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Autor Thema: Drachenwand-Klettersteig am 25.10.2009  (Gelesen 5639 mal)

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Offline Tom

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Drachenwand-Klettersteig am 25.10.2009
« am: 26.10.2009, 20:20 »
Servus roBergler,

bei unserer Schneeschuhtour am Geigelstein letztes Wochenende, haben wir festgestellt, dass wir noch nicht bereit sind für den Winter.

Leider war das Wetter bei uns am morgen mal wieder nicht so, wie wir es uns eigentlich erhofft hatten ... also erst mit dem Kaffee vor die Glotze und Alpenpanorama schauen. Nach mehreren Bildern von Nebel, Schnee und bewölktem Himmel plötzlich Aufnahmen aus dem Salzburger Land. Scheinbar ist das Wetter im "Osten" besser als bei uns!

Ines hatte dann auch gleich die Idee für die Tour ...

Die Fahrt haben wir schnell hinter uns gebracht ... es war erstaunlich wenig los auf der Autobahn. Am "romantischen" Mondsee warteten 16°C, Sonne und blauer Himmel auf uns 8). Genau so haben wir uns das vorgestellt.

Wir wollen auf den 1.060 m hohen Hausberg der Gemeinde St. Lorenz - die Drachenwand - über den gleichnamigen Klettersteig, der im Herbst 2008 errichtet und im Frühjahr diesen Jahres offiziell eröffnet wurde.


Rahmendaten zum Klettersteig:

Name: Drachenwand Klettersteig
Schwierigkeit: überwiegend B / C ... Stellen D
Länge: knapp 400 Hm / 560 Klettermeter
erreichter Gipfel: Drachenwand (1.060m) / Salzkammergut





... das Auto am extra eingerichteten "Klettersteigparkplatz" des Gasthofes Drachenwand abgestellt und schon folgten wir der Beschilderung zum Klettersteig. Auf dem Weg zum Anseilplatz erkennt man schon die Liebe zum Detail, mit der die Erbauer hier am Werk waren.

Trotz des guten Wetters war nicht viel los. Als wir unsere Ausrüstung anlegten kämpfte sich gerade eine 5er-Gruppe durch die Einstiegspassage ... zwei lange Edelstahlleitern. Es dauerte nicht lange, bis wir sie eingeholt hatten. Es waren eine Gruppe Einheimischer die uns freundlich Platz zum Überholen gemacht hatten.

Im Internet findet man viele Berichte, die sich über das Problem "Steinschlag" in diesem Steig auslassen. Auch bei uns ist ab und zu mal was geflogen. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass es keinen Spaß mehr macht, wenn man da zu Stoßzeiten unterwegs ist. Es liegt noch relativ viel loses Zeug im Steig, obwohl er offensichtlich rege begangen wird. Ich persönlich fand es aber an der Lachenspitze-Nordwand schlimmer. Für uns war es aber kein Problem mehr, da wir bis zum Gipfel keinen mehr vor uns hatten.

Nach dem etwas feuchten und schattigen ersten Drittel ging es in sehr abwechslungsreichen Abschnitten an staubtrockenem Fels weiter. In  kurzweiliger und nicht allzu schwieriger Kraxelei zieht sich der Steig den Ostgrat entlang. Der gerade mal 1.060m hohe Gipfel bietet zum Schluss dann noch einen herrlichen Ausblick über den Mondsee.

Uns beiden hat der Steig richtig Spaß gemacht ... gerade wegen der "Höhe" kann ich hier eine "Herbst-Empfehlung" aussprechen.


Der Abstieg vom Gipfel führt dann anfangs durch einen momentan richtig herbstlichen Wald. Es lag soviel Laub am Boden, dass der eigentliche Weg kaum erkennbar war ... richtig schön ... wenn es laut unter den Füssen raschelt. Nach einem Gegenanstieg von schätzungsweise 80 Hm, geht es dann wieder ziemlich steil abwärts. Teilweise mit alten Kletterseilen und Eisenleitern gesichert. An manchen Stellen braucht man stärkere Nerven als im Klettersteig selbst. Vor allem wenn es feucht ist, kann es auf dem Laub und den vielen Wurzeln schnell gefährlich werden. Auch hierüber findet man im Internet bereits ausführliche Berichte und Diskussionen.

Wir selbst hatten kein Problem mit dem Abstieg ... offensichtlich die Einheimischen auch nicht, die wir auf dem Abstiegsweg, der gleichzeitig für Nicht-Klettersteigler auch der Normalweg zum Gipfel ist, getroffen haben. Es sollte nur jeder wissen, dass die Schwierigkeiten erst vorbei sind, wenn man wieder unten am Zustiegsweg steht.


+++ insgesamt knapp 700 Hm auf 5km +++


Einziges Manko an dieser Tour ist der weite Anfahrtsweg von uns aus und der Preis für das "Biggerl" ... dafür kostet der Parkplatz nichts  ;).


Da im Gasthof Drachenwand kein einziger Platz mehr frei war (das Essen scheint recht gut zu sein) und das Wetter noch relativ stabil schien, machten wir auf der Rückfahrt noch einen "kurzen" Abstecher zum Königssee  ::) ... dazu später aber mehr  ;)



Fundstellen im WWW:

www.drachenwand-klettersteig.at
www.mondsee.at
TOPO von bergsteigen.at




Gruß. Tom.



Foto 01 : Blick aus dem unteren Drittel des Steiges auf den Mondsee
Foto 02 : Pfeilerwand (unterer Teil)
Foto 03 : Pfeilerwand (oberer Teil)

roBerge.de

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« am: 26.10.2009, 20:20 »

Online Reinhard

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Re: Drachenwand-Klettersteig am 25.10.2009
« Antwort #1 am: 11.07.2012, 21:32 »
Hallo Tom,

ein Bekannter will mich am Wochenende auf die Drachenwand mitnehmen. Ich war mit ihm schon mehrmals unterwegs, er kennt auch die Drachenwand und meint, ich schaffe es.
Bin mir aber nicht sicher, denn laut Deiner Beschreibung und auch anderer Stellen im Netz soll es ein paar D-Stellen geben. Laut Topo übrigens nicht.
Natürlich will ich auf Nummer sicher gehen und werde D-Stellen nicht in Angriff nehmen, dazu fehlt mir z.B. die Kraft.

Deshalb meine Frage, ob Du mir kurz mitteilen kannst, was es denn mit den D-Stellen auf sich hat (sofern Du es noch weisst, ist ja doch schon über 2 Jahre her ..).

Vielen Dank!

Offline Tom

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Re: Drachenwand-Klettersteig am 25.10.2009
« Antwort #2 am: 12.07.2012, 07:53 »
Servus Reinhard,

mit Schwierigkeitsbewertungen ist es oftmals wirklich 'schwierig'  ;).

Das mit den [D]-Stellen an der Drachenwand ist vielleicht wirklich etwas zu hoch gegriffen ... sagen wir einfach [C/D]  #angel#. Die Erbauer wollten mit ihrer Bewertung wahrscheinlich auf Nummer sicher gehen, was ich durchaus auch für richtig halte.

Das beste Negativ-Beispiel von einer Bewertung ist hier immer noch der »Mauerläufersteig« an der Alpspitze ... ebenfalls mit [D] bewertet. Zwischen dem und der Drachenwand ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Denk einfach zurück an deine Begehung vom "s'Schuasta Gangl". Da kommt nach der kleinen Seilbrücke eine Wandstelle, die ist - soweit ich weiß - mit [C] bewertet, aber durchaus recht kraftig. So ähnlich sind die schwierigen Stellen an der Drachenwand auch. Zu beachten gibt es nur, dass der Klettersteig an der Drachenwand doch um einiges länger ist als das »s'Schuasta Gangl«

Habe noch in Erinnerung, dass die Abschnitte "13 Franzosenschanze" und "14 Pfeilerwand" (siehe Übersichtsfoto / und auch das mittlere Foto, bei meinem Eintrag unten) mit am schwierigsten waren, die haben aber echt Spaß gemacht. In diesem Bereich gibt es seit zwei Jahren auch eine Variante über eine super schöne und lange Seilbrücke mit richtig Tiefblick  ;D.

Ich würde sagen, du packst das ... einfach Zeit lassen und zwischendrin mal die Aussicht über den Mondsee genießen.


Gruß. Tom.