Hochalm

Autor Thema: "Große Reibn" mal anders, 1. Tag

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Offline Patago

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"Große Reibn" mal anders, 1. Tag
« Antwort #0 am: Di, 22. Mär 2016, 18:57 »
Servus Robergler/innen,
da für das letzte Wochenende bestes Wetter #sonne6# und sehr stabile Lawinenverhältnisse zu erwarten waren entschlossen wir uns die „Große Reibn“ zu machen. Unser Plan war die komplette Reibn ohne Lift, Auto oder Bus vom Parkplatz der Jennerbahn aus zu machen :P.
1. Tag
An der Wimbachbrücke deponierten wir unsere Laufschuhe um am Sonntag nach der Tour wieder zurück zum Startpunkt zu kommen. Um 6.00 Uhr gings vom Parkplatz der Jennerbahn auf der Piste die ersten 100 Höhenmeter bis zum Abzweig zur Hochbahn. Ab hier mussten die Ski an den Rucksack. Ab ca. 1000 m geschlossene Schneedecke. Über die Königsbachalm und Priesbergalm hinauf zu den Roßfeldern. Von hier Abfahrt auf Butterfirn hinunter zur Bergwachthütte und unter der Schlungwand aufwärts Richtung Windschartenkopf.
Auf ca. 2000 m rechts hinauf zum Schlungschartel und weiter Richtung Kahlersberg. Nun im ständigen auf und ab durch das traumhafte Hagengebirge und Aufstieg zum Kahlersberg (2350 m). Auf dem Aufstiegsweg auf Firn wieder hinunter und weiter zum Wildalmriegel. Rechts am Gipfel vorbei und hinunter in den Eisgraben. Die steile Abfahrt im Firn stellte keinerlei Probleme dar. Die Steilstufe kletterten wir auf der rechten Seite ca. 3m ab.
Nun weiter abwärts und Suche nach dem Abzweig zur Wasseralm. Da wir keine Spuren hinab fanden folgten wir der Spur weiter bis ca. 1600 m. Dort wurde uns klar daß wir die Abfahrt zur Wasseralm übersehen haben mussten. Nach Kartenstudium und GPS Abgleich entschieden wir uns für eine direkte Abfahrt durch den steilen Wald die bereits nach 50 Hm an einer Steilstufe endete. Wieder anfellen und durch 1,00 m tiefen Pulverschnee 50 Hm zurück spuren. Also auf der Aufstiegsspur wieder zurück Richtung Lehlingkopf und dann sahen wir eine einzelne Abfahrtsspur. Richtung und Höhenlage passte, also hinunter zur Schabaualm. Von dort folgten wir der Spur Richtung Norden bis Sie in einem steilen Graben endete und wieder zurück ging. Da wir uns auf der selben Höhenlage wie die Wasseralm befanden entschlossen wir uns durch den tiefen Pulverschnee weiter Richtung Westen zu spuren. Nach weiteren 10 Min. kamen wir wieder in sehr steiles Gelände und mussten schließlich wieder umdrehen. Also wieder zurück Richtung Schabaualm. Auf halben Weg fanden wir wieder eine Aufstiegsspur, also hinterher und nach weiteren 10 Min. und einer kleinen Abfahrt standen wir nach 12 Stunden, 2630 Hm Aufstieg, 1835 Hm Abfahrt und 23 Km um 18.00 Uhr an der tiefverschneiten Wasseralm #schind#. Für die letzten 500 m zur Wasseralm benötigten wir gut 1,5 Stunden #peinlich#. Zeitgleich mit uns kamen noch 12 weitere Skitourengeher an. Die kleine Stube war dann mit 15 Personen gut gefüllt. Später stellte sich heraus, daß die meisten Probleme hatten die versteckte Wasseralm zu finden.
Nach Feuer machen, Wasser kochen, Tee trinken und Essen kochen genossen wir den ruhigen Abend im Kerzenschein und Stirnlampenlicht. Um 22.00 Uhr gings dann ins eisige Nachtlager #zitter (unter Null Grad). Mit Socken, Hose, Pulli, Mütze, Hüttenschlafsack und 3 Decken eingehüllt wurde es schließlich erträglich.