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Sammelthema Lawinenunglück

Begonnen von Reinhard, 07.03.2010, 20:58

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Reinhard

In der Tat gab es in den letzten Tagen so viele Lawinenunfälle und Lawinentote wie schon lange nicht mehr. Vom vergangenen Donnerstag bis Sonntag bilanzierte der Lawinenwarndienst Tirol rund 100 gemeldete Lawinenereignisse in Tirol, davon waren bei elf Lawinenabgängen 28 Personen beteiligt, acht von diesen sind verstorben. Zwei Personen verstarben am 4.2. an der Breiteggspitze in den Kitzbüheler Alpen.
Heute herrschte die Lawinenwarnstufe 4, in den unteren Bereichen 3. Die Situation soll sich in den nächsten Tagen entschärfen.

Auf roBerge haben wir in der linken Seitenleiste den Link zur täglich aktuellen Lawinensituation angebracht ("Lawinenlage").

Zwerch

Zitat von: schneerose am 16.01.2022, 22:08
Auch wenn wohl die wenigsten solche Steilwandabfahrten machen, trotzdem interessant:

https://www.br.de/mediathek/podcast/bergfreundinnen/andis-letzte-abfahrt-lawine-story/1846465

Rekonstruktion vom tödlichen Lawinenunfall vom Riesner Andi, Februar 2012.

Als ich damals von dem Unfall gelesen habe, dachte ich mir: "Wow, wer geht so eine Tour?! Das müssen ganz schöne Hund sein."
Als ich kurz drauf erfahren habe wer dort gestorben ist, war die erste Frage beantwortet. Aber neue Fragen tauchten auf....
Dank dem Bericht ist mir persönlich jetzt vieles klarer geworden. Eine super Reportage vom Nachbar Sebastian wie ich finde...über das blabla dazwischen kann man sicher geteilter Meinung sein.

MANAL

Am Samstagmittag ging am Ettaler Mandl eine Lawine ab und hat zwei Wanderer die auf dem Normalweg vom Laber zum Ettaler Mandl waren mitgerissen. Wieviel Winterwanderer sich vor Touren und bei der Auswahl überhaupt Gedanken über Lawinen machen?

ZitatAm Ettaler Mandl ,,bislang nichts bekannt": Ungewöhnlicher Lawinen-Abgang reißt Wanderer mit sich

Ehrenamtliche Retter befreiten zwei Schwaben am Ettaler Mandl aus einer Lawine. Sie waren auf dem regulären Weg vom Laber aus unterwegs, als das Schneebrett abging.
https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/oberau-ort60590/zwei-verletzte-nach-lawinenabgang-91345832.html

Infothek

Auf der Seite des Deutschen Alpenvereins gibt es eine sehr interessante Information über Lawinenarten und Lawinengefahren von Florian Hellberg, auf die wir hier verweisen:

Lawinenarten und Lawinengefahren

Passend dazu der bekannte Buchtipp von Rudi Mair und Patrick Nairz:



Bernhard G.

Ich empfehle Euch die Videos des ÖAV. Dort ist der Vortrag von Michael Larcher aufgezeichnet:
2021/22: https://youtu.be/q9MJBYdmqQo
2020/21: https://youtu.be/2Pg1kDlXtlc

Es gibt auch noch ältere Vorträge auf deren youtube-Kanal. Der Inhalt (Theorieteil) ist immer sehr ähnlich. Reinschauen lohnt sich dennoch, die besprochenen Unfälle sind wirklich sehr spannend. Dank der seuchenartigen Verbreitung von Helmkameras & Co ist man live bei den Abgängen dabei. Man kann sich sehr schön selber fragen, ob man auch in die Hänge reingefahren wäre.

MANAL

Ein Lawinenabgang mit Verletzte am Grießner Hochbrett in den Loferer Steinberge mit sechs Tourengeher aus dem Landkreis Rosenheim.

ZitatLawinenabgang in Weißbach: Vier Verletzte
Glimpflicher als zunächst befürchtet ist Samstagnachmittag ein Lawinenabgang in Weißbach bei Lofer (Pinzgau) ausgegangen. Dabei sollen vier Menschen leicht verletzt worden sein, eine Person sei unverletzt geblieben, meldete das Rote Kreuz gegen 14.45 Uhr.
https://salzburg.orf.at/stories/3199299/

Infothek

Heimtückischer Altschnee sorgt für Gefahr

Eine Kaltfront bringt derzeit in höheren Lagen viel Neuschnee. Dadurch steigt auch die Lawinengefahr an. Der Tiroler Lawinenwarndienst rechnet in den kommenden Tagen mit spontanen Lawinenabgängen.

https://www.alpin.de/home/news/56967/artikel_tirol-steigende-lawinengefahr-durch-neuschnee.html

MANAL

Gestern gab es am Bärenkopf am Achensee einen Abgang einer Nassschneelawine mit einem toten Wanderer. Tragisch, aber bei den aktuellen Bedingungen mit Unmengen an Schnee ab ca. 1500 Meter und extrem hohen Temperaturen und Sommerwanderern die überhaupt kein Bewusstsein über Lawinen haben nicht allzu verwunderlich.

https://www.merkur.de/welt/lawine-oesterreich-achsensee-urlauber-wanderer-bayern-tot-tirol-lawinengefahr-schnee-alpen-92996793.html

ZitatLawinen-Drama in Österreich: Schneebrett überrascht Gruppe aus Bayern – Wanderer (19) tot

 Eine Lawine hat eine Wandergruppe aus Bayern am Achensee in Tirol überrascht. Sie war eigentlich in schneefreiem Gelände unterwegs. Es gab einen Toten und einen Verletzten.

EDIT:
Hier gibt es einen detaillierten offiziellen Bericht zu dem Unglück:
https://lawinen.report/blog/at-07-de/9948

mh

Die Tourenauswahl der jungen Leute war sicher nicht optimal, aber ich finde es immer besonders tragisch, wenn jemand schon einsieht, dass die Sache gefährlich wird und den Rückzug antritt und dann erwischt es ihn gerade da.... Ich verfolge seit Jahren die sehr gut aufbereiteten Lawinen-Reports (nicht weil ich gern Unfälle sehe, sondern weil man da viel lernt) und da findet man wirklich alles: von Risiko-Junkies, die komplett ohne Hirn unterwegs sind, bis zu Pechvögeln, die eigentlich nichts (oder nicht viel) falsch gemacht haben, aber zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Es gab auch schon Lawinenopfer, die im Urlaub in geringer Höhe auf einem Almweg unterwegs waren (Empfehlung vom Vermieter!), als sich einige Hundert Meter höher justament eine Rinne entlud und die Familie vom Forstweg fegte. Nicht immer kann man das Gelände oberhalb gut einsehen und die notorischen Lawinenschneisen kennen vielleicht die EInheimischen, aber nicht die Urlauber. 

Heute hat es drei Teilnehmer einer großen Gruppe - geführt von 4 Bergführern - beim Zustieg zur Martin-Busch-Hütte erwischt. Da kam der gesamte Hang quasi am Stück daher (180x80m), s. ORF . Da geht man ja in einem v-förmigen Tal wie in einer Mausefalle. Bin da auch schon mal bei Lawinenstufe 3+ im Rahmen einer DAV-Tour hintergelatscht, mit ziemlich schlotternden Knien (Stichwort Gruppenzwang).