweig Mitterstaufen.
Zuerst wird nun an diesem Drahtseil hinaufgestiegen.

Weiter steigen wir kurzweilig am Grat entlang, auf und ab, links- und rechtsrum, auch obendrüber, durch Felsen und Latschen, ab und zu mit Drahtseilen. Immer schön Zeit lassen.

Offline Zeitlassen

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Re: Staufen
« Antwort #2 am: 28.07.2016, 09:00 »
Es endet mit dem steilen Anstieg aus der Rosskopfscharte auf den Zennokopf: der vierte Gipfel. Das Wetter ist gut.  #sonne6# #sonne6#
Nach einer langen Rast geht es hinüber zum nahen Zwieselkreuz (Nr.5).

Dann auf dem Gratweg durch die Neunerluck hinüber auf den Gamsknogel. Immer schön Zeit lassen. Blick zurück zum Zenokopf. Das Wetter ist zu gut.  #sonne6# #schwitz# #sonne6#

Am 6. Gipfel beginnt dann der lange Abstieg. Zuerst zur Kohleralm (da unten, darunter Inzell), leider unbewirtschaftet. Zum ersten mal Leute. Dem Abstiegsweg (Blick zurück von der Kohleralm zum Gamsknogel) fehlt Pflege.
Weiter steigen wir hinab durch den Wald zur Staufenstube und laufen runter zum Jochberg. Immer schön Zeit lassen. Schlussendlich ist Weißbach erreicht.

Offline mh

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Re: Staufen
« Antwort #3 am: 31.07.2016, 18:23 »
Schöner Bericht, danke!

Nur eine kleine Anmerkung: den "Steinernen Jäger" explizit als "nicht ausgesetzt" zu beschreiben, kann ich nicht recht nachvollziehen. Es ist ja schön, dass Dir Tiefblicke nichts ausmachen und Du Dich in diesem Terrain offenbar völlig problemlos bewegst. Aber man sollte evtl. auch an Leute denken, die nicht so "sattelfest" sind und jetzt vielleicht den "Jäger" auf ihre Wunschliste setzen, weil der ja -lt. Bericht- so harmlos ist. Der Begriff "nicht ausgesetzt" verharmlost m.M. nach schon ziemlich. Auch wenn der "Jäger" bei trockenen Verhältnissen und für versierte Berggeher nicht schwer ist, sind doch einige recht exponierte und zudem schmale Querungen zu bewältigen. Wer dort ausrutscht, fällt vmtl. non-stop bis Reichenhall.
Es ist immer ein Kreuz mit dem objektiven Berichten und der subjektiven Wahrnehmung, das ist klar.  Ausgezeichnete Fotos gibt's bei Höhenrausch.de, da kann sich jeder selber ein Bild machen: https://www.hoehenrausch.de/berge/hochstaufen/steinerne-jaeger/index.php?gallery=yes.

Nix für unguat,
Margit

Offline Zeitlassen

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Re: Staufen
« Antwort #4 am: 31.07.2016, 19:40 »
Recht hast du, Margit.
"Nicht ausgesetzt" - Diese ungünstige Formulierung sollte keine Verharmlosung sein! Der Steinerne-Jäger-Steig ist ausdrücklich ein Anstieg, bei dem man Klettern muss! Es besteht durchaus die Gefahr eines tödlichen Absturzes. Dieser Kletter-Steig ist nix für Wanderer oder Anfänger. Also: Vorsicht!

Beim Begriff "ausgesetzt" denke ich eher an den Goldtropfsteig, Klettersteige wie den Pidinger, Grat-Überschreitungen von Watzmann oder Kampenwand oder die Anstiege vom Hintersee auf die Reiteralm (Platte, Leiterl, Eingeschossenen, Edelweißlahner). Beim Steinerne-Jäger-Steig fällt man meist "nur" einige Meter in die steilen Schrofen.
Ich greife oft und gern mit den Händen nach dem Fels. Wenn ich dann beim hinuntersehen zwischen meinen Füßen das Tal sehen kann, ist es für mich (zu) ausgesetzt.
Herzliche Grüße
Rudi


Offline Wanderfreak

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Re: Staufen
« Antwort #5 am: 31.07.2016, 21:11 »
Dazu hätte ich gleich noch eine Frage:

Ist eigentlich der Steinerne-Jäger-Steig der "einfachste" Anstieg auf den Hochstaufen oder gibt es noch einen anderen weniger anspruchsvollen Anstieg?

Offline Bergfuzzi

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Re: Staufen
« Antwort #6 am: 31.07.2016, 21:34 »
Dazu hätte ich gleich noch eine Frage:

Ist eigentlich der Steinerne-Jäger-Steig der "einfachste" Anstieg auf den Hochstaufen oder gibt es noch einen anderen weniger anspruchsvollen Anstieg?

Der normal Weg ist der über die Bartlmahd

fuzzi

Offline Zeitlassen

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Re: Staufen
« Antwort #7 am: 31.07.2016, 21:43 »
Auf den Hochstaufen führen 5 Anstiege:
Bartlmahd: der einfachste Anstieg, dabei eine ausgewachsene Bergtour. Start an der Padinger Alm.
Nordanstieg: etwas steiler und gerölliger, noch für Wanderer, von der Steineralm.
Steinerne Jäger: Steig zum Klettern, erreichbar über Buchmahd, Mairalm oder über den Fuderheuberg von Piding (sehr weit, für mich der schönste Anstieg).
Goldtropfsteig: schwieriger, ausgesetzter, fast nur von Einheimischen begangen, direkter Anstieg von der Padinger Alm.
Pidinger Klettersteig: extrem, möglicherweise der schwierigste Klettersteig Deutschlands, nur mit Ausrüstung!

Offline Wanderfreak

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Re: Staufen
« Antwort #8 am: 31.07.2016, 21:57 »
Danke, Rudi, für die ausführliche Antwort! Dann ist sicher der Bartlmahdanstieg der richtige für mich. Wobei mir noch nicht ganz klar ist, was in diesem Fall eine "ausgewachsene" Bergtour bedeutet. Der Höhenunterschied (rund 1100 Höhenmeter) allein kann es wohl nicht sein. Vermutlich ist auch bei diesem Anstieg ein gewisses Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig.

Offline mh

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Re: Staufen
« Antwort #9 am: 01.08.2016, 12:07 »
Servus,

der Weg via Bartlmahd ist durchgehend recht breit und sehr gut angelegt. Nur im obersten Stück führt er stellenweise am Grat entlang; man müsste aber schon extreme Höhenangst haben, um dort Probleme zu bekommen. Als ich letzten Herbst auf dem Staufen war, sind über diesen Zustieg zahlreiche Familien mit Kindern und auch etliche sichtbar ungeübte Wanderer heraufgekommen. Falls sie überhaupt Probleme hatten, waren die eher konditioneller Natur. Trittsicherheit ist nie verkehrt, geröllige Stellen gibt es auch auf diesem Weg.

Viele Grüße,
Margit