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Autor Thema: Gamsknogel mit Gradüberschreitung zum Zwiesel und Zenokopf  (Gelesen 3695 mal)

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Offline Ameranger

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Hallo Ro-Bergler

Heute war der wohl einzige Schönwettertag der ganzen Woche. Deshalb endlich die Gelegenheit meine neuen Bergschuhe einzulaufen  ;). Aber wohin wenn's fast überall wieder geschneit hat  ???. Ich hatte mehrere Touren auf dem Plan, aber der Wirt der Zwieselalm hatte mir gestern verraten das es "nur" 30 cm geschneit hat. ::)
Also stand der Gamsknogel als Ziel fest. Aufbruch war um 7 Uhr am Parkplatz in Jochberg bei Weißbach ( Bild 1 ). Ich wählte den Aufstieg über den Steig Richtung Staufenstube. Nach ca 30 min Gehzeit erreicht man die Forststraße , der man links folgt. Hier zweigt kurz vor der Staufenstube der Steig in Richtung Kohleralm rechts ab ( Bild 2 ). Sehr schön führt er entlang eines kleinen Baches und durch schönen Mischwald hinauf zur Kohleralm ( Bild 3 ). An der Kohleralm angekommen waren es dann wirklich fast 30 cm Schnee ! Hm, Ich setzte mich erst mal an die Bank der Alm und genoss die Supersicht auf verschneiten Watzmann und Hochkalter ! Welch ein Panorama ( Bild 4 ) !!!
Da meine neuen Schuhe weder drückten noch sonst irgendwelche Zicken machten, entschloss ich mich den Aufstieg zum Gamsknogel fortzusetzen. ( Bild 5).

Bis zur Fortsetzung
 
Ameranger

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« am: 28.05.2013, 20:06 »

Offline Ameranger

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Weiter geht's im Aufstieg zum Gamsknogel. Von der Kohleralm ging es gerade aus auf die Wand des Gamsknogels zu ( Bild 1 ). An einer großen Fichte findet man einen kleinen Wegweiser der einem grob die Richtung vorgibt. Hier nochmal ein Rückblick zur Kohleralm. Nach ca 10 min Gehzeit erreicht man eine Weggabelung ( unter dem Schnee versteckt  ;D) an der man rechts abbiegt und unter dem Gamsknogel und Zennokopf zur Zwieselalm queren kann. Ich folgte linker Richtung dem Schild bis zum Westaufstieg des Gamsknogels. Am Hang angekommen empfingen mich mannshohe Latschen die durch den Schnee kräftig runtergedrückt wurden. Hätte mir hier ein kleiner Helfer nicht den Weg verraten, wäre es ein fast aussichtsloses Unterfangen gewesen den Weg zu finden.
Aber: Ich bin den Spuren eines Fuchses gefolgt, der den Steig exakt hinauf getippelt war. Er wusste sogar die kleine Eisenleiter, und hat diese auch benutzt  :o. Krass als hätte er ein GPS Gerät auf dem Rücken :) Auch die Seilsicherungen hat er den Spuren nach alle brav mitgenommen. ( Bild 2) Dieser kleine "Kamerad" wird mich heute noch einmal beschäftigen,  mehr dazu später.
Im Aufstieg reicht der Blick schon bis zum Chiemsee hinaus. Auch der Frileinsee ist schön im frischen grün zu sehen ( Bild 3 ).
Nach ca einer halben Stunde erreichte ich den Gipfel des Gamsknogel auf 1750m ( Bild 4 ) Welch ein grandioser Ausblick !. Angefangen vom Kaiser über die Loferer Steinberge bis tief hinein in die Berchtesgadener Alpen mit Watzmann und Hochkalter, Hoher Göll und sogar kurzzeitig die Schönfeldspitze und sogar der Hochkönig ließen sich erblicken. Der Kontrast war einfach atemberaubend, unten die frischen grünen Wälder und oben das frisch eingeschneite Hochgebirge. Das ist die Belohnung für den mühsamen Aufstieg durch Latschen und Schnee. Bei einer kleinen Pause am Gipfelkreuz sah ich mir meinen weiteren Tourverlauf an: Die Gratüberschreitung vom Gamsknogel zum Zwiesel und Zennokopf. ( Bild 5)

Bis zum nächsten Teil....

Ameranger

Offline Ameranger

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Weiter geht's mit der Gratüberschreitung vom Gamskogel zum Zwiesel. Bei meiner kleinen Rast auf dem Gamskogel studierte ich den Weiterweg über den Grat zum Gamskogel ( Bild 1 ). Breit ist der Weg nicht gerade und doch teilweise ganz schön ausgesetzt  :o. Ich überlegte mir lange ob ich weiter gehe oder ob ich den Aufstiegsweg einfach wieder runter gehe. Als ich den genauen Gratverlauf studierte und mir die Schneesituation im Grat anschaute, ergab sich für mich nur eine Stelle kurz vorm Zwiesel die kritisch war und mein Unterfangen stoppen konnte. Wer den Weg kennt, weiß das kurz vorm Zwiesel ein kleiner Seilversicherter Aufstieg kommt. Der machte mir keine Sorgen, den der war fast schneefrei. Eher die kleine kurze Querung vor diesem Aufstieg, denn die sah vom Gamskogel so aus als liege hier viel Schnee.  Ich holte meine Kamera heraus und zoomte mir die Stelle mal richtig ran und erkannte das schon jemand diesen Weg gegangen war  :o: Richtig ! Es war der Bergfuchs, der anscheinend ausgesetzte Gratwanderungen genauso gern mag wie ich  ;D ;D ;D.
Ich entschloss mich den Übergang zu wagen, da ich erstes die Spur des Fuches einwandfrei sah und zweites hab ich keinen krankhaften Erfolgsdruck wie es den bei manchen geben soll. "Wenn es nicht geht dann dreh ich halt um " so meine Devise.

Los geht's am Gamskogel gleich steil bergab und in diesem Abschnitt lag gleich mal bis 50 cm angewehter Schnee. Aber es wurde mit dem Erreichen der Gratkante sehr viel leichter da er zunehmend abgeweht war. Eine kleine Seilversicherung kurz nach dem Gamsknogel konnte ich ohne große Schwierigkeiten hinabklettern, helfen doch ein paar Bügel und Halteschlaufen ( Bild 2). Mein Vorreiter ist wahrscheinlich todesmutig den Grat einfach hinuntergelaufen :P
Weiter geht es Richtung Zwiesel, der Weg ist leicht zu erkennen und die Schwierigkeiten sind moderat. In angewehten Abschnitten konnten bis zu 70 cm Schnee liegen ... Gott sei Dank war hier eine große Latsche, die ich als Unterlage missbrauchte und auf ihr über dieses kleine Stück hinweg kam. Kurz vorher nochmal ein Rückblick zum Gamsknogel ( Bild 3).
Nun ist auch die Stelle nicht mehr weit, die ich als äußerst kritisch bezeichnen würde. Der Steig ist ohne Schnee schon nicht breit ( 20- 30 cm ? ) und der Schnee macht den Verlauf nicht gerade leichter zu erkennen. Der Fuchs ging ganz an der Kante rüber  :o ( Bild 4 ), aber das bedeutet für mich ein falscher Schritt und ich bin schneller unten als mir bei weitem lieb ist.
Aber ich hatte ja die viel belächelten Stöcke dabei, die auch zum "tasten" wirklich gut zu gebrauchen sind. So war diese Stelle schnell entschäft und es ging die Seilversichrung zügig hoch.
Nun ist auch der Gipfel des Zwiesel nicht mehr weit, aber der Weg durch die Latschen wird dafür ein wenig anstrengender. Nochmal ein kurzer Rückblick zum Gamsknogel mit dem Gratverlauf ( Bild 5 ).

Ich möchte hier ausdrücklich betonen, das diese Überschreitung nur trittsicheren und erfahrenen Bergsteigern zu empfehlen ist, da im Schnee keine großen Fehler verziehen werden !!!.

Bis zum Endspurt auf den Zwiesel

Gruß Ameranger

Offline Ameranger

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Weiter geht es mit dem Endspurt zum Zwiesel.

Recht unspektakulär zieht sich nun der Weg zwischen den Latschen den Hang hinauf Richtung Zwiesel. Man hält immer auf den kleinen Steinmann oben auf dem Hang zu ( Bild 1 ) und wandert an der Abruchkante entlang. Ist man beim Steinmann angekommen, ist das zweite Ziel nicht mehr weit. Das Gipfelkreuz des Zwiesels und die wilde Ostseite des Hochstaufen ziehen den Blick schon auf sich ( Bild 2). Auf den letzten Metern zum Kreuz erblickt man auch rechter Hand den Gipfel des Zenokopf, dem ich auch noch einen Besuch abstatten werde ( Bild 3 ). Aber erst mal geht's die letzten Meter zum Zwiesel auf 1782 m hinauf .Nochmal ein Rückblick vom Zwieselkreuz zum Gamsknogel  ( Bild 4 ). Am Gipfelkreuz mach ich eine kleine Pause und genehmige mir eine kleine Stärkung. Immer wieder ziehen die Berchtesgadener Berge die Blicke magisch auf sich. Es sind ein paar Wolken zwischendurch aufgezogen, die ein schönes Lichterspiel in den Bergen veranstalten.
Auch der Hochstaufen mit seiner mächtigen wilden Ostseite ragt nun direkt vorm Zwiesel auf.
Mein Tourenplan lautete so, das ich eigentlich vom Zenokopf weiter zum Mittelstaufen gehen wollte ( Bild 5) . Dann weiter den Abstieg über die Bartlmahd bis zur Abzweigung, die dann rüber zur Zwieselalm führt. Diesem Abschnitt kalkulierte ich mit ca 3 Stunden ein, wobei der Abstieg vom Zenokof  runter zur Roßkarscharte auf 1440 m nicht einzusehen war. Da aber anhand der Schneemenge und des immer steiler und alpiner werdenden Wegverlaufs auch das Risiko immer höher zu werden schien, entschloß ich mich diesen Teil auf ein andres mal zu verschieben.

Wir sehen uns am Zenokopf wieder  :)

Grüße Ameranger

Offline Ameranger

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Auf geht's zum Endspurt.

Ich mache mich nach meiner Pause auf um dem Zenokopf noch einen Besuch abzustatten (Bild 1 ). Unschwierig wandert man von Zwiesel durch die Latschen bergab und hält in ca 10 min auf den Zenokopf zu.
Der Gipfel ist ein wenig ausgesetzt, was sehr schöne Fotoperspektiven erlaubt. Vom Gipfel aus reicht die Sicht bis Reichenhall hinunter, auch der Blick zum Mittel und Hochstaufen sind grandios.
Hier wäre meine Tour eigentlich weiter zum Mittelstaufen gegangen ( Bild 2 weißes Schild ), aber wie schon erwähnt entschied ich mich anders. Ich hatte auch auf dem Zwiesel eine sehr spannende Unterhaltung mit jemanden, der anscheinend genauso "Bergfanatisch" ist wie ich. Dieser jemand war dann auch plötzlich wieder am Zenokopf. Wir beschlossen an der Zwieselalm noch gemeinsam einzukehren und noch weiter zu fachsimpeln.
Nachdem ich die umliegenden Berge nochmals bewundert hatte, machten wir uns an den Abstieg zur Zwieselalm. Wenig schwierig geht es im Zick-Zack durch Latschen und Schneematsch in gut 20 min zur Alm hinunter.( Bild 3 )
Die Alm liegt sehr schön gelegen an einem Hang über Reichenhall mit super Blick in die Berchtesgadener Alpen. Hier starten auch bei schönem Wetter die Gleitschirmflieger. Bei strahlenden Sonnenschein und diesem Ausblick, unterhielten wir uns über Touren in den Berchtesgadenern und Chiemgauer Bergen. Leider verging die Zeit wie im Flug und so mussten wir uns an den restlichen Abstieg machen.
Von der Alm aus geht es über Serpentinen schnell bergab ( Bild 4). Wir erreichten den Mulisteig der von Bad Reichenhall herauf führt. Diesen folgten wir ein wenig, hielten uns dann aber wieder rechts Richtung Parkplatz Jochberg. Nach ca 20 min erreichten wir den Ausgangspunkt beim Parkplatz.

Eine wunderschöne Tour vor der Haustüre der Berchtesgadener Alpen.

Bei der Abfahrt vom Parkplatz nach Weißbach nochmals ein Rückblick auf die heutige Tour ( Bild 5 ).

 #bisbald# Ameranger

PS: Leider habe ich mich am Parkplatz zu schnell von der "Bekanntschaft " verabschiedet. Ich fand die Unterhaltung und den Abstieg einfach fantastisch und hätte nie gedacht das noch jemand so "fanatisch" ist wie ich. Leider haben wir keinerlei Adressen oder Telefonnummern ausgetauscht, ich weiß nur den Namen und das der Wohnort Bad Reichenhall ist. Also Dominik, falls  du dich angesprochen fühlst, würde ich mich sehr freuen wenn du das liest und dich via Private Mitteilung (PM) meldest. Wir müssen unbedingt mal eine Tour zusammen machen !

Gruß S.