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Straubinger Haus - Fellhorn mit Schneeschuhen?

Begonnen von wander-christian, 11.03.2011, 00:38

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wander-christian

(Da die verlinkten Bilder nicht mehr zugreifbar waren, Artikel umorganisiert und Bilder neu eingestellt.)

Servus,

ich überlege am Samstag von Reit im Winkl über Seegaterl oder Hindenburghütte zum Straubinger Haus und weiter zum Fellhorn aufzusteigen. Vielleicht weiß einer, wie dort derzeit die Schneelage ist? Braucht man Schneeschuhe?

Wie lange ist man bei den derzeitigen Verhältnissen im Aufstieg und Abstieg unterwegs?

Danke Euch.

Grüße,
Christian

Bergfuzzi

Servus Christian

Zitat von: wander-christian am 11.03.2011, 00:38
Vielleicht weiß einer, wie dort derzeit die Schneelage ist? Braucht man Schneeschuhe?

i glabs ned........ #cheesy#



Zitat von: wander-christian am 11.03.2011, 00:38
Wie lange ist man bei den derzeitigen Verhältnissen im Aufstieg und Abstieg unterwegs?

mid Pausen ca. 6 - 6 1/2 stund........... #gruebel#

Gruß Bergfuzzi

frei mi scho auf dein Bericht und de buidl.......... #secret#

wander-christian

Servus Bergfuzzi, Servus miteinander,

heute stelle ich meinen Bereicht und die Bilder zur Wanderung auf das Fellhorn ins Forum. Schon mal vorab: Eine sehr schöne Tour auf einen herrlichen Ausichtsberg, einfach gigantisch der Ausblick.

Ich hatte lange überlegt, ob ich die Schneeschuhe mitnehme oder nicht, wollte erst nicht, mich aber dann doch dafür entschieden. Auf der Homepage von Reit im Winkl stand am Freitag zu lesen, daß auf der Hemmersuppen-Alm bzw. Winklmoosalm 40 cm Schnee liegen, auf der Steinplatte 60 cm. Ich würde meine Tour wieder ziemlich spät beginnen müssen, so daß die Sonne und der Fön dem Schnee und seiner Tragfähigkeiten doch ziemlich zusetzen würden.

Da ich mit Bahn und Bus den Weg nach Reit im Winkl finden mußte, konnte ich erst gegen 10 Uhr in Reit im Winkl bzw. 10:10 Uhr am Seegatterl sein. Rückfahrt war um 18:10 Uhr von Reit im Winkl. Also blieben mir insgesamt acht Stunden für Aufstieg, Pause und Abstieg. Da ich das Gebiet noch nicht kannte, die Schneeverhältnisse auch nicht, war ich vorsichtig mit meiner Planung. Aufgrund von anderen Beschreibungen im Internet dachte ich mir, daß ich vom Seegatterl bis zum Fellhorn 3,5 Stunden unterwegs sein könnte. Als Pause am Gipfel hatte ich eine halbe Stunde eingeplant. Abstieg vom Gipfel in jedem Fall spätestens um 14:15 Uhr, auch um eine Reserve zu haben und um den Bus zu erwischen.

Nach der Theorie ging es am Samstag an die Praxis. Mit dem Zug nach Prien und mit dem Bus um 9 Uhr nach Reit im Winkl, der kurz vor 10 Uhr am Ziel ankommt. Der Bus ist dann gleich bis Seegatterl weitergefahren, weil im Skibus schon soviele Leute waren. Sonst wäre umsteigen angesagt gewesen. So war im um 10 nach 10 Uhr am Parkplatz am Seegatterl. Da war schon einiges los und es kamen immer mehr Autos mit Skifahrern, die mit der Seilbahn nach oben wollten. Der westliche Parkplatz war dagegen fast ganz leer, dafür eisig. Nachdem ich meine Sachen, Rucksack und Schneeschuhe sortiert hatte, bin ich um 10:20 Uhr gestartet, etwas später als geplant, die Schilder zeigten 3:45 Stunden für den Aufstieg zum Fellhorn.

Gemütlich zum Eingewöhnen geht es auf der Forststraße gen Nattersbergalm. Den Trubel am Seegatterl läßt man schnell hinter sich. Ab und zu kamen mir Schlittenfahrer entgegen, die ab und an wegen fehlenden Schnee absteigen mußten.


Beim Anstieg - Sicht auf Breitenstein und Geigelstein

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Nach knapp einer halben Stunden bin ich an der Nattersbergalm angekommen. Da heißt es Sonnebrille aufsetzen und links an der Alm den Berg hoch, parallel entlang der Loipenspuren. Der Schnee trägt hier schön, er hat schone viele Wanderer gesehen. Man trifft schließlich wieder auf die Forststraße.


Blick zurück zur Nattersbergalm

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Der Weg ist sehr gut ausgeschildert, immer mit Zeitangaben, so daß ich mich orientieren konnte, ob ich im Zeitplan bin. Ich folge immer den Schildern zur Hemmersuppen-Am. Ein kurzer, steilerer Wegbschnitt hat mal fast keinen Schnee, sonst bin ich auf schneebedeckten Forststraßen unterwegs.

Nach dem Waldstück komme ich auf die Hochebene der Oberen Hemmersuppen-Alm an. Hier ist schon mehr los. Der Premium-Wanderweg und die Langlaufloipen zieht die Menschen an.


Obere Hemmersuppen-Alm

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Mir kommt eine Gruppe Schneeschuhgeher entgegen. Das letzte Almgebäude der Hemmersuppen-Alm passiere ich gegen 11:50 Uhr. Ab hier wird es wieder ruhiger. Der Weg ist nicht mehr ganz so festgetreten, aber es geht ganz gut ohne Schneeschuhe. Der Weg führt langsam steiler nach oben.


Hier geht es rauf

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Oben angekommen hat man einen schönen Blick zurück. Jetzt geht es weiter durch mehr oder weniger dichten Wald, dann schmiegt sich der Steig am Hang entlang. Bei viel Schnee vielleicht nicht ganz ohne, dann dürfte ein Aufstieg weiter westlich über das Rührhübeltal besser sein.


Weg am Hang entlang

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Bergfuzzi

Servus Wander-Christian

scheena Bericht vo oana tollen Tour.......... #dankeschön#

Zitat von: wander-christian am 14.03.2011, 00:12

Hochgern und Hochfelln von links - rechts: kenne ich noch nicht

Gurnwandkopf und Hörndlwand

Gruß Bergfuzzi

wander-christian

(Da die verlinkten Bilder nicht mehr zugreifbar waren, Artikel umorganisiert und Bilder neu eingestellt.)

Kurz vor der Landesgrenze treffe ich auf den Weg, der vom Rührhübeltal hochkommt. Dorthin werde ich absteigen. Jetzt heißt es erst einmal weiter zum Straubinger Haus. Der Schnee trägt noch sehr schön, ohne Schneeschuhe, ich stanze keine Löcher in die ausgetretenen Wege. Nach einen weiteren Stunde komme ich gegen 12:50 Uhr am Straubinger Haus an. Was für ein Ausblick ... traumhaft wie der Kaiser vor einem steht.


Kaiser-Blick

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Beim Anstieg habe ich im Blick zurück bisher die schneefreien Hänge von Hochgern im Westen und Hochfelln im Osten gesehen. Aber der Blick nach Süden hat es schon in sich.


Hochgern und Hochfelln von links - rechts: kenne ich noch nicht

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So, wie geht es jetzt weiter zum Fellhorn? Den Sommerweg sehe ich erst gar nicht, sondern folge einem Paar Skitourengeher, die Richtung Hochtritt gehen. Ich weiß, daß ich südlich hoch muß. Nachdem ich gut unterwegs war, hatte ich gehofft, vielleicht schon um 13:30 Uhr am Fellhorn anzukommen. Das wird wohl doch nichts. Ich gehe erst hoch zum Vorgipfel, das zieht sich, und sehe dann vorn dort bei zeitweise heftigem Wind das eigentlich Ziel, das Fellhorn im Süden. Die Aussicht ist ein Traum, was für eine Rundumsicht, genial.


Ziel in Sicht: Das Fellhorn

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Langsam zweifle ich an meinen Zeitplan, denn bis zum Gipfelkreuz ist es doch noch ein Stück. Also wieder runter vom Vorgipfel in die Senke, dort kurz versucht ohne Schneeschuhe voranzukommen. Das ist mühsam, der Schnee trägt hier nicht mehr, kein Wunder bei der Sonne und der Tageszeit. Mit Schneeschuhen geht es deutlich besser. Ein Skitourengeher kommt mir entgegen, er ist bei der Abfahrt. Schließlich komme ich um 13:45 Uhr am Gipfel an. Er gehört mir ganz allein, und was für eine Aussicht ...


Vom Gipfel des Fellhorn

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wander-christian

(Da die verlinkten Bilder nicht mehr zugreifbar waren, Artikel umorganisiert und Bilder neu eingestellt.)


Blick zum Sonntagshorn

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Ich bin (wieder) im Zeitplan. Gegen 14:15 Uhr mache ich mich auf den Abstieg, mit mehreren Hundert Fotos im Gepäck ;D. Über den Vorgipfel möchte ich nicht mehr gegen, also versuche ich den Sommerweg. Das geht einigermaßen, ab und zu heißt es aber die Schneeschuhe abnehmen. Wahrscheinlich wäre der Skitourenweg bzw. daneben besser gewesen. So komme ich 10 vor 15 Uhr am Straubinger Haus an, wieder ganz alleine.


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Ich sehe noch wie ein anderer Skitourengeher sich über den Skitourenweg auf zum Gipfel macht. Nach einer kurzen Pause steige ich mit Schneeschuhen Richtung Rührhübeltal ab. Es sollen 1,5 Stunden bis zur Hindenburghütte sein und 2,75 Stunden bis Reit im Winkl. Die Schneeschuhe verhindern, daß ich beim Abstieg einsinke. Wahrscheinlich wäre es auch ohne Schneeschuhe gegangen ...

Im Rührhübeltal weisen mir die grünen DAV-Schilder, aber auch der ausgetretene Weg die Richtung. Die Sonne ist im Tal Mangelware. Ich treffe auf die Langlaufloipe. Hier wäre ein Schild recht, geht es links oder rechts herum? Wurscht, ich entscheide mich für rechts auf eine Hütte zu, treffe dort wieder auf den Premium-Wanderweg und wende mich schließlich links, gehe gemütlich mit meinen Schneeschuhen auf dem Premium-Wanderweg entlang. Da bin ich etwas "overdressed" im Vergleich zu normalen Wanderern, die hier noch unterwegs sind. Ich bin einfach zu faul die Schneeschuhe auszuziehen.


Oberhalb der Hindenburghütte

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Nach etwas mehr wie einer Stunde komme ich an der Hindenburghütte kurz vor 16 Uhr an. Jetzt ist Zeit die Schneeschuhe auszuziehen. Einer der Kleinbusse wird mit seinen Passagieren gleich Richtung Tal abfahren, der nächste 15 Minuten später. Ich will jedoch zu Fuß ins Tal.

Kurz nach 16 Uhr kommt die letzte Etappe der Tour, der Abstieg über die apere "Rodelbahn" nach Blindau, nicht wirklich empfehlenswert, bei Rodelbetrieb schon gleich gar nicht. Es geht über eine Betonpiste ziemlich steil nach unten. Das geht in die Wadeln ...  >:D Aber nach gut einer halben Stunde ist das auch vorbei, muß aber nicht noch mal sein.

Vom Parkplatz bis zur Bundesstraße mit der Bushaltestelle "Groissenbach" sind knapp 20 Minuten. Ich sehe den Bus nach Ruhpolding vorbeifahren. In Groissenbach gehe ich über die Bundesstraße und dann am Wimmerkreuz vorbei zur Touristinfo Reit im Winkl mit Bushaltestelle.


Reit im Winkl - Touristinfo mit Maibaum

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Dort komme ich um 17:10 Uhr an, eine Stunde zu früh ... da besteht noch Optimierungsbedarf ;). Also ist Sightseeing in Ruhpolding angesagt.

Fazit:

Der Fellhorn ist ein herrlicher Aussichtsberg, sehr zu empfehlen. Der Anstieg vom Seegatterl ist einsam (zumindest als ich unterwegs war). Bei viel Schnee geht man von der Oberen Hemmersuppen-Alm an der Anna-Kapelle vorbei nach Nordwesten, um über das Rührhübeltal aufzusteigen. Der Abstieg über die Rodelbahn ist nicht der Hit, wahrscheinlich ist der Waldweg, der östlich etwas parallel dazu verläuft, besser. Oder man nimmt den Kleinbus an der Hindenburghütte in Anspruch. Dann ist die Gipfelpause länger, und die lohnt sich. Früher Aufbruch ist ratsam, dann trägt der Schnee noch besser, aber das ging bei mir nicht.

Im Winter nicht den Aufstieg/Abstieg zum/vom Straubinger Haus über den Schaarwandwald gehen. Es handelt sich hier um ein Wald-Wild-Schongebiet.

So, das war mein erster Besuch auf dem Fellhorn. Ich denke ich komme wieder. Vielleicht stattet ihr dem Fellhorn auch einen Besuch ab, wenn ihr bis hierher ausgehalten habt :)

Grüße,
Christian

mh

Servus Christian,

wenn die Rodelbahn in Betrieb ist, kommt man gar nicht auf die Idee, dort hinunterzugehen, denn gefühlt 124 Schildern verbieten einem das. Man darf ja sogar als Rodler nicht immer auf die Rodelbahn #hihi# und als Fußgänger schon reinabsolutüberhauptgarnienicht.
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Der von Dir erwähnte Waldweg eignet sich dagegen prima für Schneeschuhe (falls überhaupt nötig, da viel begangen) und ist angenehm zu gehen.

Ciao,
Margit