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Autor Thema: »Zillertal-Challenge« am 24.05.2010  (Gelesen 1299 mal)

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Offline Tom

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»Zillertal-Challenge« am 24.05.2010
« am: 28.05.2010, 00:26 »
Servus

... ich bin's mal wieder  #angel# ...


Da meine Beine bei der "Wendelstein-Runde" mit Ralf am Sonntag genug zu tun hatten, wollten auch die Arme mal wieder etwas gefordert werden. Am Montag schien noch dazu, laut Wetterbericht, der ideale Tag zu sein, um die "Sommersaison" zu eröffnen. Früh morgens ging es also zusammen mit Ines zu einer ausgiebigen Trainingsrunde ins Zillertal.


vormittags

Zimmereben-Klettersteig  (Topo von bergsteigen.at)
Talort: Mayrhofen (633m)
Schwierigkeit: D
Länge: ca. 240 Hm bzw. 450 Klettermeter
erreichter Gipfel: keiner / Ausstieg hinter dem Gasthaus Zimmereben auf 859m

Immer wieder ein tolles Erlebnis. Kurzer Zustieg, schneller Abstieg und am Einstieg geht es gleich richtig zur Sache. Zum Aufwärmen genau das richtige.

Die "Morgen Sonne" gibt es nun auch schon vom Start weg ... die Bäume um den Anseilplatz wurden abgeholzt ... positiv: mehr Licht für Fotos in der "Einstiegsprüfung" und die Wand ist nach Regen schneller trocken ... negativ: durch die Waldarbeiten schaut es dort aus wie auf einem Schlachtfeld.

Den markanten Punkt "Ameisenbaum" gibt es auch nicht mehr ... die Ameisen haben offensichtlich den Baum verlassen  :(.

Die "Stop - kein Abstieg"-Beschilderung sollte man befolgen - auch beim Huterlaner-Klettersteig. Spätestens ab 10 Uhr reger Betrieb in beiden Steigen. Am besten vorher schon wieder unten sein.

Seit neuestem gibt es beim Zustieg an der Straße eine "Salewa-Hütte", da kann man sich Ausrüstung leihen (und sogar kaufen). Momentan nur am Wochenende ... im Sommer dann angeblich jeden Tag.

Einstiegsprüfung:



mittags

Naturpark-Klettersteig Nasenwand  (Topo von bergsteigen.at)
Talort: Ginzling (999m)
Schwierigkeit: oft D / Schlüsselstelle: E
Länge: ca. 400 Hm bzw. 500 Klettermeter
erreichter Gipfel: keiner / Ausstieg auf ca. 1450m

Nach der Aufwärmrunde fuhren wir dann gleich weiter nach Ginzling ... den Helm habe ich beim Fahren aber schon abgesetzt  ::).

Der Zustieg zum Steig ist hier gleich noch kürzer als beim Zimmereben-Klettersteig ... gut das wir schon die nötige Vorspannung hatten.

Mittlerweile ist alles super beschildert ... der Zustieg sowie die einzelnen "Stationen" ... im Steig sind immer wieder Tafeln mit dem Topo angebracht, auf denen man sieht, wo man sich gerade befindet. Das ist ganz praktisch, da man sich selbst auch ganz gut einschätzen kann ... insbesondere im Hinblick auf die überhängende Schlüsselstelle ... womit wir schon beim Thema wären:

Wer in der ersten Hälfte des Steiges schon Probleme hat und merkt, dass die Kraft nachlässt auf keinen Fall weitersteigen, sondern an der Kletterwand den Notabstieg nehmen. Oben wird es richtig hart. Die Schlüsselstelle [E] ist auch eine richtige Schlüsselstelle. Vor uns ist in diesem Überhang zweimal einer in sein "Geschirr" gerutscht. Beim ersten mal konnte er sich wieder hochziehen, beim zweiten mal lief das Seil soweit durch die Seilbremse, dass er mit den Armen nicht mehr ans Stahlseil kam. Kraft hatte er auch keine mehr ... Zitat von ihm: "der Saft ist draußen". Er hatte Glück, dass sein Kumpel vor bzw. über ihm eine ausreichend lange Reepschnur dabei hatte und ihn damit hochziehen konnte. Ich hab eigentlich schon die Bergrettung antanzen sehen. Und NEIN, das war kein Anfänger ... der hatte anfangs einen sehr geübten Eindruck auf mich gemacht.

Am Ausstieg angekommen findet man einen gemütlichen Rastplatz mit super Aussicht vor. Es sind auch zwei sehr schöne Panoramabilder angebracht, auf denen man ablesen kann, welche Gipfel von dort aus zu sehen sind.

Im ersten Drittel des Abstiegweges sind noch ein paar wenige Sicherungen (Seile) eingebaut. Zumindest die Handschuhe sollte man nicht wegpacken. Das komplette Set benötigt man meiner Meinung nach nicht mehr ... wer den Steig geschafft hat, kommt sicherlich auch ohne Ausrüstung über den Abstieg wieder runter.

Schlüsselstelle:



nachmittags

Klettersteig Gerlossteinwand  (Topo von bergsteigen.at)
Talort: Ramsau im Zillertal (604m)
Schwierigkeit: oft D / Schlüsselstelle: E
Länge: ca. 240 Hm bzw. 380 Klettermeter
erreichter Gipfel: Gerlossteinwand (2.166m)

Die Arme waren schon etwas müde, als wir wieder durch Mayrhofen gefahren sind. Wir wollten ihnen also noch etwas Entspannung gönnen und beschlossen, dass wir für den Aufstieg nicht die Gerlossteinbahn sondern den Ramsberglift benutzen. Von Ramsau im Zillertal ging es gemütlich im Einer-Sessellift hoch zur Sonnalm auf 1.350m ... blieben also immer noch 550 Hm für den Zustieg übrig, bei denen wir auch die Beine wieder etwas fordern mussten.

Vorher warnt uns die nette Dame im Kassenhäuschen noch, dass schon mehrere Leute wegen dem Schnee im Steig umgedreht haben. Sehr aufbauend ... genau soetwas wollte ich hören  ;D.

Beim Zustieg sah man dann schon, dass am Wandfuß noch ziemlich viel von dem weißen Zeug lag  :o. Ab dem "Starthäuschen" war dann teilweise knietiefes Spuren in "Sumpfschnee" angesagt ... hüfttiefe Löcher gab es auch einige. Der Streckenabschnitt hat uns ganz schön ausgebremst und spätestens ab da wussten wir auch, dass wir den letzten "Sessel" ins Tal um 17:10 Uhr wohl nicht mehr erreichen werden  :'( ... wir konnten uns also Zeit lassen  #angel#.

Der Klettersteig selbst war weitestgehend schneefrei. Drei Querungen waren noch schneebedeckt, alle aber unproblematisch zu machen und bereits gespurt. Das Seil ist an diesen Stellen in "Handlauf-Höhe" angebracht und gut zu greifen.

Die Stelle für die erwähnten "Umkehrer" war dann offensichtlich die Querung am Wandbuch vorbei zur Abschlusskante. Dort lag noch ein relativ großes Schneebrett AUF dem Seil ... der zu überwindende Abschnitt OHNE Seil knapp 10 m lang. Ein Ausgraben war nicht möglich, also musste es so gehen. Wenige Spuren waren vorhanden und der Schnee war dort oben doch noch relativ fest ... für uns ging es also drüber und die letzten Höhenmeter rauf zum Gipfel.

Nach der einsamen und wohlverdienten Gipfelbrotzeit durften wir dann noch die knapp 1.600 Hm bis zum Parkplatz absteigen. So konnten wir also auch noch die Abendsonne in vollem Umfang genießen.

Im Zustieg:


Heikle Querung am Wandbuch:


Kurz vorm Ausstieg:


Es geht an den Abstieg:






Fazit:

Der Tag hätte besser nicht sein können. Von morgens bis abends blauer Himmel mit Sonnenschein ... Sonnenbrand inklusive 8).

Selbst mit Handschuhen haben unsere Hände nach den insgesamt knapp 900 Hm bzw. 1.350 Meter im Klettersteig ganz schön geraucht.

Gesamte "Challenge" im Aufstieg ca. 1.550 Hm und im Abstieg ca. 2.300 Hm.

DER SOMMER KANN KOMMEN !!! 8)




Gruß. Tom.

roBerge.de

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« am: 28.05.2010, 00:26 »

Offline thomas_kufstein

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Re: »Zillertal-Challenge« am 24.05.2010
« Antwort #1 am: 28.05.2010, 12:17 »
Respekt!
Starke Leistung ihr zwei!

Servus,
Thomas