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Autor Thema: Tristkogel-Klettersteig  (Gelesen 3373 mal)

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Offline Tom

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Tristkogel-Klettersteig
« am: 14.11.2009, 23:34 »
 
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 Tristkogel-Klettersteig am 14.11.2009 (Winterbegehung)
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Servus roBergler,

gestern sind wir irgendwie von dem total blödsinnigen Film "Vertical Limit" auf Pro7 angefixt worden ... das
kommt davon, wenn man sinnlos durch die TV-Landschaft zappt. Aber egal, die Sucht war stärker als wir
und so haben wir heute morgen schon wieder das Klettersteig-Set in den Rucksack gepackt.

Heute ging es ausnahmsweise mal in die Kitzbüheler Alpen. Bereits im Jahre 2004 hat man unter all diesen
Grasgipfeln tatsächlich einen gefunden, der die passende Felswand für einen richtig knackigen Klettersteig
bietet ... und noch dazu eine Nordwand  8).


Rahmendaten zum Klettersteig:

Name: Tristkogel-Klettersteig
Schwierigkeit: überwiegend B und C; zwei Stellen C/D
teilweise extrem ausgesetzt
Länge: ca. 200 Höhenmeter
erreichte(r) Gipfel: Tristkogel (2.095 m) / Kitzbüheler Alpen
Erbauer: Adventure Center Kitzbühel / 2004




Aufgrund der Wettervorhersage haben wir uns heute auf einen schönen Tag eingestellt und rechneten
mit etwas mehr Sonne, höhere Temperaturen aber auch mit starkem Föhnwind. Der Wind war da, aber
auf Sonne und T-Shirt-Wetter warteten wir vergebens. Bereits auf der Fahrt nach Kitzbühel zog sich der
am Morgen noch klare Himmel zu ... das sollte dann auch bis zur Dunkelheit so anhalten. Dafür hielt sich
der Wind in Grenzen und selbst am Gipfel hatten wir dann doch noch knapp 7°C.

Da der Schnee in den unteren Lagen so gut wie weg geschmolzen ist, konnten wir bis zum Parkplatz der
Bochumer Hütte hochfahren, was uns gut eine Stunde Aufstieg ersparte. Von dort ging es zunächst auf
breitem, teilweise vereistem Fahrweg, dann ab der Niederkaseralm auf verschneitem Steiglein weiter zur
Oberkaseralm (1.800m).

Im Gegenlicht schimmerte alles wie in Zuckerguss ...



Von der Oberkaseralm bis zum Einstieg sollen es angeblich nur 10 - 15 Minuten sein - im Sommer!!!

Trotz guter Vorbereitung (Internet, Karten, Topo, Fotos) stellt sich uns vor Ort die Frage: Wo ist der Einstieg?!
Bei Schnee sieht alles ganz anders aus ... Wegweiser und Markierungen sucht man vergebens.
Ich also vor lauter Tatendrang erstmal die falsche Rinne hochgegraben ... Sackgasse!



Nach gut 50 Minuten Schneewühlerei dann doch noch den Einstieg anvisiert ...



Zumindest am Fels war dann alles trocken und die Sicherungen bombenfest verankert
(erinnerte mich irgendwie an die Eisenführen am Dachstein) ...



Die leicht überhängende Schlüsselstelle [C/D] kostete einiges an Nerven und Kraft ...



Allgemein ist dieser "Leitern-Abschnitt" eine ziemlich luftige Angelegenheit ...



Auf dem "Gamsband" war dann wieder "graben" angesagt ...



... bevor es auf grasbewachsenem Schiefer in die Schlussgerade ging ...



Ganz alleine am Gipfel ... weit und breit niemand außer uns zwei. Auch auf den anderen umliegenden Gipfeln
war niemand zu sehen ... es liegt halt einfach noch zu wenig Schnee für die Tourengeher  #angel#.



Beim Gipfelabstieg kam dann doch noch einmal die Sonne zum Vorschein ... oder war das schon der Mond?
Durch die Föhnlage änderte sich der Himmel alle paar Minuten und sorgte teilweise für surreale Stimmung.



Nochmal ein Blick zum Wilden Kaiser und Kitzbüheler Horn bevor es hinab zum Parkplatz geht ...





Sehr einsame, aber schöne Runde mit anspruchsvollem, kurzen Klettersteig.

Im Sommer als Bike&Hike wohl ein richtiger Hit  >:D .



+++ insgesamt ca. 910 Hm / 8,5 km +++



Beschreibung und schöne Sommerfotos von tourenwelt.at
TOPO von bergsteigen.at



Gruß. Tom.



Anhang:
-- Blick vom Gipfel nach Süden (ca. 150°)

roBerge.de

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« am: 14.11.2009, 23:34 »

Offline Radlbiene

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Re: Tristkogel-Klettersteig
« Antwort #1 am: 14.11.2009, 23:53 »
Servus Tom!!!

Oh, oh, Deine Bilder sehen ja eigentlich schon nach richtig viel Schnee in den Kitzbühlern aus!  :o Wirklich noch keine Skitouren in meinen geliebten Kitzbühlern möglich??? Schade, schade! Aber eine gute Unterlage scheint schon da zu sein?!  ;)

Aber vor einigen Jahren war der Einstieg für den Klettersteig auch im Sommer schlecht zu finden. Da war der allerdings noch ganz neu und der Weg zum Einstieg wohl auch noch nicht richtig ausgetreten.

Aber die Leitern sind wirklich der Hammer, gell! Da muss man den richtigen "Hüftschwung" erwischen, um sich da hochzuwurschteln! Aber ansonsten wirklich kleiner giftiger Klettersteig! Und ja, Bike & Hike auf diesen Berg und überhaupt in den Kitzbühlern super!!!!  :)

LG von
Radlbiene

Offline Tom

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Tristkogel-Klettersteig am 23.10.2010
« Antwort #2 am: 24.10.2010, 15:31 »
 
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 Tristkogel-Klettersteig am 23.10.2010 (Winterbegehung)
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Servus roBergler,

während hier manche wegen dem Montagsrätsel lieber auf einen Bergtag verzichteten  ;), nutzten Ines und ich das für den "Süden" vorhergesagte "gute" Wetter nochmals zu einer Trainingsrunde.

Die Wettervorhersage sprach ja eigentlich klare Worte ... je näher das Ziel am Alpenhauptkamm, umso besser das Wetter ... also ging es ausnahmsweise mal wieder in die Kitzbüheler.

Nachdem wir bei unserer "Erstbegehung" letztes Jahr im November schon Probleme hatten überhaupt den Einstieg zu finden, haben wir ihn diesmal gleich direkt angesteuert, was uns eine halbe Stunde Zeit gespart hat.

Bei etwas wärmeren Temperaturen, aber leider um einiges weniger an Schnee, ging es in den Steig. Der Helm war schon allein wegen der Eiszapfen wieder erforderlich  ;). Wir kamen aber auch diesmal ohne Probleme durch. Mitgeführtes Seil und Eispickel blieben ungenutzt am Rucksack. Die Leitern-Passage setzte auch bei unserer zweiten Begehung noch eine gehörige Portion an Adrenalin frei ... ich kenne da nichts Vergleichbares  :o.

Ziemlich einsam genossen wir die Gipfelbrotzeit dann auf dem Tristkogel (2.095m). Während der Föhn im Süden immer wieder vergebens versuchte die Wolken vom Himmel zu schieben und die Sonne sich bemühte auch mal durchzukommen, sah es im Norden ziemlich düster aus.

Da weniger Schnee lag als wir dachten und wir deswegen auch viel schneller voran kamen, hängten wir noch einen Teil der Gipfelsammelrunde mit dran, die eigentlich als Eingehtour für den Frühsommer geplant gewesen war.

Teilweise "trocken", stellenweise aber auch knietief im Schnee stapfend ging es noch über den Saalkogel (2.007 m) zum Rauber (1.972m) und dem Kamm folgend über Hahnenkampl (1.812m) und Laubkogel (1.760m) zur Kelchalm [alias Bochumer Hütte] (1.432m).

Auf der Kelchalm gab es noch Glühwein, Kaffee und Linzer Schnitten mit Sahne (sehr zu empfehlen), bevor es in knapp 15 Minuten runter zum Parkplatz am Pochwerk ging. Die hatten übrigens heute den letzten Tag vor der Wintersaison offen. Es gibt also erst wieder was, wenn genug Schnee für die Tourengeher und Rodler liegt.


+++ ca. 1300 Hm auf knapp 14 km +++



Gruß. Tom.




Hier noch ein paar Impressionen:

Eiszapfen


Schlüsselstelle


Leiternpassage / überhängende Schlüsselstelle von oben


Am Gipfel


Die Sonne kämpft - wir auch!


Der Letzte in der Runde ... am Laubkogel


Wir haben es geschafft - die Sonne kämpft immer noch

Offline rB-Infothek

  • roBergler
  • Beiträge: 441
Tristkogel-Klettersteig abgebaut
« Antwort #3 am: 14.08.2020, 21:46 »
Einer der wenigen Klettersteige in den Kitzbüheler Alpen, der Tristkogel-Klettersteig, wurde jetzt komplett abgebaut, auf Wunsch des Grundeigentümers.
Der Klettersteig existiert nicht mehr!