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EMTB-Führer Band 1 südlich München und Band 2 südlich Chiemsee

Autor Thema: Ellmauer Halt via Gamsängersteig am 04.10.2010  (Gelesen 1885 mal)

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Offline Tom

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Servus roBergler,

hier noch ein kurzer Bericht für die, die vielleicht noch vor dem Wochenende frei bekommen und das gute Wetter "ohne großen Trubel" nutzen wollen ... sozusagen ein

"Klettersteigtipp der Woche"   :o


Jetzt, wo für die meisten die "Klettersteig-Saison" zu Ende geht, fängt sie für mich erst wieder richtig an  ;D. Stabiles Wetter und um einiges weniger bis fast nichts mehr los in den Bergen - nur so macht es richtig Spaß.

Eigentlich wollte ich einen "Teilzeit-Bayer" aus nördlicherem Flachland gemütlich an luftigere Steige heranführen, aber bereits nach wenigen Minuten musste ich feststellen, dass ich keine Zeit hatte zu überlegen, ob ich nicht doch durch einen leichten Grippeanflug etwas geschwächt bin. Ralf (alias sachranger) gab Vollgas und trieb mich von der Wochenbrunner Alm (Zufahrt satte aber seit Jahren stabile 4,- Euro Maut) Richtung Gruttenhütte rauf. Gerade das ich es noch geschafft habe ein bis zweimal auf den Auslöser meiner Kamera zu drücken um wenigstens etwas von dem Ausblick und der Landschaft festzuhalten, da meine Augen vom herabrinnenden Schweiß, der Sonne und dem Fahrtwind  ;) so in Mitleidenschaft gezogen wurden, dass ich selbst nicht mehr viel sah.

An der (noch) einsamen Gruttenhütte durfte ich dann kurze 5 Minuten Pause machen und etwas verschnaufen, bevor es zielstrebig Richtung Gamsängersteig ging.

Im Hochgrubach-Kessel, kurz vor Beginn des Steiges, hatten wir dann erfreulicherweise fast alle überholt, die früher als wir aufgestanden waren. Scheinbar hatten gestern mehrere die gleiche Idee wie ich - wen wundert's ... bei dem Wetter  8).

"Störungsfreies" und entspanntes Weiterkommen war uns nun aber sicher. Dank warmem, staubtrockenem Fels kamen wir gut voran. Ab der Jägerwand wurden wir aber von kräftigem, kalten Wind begleitet. Im weiteren Wegverlauf ist dann etwas Vorsicht geboten - nicht nur, dass man auf Steinschlag von oben achten sollte, sondern man sollte zum Dank der Nachfolgenden auch selbst darauf achten, dass man nichts lostritt. Der Steinbruch dort oben kommt mir von Jahr zu Jahr schlimmer vor.

Nach ein paar kurzen Aufschwüngen, teils versichert teils unversichert, muss man sich zwischen zwei Varianten entscheiden. Die meisten werden sich wohl für den mit Stiften versicherten Riss nach rechts rauf entscheiden, da der Kamin mit überhängender Leiter zur Linken im Aufstieg kaum beachtet wird. Momentan ist der Riss sowieso die bessere Wahl, da der Boden des Kamins meterhoch mit Schnee blockiert ist (vielleicht hat Ralf noch ein Foto davon) ... also am besten auch wieder über den Riss absteigen.

Nach der "Variantenwahl" wird das Gelände bis zum Gipfel hin wieder einfacher. Bei gutem Wetter hat man aber hier bereits eine Wahnsinns-Aussicht, aber bis zum höchsten Punkt ist es eh nicht mehr weit. Bald kommt die Biwakhütte in Sichtweite und der Blick zum Gipfelkreuz bietet sich nur wenige Meter weiter.

Viel war nicht los am Berg. Als wir den Gipfel erreichten war nur noch ein Pärchen mit oben, die wir auch gleich dazu verdonnerten, ein Gipfelfoto von uns zu knipsen. Dort oben war aber nix mehr mit sonnigem T-Shirt-Wetter. Brrrr - kaum zu glauben, aber der Wind war so eisig, dass Handschuhe und Mütze angesagt waren. Die verdiente Brotzeit ließen wir uns dadurch aber trotzdem nicht versauen. Auch für weitere ein bis zwei Fotos war noch Zeit. Erst als die Frühaufsteher wieder aufgeholt hatten, machten wir Platz und suchten uns weiter unten kurz vor der "Variantenwahl" noch ein sonniges, windstilles Band, auf dem wir uns noch etwas gen Sonne ausrichten konnten.

Runter ging es auf gleichem Wege wie im Aufstieg und bereitete ebenfalls keine Probleme.

Im "Hochgrubach" peilte ich dann spontan noch den Grasbuckel oberhalb der Gruttenhütte an (auf der DAV Karte mit 1.849m markiert) um den Blick noch etwas in die Ferne schweifen zu lassen, bevor es zur Hütteneinkehr und anschließend gemütlich zurück zum Parkplatz ging.


Eine herrliche Altmännertour bei allerbestem Altweibersommerwetter. Schee war's.



Fundstellen:

Tour: www.roberge.de/tour.php?id=106

Hütte: www.roberge.de/huette.php?id=63

Gipfel: de.wikipedia.org/wiki/Ellmauer_Halt




Gruß. Tom.




Hier noch ein paar Impressionen:

Erste Aus- und Weitblicke


Gruttenhütte in Sichtweite


Der große Ansturm kommt erst nachmittags


An der Jägerwand


links im Bild die "Riss-Variante"


Notunterstand und Gipfelkreuz


Der "Höchste" im Kaiser


Im Abstieg ... Schlussspurt zu Kaffee und Kuchen


Der Föhn hält die Wolken noch am Alpenhauptkamm

roBerge.de

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« am: 05.10.2010, 23:57 »

Offline sachranger

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Re: Ellmauer Halt via Gamsängersteig am 04.10.2010
« Antwort #1 am: 06.10.2010, 18:55 »
Eigentlich wollte ich einen "Teilzeit-Bayer" aus nördlicherem Flachland gemütlich an luftigere Steige heranführen, aber bereits nach wenigen Minuten musste ich feststellen, dass ich keine Zeit hatte zu überlegen, ob ich nicht doch durch einen leichten Grippeanflug etwas geschwächt bin. Ralf (alias sachranger) gab Vollgas und trieb mich von der Wochenbrunner Alm (Zufahrt satte aber seit Jahren stabile 4,- Euro Maut) Richtung Gruttenhütte rauf.

servus,

also wenn auf der tour einem die "opferrolle" gehörte, dann mir  >:D - so viel ist mal sicher. insgesamt brauchten wir 1:53 std von der wochenbrunner alm bis auf den gipfel - inklusive lebensberatung für orientierungslose kletter-aspiranten  ;D.
aber tom hat auch federn lassen müssen - beim abstieg kamen uns lange wegstücke vollkommen unbekannt vor. das hatte ich selten erst  :D.
klasse tour, dank dir.

sachranger

noch drei bilder:
1. die leiter mit dem meterhohen schnee drunter
2. stellenweise wirklich kurzweilige kletterei
3. tom war definitiv auf dem höchsten punkt im kaiser