Hochalm

Autor Thema: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf

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Offline Brixentaler

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Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« Antwort #0 am: Mi, 09. Mai 2007, 21:08 »
Ein bisschen spät vielleicht, ich wollte euch aber diese Nachricht nicht enthalten.
 
Es war am 1. Mai, vorige Woche. Wir nutzten das Schönwetter und gingen in den Wilden Kaiser für eine kurze Einstiegstour von Wochenbrunn auf die Gruttenhütte.
Der Anstieg von Wochenbrunn hinauf zur Hütte war unschwierig. Droben haben wir in der Sonne dann unsere Mittagsjause gegessen (die Hütte war noch geschlossen).
Wir sind noch bis zum Kreuz oberhalb der Gruttenhütte weitergegangen (hat das Kreuz eigentlich einen Namen?). Von dort sahen wir zwei Gämsen scheinbar im Slalom über die Schneefelder von der Ellmauer Halt ins Hochgrubach absteigen. Weiters staunten wir über die ansehnliche Zahl der Leute die über teils schneebedecktes Steilgelände auf die Ellmauer Halt stiegen.
Dann wurde uns der Wind übern Bühel doch zu stark und gingen wir zurück zur Hütte, um in der Folge nach Wochenbrunn abzusteigen. Wir waren zu dem Zeitpunkt gerade die einzigen Wanderer bei der Hütte und schauten nochmals zurück zu den Gämsen, die mittlerweile aus dem Schnee ins Kar gelangt waren. Da kam eine Frau auf uns zu und fragte sehr beunruhigt, ob wir aus der Gegend kommen und ihr bitte helfen können: Ihr Mann sei vor 2 Stunden in der Nähe der Gaudeamushütte von einer "Blindschleiche" gebissen worden und während des Aufstiegs zur Gruttenhütte (über den Jubiläumssteig!) übel geworden, so dass er nun nicht mehr in der Lage ist, weiterzugehen oder abzusteigen.
Wir fingen an zu erklären, dass eine Blindschleiche nicht beißt und nicht giftig ist, aber als wir den Mann sahen, galt unsere Aufmerksamkeit gleich etwas anderes... er sah wirklich schlecht aus, hatte große Atemnot, seine Hand war angeschwollen bis 2 Mal ihrer normalen Größe und die Bißstelle war deutlich in Form zweier kleiner roter Pünktchen zu sehen. Er war nahe dem Zusammenbruch und konnte vor lauter Panik und Atemnot niemandem mehr Antworten oder zuhören.

Die Frau des Mannes hatte ein Handy mit, mit dem wir sofort die Bergrettung (140) verständigten. Nachdem die Besatzung des Christophorus 4 aus St. Johann zurückgerufen hatte, um nochmals die genaue Position zu bestätigen, hörten wir auch den Hubschrauber schon im Anflug.
Hiermit möchte ich gleich ausdrücklich meinen großen Respekt für diese Organisation betonen: Weniger als 10 Minuten nach unserem ersten Anruf war der Hubschrauber schon bei der Gruttenhütte gelandet. Super!
 
Die Staubwolke des landenden Hubschraubers könnt ihr euch vorstellen... das hatte ich leider nicht vorhergesehen, obwohl ich mit Film- und Fotokamera vor der Hütte stand - ich bin nachher mehr als 2 Stunden beschäftigt gewesen, um alles wieder einigermaßen sauber zu bekommen.
Gleich nach der Landung sprangen zwei Ärzte heraus und betreuten den Mann. Zuerst mit Flaschensauerstoff, später kamen noch einige Infusionen dazu und wurde er auf eine Trage gepackt.
Das Opfer wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus in St. Johann gebracht. Die Frau stieg mit uns zu Fuß ab.

Uns war klar, dass es eine Kreuzotter war. Von anderen Leuten haben wir erfahren, dass sie diese Schlangen auch gesehen hatten und dass diese Tiere gerade sehr aktiv sind. Übrigens handelte es sich um eine schwarze Kreuzotter!
Am nächsten Tag sind wir noch ins Krankenhaus gefahren, um die Mannschaft des Christophorus 4 zu bedanken :)

Anbei noch einige Bilder der Rettungsaktion.

Pfiat Gott bei'nander und gebt acht auf Schlangen ;)

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Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Mi, 09. Mai 2007, 21:08 »


Offline Brixentaler

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Mi, 09. Mai 2007, 21:10 »
Noch 2 Bilder...

Offline sachranger

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Do, 10. Mai 2007, 08:37 »
Es war am 1. Mai, vorige Woche. Wir nutzten das Schönwetter und gingen in den Wilden Kaiser:

was ein zufall. ich bin am 30. april, also einen tag vorher, von der feldalm (mit dem bike hin) über den feldalmsattel zur stripsenjochhütte. gerade auf diesem weg sind mir sehr viele "kleinere schlangen" aufgefallen. die waren schwarz, vielleicht 60 cm und überhaupt nicht scheu. eher im gegenteil ...
vielleicht waren es schwarze kreuzottern ... ich wusste nicht, dass es die überhaupt gibt. kenne nur die "normalen" kreuzottern.
hab auch bilder davon gemacht, diese aber leider erst morgen zur hand. dann lade ich eins hoch und vielleicht erkennt jemand die schlange.

wenn es schwarze kreuzottern sind, dann wimmelt es da oben von denen. gerade bei dem längeren wiesenhang vom feldalmsattel bis zu der geländekannte, wo man wieder durch wald geht, hab ich bestimmt 10 gesehen - ohne zu suchen.

morgen kommt das bild - vielleicht waren es ja blindschleichen  ;D


Offline Brixentaler

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Do, 10. Mai 2007, 12:22 »
Das werden wohl hauptsächlich Kreuzottern gewesen sein. Ich hab' sie selbst nicht gesehen, es sollte momentan aber ungewöhnlich viele davon geben...

Und ja, die gibt es. Im Forum gibt es bereits ein Thema, worin die schwarzen Kreuzottern zur Sprache gekommen sind. Brauchst nur zu suchen.

Offline bustakiten

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Do, 10. Mai 2007, 12:44 »
Und ja, die gibt es. Im Forum gibt es bereits ein Thema, worin die schwarzen Kreuzottern zur Sprache gekommen sind. Brauchst nur zu suchen.

Sag mal bitte wo genau ich diese im Forum finde
Schlangen im Wilden Kaiser  :o...  ich hab Angst ;)
man kann aber nie genug wissen :)

Offline Brixentaler

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Do, 10. Mai 2007, 13:41 »
Hier steht etwas drinn: http://www.roberge.de/yabb/index.php?topic=1150.0

Und, Bustakiten, brauchst keine Angst zu haben, solange Du sie nicht anfassen bzw. aufheben willst (sowie derjenige, der gebissen wurde). Außer, Du bist Dir ganz sicher, dass es wirklich nur eine Blindschleiche betrifft ;D

Offline sachranger

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Fr, 11. Mai 2007, 09:27 »
hab hier mal die bilder von den schlangen die ich am wiilden kaiser gesehen habe. vielleicht erkennt ja jemand ob es sich um schwarze kreuzottern handelt. hab mal im internet recherchiert ... könnten welche sein.

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Fr, 11. Mai 2007, 11:58 »
das sind ja gar nicht so gute Neuigkeiten...
ich geh öfters allein und handy hab ich auch ned immer dabei, (empfang ist ja auch nicht überall)
ich halt es durchaus für möglich, dass durch die warme Witterung sich die schwarzen Kreuzottern verstärkt vermehren. Normalerweise haun die ja ab, aber die Sache ist halt die, das man nicht ständig auf den Weg schaut sondern zum Berg rüber oder zum Tal runter und dann vielleicht draufsteigt....und dann.... :( Das mit der "Blindschleichen-Verwechselung" klingt zwar lächerlich, aber die Kreuzottern werden ja nicht groß geboren, die sind am Anfang auch winzig, haben allerdings schon die volle Giftmenge... :-\ Also Vorsicht!

Offline Brixentaler

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Fr, 11. Mai 2007, 12:11 »
@ Sachranger:

Das muss schon eine Kreuzotter sein. Eine Schwarze halt :P

Offline finch

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Fr, 11. Mai 2007, 12:49 »
Brixentaler: Ist denn eigtl. bekannt, wie es dem Gebissenen geht?

Kann ja meines Wissens ja wirklich gar nicht so ungefährlich sein...

Offline bustakiten

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Fr, 11. Mai 2007, 13:37 »
Ich war zwar nicht dabei, und ich kann nicht sagen wie es dem Gebissenen geht, aber

@ finch hier eine Seite zur Toxizität:  http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzotter#Toxizit.C3.A4t

@ brixentaler Ich steh nicht so auf Schlangen, dass ich diese gleich aufheben möchte :D, aber ich hab das gleiche Problem wie roskin,
der nicht auf den Weg schaut, sondern mehr die Aussicht genießt  ;D

@ roskin bitte nicht als Unterstellung verstehen 8) ;)

Offline Brixentaler

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Fr, 11. Mai 2007, 15:31 »
Der gebissene Mann wurde eine Nacht auf der Intensivstation behalten. Am nächsten Tag wurde er nach Hause gebracht (Gstadt am Chiemsee), denn er hatte "noch Arbeit zu erledigen", also so schlecht wird ihm nicht mehr gewesen sein...
Am Nachmittag der Rettung hätte man aber fast glauben können, dass er bald sterben würde! Das war nämlich kein schöner Anblick, wie er da fast beim Ersticken war :(.

Die Blindschleichen versuche ich mir immer kurz anzuschauen, ich hebe sie dann ganz vorsichtig auf. Aber eine Kreuzotter würde ich schon erkennen, auch wenn sie noch so jung/klein ist.

Offline Brixentaler

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Fr, 01. Jun 2007, 19:02 »
Und wieder gibt's ein Schlangenopfer, ebenfalls auf der Gruttenhütte!

Wegen fehlenden Direktlink, hier ein Zitat von der ORF-Webseite:

Zitat
26-jährige Frau von Kreuzotter gebissen
Auf der Gruttenhütte in Ellmau (Bezirk Kufstein) wurde am Freitag eine Frau von einer Kreuzotter gebissen. Die 26-Jährige bekam Atembeschwerden und musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach St. Johann gebracht werden.



Quelle: http://tirol.orf.at/, da steht irgendwo ein kurzer Bericht, gemeldet um 16:38 Uhr.

So hat die Flugrettung von St. Johann auf jeden Fall genug zu tun :o

Offline Tom

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: Fr, 01. Jun 2007, 19:37 »

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Re: Hubschrauberbergung am Gruttenkopf
« am: So, 10. Jun 2007, 13:38 »
soo, jetzt hab ich doch tatsächlich am Donnerstag meine erste Kreuzotter seit Kindheitstagen gesehen. (Hintere Schlumalm/ Hagengebirge) Nur 30 cm war die vor mir im Gras, und ist dann abgehauen  :P Hätte auch dumm ausgehen können. Glück g'habt. Eigentlich ja ganz süß die Viecher. War eine "klassische" mit Zick Zack Muster. ung. 70 cm lang. Wie ich schon vorher g'schriebn g'habt hab, man schaut halt nicht immer genau auf den Weg, verratscht sich evtl. mit dem Begleiter etc.  Danach erst mal tief Luft geholt und weiter gings....mit zunächst sehr wachsamen Augen....

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Kreuzotter am Weg
« am: So, 10. Jun 2007, 14:08 »
Hallo roskin,

soo, jetzt hab ich doch tatsächlich am Donnerstag meine erste Kreuzotter seit Kindheitstagen gesehen. (Hintere Schlumalm/ Hagengebirge) Nur 30 cm war die vor mir im Gras, und ist dann abgehauen  :P

So in etwa wie diese hier. Die habe ich fotografiert, als wir auf einem einsamen Karwendelgipfel unterwegs waren: