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Autor Thema: Mühlhornwand am 08.02.2013  (Gelesen 1048 mal)

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Offline Tom

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Mühlhornwand am 08.02.2013
« am: 08.02.2013, 23:25 »
 
Geplant war etwas ganz anderes, aber bei LWS 3 und anhaltendem Dauerschneefall wurde kurzfristig umdisponiert. Als Ausweichziel sollte dann eigentlich der Geigelstein herhalten, aber selbst das wurde uns auch im zweiten Anlauf verwehrt.

Start war am großen Parkplatz in Sachrang bei dichtem Schneefall. Zunächst ging es die frisch gewalzte Forststraße hoch. Auf Höhe vom Judensee natürlich den Abschneider mitgenommen. Hier bekamen wir schon eine erste Vorahnung, wieviel Schnee die letzten Tage gefallen ist. Als wir wieder auf den Forstweg einfädelten war auch hier Spuren angesagt. Mit jedem Meter wurde der Schnee mehr. Als wir dann die Forststraße wieder in Richtung Sulzingalm / Bergwachthütte / Oberkaseralm verließen, war eigentlich schon klar, dass wir nicht recht weit kommen würden (wir wollten es nur nicht wahrhaben). Als wir vor der so gut wie gänzlich eingeschneiten Oberkaseralm standen, musste ich an die Rettungsaktion aus dem Jahr 2009 denken. Die "Alte" heizt scheinbar immer noch fleißig ein, da auch heute der Rauch von Kaminfeuer wahrnehmbar war, obwohl man fast nichts mehr von Almhütten gesehen hat. Echt krass!

Wir entschlossen uns jedenfalls zu einem Abbruch, da einfach zuviel Schnee lag. Laut Lawinenlagebericht sollen die vergangene Nacht zwischen 20 und 40cm Neuschnee gefallen sein. Tatsächlich liegt viel mehr Neuschnee im Bereich Geigelstein - also lieber etwas Umsicht zeigen.

Nächstes Ziel: Priener Hütte. Da an eine geschmeidige Abfahrt augenscheinlich nicht zu denken war, haben wir gleich die Felle dran gelassen und sind mit den Ski "abgestiegen" (fast schon peinlich).

Auf der Priener Hütte war - wie schon gedacht - ebenfalls nichts los. Es gab jedoch frischen Schoko-Kirsch-Kuchen (lecker) und heiße Getränke, was uns zum "Aufladen" reichte. Während der Stärkung besserte sich das Wetter etwas und auch der Schneefall ließ etwas nach. Bei etwas mehr Sicht wollten wir uns den Aufstieg ab der Oberkaseralm nochmal anschauen, doch auch als wir kurz später zum zweiten mal dort oben standen, war uns klar, dass da heute keinesfalls ein Aufstieg möglich ist.

Auf kleinem Umweg über die Sulzingalm kämpften wir uns schließlich Meter für Meter rauf zur Mühlhornwand. Bei überlegter Spuranlage war das Ziel für uns auch bei den Verhältnissen vertretbar. Oben auf der "Wand" war dann nochmal so richtig Winter. Zu unserer Überraschung konnten wir dann aber den Gipfeltee ohne Wind und Niederschlag genießen.

Zur anschließenden Abfahrt fehlen mir eigentlich die Worte. Soetwas habe ich - bis zum heutigen Tage - noch nicht erlebt. In teilweise fast hüfttiefen Powder war es schwer Fahrt aufzunehmen, zumal sich die Steilheit der Abfahrt in Grenzen hält. Es war also mehrmals notwendig bergab zu schieben (und NEIN, die Felle waren jetzt nicht mehr an den Ski  #angel# ). Schwünge waren so gut wie unmöglich, da man sofort wieder zum Stillstand kam, wenn die Skispitzen nicht talwärts schauten. Ich kam mir vor wie ein Schneepflug. Einfach Wahnsinn. Erst bei der Talabfahrt auf dem Forstweg ging es wieder etwas flotter dahin.

Bei all dem hin und her sowie rauf und runter kamen dann doch mehr als 16 Kilometer und ein Sack voll Höhenmeter jenseits der 1200er Marke zusammen.

relevante Tourenbeschreibungen auf roBerge:
www.roberge.de/tour.php?tbID=365
www.roberge.de/tour.php?tbID=593

Da sich die Schnee- und Lawinenlage die nächsten Tage nicht wirklich bessern soll, passt da draußen bitte auf euch auf.


Schönes Wochenende.


Gruß. Tom.
... unterwegs mit Freunden.


Bild 01: Oberkaseralm
Bild 02: Spurarbeit
Bild 03: Winter auf der Mühlhornwand
Bild 04: Abfahrtsfräse

roBerge.de

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« am: 08.02.2013, 23:25 »