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Autor Thema: Plansee - Hebertal - Ob. Neuweidalm am 26.09.2012  (Gelesen 2198 mal)

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Offline auf_und_davon

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Servus mal wieder,

auf einer alten Kompaßkarte aus den 70er Jahren ist ein Weg eingezeichnet, der durchs Hebertal zur Oberen Neuweidalm (damals schon "verf.") und weiter zum Verbindungsweg Büchsentaljoch-Hebertaljoch nördlich des Daniel führt.
Auf neueren Karten gibt es diesen Weg nicht mehr, in der AV-Karte 4/1 ist immerhin noch die verfallene Alm eingezeichnet.

Bereits im April hatte ich eine "Erkundungsexpedition" in diese abgelegene Ecke gemacht und auch den Anfang des Steiges durchs Hebertal entdeckt, aber es lag noch zuviel Schnee und der Bach war voll Schmelzwasser.
Jetzt also ein neuer Versuch...

Vom Parkplatz vor der Musteralm am Plansee sind es etwa 4km auf der Neuweidtalstraße, bis diese den Bach quert und ins Prügeltal abbiegt.
Wenige Meter nach dem 2. Graben nach der Bachüberquerung führt eine kaum erkennbare Pfadspur den Hang hinauf (seit April mit einem kleinen Steinmann markiert  #angel# ) und mündet nach wenigen Metern in den schwer erkennbaren Steig, der nach rechts ins Hebertal führt. Noch schwächere Spuren nach links sind vermutlich der Anfang des "Weges" auf Unteres und Oberes Langegg, der in AV4/1 eingezeichnet ist.

Der Steig führt nun, immer besser erkennbar, ins Hebertal hinein und quert mehrere Bachgräben. Der letzte und breiteste hat den Steig völlig zerstört, hier muß man ein Stück hoch bis eine geeignete Stelle zum Queren kommt, und danach wieder runter.
Kurz danach kommt erst ein verfallener, dann ein relativ neuer kleiner Jägerstand.
Anschließend verschwindet der Steig fast völlig und ich bin dann im nächsten Graben ins Bachbett abgestiegen, da nach der alten Karte ungefähr hier auf ca. 1100m der Steig den Bach queren und auf der anderen Seite weitergehen sollte.

Auf der gegenüberliegenden Seite führt zwar eine Spur die Böschung hinauf, aber auch nach längerer Suche konnte ich hier im lichten Mischwald keinerlei Weg mehr erkennen.
Daher bin ich zunächst im Bachbett des Hebertalbaches, der hier ziemlich flach ist, weitergegangen bis zur Felsstufe vor den Böden der Ob. Neuweidalm, und dann einen steileren Graben nach rechts aufgestiegen um evtl. auf den alten Steig zu stoßen, der über die Felsstufe führt.

Plötzlich tauchte, unglaublich aber wahr :o, links von mir auf einem Felsen unter einem Latschenbusch ein deutlicher roter Farbklecks auf!
Der alte Weg existiert also wirklich, und ist sogar noch markiert.
Er führt von hier sowohl nach links über die Felsstufe zur ehemaligen Alm, als auch nach rechts in die Westhänge des Hebertales, genau wie auf meiner alten Karte eingezeichnet.

Nach dem gut markierten Aufstieg durch die Felsen verliert sich der Pfad allerdings erstmal wieder im völlig zugewachsenen Almgelände, von den ehemaligen Almgebäuden ist (auch auf den Luftbildern bei Tiris) keinerlei Spur mehr zu erkennen.
Zum Glück sind die Latschen nicht besonders dicht, auf Wildspuren kommt man gut hindurch erst zu einer breiten Schuttreiße und dann auf einen freien Grashang, wo ich erstmal eine wohlverdiente Pause eingelegt habe  :D.

Um die Fortsetzung des Weges zu finden, bin ich anschließend den Grashang rechts von einem Latschenfeld aufwärts gegangen, bis ich wieder auf eine sehr schwache Pfadspur und dann auch wieder auf rote Markierungen gestoßen bin. Diese führen nach links oberhalb des Latschenfeldes bis an die nächste Felsstufe heran, der Einstieg in den Aufsteig ist sehr deutlich mit 2 roten Strichen am Fels gekennzeichnet.

Ab hier ist der Steig wieder gut markiert, und an einer etwas ausgesetzten Kehre sogar mit relativ gut erhaltenen Drahtseilen gesichert.
Leider konnte ich nur bis etwa 1700m gehen, dann war es kurz nach 15:00 und ich hatte mich entschlossen umzukehren, da ich nicht genau wußte wie lange der Rückweg über den unbekannten Teil des Steiges dauern würde. Bis auf den Daniel wäre ich sowieso nicht mehr gekommen...
Ich bin aber sicher, dass der Rest des Steigs auch noch begehbar ist und wie kartiert in den Weg vom Büchsentaljoch mündet.

Wieder an meiner ersten roten Markierung am Aufstiegsbachgraben angekommen, bin ich dann den "richtigen" Weg gegangen.
Leider gibt es hier nach kurzer Strecke keinerlei Markierungen mehr, und die Pfadspur verschwindet in Grasgelände und diversen Schuttreißen manchmal fast völlig. Sie führt fast ohne Gefälle durch den Westhang des Hebertals, bis sie sich schließlich, an einem relativ flachen Rücken, auf ca. 1230m in lichtem Mischwald völlig verliert.
Hm... irgendwie kommt mir dieser Wald doch bekannt vor ??? !
Tatsächlich kam ich dann, nach etwa 100m Abstieg durch wenig steilen Wald unten am Bach fast genau an der Stelle heraus, an der ich morgens meine erfolglose Wegsuche gestartet hatte.

Der Rest des Rückwegs war nun kein Problem mehr, aber bis ich wieder am Parkplatz war es dann doch 18:30 und schon ziemlich dämmrig.

Fazit: Ein völlig zu Unrecht vergessener Weg abseits jeglichen Trubels, der aber eine interessante neue Route auf den Daniel bietet, oder z. B. auch eine Rundtour mit Hochwanner und Abstieg über Oberes/Unteres Langegg ermöglichen würde.
Spätestens nächstes Jahr bin ich definitiv wieder in der Gegend >:D !

PS: Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte, aber da ich intelligenterweise Kamera und Handy zu Hause liegengelassen hatte, müssen leider die Worte reichen  #peinlich#...

roBerge.de

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« am: 29.09.2012, 23:59 »