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Autor Thema: Helligkeit  (Gelesen 3809 mal)

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Offline Reinhard

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Helligkeit
« am: 25.10.2004, 00:24 »
Servus Hannes

Heute bei schönstem Wetter (Sonnig, keine Wolken, blauer Himmel) schossen wir unter anderem dieses Foto. Wie ein weiterer Teil der Fotos erscheint dieses zu hell. Was könnte der Grund sein bzw. was haben wir falsch gemacht?
Das Foto entstand mit der IXUS V2 und Belichtungsautomatik.

Reinhard

Offline Christian M.

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Re: Helligkeit
« Antwort #1 am: 25.10.2004, 09:29 »
Servus!
Genau das gleiche Problem trat bei mir gestern auf.  :(  Bei schönstem Wetter. Und ich hab keine Ahnung warum!
Ich besitze die Canon Powershot A70 Digicam.
Gruss.
Christian

Offline -fra

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Re: Helligkeit
« Antwort #2 am: 25.10.2004, 13:13 »
Auch bei mir handelt es sich um einen IXUS 3 Knipser. Während die Kamera in vielen anderen Situationen ausgezeichnete Bilder macht (bzw. der Fotograf natürlich), tritt das Phänomen mit der Helligkeit eigentlich immer nur beim allerbesten Bergwetter auf. Leider habe ich keine Ahnung, wie man dieses Problem beseitigen könnte. Für entsprechende Hinweise wäre ich sehr dankbar.

mfg
-fra

Offline Hannes

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Re: Helligkeit
« Antwort #3 am: 26.10.2004, 13:11 »
Hallo Reinhard,

auf deiner Tour zum Zettenkaiser hattest du wirklich ein Super-Wetter.

Die vermeintliche Fehlbelichtung beruht wieder (wie beim Schnee bzw. Wasserfall) auf der Eichung des kamerainternen Belichtungsmesser auf Neutralgrau 18%. D.h. in der Praxis, alles was davon abweicht wird annähernd neutralgrau wiedergegeben. Der Wald auf deinem Bild war deutlich dunkler im Verhältnis zum Himmel, also gleicht die Kamera den extremen Helligkeitsunterschied aus und macht eine Belichtungssteuerung in Richtung 18% Neutralgrau. Der Fotograf sollte also immer selbst entscheiden was für ihn die Bildaussage darstellt, der Himmel oder der Wald im Herbstlicht.
Um die Belichtung genau auszumitteln, kann man mit der Spotmessung der Kamera z.B. erst den Himmel anmessen, dann den Wald und der Fotograf ermittelt den Belichtungsmittelwert aus dem hellsten und dem dunkelsten angemessenen Wert selbst.
Eine weitere Regel besagt: überwiegend dunkle Motive unterbelichten, überwiegend helle Motive überbelichten.
Damit wäre der Wald dunkler geworden, die herbstliche Färbung hätte man wahrscheinlich nicht mehr erkannt, aber der Himmel hätte mehr Zeichnung gehabt.
Für die Himmelsfärbung (blau) spielt aber auch noch der Lichteinfall der Sonne in die Atmosphäre eine große Rolle. Wer von euch schon mal eine 360° Panoramaaufnahme (einfach mit Digitalkamera) gemacht hat, wird beim Zusammensetzen der Bilder unterschiedliche Blau-Intensität am Himmel festgestellt haben (daran erkennt man meistens sofort die von der Software zusammengesetzten Panoramen). Ausgleichen kann man dies durch den Einsatz eines Blauverlauffilters.
Wichtig für die Belichtungsmessung ist jedoch immer, wie ihr eure Kamera ausrichtet (siehe auch Bilder von Klaus D.) auf den hellen Bildteil oder den dunklen. Ganz extrem wird es z.B. bei einer mittelhohen Wolkendecke im Hochgebirge, da werden fast alle Bilder zu dunkel. Die Wolken suggerieren dem Belichtungsmesser viel Licht, was aber tatsächlich nicht vorhanden ist. Deshalb misst man besser den Vordergrund an, speichert die Belichtungsmessung, legt dann den Bildausschnitt fest und drückt dann erst auf den Auslöser. In den Kalkalpen hat man es ganz leicht; Man misst einfach einen umherliegenden grauen Stein an und erhält damit zu 99% eine richtige Belichtung.
Für Digital-Fotografen kann ich nur empfehlen einfach zu fotografieren, die Aufnahmedaten kann man später am PC anschauen und der "Film" kostet nichts. "Analogen" empfehle ich Notizen zu Ihren Aufnahmen zu machen und später am Leuchtpult (bei Dias) mit den Aufnahmeergebnissen zu vergleichen.
Wer analog auf Negativ-Film fotografiert hat schlechte Karten, da bereits im Labor von den Digi-Print- Automaten die Kontraste ausgeglichen werden, d.h. der Fotograf hat keine Chance sein tatsächliches Bild zu beurteilen.
Die meisten Hobby-Fotografen machen Ihre Bilder im "Automatik"-Modus  -  traut euch mal auf die Kreativ-Programme oder den "Manuell"-Modus umzusteigen und auszuprobieren, nur so wird man besser.

Nun viel Spaß beim Fotografieren
viele Grüße
Hannes

P.S. Ich hoffe, dass ich auch die Fragen von Klaus D. , Christian und fra beantwortet habe.

Offline joeMUC

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Re: Helligkeit
« Antwort #4 am: 26.10.2004, 22:14 »
tritt das Phänomen mit der Helligkeit eigentlich immer nur beim allerbesten Bergwetter auf.

indem Du entweder manuell abblendest oder eine Belichtungskorretur einsetzt - wenn das an deiner Kamera nicht geht, hilft ein Neutral Grau Filter vor der Linse - den Scheibenfilter von Cokin kannst du auch Freihand vor die Linse halten - erfordert aber etwas Übung  :)
hilfreich sind auch größere Blendenwerte

ein Beispiel von meiner Casio QV400 - 8er Blende, 1/400, augenommen am Hirschberg Parkplatz

gruss --joe

Offline huhu

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Re: Helligkeit
« Antwort #5 am: 27.10.2004, 08:44 »
Danke an Hannes, diese Antwort war sehr lehrreich! Solche Effekte kennt wohl jeder Knipser.

Offline Reinhard

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Re: Helligkeit
« Antwort #6 am: 27.10.2004, 19:35 »
Servus Hannes,
auch mir hat Dein Beitrag sehr geholfen. Ich werde wohl dann öfters als bisher auf manuelle Belcihtung umsteigen. Un dhier mein Ergebnis bekanntgeben.
Eine Frage noch: Was hat es genau mit diesem Blauverlaufsfilter an sich? Kann man diesen auch mit der Digitalkamera verwenden?
Gruss reinhard

Offline Hannes

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Re: Helligkeit
« Antwort #7 am: 27.10.2004, 20:07 »
Hallo Reinhard,

Verlauffilter gibt es fast in allen Farben. Dies sind Filter (in der Regel eine drehbare Metallfassung mit vergütetem Glas; Hersteller z.B.: B+W/Hama/Heliopan etc.), die entweder direkt vor das Objektiv in ein Gewinde geschraubt werden, oder z.B. Cokin-Filter für die es ein eigenes Scheibenhaltesystem gibt in die dann alle möglichen Filter gesteckt und dem Horizont entsprechend (größter Vorteil !) verschoben werden können. Außerdem braucht man nur einen Filterhalter mit entspr. Adapterringen für die unterschiedlichen Objektivdurchmesser (Vorteil für den Geldbeutel). Nachteil: der Filterhalter ist extrem sperrig und  man kann keine SoBlende mehr davor schrauben. Könner halten einfach die Filterscheiben vor das Objektiv (ich habe das Problem dass ich nur zwei Hände habe: mit einer halte ich die Kamera mit der anderen fokussiere ich - also mit welcher Hand sollte ich die Scheibe halten?-vielleicht stelle ich mich auch nur zu dämlich an  ;))
Ich verwende die Schraubfilter und lasse z.B. den Grauverlauffilter grundsätzlich (für Standardsituationen) auf dem Objektiv.
Welchen Filtertyp du nun verwendest hängt auch von der Kamera ab; viele Digitalkompakte haben nämlich gar kein Filtergewinde-also könntest du sowieso nur die Scheibe davor halten.  Persönlich würde ich nur zwei Filtertypen (ausser für S/W-Fotografie) verwenden: Grauverlauf- und Polfilter.
Die vielen Farbfilter, wie "Tabak" für stimmungsvolle Sonnenuntergänge oder z.B. "Blauverlauf" für blauen Himmel lehne ich persönlich ab-ist halt reine Geschmackssache. Polfilter machen Sinn in der Naturfotografie, da sie nichtmetallische Reflexe absorbieren, den Kontrast erhöhen und die Farben verstärken.
Auch werden das Himmelsblau und die Wolken stärker hervorgehoben, Wasser wird "durchsichtig" und Spiegelungen von Glasscheiben werden weggenommen.
Wer mehr über Vorsatz-Filter erfahren möchte kann sich auch hier informieren:
http://www.schneider-kreuznach.com/produkte.htm#filter

Viele Grüße
Hannes


Offline joeMUC

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Re: Helligkeit
« Antwort #8 am: 27.10.2004, 22:02 »
Hey Hannes,

den Könner möchte ich nicht auf mir sitzen lassen :-) -- mit einer Autofokus Kompakt Digi geht das mit dem Filter direkt vor die Linse halten ebenso wie mit einer kleine Minox. Mit dem Riesentele von deinem Foto krieg ich das auch nicht mehr hin.

Den Tip mit den Motivprogrammen kann ich für die Digis bestätigen. Die Grundeinstellung der Casio für Schnee/Berglandschaften liefert meist auf Anhieb gute Bilder da hier die Weisabgleich und Blendenkorrekturen für die sehr hellen Licht und Refelxionsverhältnisse abgestimmt sind.

Noch ein Wort zum Cokin System - Du kannst eine (Cokin)SoBlende auf die Filterhalterung stecken. Ist aber nicht für alle Brennweiten geeignet.

gruss --joe