Unterstützung


Vortrag Unsere Berge am 20.4. ist ausgebucht.
Reservierungen leider nicht mehr möglich!

Sonntagshorn Überschreitung am 29.08.2015

Begonnen von Peter Dietz, 30.08.2015, 17:25

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Peter Dietz

Helmuth Zebhauser (1927 – 2014) schätze ich als profunden Kenner der Chiemgauer Alpen. In seiner wunderbaren Monographie über dieses dunkelschöne Waldgebirge widmet er im Abschnitt "Berge bei Ruhpolding" dem Sonntagshorn einen längeren Text. Aus diesem Werk haben wir auch die Anregung erhalten, die Königin der Chiemgauer Alpen über das Mittlere Kraxenbachkar zu besuchen. Der Abstieg über das Hintere Kraxenbachkar ergibt sich damit (fast) zwangsläufig für uns.

Üblicherweise besuchen wir das Sonntagshorn in der zweiten Julihälfte, wenn der Einstieg zum 60 m Wandl oben im Kar Großer Sand schneefrei ist. Vor etlichen Jahren waren wir einmal in der zweiten Junihälfte vor Ort. Wir mußten damals einen ziemlich hohen Kegel von Altschnee überwinden und unangenehm zu den Felsen übersteigen. Ich weiß nicht mehr, ob der Winter in jenem Jahr sehr schneereich und lang war. Als Konsequenz daraus haben wir uns jedenfalls entschieden, nicht vor Ende Juli hinaufzusteigen in das Kar Großer Sand.

Da die Tour schon in der roBerge Datenbank beschrieben ist "Sonntagshorn – von Laubau über die Reifelbergscharte", muß ich das hier nicht noch einmal mit meinen Worten für potentielle Interessenten dieser phantastischen Unternehmung wiederholen. Angemerkt sei in diesem Zusammenhang lediglich, daß wir in der Frühzeit unserer Überschreitungen des Sonntagshorns überwiegend allein unterwegs waren (in der Regel am Wochenende). Erst am Gipfel wurden wir von einer größeren Menge an Menschen aufgesogen, die vermutlich von Süden heraufgestiegen waren, dort schon rasteten und die herrliche Aussicht genossen. Das hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Am 29. August hatten wir gar das Gefühl, Teil einer zwar auseinandergezogenen aber fast ununterbrochenen Prozession von Gipfelaspiranten zu sein, die alle zusammen mit uns unterwegs waren.

Mit den nachfolgend eingestellten Bildern möchte ich den Ablauf dieser Bergtour ein wenig dokumentieren. Die Schönheit der Natur und die Herausforderungen der Unternehmung kann ich dabei nur ansatzweise vermitteln.

Die ersten vier Aufnahmen zeigen letzte Vorbereitungen und die frühe Phase des Zustiegs. Fortsetzung folgt.
Bild 1: kurz vor dem Aufbruch beim Parkplatz des Holzknechtmuseums in der Laubau
Bild 2: ein Blick von der Brücke über das trockene Bachbett des Fischbachs auf den Saurüsselkopf im Licht der Morgensonne
Bild 3: wir halten uns bei diesem Wegweiser rechts in Richtung Schwarzachenalm und Sonntagshorn
Bild 4: der Weg entlang des Danzingbachs

Liebe Grüße
Peter

bergfexklaus

Zitat von: Peter Dietz am 30.08.2015, 17:25
Angemerkt sei in diesem Zusammenhang lediglich, daß wir in der Frühzeit unserer Überschreitungen des Sonntagshorns überwiegend allein unterwegs waren (in der Regel am Wochenende). ......... Das hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Am 29. August hatten wir gar das Gefühl, Teil einer zwar auseinandergezogenen aber fast ununterbrochenen Prozession von Gipfelaspiranten zu sein, die alle zusammen mit uns unterwegs waren.
Du warst immerhin an einem Wochenende in der Hauptferienzeit bei besten Wetterbedingungen unterwegs, da ist Bergeinsamkeit schwer zu finden. Außerdem war meines Wissens bis vor einigen Jahren der Steig noch nicht mit Wegweisern versehen und auch nicht auf der Ruhpoldinger Gemeinde-Webseite zu finden.

Zitat von: Peter Dietz am 30.08.2015, 17:25
Bild 2: ein Blick von der Brücke über das trockene Bachbett des Fischbachs auf (ich vermute) den Adlerkopf im Licht der Morgensonne
Das ist der Saurüsselkopf!

Bernhard G.

@Peter Dietz

Warum schreibst Du immer alles in Fettdruck. Das ist extrem schwer zu lesen.

StefanMuc

Servus,

ich bin heute auch spontan die Tour gegangen. Bei heißen Wetter ist man durch den nordseitigen Aufstieg im Vorteil und landschaftlich erste Sahne. Tolle Tour!
Ein Radl bis zur Schwarzachenalm macht Sinn, ist zwar jetzt nicht soo arg weit, aber spätestens auf dem Rückweg ist man froh drum.

Ein Bad im Bach bewirkt Wunder  #sonne6#

Stefan

Peter Dietz

Vor weiteren Aufnahmen zu unserer Tour möchte ich kurz auf die drei bisher vorliegenden Rückmeldungen hierzu eingehen.

Stefan,
Schön, daß Dir diese herrliche Tour mindestens genauso gut gefällt wie uns. Deinen Hinweis, daß ein Radl sinnvoll ist für die Fahrt vom/zum Parkplatz zu/von der Schwarzachenalm, sollten wirklich alle Interessenten beherzigen, die ein Radl mitnehmen können.

@Bernhard G.
Ich habe den Fettdruck im Haupttext entfernt. Möge es die Lesbarkeit verbessern.

Klaus,
Danke für den freundlichen Hinweis. Ich habe den Text zu Bild 2 entsprechend geändert.

Die nächsten vier Aufnahmen bringen uns bis ins Kar Großer Sand. Fortsetzung folgt.
Bild 5: Warn- und Hinweisschild für die Route durch das Mittlere Kraxenbachkar, wir folgen dem Steig nach rechts
Bild 6: Überquerung des Danzingbaches
Bild 7: Überquerung des Mittleren Kraxenbaches weiter oben (es gibt mehrere solcher Überquerungen des Mittleren und später im Abstieg auch des Hinteren Kraxenbaches)
Bild 8: unser Rastplatz beim Eingang zum Kar Großer Sand mit Blick auf das 60 m Wandl, welches zur Reifelbergscharte hochführt (als wir dort rasten, spielen am Westgrat etwas oberhalb der Reifelbergscharte zwei mit ihren Trompeten zwei wunderbar ins Herz gehende Volksweisen; die spezielle Akustik des Riesenkessels Kar Großer Sand verstärkt den Höreindruck auf schwer zu beschreibende Art – fast alle Gipfelaspiranten, die zum Einstieg ins 60 m Wandl unterwegs sind, und wir lauschen andächtig den wunderschönen Klängen).

Lieben Gruß
Peter


Peter Dietz

Neu für uns ist, daß auf der Route durch das 60 m Wandl nun Bohrhaken gesetzt sind. Kommentieren möchte ich das nicht. Weitere vier Aufnahmen befassen sich mit dem unteren Teil der Route durch dieses Wandl. Fortsetzung folgt.
Bild 9: wir nähern uns dem 60 m Wandl, aussteigen werden wir in dem kleinen Schartl oben ganz links (nicht mittig)
Bild 10: knapp unterhalb des Einstiegs – der Fels weist oft brüchiges/lockeres Gestein auf und viel loses Geröll
Bild 11: zum Einstieg nach rechts, die Route ist durchgehend rot markiert
Bild 12: ein Blick zurück nach Überwindung der ersten kleineren Stufe (im oberen rechten Quadranten des Bildes kann man den Steig zum Eingang des Kars Großer Sand zurückverfolgen)

Lieben Gruß
Peter


Peter Dietz

Die folgenden Aufnahmen bringen uns bis zum Ausstieg in die Reifelbergscharte. Fortsetzung folgt.
Bild 13: unser Sohn beim Einstieg
Bild 14: längere Querung von rechts nach links im mittleren Teil des 60 m Wandls
Bild 15: der letzte Teil der Querung von oberhalb gesehen
Bild 16: bei der Schlüsselstelle (UIAA II) der Route durch das 60 m Wandl
Bild 17: die Schlüsselstelle ist überwunden, gleich danach kommt der Ausstieg in die Reifelbergscharte

Lieben Gruß
Peter


Peter Dietz

Der Eindruck, den wir von der Reifelbergscharte aus erhalten, ist bemerkenswert. Helmuth Zebhauser schreibt dazu u.a. in seiner unten genannten Monographie: "Am Sonntagshorn, den Reifelbergen und bis hinüber zum Dürrnbachhorn scheiden sich Nord und Süd eines Berges so drastisch wie selten irgendwo im Bayerischen Land. Auf der Sonnenseite ist alles grün, am Hauptgipfel borstiges Gras, von Rindern und von Menschen vertreten, an den anschließenden Reifelbergen latschenverstrüppt. Im Sommer alles heiß, sonnig, voller Wuchs und Licht. Auf der anderen Seite aber, im Norden, bricht es bös hinab. Da zerfällt der Berg mit Geschröf, abschüssigen Platten und Steilgeröll. Wild und tot und kalt und im Schatten. Die Erosion der Jahrtausende hat tiefe Furchen geschürft. Die drei gewaltigsten heißen die Kraxenbachgräben."

Wir steigen nun den Westgrat hinauf in Richtung Gipfel. Die folgenden Aufnahmen zeigen, daß es immer wieder einen Wechsel gibt zwischen Latschengassln und dem Überwinden kleinerer Felsstufen am Grat (UIAA I). Fortsetzung folgt.
Bild 18: der erste Aufschwung des Westgrates nach der Reifelbergscharte
Bild 19: Überwindung einer kleineren Felsstufe (an den Felsen sind immer wieder rote Punkte und Pfeile)
Bild 20: das nächste Latschengassl
Bild 21: eine etwas höhere Felsstufe
Bild 22: die Felsstufe von oben

Lieben Gruß
Peter


Peter Dietz

Mit den nächsten vier Aufnahmen gelangen wir endlich auf den Gipfel des Sonntagshorns. Fortsetzung folgt.
Bild 23: das nächste Latschengassl
Bild 24: Rückblick auf Reifelberge und Reifelbergscharte
Bild 25: ganz oben der Ausstieg auf den Normalweg
Bild 26: die letzten Meter zum Gipfelkreuz erfolgen auf dem Normalweg

Lieben Gruß
Peter


Peter Dietz

Nach einer einstündigen Rast, die viel zu schnell vorbeigeht, beginnen wir den Abstieg über den rot markierten, technisch nicht schwierigen, aber Trittsicherheit fordernden Ostgrat. Vier Aufnahmen bringen uns bis an das untere Ende der riesigen Schuttreiße. Eine Fortsetzung gibt es dann noch.
Bild 27: schon ein Stück weit den Ostgrat abgestiegen - hinter den Latschen geht es rechts hinab
Bild 28: Rückblick über den Ostgrat oberhalb von uns bis hoch zum Gipfelkreuz
Bild 29: Einstieg in den obersten Teil der Schuttreiße - wir folgen den hier noch vorhandenen Markierungen ein Stück weit hinab, dann wird abgefahren (links geht es am besten)
Bild 30: Rückblick (leider gegen die Sonne) von unten auf die riesige Schuttreiße (raufsteigen möchte ich da nicht)

Lieben Gruß
Peter


Peter Dietz

Die letzten fünf Aufnahmen geben Eindrücke aus dem Hinteren Kraxenbachkar wider. Die Landschaft hier ist über weite Strecken idyllisch. Manchmal gehen wir auf gleicher Höhe wie der Hintere Kraxenbach, kurz danach rauscht er schon tief unter uns.
Bild 31: die erste Querung des Hinteren Kraxenbaches – es ist wunderschön hier am dahinplätschernden Bächlein
Bild 32: üblicherweise machen wir noch eine Rast am unteren Ende eines herrlichen Wasserfalls, der bald nach der Hinteren Kraxenbach-Alm Diensthütte von den Felsen herabstürzt – heute haben wir dort keinen Platz mehr bekommen; also verlegen wir die Rast ein Stück weiter talwärts, wo wir den Hinteren Kraxenbach noch einmal queren
Bild 33: links hoch geht der Weg nach der letzten Querung des Hinteren Kraxenbaches weiter
Bild 34: der schöne Waldweg entlang des Hinteren Kraxenbaches quert im weiteren Verlauf etliche Gräben
Bild 35: mit einem Rückblick auf die Triftklause blenden wir uns für diesmal aus.

Lieben Gruß
Peter