Dummy

Autor Thema: Hocheisspitze am 01.08.09  (Gelesen 1949 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline MANAL

  • roBergler
  • Beiträge: 1062
  • Geschlecht: Männlich
Hocheisspitze am 01.08.09
« am: 01.08.2009, 23:30 »
Nach den Ammergauern mit dem Daniel letztes Wochenende ging's heute weit in den Osten in die Berchtesgadener Alpen auf die Hocheisspitze. Von den Tegernseer/Schlierseer Berge hat mich das Massiv der Hocheisspitze schon immer fasziniert. Nach einer Tourenbeschreibung mit einen machbaren Weg auf den Gipfel (http://www.hikr.org/tour/post11268.html) war es heute soweit.

Karte:
Nationalpark Berchtesgaden Landesvermessungsamt Bayern 1:25000

Ausgangspunkt:
Anfahrt über Walchsee-Kössen-Waidring-Lofer bis zum (Gratis-)Parkplatz an der Straße Weißbach-Hirschbichl. Auf der Karte ist das an der Stelle an der die Straße eine enge Kurve über den Weißbach macht. Höhe: 979m
Ab diesem Punkt ist auch die Straße für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

Gipfel: Hocheisspitze 2523 m

Höhenmeter: mit ein paar kleinen Gegenanstiegen ca. 1600
Aufstieg: 3h45min
Abstieg: 2h45min



Zu Fuß vom Parkplatz die Asphaltstraße weiter (gibt auch alternativ einen Bus) zur Paßhöhe Hirschbichl. Kurz davor das einzige(!) Schild auf dem "Hocheis" mit 4,5 Stunden angeschrieben steht. Ansonsten finden sich weder Wegmarkierungen noch andere Beschilderungen zum Hocheis!
Nach dem Paß über die Grenze zurück nach Bayern :-) Hinter dem Schild "Bundesrepublik Deutschland" macht die Straße eine Kurve nach rechts. Dort zweigt ein unbeschilderter Pfad rechts ab der in das Bachbett raufgeht. Das ist ein Abkürzer der auch auf der Karte eingetragen ist. Kurze Zeit später kommt man dann wieder auf den Normalweg zur Mittereisalm. Kurz vor der Mittereisalm gegenüber von einer alten verfallenen Hütte sind gelbe Wegweiser angebracht. Nein, auf denen steht natürlich nicht das Hocheis... der Weg zum Hocheis führt unmittelbar am Wegweise links rein. Der Weg ist als Pfad erkennbar.
Auf diesem Weg geht es dann längere Zeit in einem sehr schönen lichten Wald und mit angenehmer Steigung rauf. Zuerst noch an der kleinen Hocheis-Hütte vorbei gelangt man irgendwann in die Latschenregion unterhalb des Hocheiskars. Ab hier wird es gelegentlich etwas mühsamer den Pfad zu erkennen. Aber wer genau hinschaut und auch auf Stoamandl achtet wird keine Probleme haben. Nachdem man schön durchgeschwitzt die Latschenregion verlassen hat kommt man in die Wiesenzone. Ich war richtig erstaunt wieviel Leute in diesem Bereich noch herumgessesen und -gegangen sind. Erst in der Schotterzone (so ab ca. 2000m) wurde es dann richtig einsam und "spaßig". Da es keine Wege gibt muss man sich entweder selbst die Wege suchen oder man folgt vorhandenen Spuren. Prinzipiell kann man fast jeden Weg zur Scharte rechts vom Gipfel wählen. Entweder man quält sich steile Schotterhänge hoch oder man versucht sich im Ier-Gelände. Gibt nur wenige Stellen an diesem langen Hang die Absturzgelände sind. Bin zuerst links an den Felsen den Spuren gefolgt und dann rechts auf die Felsen raufgegangen wo ich ein kleines Steinmandl gesehen hab. Dort war es auch viel angenehmer als im Schotter und ich hätte es vielleicht schon eher machen sollen. Die Felsen sind nicht sonderlich schwer. Gelegentlich mal die Hände benutzen für einen Ier und das war es schon. Ansonsten möglichst gerade rauf Richtung Scharte. Kurz mal gerade über ein Schneefeld und hin- und wieder Schotter... Kurz vor der Scharte wird es dann steiler... und natürlich auch alles voller Schotter...
Von der Scharte geht es dann recht luftig rüber zum Gipfel. Hab mich da zuerst Ostseitig gehalten und dann direkt zum Grat hoch. Hier muss man aufpassen dass man nicht auf dem losen Zeug ausgleitet oder einen Griff an dem man sich festhält rauszieht... hab mich wie im Karwendel gefühlt so morsch wie das Gestein war...



Am Gipfel dann leider nur das halbe Panorama. Vom Westen her haben sich genau am Gipfel Wolken gebildet :-(
Dafür nach Osten die tolle Aussicht auf Watzmann, Hundstod und Hochkönig.

Beim Abstieg sollte man die Route anders wählen um den Schotter zum Abfahren zu nutzen. Nachdem man sich von der Scharte mühsam die ersten steilen Meter runtergehangelt hat quert man das Kar nach Norden. Spuren sind auch zu sehen, einfach hinterher. Man muss über ein paar kleine Wassererosionsrinnen in den Hang direkt unter den Gipfel. Von dort kann man dann in teilweise sehr schönen und tiefem Schotter rasant nach unten abfahren :-) Diesmal habe ich Richtung Rinne zwischen dem Felsblock und der Nordseite des Kars gezielt wo auch Spuren und Stoamandl zu finden sind. Die Rinne ist recht unproblematisch (höchstens ein paar Ier-Stellen). Nach der Rinne wieder etwas nach rechts (Norden) um in den Schotter zu kommen und weiter runter bis zum Ende des Schotterfeldes.

Der restliche Abstieg wie der Aufstiegsweg.

Wer in den Bergen nur noch rote Wegmarkierungen sieht, dem empfiehlt sich eine Tour auf die Hocheisspitze. Dort ist noch Pfadfinderarbeit und Stoamandlbau angesagt. Bis zum Beginn der Schotterfelder eine Tour für die meisten, da einem keine technischen Schwierigkeiten erwarten. Danach muss man bereit sein sich weglos im steilen Schotter und Felsen mit Ier-Kraxeleien zu plagen.
Die Einsamkeit am Gipfel entschädigt aber sehr viel. Laut Gipfelbuch kommen auch nur vereinzelt Bergsteiger oben an. Heute war vor mir nur eine Gruppe mit drei Personen oben, nach mir kam keiner mehr.

Fotos:
1. Das Schotterkar durch das man sich zum Gipfel hochquälen muss. Der Gipfel selbst ist die unscheinbare Erhebung in Bildmitte oben. Rechts davon die Einschartung auf die man zielt. Rechts ist auch der große Felsriegel zu sehen den man überwinden muss. Etwas links von der Bildmitte die Rinne die das obere mit dem unteren Schotterfeld verbindet.

2. Der luftige Gipfelgrat

3. Schöner Blick auf die Reiteralpe

roBerge.de

  •  
    •  
Werbung
« am: 01.08.2009, 23:30 »

Offline MANAL

  • roBergler
  • Beiträge: 1062
  • Geschlecht: Männlich
Re: Hocheisspitze am 01.08.09
« Antwort #1 am: 01.08.2009, 23:55 »
Anbei noch ein Screenshot aus GoogleEarth in denen meine GPS-Tracks recht gut zu sehen sind. Die rechte Spur ist der Aufstieg, die linke der Abstieg.