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Autor Thema: Launischer Petrus auf dem Berchtesgadener Hochthron am 04.05.2012  (Gelesen 3771 mal)

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Offline eli

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Servus beinand,

wollte  heute mit meinem Bergkameraden auf einen mir noch unbekannten Steig zum BGL - Hochthron. 1972 m - bei der derzeitigen Schneelage  ::)
Bis zum Stöhrhaus sind wir gekommen ( 1894m ), dann hat uns der Petrus vergrault!  >:(  Waren dann aber auch schon gute 1200 Höhenmeter, davon erst die letzten 2oo Hm mit Gamaschen. Aber schön der Reihe nach:
Bei der Anfahrt strahlendes Wetter auf den Bergen im Chiemgau und im Salzkammergut  :) Nur im BGL triste Restwolken. Aber des werd scho. :) Richtig! Bei Freilassing hat es zu regnen begonnen, in Bad Reichenhall dann wieder Scheibenwischer aus. Also die diversen westlicheren Alternativen wieder mental entsorgt.  8)
Start um 9 Uhr am P. 1 bei Hallthurm, kostenfrei und genügend Platz. Wir haben die ganze Tour über nur einen einzigen Bergsteiger getroffen.  :)
Den ersten Wegweiser muss man mit seinen Zeitangaben erst einmal verdauen!  :o ( Bild a ) Danach geht es erst auf breiten Forststraßen, dann auf immer raueren, schmaler werdenden Steigen über den Nierntalsattel nicht unsteil hoch.  :D Richtig schön! ( Bild b )
Der Himmel färbte sich nach anfänglichen azurblauen Flecken allerdings immer schneller ins Schwärzliche.  >:( Die Berge ringsum Hochstaufen. Lattengebirge, Reiteralm, Hochkalter, Watzmann blickten immer finsterer drein. Am Scheibelkopf dann ( Bild c ) wurde es plötzlich auch noch saukalt, der Wind frischte auf, es bitzelte, auch boadselte ;D fröhlich, also Anorak und Handschuhe raus und beratschlagen: Wie geht es weiter?  ::) Wieder runter - oder weiter rauf?  ::)
Die Antwort findet ihr in der FS 1

Hawedere

eli

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« am: 04.05.2012, 21:04 »

Offline eli

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FS 1 :

Die Entscheidung fiel dann ein paar Schritte weiter, unter dem schützenden Vordach des Reisenkasers ( ehem. DH. auf ca 1500 m ), der jetzt einer kath. Jugendfürsorgegruppe gehört, die für Erlebnispädagogik sorgt. Da waren wir ja optimal aufgehoben!  ;D ( Bild d1)
Erst mal ausgiebig gebrotzeitelt, dann an die schneerose gedacht, die hier vor knapp 3 Wochen schon hochgestiefelt ist ( am 18.03.) ,  bei damals höherer Schneeauflage  8) und mit Schaudern an den Lusabether Bergbauern gedacht, der im Almsommer anno 1995 hier  mit seinem Vieh im August "festgefroren" war.  :o
Aber `gen Norden rissen die Wolken wieder etwas auf, also wanderten wir weiter über die freien südlichen Lichten mit den kleinen Baumgruppen ( Bild e1 )


Am "Leiterl " ( 1600 m )waren wir dann nach gut 3 1/4 Stunden, dort beeindruckten uns erst einmal die massigen Kletterwände unterm Hochthron. ( Bild f ) Die Querung zum Scheibenkaser sah fast durchgehend schneefrei aus, der Blick nach unten zum Stöhrweg bewies, wie richtig wir mit unserer Entscheidung lagen, nicht über den Stöhrweg aufzusteigen.  :o Aber das ist ein Bild für die FS 2.

Bis dahin hawedere

eli

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FS 2:

Der Blick vom "Gatterl" rüber zum Rauhen Kopf zeigt, wieso man den so beliebten Stöhrweg direkt unter der Almbachwand wirklich noch meiden sollte! ( Bild g ) Er ist über die ganze Länge noch zum Teil stark von Lawinen - Murenabgängen überschüttet. Übrigens: Das ehemalige "Leiterl" an dieser Stelle ist nicht mehr:
 
Begründung a:Der Bau der Serpentinen vor dem Ausstieg auf den Sattel machte es überflüssig  ::)
Begründung b: Die neumodischen, unsportlichen  Kühe schaffen beim Viehtrieb auf die paradiesische Alm ( mit den riesigen Wasserreservoirs in den Dolinen )   den Übertritt nicht mehr!   ::)
Begründung c: Irgend ein Robergler hat die Leiter zum Fensterln zu irgend einem der Zehnkaser verschleppt.  ::) ( Früher hatten sich zehn Bergbauern mit wenig Vieh, aber hübschen Sennerinnen zu einer Genossenschaft da oben zusammen geschlossen.

Bild h2 zeigt die weite Hochfläche mit dem Hirschangerkopf, im Hintergrund die Staufengruppe, weitgehend südseitig schneefrei.

Der Blick gegen Süden verheißt nichts Gutes, Petrus hat sich wieder in seine Schmollecke zurück gezogen!  :( Aber es wird auch deutlich, warum beim Wimbachgries  häufig von einem Schutt - Strom gesprochen wird. ( Bild i 1 )
Hawedere bis zur FS 3,

eli

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FS 3:

Am noch geschlossenen Stöhrhaus ( 1894 m ) fing es dann wieder zu tröpfeln an, wir kehrten  hier deshalb hier um. ( Bild j ) Das Wetter war für den langen, teils beschwerlichen Abstieg - gute 3 Stunden - einfach zu unsicher. Wie schreibt die Sektion Berchtesgaden des DAV aktuell: " ..beim Abstieg vom Stöhrhaus hat man " mit dem Schnee zu kämpfen".
Bild k zeigt über dem im Gipfelbereich noch sehr verschneiten Törl- und Karkopf die stolze Pyramide des weißen Sonntaghorns.
Als wir dann wieder beim Gatterl einen Blick auf die Wände des  Untersbergs zurückwerfen ( Bild l ), granteln wir schon etwas über das launische Wetter.  >:(  Die og. zuständige Sektion vermeldet übrigens: " Der Klettersteig ist ab 02.05.2012 offiziell wieder geöffnet! Der Ausstieg ist normal begehbar! Die untere Randkluft ist z.Zt. noch kein Problem!"
Na gut, dann freuen wir uns eben über die blühenden Schusternagerl auf der dortigen Trockenwiese und machen uns an den weiteren Abstieg. Allerdings nicht wie geplant über den sehr steilen Almsteig beim Zehnkaser. Der Weg dorthin ist noch nicht gespurt, und wer weiß, ob uns der Petrus da am End`nicht wie die Bachratzn runterschwoabt?  ::)
Hawedere bis zum Finale,

eli

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Finale - oho... :D

Jetzt liegen noch rund 900 Hm zum Absteigen vor uns, anfangs auf der Hochfläche immer mit 180 Grad - Panoramablick von der übergossenen Alm ..über Schönfeldspitze.., Hundstod ... bis zum Staufen. Petrus grinst vom tiefblauen Himmel mit weißen Wölkchen, der Reisenkaser lädt mit seiner Sonnenbank am Vouhaggl zum Verweilen, ebenso auch das aussichtsreiche Bankerl am Scheibelkopf, wo es vor Stunden noch gegraupelt hat.  8)
Das Nierntal zeigt uns beim kehrenreichen Abstieg immer wieder schöne Ausblicke in das Reichenhaller Becken ( Bild n ). Ja - und dann habe ich meine erste Wand getauft , mit Mineralwasser! ( Bild m )  ::)    Ich nenne sie   
                                                              A U R I K E L I W A N D     

Hunderte von frischen Felsaurikeln blühen hier, weit und breit sonst kein einziges Exemplar mehr.
 Weit unten grüßte uns dann noch von weit oben Bergfuzzis Adler ( she. seine Tour vom 22.11.2009 ), zwischen Gurrwandkopf und der Leiterwand. Rechts von dieser Wand zieht übrigens im Hochwald der steile Almsteig, auch "Alpensteig" ( Rother - Gebietsführer ) zum Zehnkaser rauf. ( Bild o )

Einen schönen Sonntag noch allen RoberglernInnen   :) und hawedere

eli

Offline Martl

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... Deine interessanten und unterhaltsamen Tourenberichte sind immer wieder schön. Danke hierfür, Eli!  :)

Gruß
Martl

Bernhard

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... Deine interessanten und unterhaltsamen Tourenberichte sind immer wieder schön. Danke hierfür, Eli!  :)

Gruß
Martl

.. und sehr aufwändig ! Dangscheen



Die Entscheidung fiel dann ein paar Schritte weiter, unter dem schützenden Vordach des Reisenkasers ( ehem. DH. auf ca 1500 m ), der jetzt einer kath. Jugendfürsorgegruppe gehört, die für Erlebnispädagogik sorgt. Da waren wir ja optimal aufgehoben!  ;D ( Bild d1)

Was meinst du mit ehem. D.H ?

Bernhard


Offline eli

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@ Martl und Bernhard

Danke für die Blumen.  :) Schicke euch umgehend ein Blümchen vom Nierntal zurück. ( Bild p ) Ist zweifelsfrei die Schneerose von der Schneerose, nur mittlerweile zu einem Balgfrüchterl ergrünt. ( Die Blume !  >:D  ) Übrigens: Die Samenstände heißen anscheinend echt so.
D.H: ?   Wir saßen ungefähr eine halbe Stunde vor der DH  ::) Ist aber kein Damen ... hotel   und keine  Doppelhaushälfte, sondern weist darauf hin, dass das Hütterl früher eine veritable Diensthütte war, rundherum verschindelt. ( i ist schon richtig, nicht a !  :D ) Schaut bei Sonnenlicht auch viel einladender aus. ( Bild r )
Aufwändig? : Bin ja Bankspezialist, da denke ich mir in aller Ruhe immer schon den Sums aus, den ich später schreibe. ( Bild q )

hawedere

eli

Bernhard

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Wir saßen ungefähr eine halbe Stunde vor der DH  ::) Ist aber kein Damen ... hotel   und keine  Doppelhaushälfte, sondern weist darauf hin, dass das Hütterl früher eine veritable Diensthütte war

Danke eli, iatz derft de wieda hihocka auf dei Bankarl  8)
Diensthütte... i hob scho wieda wos geheimnisvolls gwittert ghobd

Bernhard