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Autor Thema: 08.11.15: Mangfallgebirge: Wilder Osten am Wildbarren - Steigsuche  (Gelesen 8993 mal)

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Offline geroldh

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Dass es außer den beiden ausgeschilderten und markierten (DAV-)Wegen noch andere Zustiege zum Wildbarren geben muss, hatte der Bergspezl bereits vor einem Jahr herausgefunden. Dennoch hielt die abweisende Ostflanke stets die Neugierde auf mögliche Steige aufrecht – und als vor ein paar Tagen „RaF“ (Flo) mit seinem Beitrag* eine Möglichkeit aufgezeigt hat, wollten wir diesen unbedingt begehen.
Was wir vorgefunden haben, ist eine wirklich interessante Variante vom Inntal: Vor vielen Jahren wurde dort einiges an Arbeit und Mühe investiert, um mit Hacke und Schaufel einen überwiegend gleichmäßig ansteigenden Pfad anzulegen, der zwar vor einiger Zeit mal freigeschnitten wurde, aber sonst durch die Vegetation (Gras) am verwachsen ist. Aus meiner Sicht ist es eine Verpflichtung, diesen Steig für trittsichere roBergler (überwiegend T3, wenige Stellen T4) durch Publikation und Begehungen zu erhalten. Als weiteren Beitrag hierzu haben wir im Vorbeigehen kleineres Totholz zur Seite geräumt.

* 31.10. wilder Osten am Wildbarren (Mo, 02. Nov 2015):
...das Finden eines vernünftig gelegenen Parkplatzes. ...in einer Einbuchtung an einer Wasserrinne geparkt. ...Wegspur endete dann auch unten an der Straße nur etwas nördlicher als mein Parkplatz. ...


Wir fahren auf der „St 2089“ am Parkplatz Kirnstein vorbei weiter in südl. Richtung, bis sich links der Wald öffnet und ein Wohngebäude erscheint. Kurz darauf gibt es bergseitig/rechts die „Einbuchtung an einer Wasserrinne“ für etwa 2-3 Autos. Wir gehen auf der Strasse am Gebäude vorbei etwa 100m zurück und biegen in einen kiesigen Waldweg ein, der bald in Waldboden übergeht und an einem Jägerstand vorbeiführt. Hier lassen wir uns von den zahlreichen neuen orangefarbenen Markierungen für Forstarbeiter nicht irritieren, aber betrachten das lichte Waldgelände rechter/nördl. Hand, da wir dort am Nachmittag (fast weglos) herunterkommen werden. Der Waldweg macht eine Linkskurve und geht gleich darauf in einen kleinen unscheinbaren Steig über, der aber zunehmend deutlicher wird.
Kurz darauf kommt von links über einen kleinen Graben wohl der von Flo erwähnte Pfad herüber. Nun ist unser Steig (T3) im Gelände sehr deutlich zu erkennen, da dieser früher mit Hacke und Schaufel angelegt wurde und der Baumwurf vor einigen Jahren herausgeschnitten wurde. In gleichmäßiger Steigung gewinnt der Weg im Zick-Zack an Höhe und quert zweimal unterhalb von Felswänden etwa auf der Höhenlinie einige Gräben in nördl. Richtung (T3-T4). Wir erkennen auch waagrechte Abzweiger, die mind. einmal eine Verbindung zu einem parallel verlaufenden Steig schaffen. Final treffen wir in nordwestl. Richtung auf ein kleines Plateau im nordöstl. Bereich des Wildbarrens und wir folgen nun den etwas häufiger begangenem Steig (T2-T3) nach oben, nun in südwestl. Richtung.
Als wir auf den eigentl. Wildbarren-NO-Grat treffen gehen wir geradeaus auf einen historischen Jägersteig (T3) an der Nordflanke entlang zum Jochstein, um dort in aller Ruhe zu rasten. Es ist dann nur ein kurzes Stück an der kleinen Dreifaltigkeitskapelle vorbei zum Wildbarren-Gipfel mit seinem neuen Kreuz aus diesem Jahr. Dort rastet ein junger Jäger mit seiner Begleitung, neben sich das Gewehr liegend. In einem kurzen Gespräch erfahren wir, dass beide in der Früh auf Gams-Pirsch waren.

Nun geht es über den unmarkierten NO-Grat hinab (T3), an der Stelle unserer Steigeinmündung vorbei noch ein kurzes Stückchen auf einem kleinen Waldweg. Wir wollen uns das Ausgehen einer Ecke sparen und steigen bald weglos nach rechts ab, bis wir auf den kleinen unscheinbaren Steig treffen, der links von einer in OSM als „Auf der Lack“ bezeichneten Waldlichtung herüberkommt. Hier gibt es einen ähnlichen Steig (T3-T4) wie unser Aufstieg etwas südlich, der vom Gras etwas stärker verwachsen im Zick-Zack hinabführt. Wir gelangen ziemlich weit unten an eine Stelle, an der geradeaus hinunter kein Steigverlauf mehr zu erkenen ist, stattdessen macht unser Steig hier einen scharfen Links-Knick über einen Graben nach Norden, um – wir kennen dies bereits vom Aufstieg – unter einer Felswand auf der Höhenlinie zu verlaufen. Ein erneutes Abknicken nach unten vermissen wir jedoch, stattdessen führt uns dieser Steig mal leicht fallend, dann wieder leicht ansteigend immer weiter in nördliche Richtung, bis schließlich wilde blaue Markierungspunkte und -Pfeile an Bäumen erscheinen und wir schließlich auf die Forststrasse treffen, die den Wildbarren auf der Nordseite umrundet. Dann müssen wir halt hier abwärts wandern, bis wir auf Höhe der Ruine Kirnstein nach rechts auf eine alte Waldstrasse einbiegen, um uns wenigstens den Hatscher unten auf der Landstrasse zu ersparen.
Nun geht es in südl. Richtung, stellenweise über einige Stahlträger früherer Holz-Brücken balancierend, bis zum Ende dieser alten Höhenstrasse, deren früherer Sinn sich uns nicht erschließen mag. Wären wir vorhin oben an dem erwähnten „Steigknick“ die Abwärts-Richtung haltend weiter abgestiegen, dann wären wir hier auf diese alte Waldstrasse getroffen. Offenbar hatte man früher keine Motivation mehr diese Waldstrasse weiterzubauen, denn an deren Ende eine Felsnase umkraxelnd ist dahinter dennoch ein Steigansatz zu erkennen, der uns schließlich über einen breiteren Trockengraben auf unseren Waldweg von in der Früh führt.

Fazit: Einen durchwegs interessanten Tag am Wildbarren haben wir heute erlebt. Mit weiteren Begehungen lässt sich vielleicht noch eine weitere Steigalternative entdecken, so dass sich irgendwann eine noch passendere Rundtour auf der Ostflanke gestalten lässt – ohne größeren Strassenhatscher oder umständlichen Radltransfer. Mal sehen...
PS: Fotos habe ich diesmal keine – man ist fast ausschließlich im lichten Wald mit begrenztem Ausblick unterwegs, nur im Gipfelbereich gibt es die klassischen Bergblicke in die Umgebung.

Nachtrag (14.11.15): Alpiner Sicherheitshinweis („Beipackzettel“)
Die beschriebene (Berg)Tour ist KEINE (Berg)Wanderung auf ausmarkierten Wegen (T1), sondern verläuft ungesichert auf unmarkierten (Berg)Steigen und erfordert eine grundsätzliche Orientierungsfähigkeit im exponierten Gelände. Nach der SAC-Wanderskala* ist die Tour als „anspruchsvolles Bergwandern“ (T3) einzuordnen und kann einzelne Stellen der Klassifikation „Alpinwandern“ (T4) aufweisen [Pers. Anmerkung: Ab T3 finde ich den Begriff „~wandern“ etwas unglücklich, der Begriff „~steigen“ würde den zunehmenden Anspruch besser verdeutlichen]. In der Einteilung nach der DAV-Wegekategorie* wären die Steige als „mittelschwere Bergwege“ (rot) einzuordnen.
Diese Bergtour sollte nur von ausreichend geübten Bergwanderern unternommen werden, die auf vergleichbaren Steigen grundsätzliche Erfahrungen gesammelt haben. Neben festen Bergschuhen mit gutem Profil sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Wanderstöcke sind vorteilhaft, da diese im geübten Gebrauch zusätzliche Stabilität geben können und möglicherweise ein Fallen beim Ausrutschen verhinden können. Ausreichend Trinkwasser muss mitgenommen werden, um ein konzentriertes Gehen, insbesondere im Abstieg zu ermöglichen.
Die Tour sollte nur bei trockenen und sicheren Wetterverhältnissen angegangen werden – Nebel und Schneereste erhöhen den Anspruch. Nasses Gras, feuchtes Laub und glitschiges Totholz bzw. Wurzeln, sowie bemooste Steine können besonders im Abstieg zusätzlich anspruchsvoll werden, da dort eine größere Dynamik auf dem Schritt liegt. Zusätzlich können weitere Naturgefahren, wie z.B. Steinschlag, drohen.

Anhang:
* SAC-Wanderskala @ Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/SAC-Wanderskala
* SAC-Wanderskala in Onlinekarten (OSM-Wiki): http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Key:sac_scale
* DAV-Wegekategorie (z.B. Sektion Füssen): http://www.fuessen.de/wandern/routen-und-touren/dav-wegekategorien.html
* DAV-Bergwandercard (PDF - 1,2 MB): http://www.alpenverein.de/chameleon/public/16235/BergwanderCard_2012_16235.pdf

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« am: 09.11.2015, 18:30 »

Offline sundance

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Ist das der Weg bzw. Steig, den man bei OruxMaps mit der OpenTopoMap erkennt und der da gestrichelt von Norden daherkommt?

Offline geroldh

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Ist das der Weg bzw. Steig, den man bei OruxMaps mit der OpenTopoMap erkennt und der da gestrichelt von Norden daherkommt?


Hmm, ein wenig knapp die angefragte Weg-Spezifikation...  ???  ;)

Der von „RaF“ (Flo) gefundene und von uns begangene Steig verläuft im unteren Teil in der Ostflanke* und ist bis heute noch nicht in OpenTopoMap bzw. OpenStreetMap als Datenbasis verzeichnet. Etwa bei 1030m trifft er auf den gepunktelten Steig auf dem Nord-Ost-Grat hinauf zum Gipfel.
"Der da gestrichelt von Norden daherkommt" ist es sicher nicht und wird meines Wissens auch nicht gekreuzt.  ;D

* Etwa bei dieser Markierung ist der Steigverlauf von "rechts-unten" kommend:
http://opentopomap.org/#marker=15/47.68325/12.14946

Offline sundance

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Das war in der Tat etwas kurz fornuliert. Aber gut kombiniert, denn ich dachte an diesen Weg (?) von Kirnstein rauf,, der dann in ein Steigerl übergeht.ich bin nur immer verblüfft,  welche Wege im OpenTopoMap aufgeführt sind. Danke!

Offline abi

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..ich bin nur immer verblüfft,  welche Wege im OpenTopoMap aufgeführt sind...

OpenTopMap nimmt die Daten von Openstreetmap und aktualisiert die Darstellung in größeren Abständen (alle x Wochen). In Openstreetmap sind schon weitere Wege am Wildbarren drin: http://www.openstreetmap.org/#map=15/47.6861/12.1505
Grüße
Andreas

Offline maxbe

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OpenTopMap nimmt die Daten von Openstreetmap und aktualisiert die Darstellung alle x Wochen.

Kleiner Hinweis zur OpenTopoMap: Seit Juni läuft die im Notbetrieb. Deshalb gibt es derzeit keine Updates und die höchste Zoomstufe ist leer.

Die beiden Entwickler haben gerade wenig Zeit, sich darum zu kümmern. Sie arbeiten aber fleissig an einer Weiterentwicklung des Kartenstils. Spätestens zum neuen Stil wird auch ihre Datenbank wieder regelmässige Updates bekommen. Würde mich jedenfalls sehr wundern, falls nicht...

Grüße, Max

Offline geroldh

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14.11.15: Nachtrag: Alpiner Sicherheitshinweis ergänzt - siehe unten!

...Ich bin nur immer verblüfft, welche Wege im OpenTopoMap aufgeführt sind.


Das klingt ein wenig nach „einfachen Endanwender“... - Ja, „die Wege des Mappers“ sind manchmal verblüffend... ;)
Soweit ich es richtig erkannt habe, werden die Pfade/Steige in der OpenTopoMap (Online-Karte) unabhängig von ihrer Schwierigkeit (SAC-Wanderskala) gepunktelt dargestellt und es gibt dort auch keine Möglichkeit ihre Schwierigkeit abzufragen. Das macht es für „Endanwender“ leider schwierig, zu beurteilen, ob ein ausgewählter Steig auch geeignet für sie ist - oder derjenige sich dann in ein gefährliches Gelände begibt... :-\ (z.B. T5 = anspruchsvolles Alpinwandern -> „Klettersteig Maiwand“)

...Mit weiteren Begehungen lässt sich vielleicht noch eine weitere Steigalternative entdecken, so dass sich irgendwann eine noch passendere Rundtour auf der Ostflanke gestalten lässt... Mal sehen...


Unser Entdeckergeist war geweckt, das Wetter ist noch „herbling-haft“ mild, der Waldboden mit dem frischen Laub trocken und griffig – also noch einen freien Tag investiert, um zum zweiten Mal auf der Wildbarren-Ostseite Steige zu entdecken.
Um es kurz vorwegzunehmen: Wir wurden fündig und eine „klassische Abseits-Aufwärts-Rundtour“ wird nun mein lokales Wanderportfolio bereichern.

Heute parken wir in einer Einbuchtung etwa einen Kilometer weiter südlich – dort führen einige Waldwege zum Berg hin und meine Hoffnung bestand, dass es zwischen unserem Aufstiegsweg von der ersten Begehung und der Kitzwand einen weiteren parallelen Steig geben könnte – mir war damals im mittleren Bereich eine Steigabzweigung in südlicher Richtung vage in Erinnerung, aber wir hatten damals zu wenig Aufmerksamkeit darauf gelegt.
Wir folgen nun einen Waldweg in nordwestlicher Richtung, finden sowohl neuzeitliche Steigspuren als auch alte verwachsene Wirtschaftswege, aber eben „nix g’scheits“. Nun kreuzen wir im lichten Wald zwischen den Gräben nach oben und treffen nach einiger Zeit tatsächlich auf einen Steig, der durch „Hacke & Schaufel“ gut im Gelände erkennbar ist. Diesen nach nördlich-unten folgend kommen wir zum soeben erwähnten Abzweiger, also wieder kehrt und diesen Steig (T3) leicht ansteigend in südlicher Richtung weiter nach oben gefolgt. Auch dort wurde vor einigen Jahren der Baumwurf herausgeschnitten, doch gibt es dort wieder mehrere Bäume, die in jüngerer Zeit dem Alter oder dem Wind nicht mehr standgehalten haben und nun über dem Steig liegen. Final treffen wir in südwestl. Richtung auf eine Weggabelung im südöstl. Bereich des Wildbarrens, wenig östlich der Felixalm. Von dort sind die Aufstiegsmöglichkeit(en) (T2-T3) zum Wildbarrengipfel bekannt – wir wollen auch im Abstieg weiter forschen und steuern damit das Felixköpfl als sonnigen Rastplatz an.

Nun geht es auf einen Forstweg in SO-Richtung hinab, stets linker Hand nach weiteren Abstiegsmöglichkeiten ins Inntal Ausschau haltend. Wir nehmen einen vielversprechenden Waldweg, der uns – ein paar abzweigende „Holzwege“ (Sackgassen) antestend – konsequent abwärts führt. Im Bereich eines Jägerstandes testen wir noch einen historischen Wirtschaftsweg (Sackgasse) und zweigen dort unscheinbar von einem deutlicheren Forstweg ab. Über eine frühere Rodungsfläche geht es nun in nordöstlicher Richtung hinab in den lichten Buchenwald und bald daruf erreichen wir das geparkte Auto.

Fazit:
Von der unscheinbaren Abzweigung an der „St 2089“ in der Nähe des einzelnen Wohngebäudes (Parkmöglichkeiten ca. 100m südl. bergseitig in der „Einbuchtung an einer Wasserrinne“ oder ca. 100m nördl. am Waldrand in einer weiteren talseitigen Strassenbucht) gibt es damit eine schöne und einsame Rundtourenmöglichkeit mit Überschreitung des Wildbarren für trittsichere roBergler. In der unteren Hälfte bilden die beschriebenen Steige ein „Y“ aus und in der oberen Hälfte in gewisser Weise ein umgedrehtes „V“, dessen Spitze der Gipfel darstellt.
Durch den derzeitigen grasigen Verwuchs habe ich die Vermutung, dass die früher mühsam und sinnvoll angelegten Steige möglicherweise kaum mehr „gepflegt“ werden (wer sollte daran interessiert sein?), deshalb könnte jeder Begeher einen kleinen Beitrag zur Erhaltung beisteuern, indem der Pfad bergseitig „abgeschlurft“ bzw. belastet wird und im Vorbeigehen kleineres Totholz aus dem Weg geräumt wird. Auch die Mitnahme einer kleinen (Klapp)Säge könnte für einen „Abseits-Aufwärts-Bergler“ vorteilhaft sein, um von umgestürzten Bäumen die wegversperrenden Äste sukzessive abzuschneiden.
Wer Gefallen am „wilden Osten“ des Wildbarrens findet, für den bieten sich mit dem unten erwähnten, weiter nördlich gelegenen Steig und dem oben angedeuteten südlicheren Forstweg weitere einsame und unmarkierte Variantenmöglichkeiten.

Nachtrag (14.11.15): Alpiner Sicherheitshinweis („Beipackzettel“)
Die beschriebene (Berg)Tour ist KEINE (Berg)Wanderung auf ausmarkierten Wegen (T1), sondern verläuft ungesichert auf unmarkierten (Berg)Steigen und erfordert eine grundsätzliche Orientierungsfähigkeit im exponierten Gelände. Nach der SAC-Wanderskala* ist die Tour als „anspruchsvolles Bergwandern“ (T3) einzuordnen und kann einzelne Stellen der Klassifikation „Alpinwandern“ (T4) aufweisen [Pers. Anmerkung: Ab T3 finde ich den Begriff „~wandern“ etwas unglücklich, der Begriff „~steigen“ würde den zunehmenden Anspruch besser verdeutlichen]. In der Einteilung nach der DAV-Wegekategorie* wären die Steige als „mittelschwere Bergwege“ (rot) einzuordnen.
Diese Bergtour sollte nur von ausreichend geübten Bergwanderern unternommen werden, die auf vergleichbaren Steigen grundsätzliche Erfahrungen gesammelt haben. Neben festen Bergschuhen mit gutem Profil sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Wanderstöcke sind vorteilhaft, da diese im geübten Gebrauch zusätzliche Stabilität geben können und möglicherweise ein Fallen beim Ausrutschen verhinden können. Ausreichend Trinkwasser muss mitgenommen werden, um ein konzentriertes Gehen, insbesondere im Abstieg zu ermöglichen.
Die Tour sollte nur bei trockenen und sicheren Wetterverhältnissen angegangen werden – Nebel und Schneereste erhöhen den Anspruch. Nasses Gras, feuchtes Laub und glitschiges Totholz bzw. Wurzeln, sowie bemooste Steine können besonders im Abstieg zusätzlich anspruchsvoll werden, da dort eine größere Dynamik auf dem Schritt liegt. Zusätzlich können weitere Naturgefahren, wie z.B. Steinschlag, drohen.

Anhang:
* SAC-Wanderskala @ Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/SAC-Wanderskala
* SAC-Wanderskala in Onlinekarten (OSM-Wiki): http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Key:sac_scale
* DAV-Wegekategorie (z.B. Sektion Füssen): http://www.fuessen.de/wandern/routen-und-touren/dav-wegekategorien.html
* DAV-Bergwandercard (PDF - 1,2 MB): http://www.alpenverein.de/chameleon/public/16235/BergwanderCard_2012_16235.pdf

Offline sundance

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 :) ja, zum Glück bleibt dann doch noch ein wenig Platz für den gesunden Menschenverstand und realistische Selbsteinschätzung. Dass aber allzu viele da nun diese Wege gehen, glaube zumindest ich nicht. Letztens am Feichteck haben sich "Wanderer" beschwert, dass da Wurzeln aufm Weg waren. Und Hütten gibt's an den Steigerln ja auch ned.

Und eine letzte Anmerkung: OpenStreetMap kennt nicht jeden Weg! Am Heuberg kenn ich da noch so einen Weg ...

Offline BW

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geroldh,

wenn es Dir Spaß macht, die Steige am Wildbarren zu erkunden kannst Du es gerne machen.
Ob diese Steigl die z.T. alt sind bzw. vor einigen Jahren zu forstdienstlichen Zwecken erneuert oder neu angelegt wurden sich zur Veröffentlichung eignen sei dahingestellt, nach n.m.M nicht.
Der Wildbarren gilt bei der BW Odf. als sehr gefährlich, die genannten Steige verlaufen teilweise im Absturzgelände, die steilen Lanergrashänge mit eingelagerten Wandeln sind sehr heimtückisch.
Es können nicht alle wie Du damit umgehen, wenn Du mal eine Nacht in diesem Gelände, bei immer wieder einsetzenden Gewittern nach vermissten Wanderern gesucht hättest, dann könntest Du es möglicherweise verstehen.
Es gab in diesem Bereich schon einige Schwerverletzte und zwei tödliche Abstürze
Stammen die Veröffentlichungen in OSM auch von Dir?
Bitte unterlasse Deine Veröffentlichungen.
BW

Offline geroldh

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Hallo BW, (Bergwacht Oberaudorf: Florian=?)

ich frage mich, in welches „Wespennest“ ich ungewollter Weise gestochen habe, meine Worte vielleicht ungünstig gewählt waren oder es einfach Zufall war, dass Sie sich für die Antwort auf meinen Beitrag hier angemeldet haben. Ich würde es auch leichter verstehen, wenn ich hier „Vogelsang-West“, „Brünnstein-Nord“, „Wasserwand-Ost“ oder „Kitzstein-Süd“ (T4/T5) „beschrieben“ hätte.
Aber ich erkenne Ihre Meinung in gewisser Weise als berechtigt an, denn auch ich finde, dass jeder Einsatz/Unfall, egal ob sich dieser in den Bergen oder auf der Strasse ereignet, einer zu viel ist. Einerseits scheint es so zu sein, dass manche Wanderer (freiwillig oder unabsichtlich) in ungeeignetes Gelände geraten, in dem sie nicht mehr zurecht kommen und dann „einfach“ ihr Handy zücken... – andererseits ist es i.d.R. auch so, dass bei Bergunfällen die ehrenamtlich arbeitende Bergwacht ausrücken und sich manchmal auch in Gefahr bringen muss. Demzufolge könnte es sein, dass das „potentielle Einsatzgebiet“ der BW Odf. nicht „vergrößert“ werden soll.

Ich habe vorher tatsächlich die Überlegung gemacht, ob ein Steig nach „SAC-T3“ (T4-Stellen) bzw. „DAV-rot“ für eine größere Leserschaft geeignet ist und dies mit ausreichend Informationen versehen als möglich erachtet. Inwieweit sollte hier eine andere Grenze als für gedruckte Publikationen* wie Bergbücher und DAV-Führer gelten?
Ein gewisses Problem sehe ich bei Online-(Wander-)Karten, da dort – im Gegensatz zu Strassen/Wegen – die Pfade/Steige nicht ausreichend differenziert dargestellt werden. Solange es dort nur eine Darstellungsform hierfür gibt, „dürfen“ die Bearbeiter in einer gewissen Eigenverantwortung nur die „einfachen“ Pfade/Steige eintragen. Ich persönlich sehe Steige nach „SAC-T3“ (T4-Stellen) bzw. „DAV-rot“ auch hier als vertretbar an – bei anderen Bearbeitern / Gebieten liegt diese Grenze ggfs. eine Stufe höher.

Das Internet ist sicher „mächtiger“ als eine gedruckte Publikation, aber ich denke, dass sich eine zunehmende Veröffentlichung von z.B. „schwierigen“ Steigen nur verzögern, aber nicht verhindern läßt. Das entscheidende dürfte sein, dass dort auch ausreichend Information (Aufklärung) mitkommt und der Nutzer ein gesundes Maß an Selbsteinschätzung und Eigenverantwortung entwickelt.
Gerade hierfür kann Bergsport einen wertvollen Beitrag leisten, der sich oft genug auch auf den Alltag übertragen läßt. Sicher ist Bergsteigen anspruchsvoller und „gefährlicher“ als (Berg)Wandern, aber z.B. Golf- oder Tennisspielen ist halt auch nicht jedermanns/-fraus Sache.

Ich habe auf eurer BW-Internetseite unter -> Aktuelles -> Einsätze die veröffentlichten Ereignisse durchgesehen:
http://www.bergwacht-bayern.org/index.php?id=2883&L=sorfkfreuyvgise%2C
Die allermeisten Einsätze/Unfälle scheinen sich am/um den Brünnstein zu ereignen, wo ihr mit einer BW-Diensthütte bereits „vor Ort“ seid. Zum Wildbarren(-Gebiet) habe ich im dargestellten Zeitraum bis etwa Mai 2007 nur zwei Eintrage gefunden:
Zitat
Sonntag, 4. August 2013 - Herzinfarkt nach Sonnenaufgang - Bergrettung von Wildbarren-Felixkopf
Oberaudorf – In den frühen Morgenstunden des Freitag machten Hubschrauer-Turbinengeräusche auf einen Bergrettungseinsatz im Wildbarrengebiet aufmerksam. Die Bergwacht Oberaudorf holte zusammen mit dem Hubschrauberteam des Heli 3 einen Patienten erfolgreich vom Berg.
Vom Felixkopf, einem Vorgipfel des Wildbarren hat man einen wunderbaren Blick nicht nur über das Inntal und die rundumliegende Bergregion sondern kann auch optimal einen Sonnenaufgang beobachten. Dies Erlebnis genoss noch ein 72-jähriger Münchener bevor er einen schweren Herzinfarkt erlitt. Alleine unterwegs gelang es ihm noch einen Notruf bei der Integrierten Rettungsleitstelle Rosenheim abzusetzen. Sehr hilfreich die genaue Ortsangabe des Verunfallten. Die alarmierte Bergwacht Oberaudorf forderte zur Unterstützung der Rettungsaktion ein Hubschrauberteam an. Der Heli 3 aus Kufstein nahm am Landeplatz der Bergwacht Oberaudorf, am Depot in Niederaudorf einen Bergretter auf, der den Helikopter zielgenau zur Unfallstelle dirigierte. Am Felixkopf, in direkter Nähe zu dem Verunfallten konnten im Schwebeflug Notarzt und Bergretter abgesetzt werden. Nach Erstversorgung wurden Patient, Notarzt, Berg- und Luftretter mittels inzwischen am Helikopter montierten Bergetau aufgenommen und ins Tal geflogen. ...

Zitat
Montag, 9. Mai 2011 - Bergwacht Oberaudorf gefordert
...Eine groß angelegte Suchaktion dann am Ostersonntag. Beim Aufstieg zum Wildbarren vom Bichlersee aus gerieten zwei Münchener in Bergnot. Sie hatten den Gipfelweg verlassen, verfolgten die Steigspuren eines Bergpfades der im steilen, felsdurchsetzten Gelände auslief. Bald wussten sie weder vor noch zurück. In der Sorge abzustürzen setzten sie einen Notruf ab. Die Nachforschung der vier Suchtrupps der Bergwacht Oberaudorf hatte bald Erfolg nachdem befragte Bergwanderer ihre Wahrnehmungen mitgeteilt hatten und bald darauf auch der Hund des Paares laut bellend die Position angab. Gesichert am Seil wurden die Bergwanderer auf sicheren Weg geleitet.


... Wildbarren ... Es gab in diesem Bereich schon einige Schwerverletzte und zwei tödliche Abstürze. ...

=> Möchten Sie diese Aussage bitte noch weiter spezifizieren?

=> Ansonsten habe ich noch etwas „Hausaufgaben gemacht“ und meine beiden Touren-Beiträge unten mit einem „Alpinen Sicherheitshinweis“ als Nachtrag ergänzt.


Anhang: Beispiele für gedruckte „Bergwander“-Publikationen:
* Abseits des Trubels in den bayerischen Alpen (Bucher Verlag / J.Berg)
* Vergessene Pfade in den Bayerischen Hausbergen (Verlag: Bruckmann)
* Vergessene Pfade zwischen Tegernsee und Salzburg (Verlag: Bruckmann)
* Wilde Wege Bayerische Alpen: Zwischen Ammergau und Berchtesgaden (Bergverlag Rother)
* Stille Wege Münchner Berge: Zwischen Ammergau und Kaiser (Bergverlag Rother)
* Einsame Gipfel und Grate: Oberbayern - Tirol. Unterwegs auf unbekannten Pfaden (Verlag: Frischluft-Edition)
* Mondscheintouren Bayerische Alpen: Touren zwischen Füssen und Berchtesgaden (Bergverlag Rother)
* Wanderbuch für Männer: Wanderungen für echte Kerle in den bayerischen Alpen (J.Berg Verlag)
* Die Bayerische Alpen für Gipfelsammler: Schönste Touren mit Gipfelglück-Garantie (J.Berg Verlag)
* Klettersteigklassiker in den bayerischen Hausbergen: Luftige Wege zwischen Allgäu und Berchtesgaden (Bruckmann Verlag)
* Alpine Bergtouren: Anspruchsvolle Gipfelziele mit Felskontakt (Bruckmann Verlag)
* Münchner Bergtouren: Felstouren im II. Grad zwischen Salzburg und Oberstdorf (Bergverlag Rother)
* Kaisergebirge alpin. Alle Routen für Wanderer und Bergsteiger (Bergverlag Rother)
* Kaisergebirge extrem. Ein Führer für Täler, Hütten und Berge (Bergverlag Rother)
PS:
... bitten wir Euch, Eure Einkäufe - sofern ihr sie bei Amazon vornehmen wollt - über den Button rechts oben vorzunehmen. Ihr kommt über den Button direkt zu Amazon.
Natürlich erfahren wir nicht, wer was gekauft hat. Aber roBerge.de erhält eine kleine Provision.
Damit decken wir einen Teil unserer Kosten. Herzlichen Dank!

Offline abi

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Scheinen ja sehr spezielle Wege zu sein  :)

So wie es aussieht, hat die Bergwacht sogar bei dem jenigen, der die Wege in Openstreetmap eingetragen hat, angefragt, ob er die Wege löschen könnte, was er dann auch gemacht hat http://www.openstreetmap.org/changeset/35295941

Grüße
Andreas

Edit 19:48;14.11.2015: Soweit ich jetzt mitbekommen habe, hat die Bergwacht den Openstreetmap-Mapper nicht kontaktiert, sondern ihn haben die Argumente von BW in diesem Forum überzeugt.

Offline RaF

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Hallo Gerold!

Da schein ich mit meinem Post ja was ausgelöst zu haben, ups :/.
Zuallererst - nein ich bin nicht BW ( hab ja bereits nen "richtigen" Account ) und hätte jetzt da auch kein Problem mit "offenen Visier" meine Meinung kundzutun. Vor allem fände es auch SEHR schizophren, erst den Wilder Osten Post zu verfassen und dann hier mit der dargelegten Argumentation die Entfernung deines Posts/ der OSM Daten zu fordern.

Will allerdings auch nicht verhehlen, daß ich mit der nun sehr einfach, ohne weitere Vorbereitung nachlaufbaren Beschreibung nicht unbedingt glücklich war. Aber deshalb hatte ich Deinen Post dann auch nicht weiter kommentiert und gehofft, daß er so maximal ein paar wenige Leute inspiriert um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden, was für mich dann halt so auch ok gewesen wäre. Letztendlich hat mein Post ja den Wildbarren-Geist aus der Flasche gelassen und wie der sich weiterentwickelt, war für mich halt nicht ganz so vorherzusehen. Dass Du Dich gleich begeistert auf machst fand ich iwie auch cool - aber daß dann das Ergebnis so hier dokumentiert wird, war jetzt nicht meine Intention, aber ist halt nun so. Selber schuld ist jetzt da mein Fazit bzgl. mir selbst gewesen.

Somit kann ich leider auch nix groß beitragen bzgl. der angemerkten Bergwacht-Einsätze - ich komm nicht direkt von dort und hab somit von so etwas auch nur ganz begrenzt ( eigtl. meist durchs Forum hier ) die Möglichkeit sowas mitzukriegen.

Grüße
Flo

Offline almrausch

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Hallo zusammen,

ich möchte auf die Diskussion im Forum im August (Wanderern auf einsamen Pfaden / Naturschutz) begonnen von Frank Steiner, zu diesem Thema hinweisen. Dort ging es zwar mehr um das Thema Naturschutz und weniger um Gefahren am Berg im allg. und besonderen, aber grundsätzlich wurden aus meiner Sicht alle Aspekte zu Touren dieser Art beleuchtet  ! Ich lese regelmäßig die Beträge im Forum, gerade weil mich solche Themen interessieren, da ich regelmäßig mit meinem Mann und Tochter auf solchen Pfaden unterwegs bin. Gründe hierfür sind, dass ich die kurze Anreise schätze, meine nähere Umgebung besser kennenlernen möchte und ich ein gewisse bergsteigerische Herausforderung in den doch eher nicht so alpinen Vorbergen suche.  Ich habe Flo auch direkt angeschrieben, um eine etwas detalierte Beschreibung zu erhalten. Bei den Roberge Touren Beschreibungen befinden sich weiterhin einige ähnliche Tourenbeschreibungen (Breitenstein Nord-Ost, Maiwand, Sonntagshorn über das Mittlere Kraxenbachtal, ..).  Das Ziel  kann doch nicht sein nur  0/15 Touren die Jägern, Landratsamt, Bergwacht genehm sind zu veröffentlichen.
Grüße
Petra 

Offline geroldh

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...Zuallererst - nein ich bin nicht BW ( hab ja bereits nen "richtigen" Account ) und hätte jetzt da auch kein Problem mit "offenen Visier" meine Meinung kundzutun. Vor allem fände es auch SEHR schizophren, erst den Wilder Osten Post zu verfassen und dann hier mit der dargelegten Argumentation die Entfernung deines Posts/ der OSM Daten zu fordern....
Hallo Flo,
oh je, sorry, aber ich meinte definitiv nicht dich!  ???
Gut, dann hier die Aufklärung: Die Berichte auf der iNet-Seite der BW Odf. sind öfters mit z.B. "Autor: BW-Oberaudorf/Lotter" unterzeichnet - und "Kollege Google" kennt dann einen Florian Lotter, der dort Bereitschaftsleiter zu sein scheint und deshalb - so meine Vermutung - hier auch für "Öffentlichkeitsarbeit" zuständig sein könnte...  :D

Wie bereits erwähnt war meine Einschätzung, dass diese Bergwander-Option am Wildbarren (kein Naturschutzgebiet) für "Einheimische", also roBergler, eine wertvolle Bereicherung darstellen könnte - und diese durchwegs mit den Anforderungen zurecht kommen würden, denn vergleichbare Pfade/Steige gibt es im roBerge-Gebiet viele - DAV-markierte und unmarkierte.
Ich denke, du hast die Eigenschaften des direkteren (mittleren) Aufstiegs gut beschrieben, hier wollte ich nicht wiederholen. Da aber auch wichtig ist, weitere Kennzeichen/Rahmenbedingungen zur Einschätzung zu erwähnen - unter anderem die Richtungen zur Orientierung - und hier sagt ein Bild bzw. Strich auf einer Karte halt sehr viel aus - lag mein Schwerpunkt dann darauf.
Da stellt sich mir unweigerlich die Frage, wie ausführlich resp. "knapp" Mitteilungen unter "Wer war Wo?" sein "dürfen"...

Ja, inzwischen scheinen dies wirklich "sehr spezielle Wege zu sein"  :)
Der/die ein oder andere möge es bei guten Verhältnissen ausprobieren und dabei auf sich aufpassen - denn nicht immer ist der Gipfel das wirkliche Ziel - und gerade bei älteren Bergsteigern ist auch bekannt, dass der Abstieg nicht ungefährlicher ist und die Bergbesteigung erst dann "zu Ende" ist, wenn mann/frau auch wieder gesund unten ankommt. That's it!

Offline geroldh

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Re: 22.01.2016: Mangfallgebirge: Wilder Osten am Wildbarren
« Antwort #14 am: 05.02.2016, 18:04 »
FR, 22.01.2016
Servus beinand!
Wie haben Bergfuzzi und schneerose so richtig gemeint: Gestern waren wirklich noch "geniale Verhältnisse" in unseren Chiemgauer Bergen.  #sonne4#  [...]  Hawedere  eli

...oiso: Des war net nur in de Chiemgauer so, sondern a im Mangfallgebirg!

Mein MR353 hat mich zu einem spontanen „Draußen in die Natur“ veranlasst – und zwar ein weiteres Mal hinauf auf den Wildbarren:
Einerseits mußte ich mir als Rätselsteller einen Eindruck über die aktuellen Schneeverhältnisse vor Ort verschaffen, ob ich das MR durch den (kurzen?) Wintereinbruch abändern oder gar stoppen müßte, da ggfs. zu gefährlich... – und andererseits wollte ich auch erkunden, ob es ggfs. für die MR-Lösung noch einen anderen ähnlichen perspektivischen Standpunkt als den von mir favorisierten gibt (=baumfreier Vordergrund), da das MR erst später entwickelt wurde und ich Anfang Nov.‘15 bei unserer Tour zu wenig Aufmerksamkeit darauf gelegt hatte.

Ich bin an unten bezeichnetem Ausgangspunkt im Inntal zu einer Solo-Winterbegehung über den „Wilden Osten“ gestartet, dessen „Wildheit“ auf dem benutzten „mittleren Steig“ inzwischen ein wenig „gezähmt“ wurde, da dort zwischenzeitlich ein Fichtenmoped raufgedüst ist und dieser Steig freigeräumt wurde – an dieser Stelle von mir ein großes Danke an den mir unbekannten „Steig-Er-Halter“.
Im unteren Bereich (ca. 10cm Pulverschnee) hatte ein Fuchs den Steig über mehrere Kehren hinweg genutzt und so ein wenig „vorgespurt“, weiter oben (ca. 20-25cm Schneeauflage) galt es die „zarten Hinweise“ in der Natur zu lesen und mit der Erinnerung aus dem Herbst in Übereinstimmung zu bringen (nix GPS und so). Die Schneeschuhe blieben im Rucksack, da ich mir hier erstmal keinen großen Vorteil, bzw. „Sicherheitsgewinn“ versprach.
Vergleichbar hohem Gras, so bietet auch unverspurter Schnee – von Wildwechsel abgesehen – eine nicht zu unterschätzende Gefahr für „Verhauer“ bzw. vom eigentlichen Anstieg (insbes. wenn der Steig Geländequerungen vollzieht) abzukommen, in diesem Gelände nicht ganz unkritisch! Weiter oben wurde der Schnee stellenweise durch Abrutschungen (Grasrinne) oder Windverfrachtung (NO-Grat) auch schon mal knie- und oberschenkeltief, hatte aber durch die konservierende Kälte eine „sichere“ Konsistenz.

Die Einträge im Gipfelbuch zeigten mir, dass es im „Dezember-Frühling“ noch einen größeren Andrang auf diesen Berg gegeben hatte, aber seit dem 6./7. Jan. niemand mehr hier oben war. Hier war es dann an der Zeit die Schneeschuhe anzuziehen, denn ich wollte zum „identischen Standpunkt“ meiner Foto-Perspektive absteigen um die Bedingungen zu prüfen und vergleichende (Winter-)Fotos zu machen. Insgeheim hatte ich auch vermutet, dass bereits ein roBergler an diesem schönen Sonnentag am Berg unterwegs ist, auf der Suche nach der „MR353-Perspektive“. Bald zeigte sich, dass der knapp eine Woche alte Neuschnee hier völlig unangetastet vor mir lag und nur ich (verräterische) Spuren hinterlassen konnte. Na ja, ich denke dieses Thema einigermaßen gut gelöst zu haben und in der Nacht sollte sowieso ein „Eisregen“ einsetzen...

Meine Erkenntnis für das laufende MR353 während der sonnigen Rast war, dass man(n)/frau sich den Gewinn wohl etwas mehr „erarbeiten“ muß, aber ich es unverändert weiterlaufen lassen kann: Die beiden anderen noch nicht gespurten (S- und W-)Anstiege dürften kaum schwieriger zu bewältigen sein als der heute von mir gewählte – und der Fotostandpunkt ist mit Schnee auch kaum kritischer als im Sommer.
Den Sonnenuntergang am Rastplatz abzuwarten - wie von „schneerose“ am Hochgern - wäre auf jeden Fall schön gewesen, aber ich wollte mir den etwas anspruchsvollen Abstieg auf gleichem Weg mit Fastvollmond bzw. Stirnlampe nicht weiter erschweren - und außerdem am frühen Abend noch das nächste Bilder-Klick einstellen...

Bild 1: Heuberg und Kranzhorn – zwei verschiedene Brüder...
Bild 2: Ein Stückchen Steig – hier macht das Spuren Spass...
Bild 3: ...und dann wieder oben – wunderbare „Himmelsbilder“!
Bild 4: Winter-Wunder-Land – nur für mich!
Bild 5: Zwei „Stangerl“ – aber eine geniale Sicht!

Offline geroldh

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Re: 30.01.2016: Mangfallgebirge: Wilder Osten am Wildbarren
« Antwort #15 am: 05.02.2016, 18:08 »
SA, 30.01.2016
Es ist wirklich erstaunlich, wie viel "Winter" es in einer Woche wegregnen bzw. wegschmelzen kann... #winter2#

Das angesagte milde und sonnige Berg-Wetter-Intermezzo wollte ich mir nicht entgehen lassen – und nach kurzem überlegen stand das Ziel fest: Eine Wildbarren-Überschreitung.
Diesmal startete ich in Oberaudorf, das noch unfreundlich unter einer grauen Nebeldecke lag. Mein erstes Zwischenziel war der heute noch grauere Graue Stein, ein fast 25 Tonnen schwerer Granit-Findling (Naturdenkmal), den der Inngletscher vor ca. 10 000 Jahren hier verloren hatte. Kurz darauf konnte ich an der Nebel-Sonne-Grenzschicht einen Eisfall der besonderen Art bewundern: Der vereiste Reif der verg. Tage klimperte von den Bäumen. Fast schneefrei erreichte ich das „Glücks-Köpfl“ und wenig später die "Glücks-Alm", vor der es sich ein „Weißbier“ in der Sonne gemütlich gemacht hatte. Da der Normalweg nun etwas in die Ostflanke führt, war für einige Höhenmeter das „Tritt-in-die-Spur-Spiel“ angesagt, aber kaum auf dem Grat bzw. dem Gipfelplateau angekommen, konnte der Schnee auch schon wieder gesucht werden...
Vor einer Woche hier noch mit Schneeschuhen unterwegs, ging‘s nun an Schneeresten vorbei hinab zur Felsknubbl-Aussicht Dreifaltigkeit und zum Faulenzen in der wärmenden Nachmittagssonne hinüber zum Punkt "MR353". Unberührte Schneereste zeigten mir: Hier war bisher kein Zweibeiner unterwegs.

Als gegen 15:00 Uhr der Wind auffrischte und die vorhergesagte Regenfront ihre wolkigen Vorboten schickt, möchte ich nicht länger auf „Zufallsbekanntschaften“ mit roBerg’lern warten und steige über den ebenso schneefreien Nord-Ost-Grat ab – vom „Schneewühlen“ wie vor einer Woche war hier nix mehr los. Durch die Wärme bzw. den Regen der vergangenen Tage sind auch in der grasigen Ostflanke sämtliche Schneerutsche (und Eisblöcke der Wasserrinnen) abgegangen und boten, nun im Steig liegend, die letzte Chance auf feuchte Socken. In den letzten Tagen ist auch ein größerer Felsbrocken der Erdanziehung gefolgt, wartet nun im Bachbett an der „Steigschlüsselstelle“ liegend auf den polternden Weitertransport über die nächste Felsstufe und mahnt zwischenzeitlich, dass dieser Steig kein Spazierweg ist, sondern ernsten "alpinen" Charakter hat.

Bild 1: Grauer Stein im Nebel-grau
Bild 2: In einer „anderen“ Welt
Bild 3: Brünnstein vom Felix-Köpfl
Bild 4: Eins-Zwei-Drei-Faltigkeit
Bild 5: Heuberg hinter‘m Jochstein

Offline ponny

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OpenTopMap nimmt die Daten von Openstreetmap und aktualisiert die Darstellung alle x Wochen.

Kleiner Hinweis zur OpenTopoMap: Seit Juni läuft die im Notbetrieb. Deshalb gibt es derzeit keine Updates und die höchste Zoomstufe ist leer.

Die beiden Entwickler haben gerade wenig Zeit, sich darum zu kümmern. Sie arbeiten aber fleissig an einer Weiterentwicklung des Kartenstils. Spätestens zum neuen Stil wird auch ihre Datenbank wieder regelmässige Updates bekommen. Würde mich jedenfalls sehr wundern, falls nicht...

Grüße, Max