Dummy

Autor Thema: Umgang mit Bergunglücken  (Gelesen 2679 mal)

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Offline bustakiten

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Umgang mit Bergunglücken
« am: 31.08.2009, 18:45 »
Liebe Bergfreunde,

in sehr schlechten Erinnerung wird mir die Bergtour auf den Hochkalter bleiben, da ich Augenzeuge folgenden Unglücks geworden bin;
http://www.berchtesgadener-anzeiger.de/includes/mehr.php?id=5067
http://www.aktivnews.de/hauptseite_einsatzdokumentation/index.php/news/28/2644-30082009-1210-uhr-bergtragoedie-2-bergsteiger-stuerzen-am-hochkalter-in-den-todbgl

Ich möchte Euch fragen, wer ein ähnlichen Unfall mitverfolgen musste, und wie Ihr damit umgegangen seid.
Der Unfall selber ist sekundär, sondern mir geht es primär um Erfahrungen und die Verarbeitung des Geschehens.
Ich weiß, dass es ein schweres Thema ist, dennoch würde ich mich über Antworten freuen

MfG bustakiten


roBerge.de

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« am: 31.08.2009, 18:45 »

Miche

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Re: Umgang mit Bergunglücken
« Antwort #1 am: 31.08.2009, 19:33 »
Am besten einen Psychologen aufsuchen. ODer was erwartest du, dass ich dir
antworten soll. Soviele wird es hier im Forum nicht geben, die ähnliches wie
du am WE erlebt haben.


Offline bustakiten

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Re: Umgang mit Bergunglücken
« Antwort #2 am: 31.08.2009, 20:16 »
Vielen Dank Miche, für deine Umfangreiche und besonders "nette" Art zu antworten.

Mir geht es hier nicht darum ein Thema breitzutreten, welches nicht nur für mich (sondern auch für viele andere) unangenehm ist, sondern evtl auch denen zu helfen bzw. sachlich zu reden, die Ähnliches erfahren haben.

MfG bustakiten


Offline MANAL

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Re: Umgang mit Bergunglücken
« Antwort #3 am: 14.09.2009, 10:11 »
Es betrifft zwar nicht direkt mich, aber nachdem ich gerade erfahren habe, dass eine Freundin mit der ich auch schon die eine oder andere Tour gemacht habe selber in ein Unglück verwickelt wurde stellt sich für mich die Frage wie ich am besten mit ihr umgehen soll?

Sie war bei einem Unfall im Bernina verwickelt, bei der sie unbeabsichtigt der Auslöser für einen Todesfall war. Da alles anonym ist stelle ich noch den Link zu einen kurzen Unfallbericht rein:
http://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/djsg/kapo/aktuelles/medien/Seiten/PontresinaBergunfallforderteinTodesopfer.aspx

Auch laut Bergrettung konnte sie nichts dafür, ihr ist Schnee unter den Füßen weggebrochen. Dass der vordere dabei so ins Seil fällt und dabei umkommt ist bei so einem Fall wohl wirklich äußerst unglücklich.

Da ich sie nicht oft treffe stellt sich für mich einfach die Frage ob man da Hilfe anbieten soll diesen Vorfall zu verarbeiten oder nicht? Als etwas außenstehender Bergkamerad sieht man so einen Fall vielleicht anders als direkte Angehörige und Freunde die nicht so oft in den Bergen unterwegs sind.
Ist es am besten sie völlig in Ruhe zu lassen und so auch möglichst wenig an Berge zu erinnern? Oder doch anbieten darüber zur reden?
Ein guter Freund der uns beide kennt hat mich über diesen Unfall informiert damit ich sie möglichst erstmal nicht nach Bergtouren frage. Laut ihm ist sie momentan auch ziemlich fertig und kann wohl auch sehr schlecht schlafen.

Da ich mit sowas auch bisher nicht konfrontiert wurde bin ich auch etwas ratlos was man machen kann.

Offline indian_summer

  • roBergler
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Re: Umgang mit Bergunglücken
« Antwort #4 am: 14.09.2009, 16:44 »
Letztendlich ist es doch egal, ob es ein Berg- Auto- oder Unfall welcher Art auch immer war. Wenn es zu schwerwiegenden Folgen mit langem Krankenhausaufenthalt, bleibenden Schäden oder gar Todesfall kommt ist es nie leicht damit umzugehen.

Ich glaube, da ist schon Fingerspitzengefühl aller Beteiligten gefragt. Trotzdem, ich glaube das Beste ist immer noch, darüber zu reden, als alles nur in sich reinzufressen.

Ich glaube viele haben auch nicht den Mut, jetzt beispielsweise in deinem Fall Manal, die Betroffene anzusprechen. Aber will sie wirklich nix hören von dem Vorfall? Vielleicht möchte sie darüber reden, vielleicht auch wieder mal Bergtouren mitmachen...das braucht halt wohl sehr viel Einfühlungsvermögen und Zeit.

So oder so, ich denke schon, daß in vielen Fällen ein Psychologe helfen kann, wieder Normalität ins Leben zu bekommen, jedoch spielt auch immer das Umfeld eine große Rolle dabei.

Gruß, Elisabeth

Offline Pacchi

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Re: Umgang mit Bergunglücken
« Antwort #5 am: 14.09.2009, 19:11 »
Servus Manal.

Ich glaube, reden ist das Beste. Aber man darf nicht jemanden dazu zwingen, alles raus zu plaudern. Am besten in einer ruhigen Atmosphäre, vielleicht hilft aber auch die Distanz beim telefonieren. Zeig vorallem Verständnis und gib ihr Vertrauen.
Wenn sich Deine Bekannte verschließt ist das nicht gut. Denn dann kommen noch mehr Selbstzweifel, sie verliert selbst den Mut. Du und Deine Freunde können jetzt eine Stütze sein, um nicht selbst abzustürzen.

Wünsch Dir und vorallem Deiner Bekannten viel Geduld, Mut und Zuversicht.

Servus
Pacchi

Offline rennschnecke

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Re: Umgang mit Bergunglücken
« Antwort #6 am: 15.09.2009, 14:19 »
@ manal:

So einfach es klingen mag, so schwierig ist es wohl umzusetzen und trotzdem ist es so wie bei allen solchen Unglücksfällen: :

Frag Sie einfach direkt, ob sie darüber reden will und sag ihr, dass Du nicht weisst, wie Du Dich ihr gegenüber verhalten sollst.

Und halte Dich an das was sie Dir dann sagt. Wenn sie reden will, wäre ein Schweigen wegen Wortlosigkeit deinerseits dann ein bisschen blöd. Und wenn sie nicht reden will, solltest Du sie dann auch nicht vollquasseln. 

Viele Grüße

rennschnecke
 

Offline MANAL

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Re: Umgang mit Bergunglücken
« Antwort #7 am: 15.09.2009, 21:54 »
Danke euch allen für die Antworten und Gedanken. Werd mir alles zu Herzen nehmen und hoffe dann das richtige zu tun.

Danke auch nochmal an @bustakiten dass Du diesen Thread mal eröffnet hast. Ohne wäre ich wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen das in einem Forum zu fragen.
Für alle Betroffene sind die Erfahrungen und Gedanken anderer sicher hilfreich.