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Autor Thema: Klettersteig »Henngrat« / Henne am 31.10.2010  (Gelesen 1692 mal)

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Offline Tom

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 Klettersteig »Henngrat« / Henne am 31.10.2010
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Servus roBergler,

auch wenn der Wetterbericht für heute nicht wirklich das gewünschte Bergwetter versprach und wir morgens noch ziemlich unentschlossen bezüglich des Tourenziels waren, entschieden wir uns dann doch ganz spontan zu einer persönlichen Erstbegehung.

Gedacht, gepackt, gefahren ... und schon waren Ines und ich unterwegs nach Fieberbrunn. Zum Glück haben wir bereits nagelneue Winterreifen aufgezogen, sonst hätten wir die abenteuerliche und teilweise vereiste Forststraße rauf zur Lärchfilzhochalm (1.363m) nicht geschafft ... es ging gerade noch so ohne Schneeketten.

Nachdem wir unser Auto bei der Alm (geschlossen) abgestellt hatten, ging es zunächst auf der Forststraße weiter aufwärts Richtung Grießenbodenalm. Am Ende der Forststraße direkt auf die Skiabfahrt eingebogen und auf direktem Wege, teilweise knietief durch Sumpfschnee, rauf zur Bergstation Reckmoos (1.870m) gestapft. An der Liftstation dann erst einmal Windschatten gesucht. Anlegen der Ausrüstung bei Windböen von ca. 80 km/h ist nämlich nicht so leicht  ::).

Direkt hinter der Zweier-Sessellift-Station ging es weiter. Zunächst "einfaches" Gehgelände. Nach knapp 15 Minuten standen wir vor der Qual der Wahl. Ein Wegweiser!

Zitat
Hier schnell mal eine Anmerkung von mir. Im Forum wurde der Henne-Klettersteig schon mal mit dem Widauersteig auf den Scheffauer verglichen und ein Klettersteig-Set sei angeblich nicht unbedingt nötig. Diese Meinung kann ich nicht zu 100% teilen. Dies trifft nämlich nur auf den "Panoramasteig" zu, der durchgehend mit [A] bewertet ist - und nicht auf eine der drei anderen Varianten.


Der Wegweiser bietet uns vor Ort also vier Möglichkeiten an:

nach links
Panoramasteig [A]
da'Luftig [B/C]

nach rechts
da'Rassig [C]
da'Zache [D]

Da fällt die Wahl echt schwer  ::) ... also sind wir ohne lang zu überlegen gleich nach rechts weitergegangen  ;D. Die Einstiegswand war gut beschildert ... der Beginn der Versicherungen musste trotzdem erst im Schnee gefunden werden.

da'Rassig sorgt gleich für ein kurzweiliges Aufwärmprogramm. Der wohl kürzeste Abschnitt bietet einen rassigen Aufschwung gefolgt von einer senkrechten 6-Meter-Leiter. Sollte man schon leicht überfordert sein, geht's nach oben auch gleich wieder raus auf eine Art Umgehungssteig. Ausstieg? Kommt nicht in Frage! Wir bleiben "drin".

da'Zache täuscht erst mit einer kurzen Seilbrücke einen Fun-Action-Abschnitt an und zeigt sein wahres Gesicht erst nach einem beherzten Schwung um eine Felskante. Aller spätestens hier ist Armkraft gefragt. Es sind zwar vereinzelt künstliche Tritte vorhanden, diese bieten aber nicht unbedingt die geeignete Position zum Ausruhen an. Durchbeißen ist angesagt. Gut 10 Meter geht es wieder senkrecht nach oben. Unsere schweren, steigeisenfesten Stiefel immer auf der Suche nach kleinen Leisten, beide Hände am Seil ... ooommmphh ... oben durchgeschnauft und nach ein paar Metern wieder auf die "Umgehung" gestoßen. Weiter ging es durch schneebedeckte Botanik größtenteils nicht versichert hoch zum eigentlichen Grat.

Der kurze Gratabschnitt bis zur nächsten "Wahlmöglichkeit" ist nicht versichert, aber mit roten Punkten markiert. Nach 10 Minuten wieder die Entscheidung zwischen "Normalweg" (links) oder da'Luftig (rechts in eine Felsscharte hoch). Wir also wieder nach rechts hochgestiegen. Am liebsten hätte ich das Schild mit "da'Windig" überschrieben. Hier haben wir den angesagten, stürmischen Südföhn wieder volle Breitseite abbekommen ... gut dass wir gesichert waren, sonst hätte es uns doch glatt vom Fels geblasen. In einer windstillen Nische eine kurze Pause eingelegt ... da hing das Wandbuch - wie passend.

Am Ende des Steiges geht es noch gut 50 Meter unversichert über teils luftigen Felsgrat zum Gipfel der Henne (2.078m). Hier kurze Rast eingelegt und festgestellt, dass das Wetter doch nicht ganz so schlecht ist. Ines hatte dann die Idee noch "schnell" auf den Wildseeloder rüberzugehen. Gesagt getan. Sachen in den Rucksack gestopft und losmarschiert.

Der Abstieg bis zum Seenieder (1.933m) ging noch recht gut, da süd-west-seitig ... der Wiederaufstieg hat es aber dann in sich gehabt. Größtenteils knietief durften wir im nassen Schnee durch die Karmulde westlich eines kleinen Bergsees spuren. Wir waren froh, als wir endlich oben am Südgrat zum Gipfel waren. Zumindest hatten wir dort oben wieder Sonne. Am lieblos installierten Eisenkreuz des Wildseeloders (2.118m) gab es dann endlich Brotzeit und den Rest des Marschtees.

Der Abstieg Richtung Osten über das Wildseeloderhaus (1.854m) zurück zum Parkplatz bereitete keine Probleme.



+++ insgesamt ca. 1200 Hm auf gut 10 km +++



Gruß. Tom.




Hier noch ein paar Impressionen:
























roBerge.de

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« am: 31.10.2010, 22:19 »