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Autor Thema: Steinplatte über »s'Schuasta Gangl« (Waidring) am 13.04.2009  (Gelesen 3220 mal)

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Offline Tom

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Servus roBergler

Nach 40 Tagen Fastenzeit haben wir gestern (Ostersonntag) wieder "gesündigt". Kaffee und Kuchen - Grillen - und zur Nachspeise gab es Eis. Da konnten wir heute nicht faul bleiben. Jedoch kam es ganz anders als geplant.

Zusammen mit Ines ging es nach Waidring. Heute letzter Skitag - bestes Wetter - Hurra - allein schon am Parkplatz der Gondelbahn Waidring-Steinplatte ging es zu wie auf dem Jahrmarkt  :o. Obwohl wir es heute etwas langsamer angehen wollten, kam für uns eine Bahnfahrt jedoch nicht in Frage.

Am Vortag haben wir noch auf der Stallenalm angerufen und gefragt, ob man »s'Schuasta Gangl« schon gehen kann. Antwort vom Wirt:

Zitat
"Ja sicher, da pilgern die Leute schon hoch. Die Wand ist schneefrei und trocken. Schaut einfach vorbei."


Nun stehen wir am Parkplatz der Gondelbahn, da uns eingefallen ist, dass die Tour eigentlich viel zu kurz ist, wenn wir die Höhenstraße Steinplatte (mautpflichtig / heute noch für 5,50 statt 8,- Euro) hochfahren. Gut vorbereitet, aber trotzdem "planlos" fragen wir uns durch - beim Parkplatzeinweiser, bei der "Tante" an der Gondelkasse, im Sportgeschäft nebenan und letztendlich beim "Onkel" im Mauthäuschen:

"Guten Morgen - gibt es auch einen Fußweg hoch zur Steinplatte - vielleicht einen Sommerweg?"

Eine klare Auskunft gab es keine:

Zitat
Kopfschütteln / keine Ahnung / nein, gibt es nicht / noch viel zu viel Schnee / nur mit Bahn oder Auto / versucht es doch einfach - immer direkt nach oben



Aufstieg:
Wir parken also unser Auto am Parkplatz der Gondelbahn und marschieren los. Kurz vor dem Mauthäuschen der Höhenstraße Steinplatte steht ein Schild "Grünwaldalm 2 Std." welches in den Wald zeigt. Wir folgen. Mitgeführte Schneeschuhe ran an die Füsse, da der Waldweg noch gut mit Schnee bedeckt ist. Kurze Zeit später vor lauter Schnee die Orientierung verloren. Weglos und planlos geht es immer "direkt nach oben" bis wir auf einmal unter der Bahn standen. Damit die Bahnfahrer auch was für ihr Geld bekommen und wir sonst auch nicht weiter wussten, ging es nun direkt unter der Bahn weiter. Leider wurde der Hang immer steiler und der Schnee immer mehr und zu allem Übel immer weicher. Nach einiger Zeit wurde der Hang von einem Forstweg gequert, der in jedem Fall einfacher zu begehen war, als die "Bahnschneiße". Wohin? - rechts oder links? In keinem Fall wieder bergab, also ging es nach links weiter, auch wenn die Südabbrüche der Steinplatte die ganze Zeit in der anderen Richtung zu sehen waren. Wie es nun kommen musste - der Forstweg führte uns über die "Jagdhütte Grünwald" direkt zurück auf die Mautstraße - echt super. Egal - es waren nur noch 20 Minuten Fußmarsch über den Parkplatz beim Alpengasthof Steinplatte weiter zur Stallenalm, wo es natürlich wieder zuging wie am Jahrmarkt. Zweieinhalb Stunden später und wir fangen nochmal bei Null an  ;).


Zustieg:
Von der Stallenalm wieder mit Schneeschuhen auf einem eigentlich recht schönen "Höhenweg" Richtung Grünwaldalm. Dann weglos durch Unmengen von Schnee immer steiler werdend zum Wandfuß der Steinplatte und zum Einstieg. Mit Schneeschuhen fast nicht möglich - ohne jedoch unmöglich. Von anderen Personen und Spuren nichts zu sehen - also alles andere als "da pilgern die Leute schon hoch" (vielleicht verstehen wir auch was anderes darunter).


Klettersteig:
Ab der ersten Sprosse staubtrocken und so gut wie schneefrei. In einer Rinne kurz vor der Variante "Knieschladerer" noch ein Schneebrett, welches nicht weiter stört. Unangenehm jedoch, dass an gleicher Stelle - vermutlich eben durch Schneeabgang - das Stahlseil gerissen :o ist. Beide Enden hängen frei. Vorsicht beim Festhalten! Nach dem "Knieschladerer" gibt es neben der kleinen Seilbrücke momentan auch noch eine "Schneebrücke". Wenn möglich nicht draufsteigen - hält nicht! Der Rest inkl. Ausstieg gingen problemlos.


Abstieg:
Nach kurzer Rast am »Belgier Kreuz« über Piste zum Beginn "Gamssteig" (Hinweisschild in der Nähe der Bergstation Kammerkör) abgestiegen. Über diesen wieder hinunter zum Wandfuß und diesem auf schmalem trockenen Pfad folgend bis oberhalb der Grünwaldalm. Dann in zwei Meter tiefem Nassschnee direkt auf unsere Zustiegsspur "abgeschwommen". Von der Grünwaldalm anfangs wieder direkt unter der Gondelbahn, dann endlich auf richtigem Weg bis ins Tal.


Tourenverlauf (gesamt):
Parkplatz Talstation Gondelbahn (781m) >> Jagdhaus Grünwald >> kurzes Stück Mautstraße >> Parkplatz Höhenstraße (1374m) >> Stallenalm (1422m) >> Höhenweg (Nr. 5) >> Einstieg Klettersteig (1650m) >> Gipfel Steinplatte (1869m) >> Abstieg: Gamssteig >> Grünwaldalm (1406m) >> Parkplatz Talstation Gondelbahn (781m)


Zeit:
7:45 Stunden (inkl. Pausen)


Fazit:
Auf dem richtigen Weg und ohne Umweg über die Mautstraße eine richtig schöne Runde. Direkter Zustieg über die Grünwaldalm momentan nicht zum empfehlen. Besser über Bergstation Kammerkör und dann über den Gamssteig zum Wandfuß absteigen. Von dort sich bis zum Klettersteig durchkämpfen. Oder Besser noch - zwei Monate warten  #angel#.



Gruß. Tom.



Foto 01: Im Klettersteig
Foto 02: Variante "Knieschladerer"
Foto 03: Gipfelrast

roBerge.de

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« am: 13.04.2009, 20:18 »