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Autor Thema: Langschläfertour auf's Trainsjoch am 02.09.2012  (Gelesen 1476 mal)

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Offline MANAL

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Nachdem das Wetter an dem Wochenende als relativ bescheiden angekündigt wurde habe ich gar nicht mit einer Bergtour geplant und heute ausgeschlafen. Auch heute mittag war es in München nur trüb und die von Norden angekündigte Wetterbesserung lies eher auf sich warten. Um 13 Uhr habe ich mir dann mal die Webcam vom Herzogstand angeschaut. Ich hatte eigentlich erwartet nur eine Wolke von innen zu sehen, aber weit gefehlt, strahlend blauer Himmel über dem Karwendel!!!



Also sofort alles stehen und liegen gelassen und Zeug zusammengepackt und überlegt wo man noch eine kurze Tour machen kann. Die Entscheidung viel auf's Trainsjoch vom Ursprung aus. Trainsjoch war ich schon ewig nicht mehr und Auf- und Abstieg sind recht überschaubar, zudem ist die Anfahrt aus München recht kurz und getankt werden musste mein Auto auch noch in Österreich... ;) . Um viertel nach drei war ich vor Ort und hatte auch noch einen der letzten Parkplätze am ansonsten vollen Parkplatz erwischt.

Um zwanzig nach drei bin ich dann losgekommen und gleich auf dem ersten Stück Forstweg sind mir viele Wanderer entgegengekommen. Soll mir recht sein, dann ist es oben leerer :)
Es geht vergleichsweise steil aber sehr konstant nach oben. Nach ca. 1 Kilometer dann eine Abzweigung wo man entscheiden kann ob man über einen Pfad oder die Forststraße zur Mariandlalm weitergehen will. An dieser Stelle ist auch ganz interessant dass ein großer Teil des Trockenbachs hier aus mehreren Quellen entspringt.
Über den Pfad ging es dann recht bald auf die Weideflächen der Trockenbachalmen wo die Kühe gegrast haben. Nach einer Ecke kommt man dann in den Graskessel wo rechts oben die Mariandlalm bzw. Obere Trockenbachalm steht. 40 Minuten nach dem Start war ich an der Hütte und bin gleich weiter. Von hier gibt es zwei Wege zum Trainsjoch. Der "Normalweg" führt das Tälchen folgend weiter bis zum Ascherjoch, der zweite geht direkt den Hang bis zum Grat zwischen Rabenstein und Trainsjoch hoch. Ich entschied mich für letzteres und für den Abstieg den Weg über das Ascherjoch.

Recht steil zieht der Weg die Wiesenhänge empor bis zum Grat wo man auf die deutsch-österreichische Grenze trifft. Anfang geht es hier noch in einem moderaten auf- und ab dahin bis es schließlich recht steil einen Vorgipfel vom Trainsjoch hochgeht. Stellenweise Schrofengelände und etwas Geröll auf dem steilen Weg erfordern Trittsicherheit und vorsichtiges Gehen. Ausgesetzt ist es nirgends, trotzdem sollte man den Hang nicht runterfallen.

Nachdem man das Steilstück hinter sich gebracht hat kommt man an eine Kuppe bei der man endlich den nicht mehr allzu weit entfernten Gipfel sehen kann. Auch hat man hier schon eine wunderbare Aussicht  da man aus dem Wald raus ist. Der Weg führt etwas flacher weiter und man steigt über Felsstufen, Schrofen und einem Latschendickicht bis zum westlichen Vorgipfel vor dem Trainsjoch. Diesen kann man über Pfadspuren unschwierig in wenigen Minuten erreichen. Noch eine kleine Scharte runter und man kommt zum Schlußaufstieg auf den Gipfel mit Kreuz. Mit wenigen und kurzen Pausen war ich kurz nach fünf allein am Gipfel.

Die Fernsicht war zwar wegen Wolken eingeschränkt, jedoch bot die nähere Umgebung beindruckende Wolkenschauspiele. Im Norden lag das komplette Alpenvorland unter der Hochnebelschicht. Erst die höheren Gipfel um Rotwand und Miesing haben rausgesehen. Ebenso lag der benachbarte Traithen deutlich über dem Wolkenmeer. Der Brünnstein kämpfte vor dem Untergehen und die Wolkenschwaden sind über den Grat Richtung Traithen rübergeschwappt. In den Chiemgauern haben nur ein paar Gipfel um den Geigelstein noch rausgesehen. Richtung Süden ein anderer Anblick, dort war keinerlei Hochnebel mehr. Der Zahme Kaiser war wie ein Fels in der Brandung und Richtung Wilden Kaiser lösten sich dann über Kufstein die Wolken aus. Im Westen kämpfte sich der Hochnebel über den Ursprungspass drüber und der Kamm vom Hinteren Sonnwendjoch ragte deutlich raus. Der Ausblick veränderte sich minütlich und man konnte schön zuschauen wie die Wolken sich dann langsam das Trockenbachtal zum Ascherjoch hocharbeiteten und schließlich "drüberflossen".

Einen Teil des frisch zugeschneiten Alpenhauptkamms konnte man auch erkennen. Ansonsten konnte ich noch sehen dass der Gipfel vom Galtenberg eingezuckert war. Beeindruckend natürlich das nahe Kaisergebirge das heute wohl auch bestes Tourenwetter bot.

Nach einer halben Stunde Pause am Gipfel dann der Abstieg über Ascherjoch. Die ersten Meter gelegentliche felsige Stufen und etwas weiter unten ging der Weg über einige Holztreppen(!) bevor ich im Nebelmeer eingetaucht bin. Zum Glück war am Ascherjoch ein Wegweiser, ansonsten wäre die Orientierung etwas schwierig geworden, da die Sichtweite drastisch zurückging. Über den sehr bequemen Weg bin ich dann wieder zur Mariandlalm abgestiegen, von dort dann den Forstweg wieder zurückgegangen. Nach 1:20 Stunden war ich wieder unten am Parkplatz.

Eine sehr schöne Tour die man durch die zwei Wegmöglichkeiten ab der Mariandlalm zu einer schönen Überschreitung ausbauen kann. Ich empfehle auch nur diese Gehrichtung, da man so die recht steilen und anspruchsvolleren Passagen im Aufstieg hat. Im Abstieg dürfte es nicht grade angenehm zu gehen sein. Die Aussicht vom Gipfel ist sehr gut, einzig nach Norden behindert der deutlich höhere Traithen einen Blick Richtung Wendelsteingruppe.

Fotos:
- Aufstieg im Bereich der unteren Trockenbachalmen. Herrlichstes Bergwetter. Über den hinten sichtbaren Kamm führt der komplette Aufstieg
- Blick Richtung Westen zum Hinteren Sonnwendjoch. Die Wolken kämpfen sich über den Ursprungspass.
- Kaiserblick

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« am: 03.09.2012, 00:13 »

Offline MANAL

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Re: Langschläfertour auf's Trainsjoch am 02.09.2012
« Antwort #1 am: 07.09.2012, 00:14 »
Noch ein paar Wolkenimpressionen von meiner Tour:

- Über den Kamm zwischen Traithen und Brünnstein fließen die Wolken drüber
- Die Gipfelkapelle vom Brünnstein wie ein Fels in der Brandung des Wolkenmeers
- Der letzten Bäume am Gipfel vom Saurüssel gehen unter