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Swisstopo hat eine ganze Wegkategorie abgeschafft

Begonnen von genie, 20.01.2014, 09:02

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genie

Servus beinand ,

Das Ausdünnen von Wanderkarten geht weiter! ??? Erst der DAV jetzt Swisstopo. Wo nimmt das ein Ende?

http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/bund-laesst-wanderer-ins-leere-laufen-1.18224479



Umso wichtiger wird es OSM weiter zu vervollständigen.

Pfait eich
genie

korsikafan

Hallo genie und roBergler,
ich hatte eine Karte vom bayerischen Vermessungsamt 1:25000 vom Gebiet Innzell Hochstaufen,die  zerfleddert war,kaufte eine neue und stellte fest,dass so manche Pfade nicht mehr eingezeichnet waren.Da ich jemanden vom Vermessungsamt traf und ihn auf die fehlenden Pfade ansprach,sagte er mir,dass Jäger und Naturschutz drauf drängten diese ( meist Jägersteige) nicht mehr aufzunehmen,
Ob dies nun tatsächlich so ist,weiss ich natürlich  nicht.
Servus,
Korsikafan

roskin

Ich kann nicht sagen, wer jetzt immer die treibenden Kräfte dahinter sind, aber dass vom Landesvermessungsamt etliche Wege gelöscht werden, ist nunmal Fakt. Ich kann mir schon vorstellen das Jäger/ Umweltschützer/ Grundeigentümer da beteiligt sind. Das wirkt sich dann auch auf die AV-Karten aus, wo alles einfach übernommen wird.

z.B. hat es auch die Verbindung vom Valepptal nach Wildbad Kreuth (Langenau-Schreibach-Neualpenbach bzw. Weiße Valepp) erwischt, obwohl hier wirklich ein deutlicher Steig erkennbar ist (letztes Mal kamen mir da sogar ein paar Mtb'ler entgegen, da muss man aber wirklich gut fahren können)

http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/default?lon=4485518.0&lat=5275735.0&zoom=10&base=951

Schwupps, nix mehr da..

Andererseits ist jetzt zumindest der Weg am Bernauer Bach zur Bernauer Alm korrekt eingezeichnet und sogar die Verbindung Rißalm-Bernaueralm ist drin, obwohl eher Spur als Weg (Wiesengelände) Und wo ich grad schau - der Pfad von der Rieselsbergalm zum Lapberg wurde auch gelöscht. hmm... naja am Anfang ist der schon noch deutlich, zum Schluss raus verliert er sich dann, kann man so oder so sehen...wobei auf dem Luftbild klar erkennbar...

genie

Servus roskin ,

Zitat von: roskin am 20.01.2014, 19:13
z.B. hat es auch die Verbindung vom Valepptal nach Wildbad Kreuth (Langenau-Schreibach-Neualpenbach bzw. Weiße Valepp) erwischt, obwohl hier wirklich ein deutlicher Steig erkennbar ist (letztes Mal kamen mir da sogar ein paar Mtb'ler entgegen, da muss man aber wirklich gut fahren können)

Ich hab noch eine ältere Karte (Kompass) von der Gegend. Da sind aber eine Menge Wege (vor allem die gepunktet dargestellten) nicht im BayernAtlas drin.
Hmmm, bald sind nur noch Forstwege in den Karten drin. ???

Pfait di
genie

roskin

Ich weiss jetzt nicht welche Kompasskarte du hast, was du meinst sind wahrscheinlich die  "Hangsteige" die relativ waagrecht am Hang verlaufend eine Jagdhütte mit der Anderen verbinden. Die ehem. Vorderlapbergalm ein bisschen südwestl. oberhalb vom Lapbergsattel ist jetzt z.b. eine  Jagdhütte. Was diese Steige betrifft, so sind die mehr oder weniger zwar schon noch vorhanden, aber es ist kein Vergleich zum Steig über den Lapbergsattel. Vllt. bin ich ja diesen Sommer mal wieder in dem Gebiet...

KACHBERO

Schmeißt eure alten Karten nicht weg! Die werden jetzt bald sünd teuer im Internet gehandelt  :D

Frank Steiner

Moin moin,

ich hab gerade aus dem Bayerischen Vermessungsamt die Auskunft erhalten, dass deren gesamtes altes Kartenmaterial inzwischen gescannt wurde und ca. Ende 2014 im Bayernatlas zugaenglich sein wird. Dann wird man sich also nicht nur die Uraufnahme anschauen koennen wie bisher, sondern es sollten z.B. auch die topographischen Karten vom Anfang des Jahrhunderts vorhanden sein, die es bei der Uni Greifswald gibt. Und da sind ja z.T. unglaublich viele alte Alm- und Jaegersteige drauf, die damals schon sehr exakt vermessen wurden. Ich habe mir gerade erst eines der Blaetter der Uni Greifswald skaliert und ueber die Vermessungsamtskarte gelegt, und als ich dann auf das Sattelitenbild umgeschaltet hab, lag der Steig von vor 100 Jahren genau auf den Pfadspuren, die da ab und zu noch erkennbar waren.

Ob es auch neueres Material, z.B. den Stand von vor 20 oder 50 Jahren geben wird, erfrage ich mal am Dienstag, da bin ich im Vermessungsamt beim Leiter der Topographischen Kartographie zu einer Pfadrecherche im Isarwinkel.

cu,
Frank

roskin

Servus Frank,

ich glaub so 60er/70er Jahre wär vielleicht das optimale. Um was für an Steig geht's? Und wie hast du den dazu gebracht, sich extra Zeit dafür zu nehmen?

gruss, christian

Frank Steiner


Der Termin war sehr interessant und hilfreich. Ich hab ein paar spannende Dinge erfahren, z.B. dass in der naechsten Zeit alle Hoehenlinien korrigiert werden, da der gesamte bayerische Alpenraum per Laser vermessen wurde (4 Punkte wurden pro Quadratmeter aus dem Flugzeug "gelasert"). Oder dass in Zukunft alle 2 Jahre (statt bisher alle 3) die gesamten Luftbildaufnahmen erneuert werden. Oder dass man im Bayernatlas noch hochaufloesendere Luftbilder zur Verfuegung stellen koennte (da ist tatsaechlich jeder Baum von einer moeglichen Pfadspur eindeutig zu unterscheiden), aber aus Datenschutzgruenden nicht darf :(

Zum Thema:
Im Bayernatlas werden Ende 2014/Anfang 2015 wohl alle vorhandenen topographischen Aufnahmen zu sehen sein, in dem internen Viewer, der da schon lief, konnte man z.B. die topographischen Karten von 1890, 1945, 1959 und 1979 zuschalten. Da werden sich also Wanderpfade ohne Ende finden lassen. Da natuerlich alles georeferenziert ist (weil seit 1802 dieselben Ecken fuer die Aufnahmeblaetter verwendet werden), ist es eine Sache von 2 Minuten, sich zwei Screenshots von einer alten Karte und dem Luftbild zu machen und in Gimp die Hintergrundfarbe der Karte zu entfernen. Und schon liegen die 100 Jahre alten Wanderpfade auf dem Luftbild :) Bei meinem ersten Versucht damit, ergab sich, dass die Pfade von 1890 z.T. exakt auf den Spuren liegen, die man im Luftbild sieht, z.T. aber auch ein paar Hoehenmeter verschoben sind. Ein Vorstellung, ob man unter- oder oberhalb einer Felsstufe durch muss oder rechts oder links eines Grabens suchen muss, erhaelt man aber wohl in jedem Fall.

Bzgl. verschwindender Pfade hiess es, dass das Vermessungsamt auf keinen Fall Ruecksicht auf Interessen von Naturschuetzern oder Jaegern nehme. Wenn ein Pfad im Datenbestand sei, dann verschwinde der da nicht, nur weil jemand das wolle. Allerdings ist es so, dass die Entscheidung von den Gebietstopographen vor Ort getroffen wird (inwieweit sich da jeder an die Regeln haelt, weiss natuerlich keiner. Unterstellen will ich natuerlich niemandem etwas!). Grund fuer das "Loeschen" von Wegen kann z.B. sein, dass der Einstieg nicht mehr sichtbar ist oder dass es zu gefaehrliche Stellen auf dem Pfad gibt. Gerade das mit dem Einstieg nutzen wohl Jaeger absichtlich, indem sie z.B. immer an anderer Stelle neben dem eigentlich Beginn durch den Wald auf den Pfad gehen und den eigentlichen Einstieg beim Zuwachsen "unterstuetzen". Kommt dann der Topograph mal wieder vorbei und sieht gar nichts mehr vom Anfang, dann wird der Pfad moeglicherweise entfernt. So hat man es mir zumindest erklaert...

Sowohl der Leiter der Topographischen Kartographie als auch mein Kontakt beim Topographischen Informationsmanagement (TIM) meinten aber, ich solle selbstverstaendlich auch Pfade melden, die vorhanden und gut begehbar sind (also nicht gerade etwas, wo ich nur mit Muehe und Not ohne Absturz durchgekommen bin ;)), aber in der Karte fehlen. Das bekommt dann der Gebietstopograph mit auf seine Liste. Je mehr Leute ein- und denselben Pfad melden, desto eher wird der wieder untersucht und ggfs. auch wieder aufgenommen.

Soweit die offiziellen Auskuenfte... Natuerlich ist die Frage, ob jeder will, dass "sein Geheimpfad" in den Karten auftaucht. Es bleibt natuerlich auch immer die rasche Moeglichkeit, den Pfad in OSM selbst einzutragen. Das hab ich bisher noch nie gemacht, weil ich lieber eine eindeutige Fotodokumentation schwer auffindbaren Pfaden erstelle (auch wenn ich mir dafuer schon boese Worte anhoeren musste...), als die in OSM einzuzeichnen und abzuwarten, wer sich dort alles verirrt, weil er denkt, der Pfad sei klar erkennbar. Aber das muss jeder selbst entscheiden...

@Christian: Es ging mir um das alte "Pfadnetz" (muss man da schon sagen) im Speibenkaes. Der Aufstieg durch den Speibenkaesgraben ist ja bekannt (vgl. http://www.roberge.de/yabb/index.php?topic=4454.0), aber es gibt noch eine Unmenge mehr Aufstiege und Querungen. Ein paar der Pfade hab ich schon gefunden (teilweise gut zu gehen, teilweise auch schon seit offenbar ein paar Jahrzehnten verwachsen und nicht ganz ungefaehrlich in den steilen Haengen), andere konnte ich noch nicht entdecken. Dank der mir nun vorliegenden hochaufloesenden Darstellung von 1890, die ich ueber die Luftbilder gelegt habe, kenne ich nun zumindest den exakten Verlauf vor 120 Jahren. Damit wird sich bestimmt noch mehr finden lassen, sobald der Schnee wieder weg ist... Ich werde das dann auch noch dokumentieren inkl. der Teile, die wir mit den Kindern nicht machen werden, weil sie zu gefaehrlich sind. Aber da wird's hier im Forum bestimmt Abnehmer geben :D

cu,
Frank

roskin

Sehr interessant! Das mit den Weganfängen hab ich schon mal beobachtet, wo der Steig dann nach ein paar Metern recht deutlich wird  ::)

Ich denk mal, wenn bei OSM gut erkennbare Steige und neue Forststraßen eingetragen werden, ist das nicht verkehrt. Sollte halt nicht zu halsbrecherisch sein - die Watzmann Ostwandroute ist ja auch drin.  :o ::)

Schürpfenberg war ich noch nicht. Ist halt ziemlich ne Fahrerei, und wenn ich in der Ecke war, bin ich meist direkt ins Karwendel... ich persönlich brauch keine detaillierte Darstellung, nur ganz grob, weil ich such ja gerne selber haha 8)


Frank Steiner

Jetzt muss ich mal lobend erwaehnen, dass es beim Vermessungsamts auch die "Gegenbewegung" gibt, also die Neueintragung von undeutlichen, unmarkierten Pfaden. Bei der Nachbearbeitung meiner Tour ueber den Mineckergrat fiel mir auf, dass die Karte auf einmal ganz anders aussah. Nicht nur der Zustieg zur Mineckeralmwiese ueber die Mesmerhuette, sondern auch ein neuer, deutlich weniger steiler Pfad zur Wiese wurde verzeichnet. Ebenso der Weiterweg von der Wiese auf's Zwoelferkoepfl.
Und auf der anderen Seite des Archtals ist quasi alles an Pfaden hinzugefuegt worden: der Pfad, der das Archtal mit der Jagdhuette oberhalb der Teufelskapelle verbindet (der die Felsrinnen mit den Drahtseilen quert); der Aufstieg von diesem Pfad zum Zundereck; der Abstieg von der Huette an der Teufelskapelle vorbei; der Aufstieg (Martinisteig) von der Huette zum Pfad zwischen Hohe Kisten und Risskopf, den ich bisher richtig beschrieben nur auf gamssteig.de gefunden hatte.

Da war also der Gebietstopograph mal richtig fleissig! Vielleicht auch ein Liebhaber einsamer Pfade :-) Schoen, dass nicht immer nur gestrichen wird!

Frank Steiner

 :o Dafuer wurden in meinem "Hausgebiet", dem Speibenkaes bei Vorderriss, nun auch die letzten Pfade geloescht! Der durchgaengige und gut erhaltene Pfad zwischen Vorderriss und Friedlalm ist weg (der vordere Teil ist der Zustieg zum Speibenkaesgraben, der hier im Forum dokumentiert ist), genauso wie der (zugegebenermaassen an zwei Stellen nur durch Umgehungen passierbare, aber ansonsten einwandfreie) Weg zwischen Achneralm und Lainer Alm.
Na ja, zumindest in dem Gebiet bin ich mit meiner Pfadsuche so gut wie fertig und arbeite an der Doku, damit das Wissen um die alten Wege nicht verloren geht...

roskin

Läuft hier ned anders... mal werden a paar Steige eingezeichnet, dafür wieder andere gelöscht... Den Steig zwischen den Almen wollt' ich in Kombination mit dem Staffelgraben mal gehen