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Autor Thema: Ofental (Hochkalter) am 05.05.2013  (Gelesen 1154 mal)

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Offline Bernhard G.

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Ofental (Hochkalter) am 05.05.2013
« am: 05.05.2013, 18:24 »
Hallo,

ich war mal wieder in  der Gegend mit den optisch schönsten Bergen der Alpen unterwegs. Ja, das ist subjektiv und für mich sind das die Berchtesgadener Alpen. Diese Saison hab ich in dieser Ecke noch keine Skitour gemacht, also mußte ich da unbedingt hin.

Da die geschlossene Schneedecke nicht mehr ganz bis in die Tallagen reicht, habe ich mich für das Ofental am Hochkalter entschieden. Das geht man sinnvollerweise erst, wenn der Zustieg zum Ofental schneefrei ist. Der Waldgürtel unter rum ist mit Ski kein Vergnügen und so grämt man sich beim Skitragen nicht über die entgangenen Abfahrtsfreuden, sondern ist froh sich nicht durch den Stangenverhau mit Ski runterquälen zu müssen.

Gestartet bin ich am Parkplatz in Hintersee kurz vor 8 Uhr, ein Auto stand schon da. Gleichzeitig mit mir ist ein weiteres Auto mit Tourengehern angekommen. Die hatten die Mountain-Bikes mit und wollten zum Hirschbichelpaß fahren, um auf die Hocheisspitze zu gehen. Zu meinem Tourenziel meinten sie nur:

 "Auwehzwick! Do weast de Schi weit drong miassn."

Ja, das war mir klar, aber die Hocheisspitze war mir angesichts der fehlenden klaren, kalten Nacht nicht geheuer - da wird es zum Schluß richtig steil.  Also doch lieber Ofental.

So bin ich dann im Stechschritt losmaschiert. Und so schlimm war es dann nicht. Zwar hat der Wegweiser am Parkplatz von beeindruckenden 7,5 Stunden zum Hochkalter gesprochen, aber schon nach einer Stunde war ich an Eingang zum Ofental (da hieß es dann Hochkalter 4 Stunden, also a bissal was gut gemacht) und wie erwartet begann da der Schnee (Bild 1).

Die Überwindung der ersten Steilstufe gestaltete sich angesichts der Schneelage etwas verzwickt, aber ganz rechts lag reichlich Lawinenschnee und nur einmal mußte ich kurz die Ski abschnallen, um über eine felsige Stelle zu kommen.

Im Ofental dann Traumkulisse und  beste Schneelage (Bild 2). Und was ich kaum für möglich gehalten hatte: es hatte ab 1700m richtig gut durchgefrohen.  Kaum zu glauben, im Tal hatte es am morgen 12° gehabt und alles war naß von nächtlichen Regenfällen. Die Sonne hat schon ordentlich reingeknallt und es begann bereits aufzufirnen, also die Beine in die Hand nehmen, sonst gibt es Sumpf - schließlich ist ein Start um 8 Uhr für eine (bei vernünftigen Gehtempo) lange Frühjahrstour ein wenig spät. Der Schnee war für den Aufstieg optimal - fest und griffig und da kommt man zügig voran. Ab ca. 2100m lag dann Neuschnee - wohl von den nächtlichen Niederschlägen. Kurz unterhalb der Schart wurde es dann noch mal verzickt. Da oben aller reichlich abgeblasen war, gab es nur ganz rechts ein schmales Schneeband um mit 1000 Spitzkehren über die letzte Felsstufe zu kommen. Normalerweise geht man die auf der gegenüberliegenden Talseite, doch da war alles abgeblasen. Inzwischen langen schon ca. 15cm Neuschnee. Der war an sich kein Problem, aber darunter war der Altschnee nicht durchgefrohen. Wie es wohl an der Hocheisspitze aussah?

Um kurz vor 10:30 kam ich dann am Ende des Ofentals an, gerade  noch rechtzeitig um einen Blick ins Wimbachtal werfen zu können. Als ich den Photoapparat zücken wollte, trieb es schon die Wolken rein und die Sicht war weg.  So blieb mir nichts anderes übrig, als wieder ein Nebelbild zu machen, wie ich sie heuer schon zuhauf geschossen habe (Bild 03).

Zum Hochkaltergipfel wäre es nicht mehr weit gewesen (keine 200 Hm), aber ich konnte den Grat nicht einsehen und wollte mir auch nicht die Chance auf eine perfekte Firnabfahrt versauen. So bin ich gleich nach dem abfellen wieder runter. Der Neuschnee ließ sich zwar super fahren, aber hatte auch seine Tücken: oben lauerten unter den paar Zentimetern makellosem Weiß die abgeblasene Felsplatten ... Ein Schwung mit Funkenflug ließ sich nicht vermeiden. Naja, jetzt sind die 30 Euro für den Skiservice im kommenden Herbst gut angelegt ...

 Und die Abfahrt war ein Traum - ok, eine halbe Stunde hätte ich für den perfekten Firn noch warten können ...

Als ich dann um 12:30 wieder am Parkplatz in Hintersee angekommen bin, waren die Hocheisgeher schon weg. Ob sie oben waren oder umgekehrt sind? Leider werde ich es nicht erfahren.





  

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« am: 05.05.2013, 18:24 »