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"der" oder "die" Rodel?

Begonnen von mrs.t.m, 17.01.2010, 12:44

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mrs.t.m

Also ich muss das jetzt hier mal loswerden:

Ist RODEL männlich oder weiblich?

Hier im Forum will sich jemand "einen" Rodel kaufen oder spricht über die Lenkbarkeit von "dem" Rodel...

Das muss doch "DIE" Rodel heißen, oder?  #gruebel#
Man kauft sich "EINE" Rodel und spricht über die Lenkbarkeit "DER" Rodel!!!

Oder gibt es da sprachlich regionale Unterschiede?

Aber sogar beim Peter Wiki ist es DIE Rodel!  #secret#
(Der Beitrag wurde wohl von einem Bayern geschrieben ;))


Was meint ihr dazu?



Gruß, Tanja (die gespannt ist auf eure Antworten)

Captain Coconut

Ich hätt gsagt: DER Schlitten  ;)

Das Deutsche Universalwörterbuch, die Bibel der Germanisten, sagt auch:
Rodel, der, -s (bayr.): Rodelschlitten; allerdings auch
Rodel, die, -, -n: zu mundartl. rodeln = rütteln, schütteln (österr.): 1. kleiner Schlitten 2. Kinderrassel

Im Wikipedia-Artikel finden sich beide Geschlechter...

Gruß
Wini

rennschnecke

Die Rodel  ???
stimmt schon, aber nur in der Mehrzahl  ;D, ansonsten ist das zumindest nach meinem Sprachgefühl grausam  :o.

Ansonsten kannst Du dsa ganz einfach unterscheiden:
Hat Dein Rodel ein blaues oder ein rosartotes Schnürl zum ziehen ?
(Sag jetzt nicht lila, das wäre die Farbe der unbefriedigten Frau ;D )

Viele Grüße

rennschnecke

Brixentaler

In Tirol sagt man immer die Rodel und in der Mehrzahl die Rodeln!
Aber: der Schlitten (bzw. der Rodelschlitten)

Eine extra Unterstützung für die "weibliche Form" findet ihr bei den großen Tiroler (Renn)Rodelherstellern Gallzeiner, Fluckinger und Kathrein: diese schreiben auch ausschließlich "die Rodel".

Ich hab' jetzt, wie Wini, auch mal im Duden nachgeforscht:

Ro|del, der; -s, - [H. u.] (bayr.): Rodelschlitten.

Ro|del, die; -, -n [1: zu →Rodel; 2: zu mundartl. rodeln = rütteln, schütteln] (österr.): ...


Es hat den Anschein, dass "weibliche Rodeln" nur in Österreich vorkommen :-\.

Zitat von: Tanja am 17.01.2010, 12:44
...
Das muss doch "DIE" Rodel heißen, oder?  #gruebel#
Man kauft sich "EINE" Rodel und spricht über die Lenkbarkeit "DER" Rodel!!!
...

Ich finde, Du hast völlig Recht :D

ehemaliges Mitglied

Das Wort "Rodel" nehm ich das ganze Jahr nicht in den Mund!

Für mich gibt's bloß "Schlien" (Schlitten) und als Tätigkeitswort "schlienfahrn" (schlittenfahren).  ;)

Bergfuzzi

Zitat von: Bergfritz am 17.01.2010, 15:55
Das Wort "Rodel" nehm ich das ganze Jahr nicht in den Mund!

Für mich gibt's bloß "Schlien" (Schlitten) und als Tätigkeitswort "schlienfahrn" (schlittenfahren).  ;)

genau so is, da boa sogd ja a ned "Gehen wir rodeln".......... #cheesy#

mia ham scho ois buam gsogd gema schlien foan .......... ;D
......und so sogd mas heid a nu.

nix füa unguad............ >:D

somid hoasds........... da schlien "Der Schlitten"

Brixentaler

Im tiroler Rodelsport macht man meistens Unterschied zwischen einem Schlitten und einer Rodel.
Eine Rodel hat normalerweise eine niedrigere Sitzhöhe als ein Schlitten, außerdem soll sie flexibel (d.h. lenkbar an den Schnüren) sein. Schlitten sind starr und nur mit den Füßen zu lenken. Des weiteren ist die Kufenneigung bei einer Rodel über 20º, bei einem Schlitten weniger oder überhaupt nicht geneigt.

Dieser Bezeichnungsunterschied ist aber anscheinend sogar bei den Rodelherstellern selbst nicht zum verwenden üblich... :-\

Zitat von: Bergfuzzi am 17.01.2010, 16:10
...da boa sogd ja a ned "Gehen wir rodeln"..........

Mia sogn aa nur: "Roas ma!"  8)

mrs.t.m

ich bin ganz überrascht, über die vielen reaktionen.
ich hab auch nochwas gefunden wo von DEM Rodel, abgeleitet von DEM "Schlitten"-Rodel gesprochen wird.

sonst bin ich natürlich auch auf der Seite vom Bergfuzzi und Bergfritz.
Freili geh i zum Schlienfahn!
Und der is a ER  ;D

Lt. Brixi ist DIE Rodel ja österreichisch und deshalb ganz klar, das sich DER Rodel
in meinen zu 50% österreichischen Ohren ganz ganz schlimm anhört - unsere rennschnecke is bestimmt a boarische rennschnecke  :D
Und mein Schnürrl ist übrigens weiß  ;)

Danke auch Brixi für die Erläuterung des Unterschieds in der Bauweise.
I hob demnoch eindeutig an Schlien - genau so oan:

WAndreas

Also für mich war es bis jetzt immer "der Schlitten" und "die Rodel" aber interessant dass das manche auch anders sehen. :)

Samerbergradler

Zitat von: Brixentaler am 17.01.2010, 17:00
Eine Rodel hat eine niedrigere Sitzhöhe als ein Schlitten, außerdem soll sie flexibel (lenkbar an den Schnüren) sein. Schlitten sind starr und nur mit den Füßen zu lenken. Des weiteren ist die Kufenneigung bei einer (Sport)Rodel meistens über 20º, bei einem Schlitten weniger oder überhaupt nicht geneigt.

Ich fürchte, so leicht ist die Sache aber nicht.
Der Hackl-Schorsch (Georg Hackl), bekanntermaßen ehemaliger Rennrodler hat aber immer nächtelang an seinem Schlitten geschraubt und geschliffen. ???
Ich glaube, der würde das Wort "Rodel" niemals in den Mund nehmen.
Und mit so einem vorher abgebildeten Teil wäre bestimmt nicht mal er die Bobbahn heruntergebrettert.....


Brixentaler

Hallo Samerbergradler,

Zitat von: Samerbergradler am 19.01.2010, 16:43
Ich fürchte, so leicht ist die Sache aber nicht.

(...)

Und mit so einem vorher abgebildeten Teil wäre bestimmt nicht mal er die Bobbahn heruntergebrettert.....

Ich glaube, Du machst Dir die Sache selbst komplizierter, denn m.W. sprechen wir hier die ganze Zeit schon vom rodeln bzw. "schlienfahrn" ;) auf Naturrodelbahnen.

Das (Renn)Rodeln auf Naturrodelbahnen ist schon ganz was anderes als das Rodeln auf künstlichen und vereisten Bob-Fahrbahnen, was man auch tatsächlich mit anderen Fahrzeugen macht. Sowieso gibt es für Weltmeisterschaften ganz andere Rodelmodelle.
Ein Bob ist nicht zu vergleichen mit den von Naturrodlern verwendeten Fahrgeräten. Ich tät' auch niemandem wünschen, dass er mit einer Touren- oder Sportrodel aus Eschenholz über eine Bob-bahn fahren muss... ;D

Ich möcht' kurz ausdrücklich erwähnen, dass sich mein Wissen vom Rodeln nur bezieht auf Erfahrungen aus der tiroler Naturrodelsportszene. Meine Mutter rodelte früher an der Spitze beim Hopfgartner Rodelverein mit und fuhr (und gewann) Rennen in ganz Tirol. Dies alles geschah damals mit Gallzeiner Sportrodeln. Sie konnte auch mich schon sehr jung für das Rodeln begeistern und jetzt komme ich ziemlich gut zurecht mit meiner eigenen Rodel.
Wie es also in Bayern zugeht und was für Terminologie man dort im Rodelsport verwendet, weiß ich nicht genau :-\.

Brixentaler

Zugabe für Samerbergradler:

Schau mal wen ich da im Internet gefunden habe, auf einer klassischen Rennrodel Tourenrodel aus Eschenholz: den Hackl Schorsch :D.
Achtung: er sitzt draußen im Schnee, also wahrscheinlich auf einer Naturrodelbahn.


Samerbergradler

Zitat von: Brixentaler am 19.01.2010, 21:06
Zugabe für Samerbergradler:

Schau' mal wen ich da im Internet gefunden habe, auf einer klassischen Rennrodel aus Eschenholz: den Hackl Schorsch :D! Achtung: er sitzt draußen im Schnee, wahrscheinlich auf einer Naturrodelbahn.


Ich sag schon nix mehr.....

Brixentaler

Zitat von: Tanja am 18.01.2010, 07:07
...
Danke auch Brixi für die Erläuterung des Unterschieds in der Bauweise.
...

Die Unterschiede in Bauweise, Handhabung und Fahrleistung zwischen (Sport)Rodel und Schlitten kamen in unten erwähnter Fernsehsendung ausführlich zur Sprache.
Die Sendung ist mittlerweile auch auf YouTube zu finden und nachzuschauen: Gallzeiner Rodelbau.

Ich schreibe darüber, weil es m.E. zur verdeutlichung der Diskussion dieses Themas beiträgt. Es wurde im Video übrigens kontinuierlich von einem Rodel gesprochen. Trotzdem ist eine Rodel in Tirol normalerweise üblicher.

Zitat von: Brixentaler am 28.01.2011, 13:30
Im vergangenen Dezember habe ich die Gallzeiner "Rodelfabrik" besucht. Es stellte sich heraus, dass dies bloß eine kleine Zimmererwerkstatt im Keller eines Einfamilienhauses ist. Hier werden das ganze Jahr über handwerklich alle Rodeln hergestellt.
Es war sehr interessant, den Rodelherstellern mal eine Weile zuzuschauen und von der freundlichen Betriebsleiterin mehr über die Herstellung einer Touren- oder Sportrodel zu erfahren. Nachher schaut man so eine "einfache" Rodel schon mit anderen Augen an.

Ich dachte mir, sowas wäre für bayerische Rodelfans auch mal interessant zu sehen...

(...)

Also: Sonntag, 30. Januar 2011 um 19.10 Uhr auf ProSieben.
Aus: "Fernseh-Tipp"