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Autor Thema: Klettersteig auf/über den Roßkopf am 22.11.2009  (Gelesen 4558 mal)

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Offline Tom

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Servus roBergler,

bei traumhaftem Herbstwetter haben Ines und ich einen weiteren Teil eines "Gesamtprojektes" im Rofan ausgekundschaftet.

Nach dem »Hans Obholzer Gedächtnissteig« - den wir vor gut zwei Wochen gemacht haben - war heute (So., 22.11.2009) der zweite, bereits fertiggestellte Klettersteig an der Reihe.


Rahmendaten zum Klettersteig:

Name: ... bislang noch namenlos ...
Schwierigkeit: überwiegend B und C; Stellen C/D
Länge: ca. 220 Meter / 160 Hm
Erbauer: Bergrettung Maurach
erreichte(r) Gipfel: Roßkopf (2.246m)


Da das für nächstes Jahr angekündigte "Gesamtprojekt" des Tourismusverbandes Achensee noch nicht vollständig ferstiggestellt ist, werde ich erst wieder im kommenden Frühjahr mehr berichten. Vorweg sei aber gesagt: Der Wahnsinn ist mit den zwei neuen Klettersteigen noch lange nicht erreicht  :o.




Um an dieser Stelle nochmal ein älteres Thema aufzugreifen: Roßköpfe im Rofan?

hallo
weiß jemand ob es so etwas wie einen weg auf die roßköpfe ( neben der seekarlspitze ) im rofan gibt ?


Auch wenn dadurch mal wieder eine leichtere Kletterroute "ausradiert" wurde ... ab der nächsten Saison gibt es mit dem Klettersteig nun einen offiziellen "Weg".




Tourenbericht:

Damit es nicht langweilig wird, haben wir uns heute zum ersten mal für den "Aufstieg" von der Kanzelkehre entschieden. Wir starten also auf knapp 900m ü.d.A.



Was ich nicht gewusst hatte - was mir aber bei genauerem Betrachten der Karte hätte auffallen müssen - dass man erst mal knapp eine halbe Stunde bergab geht, um dann den eigentlichen "Aufstieg" ca. 170 Hm weiter unten zu beginnen.



Während des Aufstiegs über Schichtalm, Alpiglalm und Schermsteinalm genossen wir den Sonnenschein bei herbstlichen 12°C.



Erst kurz vor der Schermsteinalm (1.855m) konnten wir dem Schnee nicht mehr ausweichen ... und auch der Wind wurde immer stärker.



Obwohl der Schnee die letzten zwei Wochen wieder deutlich zurückgegangen ist, war der Weiterweg durchaus sehr mühsam. Der geplante "Direkt-Zustieg" über den Grubasee war mir wegen dem Abgang mehrerer Nassschneelawinen zu gefährlich, also mussten wir zuerst Richtung Rofanspitze aufsteigen. Erst auf ca. 2.100m konnten wir dann westlich zur Grubascharte (2.102m) queren.



So nah vor einem Gipfel sind wir noch nie abgedreht ... aber für den Abstecher auf die Rofanspitze war keine Zeit. Der Roßkopf (rot markiert) sah noch so weit entfernt aus.



Da es bislang weder Markierungen noch eine Beschilderung ... ja noch nicht einmal einen erkennbaren Zustieg zu diesen Klettersteig gibt, war es mal wieder schwierig überhaupt den Einstieg zu finden. Etwas oberhalb des Normalweges, der südlich am Wandfuß vorbeiführt, haben wir dann doch den Beginn der Versicherungen entdeckt.



Die ersten Meter: warm, trocken und windstill. Das Stahlseil wurde von der Bergrettung Maurach in bestmöglicher Linienführung durch die brüchige Südwand gezogen und gut abgesichert. Trotzdem fühlten wir uns nicht gerade wohl. Viel loses Gestein im Steig ... und oftmals blieb einem das, was man anfasste auch gleich in der Hand. Da stellte sich mir sofort die Frage, ob es wohl ab der nächsten Sommersaison eine Helmpflicht für Wanderer geben wird, die auf dem Weg direkt unterhalb des Steiges queren wollen  ::).



Eine Aufwärmphase im Steig selbst gibt es nicht. Vom Einstieg weg, geht es gleich richtig zur Sache. Für mein Empfinden deutlich schwieriger als der neue Steig an der Haidachstellwand, aber die ganz großen Schwierigkeiten bleiben aus. Eine Bewertung mit [C/D] ist wohl angemessen.



Eine der schwierigeren Stellen nach gut der Hälfte des Steiges ... etwas bauchig, aber gut mit Trittbügeln ausgestattet. Unten links ist deutlich der Wanderweg erkennbar. Vorsicht Steinschlag !!!



Auf der Ostseite lies sich ein Kontakt mit dem Restschnee nicht vermeiden.



Oben auf der Gratschneide geht es dann gut 20 Meter ziemlich luftig hinüber zum Gipfelaufbau.



Gleich ist der Gipfel erreicht. Da die Zeit drängt, fällt die Gipfelbrotzeit heute mal wieder aus ... viel Platz dazu ist dort oben sowieso nicht.



Noch wird der Abstiegsweg von dicken, fetten Gemsen blockiert.



Vom Gipfel führt der Abstieg in nord-westliche Richtung über ein paar Türmchen und endet auf einem Grasband, wo dann auch die Versicherungen enden. Bis auf einen kurzen Felsvorsprung geht es nun "seilfrei" entlang der Nordabbrüche in die Scharte zwischen Roßkopf und Seekarlspitze. Dort kann man dann direkt auf den Wanderweg absteigen (ca. 15 Meter).



Aus zeitlichen Gründen haben wir uns beim Rückweg für die etwas kürzere Alternative über Grubalacke und Krahnsattel entschieden. Als wir bei der alten Skihütte (1.816m) unweit der Schermsteinalm endlich Brotzeit machen, war uns klar, dass wir heute wohl nicht mehr bei Tageslicht zum Auto zurückkehren.





Alles in allem eine einsame und ausgiebige Tour ... nur die 170 Hm Gegenanstieg zum Parkplatz an der Kanzelkehre hätten nicht mehr sein müssen, zumal es da schon stockfinster war.



+++ gesamte Runde ca. 1700 Hm auf 18 km +++





Gruß. Tom.

metatags: roßkopf rosskopf rofan klettersteig gesamtprojekt achensee haidachstellwand hans obholzer gedächtnissteig

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« am: 25.11.2009, 19:50 »

Offline Tom

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Re: Klettersteig auf/über den Roßkopf am 22.11.2009
« Antwort #1 am: 25.02.2010, 10:11 »
 
Zur Ergänzung:

Habe gerade ein TOPO von bergsteigen.at auf der Seite vom Tourismusverband Achensee gefunden:

TOPO Klettersteig auf den Roßkopf




Gruß. Tom.