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Autor Thema: 28.09.15: Brandenberger Alpen: Pendling vom Inntal (Whlg. v. 31.05.15)  (Gelesen 1218 mal)

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Offline geroldh

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    • climbing Chulu Far East (6059m), Annapurna Himalaya, Nepal (Okt.2007)

Eine anspruchsvollere und interessante Tour kann man(n) durchaus zweimal machen: Auf bekanntem Weg lässt sich situations- und jahreszeitbedingt neues entdecken und im oberen Bereich des Aufstiegs gilt es noch Unklarheiten der Wegführung sinnvoll aufzulösen. War das Wetter zum Zeitpunkt des morgendlichen „Blutmondes“ noch äußerst vielversprechend, so war später leider „der Deckel drauf“ und ein Sonnenschutz überflüssig. Schade an dieser Tour ist auch, dass es keine „ganz perfekte“ Rundtour ist, da im späteren Verlauf des Abstiegs auf Forststrassen und am Ende neben der Hauptstrasse gegangen werden muss.

Wie im Frühjahr auch, starten wir in Schaftenau, einem Nebenort bei Unterlangkampfen. Nach kurzer Zeit ist die alte Wildbachverbauung des Bleibachs erreicht, an dessen Graben der Steig auf der NordOst-Seite hinaufführt. Im unteren Bereich ist der Einstieg etwas schwierig zu finden, dann aber im Wald mit alten roten Markierungen einigermaßen gut bezeichnet, die jedoch später, wenn der Steig durch hohes Gras (Zecken!) führt, wieder verschwinden (die offiziellen Markierungen gehören wohl zu einer „kreuzenden“ Höhenwegroute). Noch relativ komfortabel kann so das Ende zweier Forststrassen erreicht werden, an dem wir Ende Mai Frank Steiner mit seinem Sohn getroffen haben. Ab jetzt ist Trittsicherheit unbedingt erforderlich, denn der Steig wird nun steiler und teilweise ausgesetzter. Am ersten größeren Felsaufschwung führen uns alte (wilde) Markierungspunkte vom Graben weg, um diesen Felsen rechts zu umgehen. Soweit ich (nun zweimal) beobachtet habe, war es dann mit der farbigen Markiererei vorbei, denn ab hier wird nun auch gutes Orientierungsvermögen gefragt und nur wenige Stoamanderl geben ab und zu ein wenig „Orientierungssicherheit“. Grundsätzlich bleibt die Orientierung stets in Gratnähe zum Graben, aber dort werden auch die Hände immer wieder kletternd benötigt (was natürlich auch Spaß macht) und später ist eine kurze, strukturierte, aber etwas zum Graben hin ausgesetzte Felsplatte (ca. UIAA II-III) sicher zu überkraxeln. Meine Begleitung umgeht diese Stelle(n) heute rechts durch felsdurchsetztes Grasgelände. Bald darauf lassen wir uns durch trichterförmige Felsen kanalisieren und mit dem dichteren Baumbestand beginnt auch wieder ein sichtbarer Steig mit alten roten Markierungen, der schließlich vom Graben weg zum „aufgeklappten Bankerl“ (oberhalb des Jägerstands) führt und das zur einsamen Rast einlädt. Hier ist wohl wieder die Farbe ausgegangen, denn eine definierte Wegführung ist ab diesem Bereich nicht vorgesehen. Sinnvoller Weise bleibt die eingeschlagene Richtung leicht ansteigend beibehalten und wie Frank in einem anderen Beitrag andeutet*, könnte man(n), das Gelände „lesend“, einen schwachen uralten Steigverlauf vermuten. Wir gelangen an einen Punkt, an dem Plastikbändchen in Bäume gebunden sind: Ich erkunde heute die waagrechte Richtung weiter und gelange zur von Frank erwähnten Salzlecke. Möchte man die Richtung weiter halten, wird bald darauf „Vierhufantrieb“ erforderlich und ein individuelles Aufsteigen durch felsdurchsetztes und grasiges lichtes Waldgelände läßt mit großer Sicherheit Gamswild aufschrecken (wer will das schon?). Meiner Meinung nach müßte der Bereich bei den Markierungsfähnchen zur Lenkung besser ausgeprägt sein, an dem meine Begleiter heute nach links-aufwärts abknicken, um das Ende des in AustrianMap und OSM verzeichneten Forstwegs zu erreichen, der sich vom Grat herunterschlängelt und sich etwas abkürzen läßt. Von dort ist nun relativ einfach und „wildschonend“ auf dem markierten Wanderweg das Gipfelkreuz des Pendlings zu erreichen.
Am Kufsteinerhaus vorbei gelangen wir auf den sog. Jägersteig, der trotz der niederschlagsarmen Zeit recht schlüpfrig ist und uns entlang der Gemeindegrenze auf dem NordOst-Grat hinunterführt. Weiter unten dürfen wir nicht verpassen nach rechts zu einer älteren Forststrasse abzuzweigen, die wir mit wenigen Kehren bis zu ihrer Einmündung in eine breitere folgen. Dort angekommen sagt uns die Karte, dass diese nach links in einer großen Kehre auszugehen ist - oder geradeaus weglos durch den Wald neben dem Fischerbach abgekürzt werden kann. In der Nähe eines Bienenstands können wir dann nach rechts in einen kleinen Pfad einbiegen, der uns mit wenig Gefälle weiter in südwestlicher Richtung zum Ausgangspunkt führt. Nun kommt der unschöne finale Abschluss der Tour: Wir müssen etwa einen Kilometer auf dem Gehsteig neben der Hauptstrasse gehen, um wieder zum Auto zu gelangen.

* Re: Pendling auf unbekannten Steig (Antwort #15)
   http://www.roberge.de/index.php/topic,5036.msg43524.html#msg43524

Bild 1: Do geht’s aufi – aber mit Umsicht
Bild 2: Detail der Wildbachverbauung
Bild 3: „Versteinerungen“ auf halber Höhe
Bild 4: Respekteinflössend, der Gratverlauf fast oben...

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« am: 01.10.2015, 00:32 »