Dummy

Autor Thema: 04.06.16: Mangfallgebirge: Überschreitung Salwand-Haidwand-Kirchelwand-...  (Gelesen 2577 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline geroldh

  • roBergler
  • Beiträge: 865
  • Geschlecht: Männlich
  • "Berg ist niemals Alltag"
    • climbing Chulu Far East (6059m), Annapurna Himalaya, Nepal (Okt.2007)
Diese Tage lernt ein großer Teil von West-Europa, dass es nicht nur die stabile Omega-Hochdruck-Wetterlage gibt, welche uns tagelang #sonne6# und schönstes Bergwetter bringt, sondern dass es auch mal umgekehrt geht, mit einem Tiefdruck „in der Mitte“ und Regen, der sich von Osten und Süden annähert #regen1#. Deshalb sind zu dieser Zeit die Bergtouren weniger geprägt vom Motto „So weit die Füße tragen“, als vielmehr von einem „So lange das Wetter hält“.
Entsprechend der „sicheren unsicheren Wetterlage“ ändert sich aktuell der Wetterbericht fast stündlich für die nächsten Tage – und selbst am FR-Abend konnte ich nicht wirklich für das WE planen. :-\
So gab es nach dem normalen Aufstehen am SA-Morgen und einem Blick aus dem Fenster eine positive Überraschung: #sonne7# Sonne über Rosenheim! Der anschließende Blick auf das Wetterradar zeigte eine Tendenz zur weiteren Wolkenauflockerung, aber mit erneuter Gewitterneigung am Nachmittag...

Zitat von: AndiN
... Auf der Tour könnte man ja vor oder nach der Kirchelwand noch das Grafinger Köpferl mitnehmen...  ...muss ich mir das bei besserem Wetter einfach mal anschauen.  #sonne6# 
Auch für mich als „alten Rosenheimer“ war dieses Felsköpferl tatsächlich noch unbekannt und nun ein überfälliges Tourenziel.
Da der Grundstein bereits gelegt war, konnten wir uns für dieses „Schönwetterfensterl“ sehr kurzfristig am Morgen verabreden und nach einem „Frühstück-to-go“ wollten wir gemäß Bergfuzzi’s Motto ..... a bisl wos gehd ollawei handeln und auf einem Teil von Ameranger’s Spuren der Wendelsteinrunde am 27.5.16 wandeln.
Mit der Wahl des Parkplatzes St. Margarethen als östlichen Ausgangspunkt und dem Grafinger Köpferl als minimales, aber auch als westlichst gelegenes Tagesziel, galt es den Weg dorthin - und dann auch zurück - sinnvoll und wettergerecht zu gestalten. Daher bot sich auf dem Hinweg die Überschreitung des gesamten Höhenrückens an – und für den Rückweg wollten wir versuchen, zwei andere selten besuchte Orte im RoBerge-Land einzubauen. ;)

Für den Anstieg wählten wir den sonnigen und bereits schweißtreibenden Weg bzw. Steig unter dem Materiallift zur Breitenberghütte aus, verließen diesen aber etwas unterhalb der Hütte, um auf einem kleinen Steiglein nach links auf die andere Seite des Zuggrabens zu wechseln und dann anfangs weglos, später auf grasigen Forstwegen an das östliche Ende einer Bergwiese zu gelangen, von dem ein schöner Pfad hinunter an den Haltepunkt Aipl der Wendelstein-Zahnradbahn führen soll. Wir bleiben jedoch auf dem sich nun abzeichnenden Höhenrücken und steigen über die Bergweide in ihrer gesamten Länge auf, orientieren uns nach einem Waldpfad auf einem verwachsenen Forstweg etwas südlich und gelangen anfangs auf weglosem Gemsengelände über die Salwand, später auf dem Steig von Osten her auf den Gipfel der Hochsalwand, mit 1625m unserem geographischen Höhepunkt der Tour. Während draußen im Alpenvorland, aber auch im Inntal noch die Sonne scheint, sitzen wir für die Gipfelrast und dem Eintrag ins Gipfelbuch (gecheckt: Ameranger steht auch drin :D) nun genau an der Wolkenbasis im leichten Nebel.
Auf dem Steig geht’s nun in westlicher Richtung hinunter und diesen an geeigneter Stelle verlassend über den Gipfelgrat zur Haidwand. Die von dort in südl. Richtung hinunterführenden Trittspuren verlassen wir wieder an passender Stelle, um nun über die Kirchelwand und den weiter nach Westen abfallenden Grat an eine Stelle zu gelangen, an der wir dem kleinen Metallkreuz des Grafinger Köpferls auf gleicher Höhe gegenüberstehen. Um an den Wandfuss dieses Felsköpferls zu gelangen könnte nun der weitere abfallende Grat der Kirchelwand westl. umgangen werden – wir aber kletten in einem UIAA IIer Gelände vorsichtig hinunter. Die vielen Haken zeigen es, hier sind üblicherweise die Kletterer unterwegs. Wir erklettern noch das Kreuzerl des Grafinger Köpferls (UIAA II-III) - die Dose des „Gipfelbuchs“ hängt für uns unerreichbar unter einem Überhang in der Wand - und steigen nun bei leichtem Tröpfel-Regen in westlicher Richtung ab, bis wir auf den neu hergerichteten Steig von der Reindler Alm hinunter zur Schlossalm treffen. Diesem folgen wir weiter hinab (zwischendurch gibt es Trinkwassernachschub aus einem kleinen Bächlein - das tut gut!) und machen - unter Beobachtung durch die vierbeinigen Kurgäste mit den gelben Ohrklammern - am Rande der Schlossalm eine kurze Orientierungsrast. Irgendwie müssen wir wieder zurück zum Parkplatz, aber das Wetter scheint noch eine Weile auszuhalten und da dürften sich die Abstecher zur kleinen Haidwand-Eishöhle (beim Ausstieg aus der „klimatisierten“ Höhle in die subtropisch feuchtigkeitsgesättigte Luft müssen wir erst einmal kräftig durchatmen) und zur versteckten Fuiznlahner-Hütt‘n (die Inneneinrichtung wird derzeit neu ausgebaut) noch ausgehen. Obwohl ich vor vielen Jahren bereits dort war, war es doch eine gewisse Herausforderung diese wieder zu finden - wir hatten die Hütt’n förmlich umkreist, das „Luada“ (Luder) dann aber doch gefunden. Bei nun einsetzendem Regen mit fernem Donnergrollen wollten wir nicht mehr zum Grat aufsteigen, um am Lechnerkopf vorbei auf die Abstiegsseite zu gelangen. Unser Plan war, auf der Höhenlinie durch den Wald soweit nach Osten zu queren, bis wir auf den Forstweg hinauf auf die Lechnerschneid (1394m) treffen, aber zwei tiefere Gräben, insbes. der zweite vom Kleinen Jenbach, sollten dies verhindern. Deshalb mussten wir im regennassen Gras doch fast bis zur Forststrasse absteigen, um dann ohne Experimente hinüberwechseln zu können und auf kleinen Steigspuren (Wildwechsel?) auf den Forstweg zu treffen. Inzwischen hatte ein „warmer Sommerregen“ eingesetzt und begonnen uns zu durchnässen – mein Regencape verzögerte dies wenigstens etwas. Bei gutem Wetter hätten wir sicherlich noch den Gipfel der Rampoldplatte in unsere Routenführung mit aufgenommen, so aber wählten wir den direkten Abstieg hinunter zur Lechneralm, wobei wir aber verpassten, den Kirchbach rechtzeitig zu queren und deshalb auf dem Weg zur Breitenberghütte einen korrigierenden Umweg in Kauf nehmen mußten. Wenigstens hatte es nun fast aufgehört zu regnen, aber auf unserem weiteren Abstieg zu den Drei Linden konnte Christine, die Wirtin von der Breitenberghütte, aus dem trockenem Auto heraus zwei puddelnasse, aber glückliche Bergwanderer grüßen.

roBerge.de

  •  
    •  
Werbung
« am: 05.06.2016, 14:44 »

Offline Ameranger

  • roBergler
  • Beiträge: 360
    • Bergsucht
Servus geroldh,

Da habt ihr aber auch eine sehr schöne Runde gedreht, hab die gerade via Basecamp so in etwa nachverfolgt - 1a !!!
Das Grafinger Köpferl will ich auf jeden Fall noch mal erklimmen, aber ich werd irgendwie die Soinwand noch nachholen, dafür gibt es aber auch eine schöne Variante  ;)

Aber für das Wetter der letzten Tage habt ihr das Beste draus gemacht !

Beste Grüße
Ameranger

Offline AndiN

  • roBergler
  • Beiträge: 151
  • Hinter Dir gehts abwärts und vor Dir steil bergauf
Hier noch ein paar Impressionen zur Tour.

Falls jemand noch ein paar Detailbilder zum Grafinger Köpferl braucht, kann er sich gerne melden...  ;)

Foto 1: Blearmal im Aufstieg zur Hochsallwand
Foto 2: Zum Wendelstein wärs auch nicht mehr weit gewesen...
Foto 3: Grafinger Köpferl

Offline AndiN

  • roBergler
  • Beiträge: 151
  • Hinter Dir gehts abwärts und vor Dir steil bergauf
Foto 4: Vierbeinige Kurgäste  ;D
Foto 5 und 6: Fuiznlahner-Hüttn "Luada"