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Autor Thema: Geierköpfe / Ammergauer Alpen  (Gelesen 816 mal)

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Offline mh

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Geierköpfe / Ammergauer Alpen
« am: 19.05.2013, 12:49 »
Servus beieinander,

die Tour auf die Geierköpfe in den Ammergauer Alpen hat im Frühling Tradition bei uns - denn dank der freien S-Lage kann man hier meist schon trockenen Fußes (oder naja, halbtrockenen Fußes) relativ hoch hinauf, während man anderswo noch im Schnee herumstapft. Um diese Jahreszeit ist es einfach die perfekte Tour - und trotzdem i.d.R. nicht überlaufen (also pssst -  nicht weitersagen :-) )

Route:
Los geht's am N-Ufer des Plansees (Oberau ->Ettal -> Linderhof -> Plansee), indem man durch den Campingplatz hindurchfährt zu den Parkplätzen dahinter (2,-€). Oberhalb der Musteralpe (auf dem Rückweg kann man da gut einkehren) führt ein breiter Forstweg zu einer breiten Schuttreisse; dort darf man rechter Hand den Beginn des Steigleins zu den Geierköpfen nicht übersehen (Schild verwittert). Immer am linken Rand des gewaltigen Geröllfächers entlang; dann wird das Gelände steiler und das Steiglein windet sich - manchmal nur gut fußbreit- in vielen Kehren die linke Hangflanke hinauf; gelegentlich sind ein paar ausgewaschene oder erodierte Stellen zu passieren (bis auf eine Ausnahme nicht versichert). Ein bissl Vorsicht ist also angebracht. Nach einer Bachüberquerung geht das Geschlängel dann genauso steil und schmal auf der anderen Hangseite weiter; allerdings ist es dann nicht mehr weit bis zu einer markanten Geländekante. Dahinter lehnt sich das Gelände zurück und man wandert flach durch schöne Waldstücke und Lichtungen der Zwerchenalpe bis zum idyllisch gelegenen Almhüttchen (nicht bewirtschaftet).
Nun muß man ein wenig mit der Botanik kämpfen, um an den Fuß der Gipfelflanke zu kommen, die sich hier bereits vollständig einsehen lässt. Die Latschen rücken hier eng zusammen und bilden fast einen Tunnel über dem etwas ausgewaschenen Steig. Ist der Fuß des Gipfelstocks erreicht, wird es wieder angenehmer und in sehr gut gangbaren Serpentinen geht es zügig höher, wobei an einem wenige Meter hohen Felsriegel einmal kurz "Handarbeit" gefragt ist. Danach kommt schon bald das Gipfelkreuz in Sicht; es ist nur noch eine Sache weniger Serpentinen...

Charakter:
für geübte Bergsteiger eine unproblematische Tour; das sehr schmale Steiglein im unteren Bereich mit seinen erodierten Rinnen verlangt allerdings Aufmerksamkeit und solide Trittsicherheit. Nach oben zu wird der Weg dann lustigerweise immer besser.
Das Prachtstück der Tour ist neben der umfassenden Aussicht der traumhafte Blick auf Plansee und Heiterwangersee. Und wer sich bei der Gelegenheit gleich in den gegenüber aufragenden Thaneller verliebt, macht auch nichts verkehrt.

Für Blümchen-Fans:
neben meiner Lieblingsaurikelwiese bietet dieser Anstieg auch eine botanische Rarität: normalerweise wächst die Monte-Baldo-Segge (Carex baldensis) ihren Namen gemäß bevorzugt am Gardasee. Nur in den Ammergauern befindet sich ein völlig isolierter "Vorposten" (ist ja auch schön hier!). Im Mai kann man dieses ansonsten rare Pflänzchen direkt am Wegesrand bewundern: http://www.steinundkraut.de/blume-Monte-Baldo-Segge-216.html

Liebe Grüsse,
Margit

roBerge.de

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« am: 19.05.2013, 12:49 »