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Autor Thema: Glocknerdrama  (Gelesen 3133 mal)

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Offline Brixentaler

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Glocknerdrama
« am: 03.11.2010, 22:17 »
Nach fast vier Tagen ist es vorbei:

Glockner-Drama endet mit drei Toten
Mittwochmittag haben die Bergretter auf dem Großglockner die zwei vermissten polnischen Bergsteiger gefunden. Die Männer konnten nur noch tot geborgen werden. Damit forderte das Bergdrama drei Menschenleben.
...


Quelle bzw. mehr Infos: http://tirol.orf.at/stories/479252/

Ich frag' mich ernsthaft, wieso verhältnismäßig immer so viele Polen und Tschechen am Glockner verunglücken...?

roBerge.de

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« am: 03.11.2010, 22:17 »

Offline MichiRO

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Re: Glocknerdrama
« Antwort #1 am: 04.11.2010, 08:58 »
Ob das ein Zusammenhang besteht oder nicht, aber ich hatte das Gefühl dass, diese ganz anders den Berg angehen.

Bei meiner Besteigung im Sommer (allerdings nicht über den Stüdlgrat) sind mir zwei Osteuropäer aufgefallen, die bestimmt das Doppelte an Ausrüstungsgewicht dabei hatten. Die hatten Töpfe, Thermoskannen, verschiedene Tees, Schnaps ... usw. dabei. Bis einer von diesen an der Stüdlhütte seinen Geldbeutel gefunden hat sind 5 Minuten vergangen (Kein Witz oder Übertreibung!). Abgesehen davon hatten diese Herren einen deutlich höheren Alkoholkonsum als andere.

Als wir am 2. Tag schon fast wieder an der Adlersruhe waren sind diese erst aufgebrochen. Dass es im weichen Schnee gleich viel anstrengender wird ist wohl klar. Was ich damit sagen will: ich hatte das Gefühl, dass Bergsteiger aus gewissen Regionen den Gipfel anders versucht haben zu erreichen, als beispielsweise Deutsche oder Österreicher.


Aber das ist nur ein persönlicher Eindruck von mir!


Offline sachranger

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Re: Glocknerdrama
« Antwort #2 am: 04.11.2010, 12:25 »
Bis einer von diesen an der Stüdlhütte seinen Geldbeutel gefunden hat sind 5 Minuten vergangen  ...

vielleicht war es ja nicht sein eigener rucksack, in dem er suchte  >:D

sachranger

Offline maschti

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Re: Glocknerdrama
« Antwort #3 am: 04.11.2010, 18:43 »
Ich denke zu diesen tragischen Thema ist die Bemerkung, wegen nicht eigenen Rucksack, wenig angebracht.

Martin 

Offline Da Kolpe

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Re: Glocknerdrama
« Antwort #4 am: 05.11.2010, 07:59 »
Ich habe viele Sommer auf der Hofmannshütte oberhalb der Pasterze verbracht und  vor allem nach der öffnung der Grenzen  sehr viele Bergsteiger aus dem Osteuropäischen Ländern kennengelernt.
Bei keinen dieser Seilschaften wäre uns als Hüttenmitarbeitern aufgefallen das hier übermäßiger Akloholgenuß im Spiel gewesen wäre, (aber auch nicht weniger als bei "Wessis").
Ich habe sehr viele starke (zähe) und erfahrene Alpinisten aus dem Osten erlebt, auch die waren nicht besser oder schlechter als andere, nur etwas weniger gut ausgerüstet, (damals in den 1980ern)

Diese hier hatten einfach Pech, wie viele andere zuvor auch... egal woher sie kommen

Übrigens weggekommen (geklaut) ist auch nix geworden...


Da Kolpe

Offline Hawkeye

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Re: Glocknerdrama
« Antwort #5 am: 05.11.2010, 19:15 »
Ich frag' mich ernsthaft, wieso verhältnismäßig immer so viele Polen und Tschechen am Glockner verunglücken...?

Ich denk, das liegt zum einen - ohne jemand pauschal verurteilen zu wollen - an deren Art.
Die möchten oft für was ganz Großes trainieren oder Vorbildern nacheifern. Es gibt ja einige als wilde Kerle bekannte Osteuropäer. Dabei schleppen sie wie Michi schreibt oft riesiges Gepäck (teils mit Zelt usw.) mit. Dazu dann vielleicht noch Pech und/oder Selbstüberschätzung, dann steigt auch das Risiko.

Dass es zum anderen oft am Glockner oder Venediger zu Unfällen kommt liegt wohl schlicht in der Bekanntheit der Gipfel.

Offline thomas_kufstein

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Re: Glocknerdrama
« Antwort #6 am: 05.11.2010, 22:02 »
Also i-wie find ich einige Statements in diesem Thread im Moment so a bisserl doof, wenn ich das mal so sagen darf.

Warum nörgeln wir an den Osteuropäern rum? Klauen die mehr oder was? Das kann doch nicht wirklich euer Ernst sein.

Sind die schlechte Bergsteiger? Wohl kaum: Wanda Rutkiewicz, Jerczy Kukucka, Tomas Humar (OK alle tot,...); aber die haben sich doch wohl an ziemlich verwegene Sachen getraut.

Waren die betroffenen am Glockner wodkaduselig, dumm oder was? Nee. Die haben einen Unfall gehabt, eine Tragödie. Erinnert ihr euch noch an letzten Jahr als der Bürgermeister von i-wo in Bayern mit Kumpanen 4 Tage in einem Schneeloch am Großvenediger überlebt haben? Haben wir da gejammert, dass die dumm, schlecht ausgerüstet, besoffen oder was weiß ich gewesen sein könnten? Haben wir nicht. Zu Recht.

Warum bringen wir jetzt diese ganzen Vorurteile raus, bei einem Alpinunglück, das - mit Verlaub - in deutlich anspruchsvollerem Gelände als am Großvenediger stattgefunden hat? Weil das Polen waren?
Na hoffentlich nicht!

Servus,
Thomas

wastl

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Re: Glocknerdrama
« Antwort #7 am: 05.11.2010, 23:15 »
Also i-wie find ich einige Statements in diesem Thread im Moment so a bisserl doof, wenn ich das mal so sagen darf.

Warum nörgeln wir an den Osteuropäern rum? Klauen die mehr oder was? Das kann doch nicht wirklich euer Ernst sein.

Sind die schlechte Bergsteiger? Wohl kaum: Wanda Rutkiewicz, Jerczy Kukucka, Tomas Humar (OK alle tot,...); aber die haben sich doch wohl an ziemlich verwegene Sachen getraut.

Waren die betroffenen am Glockner wodkaduselig, dumm oder was? Nee. Die haben einen Unfall gehabt, eine Tragödie. Erinnert ihr euch noch an letzten Jahr als der Bürgermeister von i-wo in Bayern mit Kumpanen 4 Tage in einem Schneeloch am Großvenediger überlebt haben? Haben wir da gejammert, dass die dumm, schlecht ausgerüstet, besoffen oder was weiß ich gewesen sein könnten? Haben wir nicht. Zu Recht.

Warum bringen wir jetzt diese ganzen Vorurteile raus, bei einem Alpinunglück, das - mit Verlaub - in deutlich anspruchsvollerem Gelände als am Großvenediger stattgefunden hat? Weil das Polen waren?
Na hoffentlich nicht!

Servus,
Thomas
servus
Tragisch oder nicht ?
aber das Thema Glocknertrama reicht oder?
geht in die Berge bei diesem schönen Spätherbst,
gruß wastl

Offline Brixentaler

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Re: Glocknerdrama
« Antwort #8 am: 06.11.2010, 12:10 »
...
Warum nörgeln wir an den Osteuropäern rum? Klauen die mehr oder was? Das kann doch nicht wirklich euer Ernst sein.
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Das war gar nicht meine Absicht!
Ich stellte nur fest, dass der Glockner eine überdurchschnittlich große Anziehungskraft auf Polen & Tschechen ausübt, außerdem aber auch verhältnismäßig oft welche verunglücken. Schätzungsweise (lt. Nachrichten) etwa ebenso viel wie Deutsche, von denen jedoch in den Alpen m.E. viel mehr unterwegs sind.

P.S. Einer der ersten tödlich Verunglückten am Glockner, wenn nicht der erste überhaupt, war ein Niederländer ::). Da gibt es so eine Gedenktafel am Bergsteigerfriedhof in Heiligenblut.

...
Warum bringen wir jetzt diese ganzen Vorurteile raus, bei einem Alpinunglück, das - mit Verlaub - in deutlich anspruchsvollerem Gelände als am Großvenediger stattgefunden hat? Weil das Polen waren?
Na hoffentlich nicht!

Keinesfalls! Ich fragte mich nur, wieso Österreichs höchster Berg verhältnismäßig so viele polnische & tschechische Todesopfer fordert.

Offline Brixentaler

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Re: Glocknerdrama
« Antwort #9 am: 06.11.2010, 12:21 »
Unglückshergang weitgehend geklärt
Alle drei polnischen Bergsteiger sind auf dem Großglockner erfroren. Das ergaben die Obduktion und stundenlange Einvernahmen der überlebenden Bergkameraden. Unklar bleibt, warum sie nicht den Notruf wählten.
...


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