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20.03.2024: Chiemgauer Alpen: Steigsuche am Fellhorn (Südflanke)

Begonnen von geroldh, 23.03.2024, 14:58

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geroldh

Werden HEUTE (Internet)Karten betrachtet und darin verzeichnete Steige erkannt, so nimmt das Gehirn erst mal an, dass die auf der Karte als "Strich" erkennbare Linie auch (noch) in der Natur zu finden ist. In der Regel ist dies ja der Fall, doch Karten-Steige werden üblicherweise "vererbt", wohingegen die Natur hier "keine Gnade" kennt - und sich ihr Refugium gnadenlos zurückholt. War der Aufstieg mit Einschränkungen noch "sichtbar", so bezieht sich die "Steigsuche" definitiv auf den Abstieg.

Kurzeingabe ("TickTack Zeitreise"):

Datum:  20.03.2024
Ziel:  Erkundung der (bereits schneefreien) Fellhorn-Südflanke
Ausgangspunkt:  Mühltal (ca. 750 m, kleiner kostenl. Parkplatz)

Route:  Aufstieg anfangs auf Wirtschaftswegen (abweichend der u.g. Beschreibung "im Laßtal ... Holzbrücke"), dann auf historischem Steig (Grabungs- und Begehungsspuren bis ca. 1070 m) und weglos (vereinzelt! blasse rote Punkte) im lichten Buchenwald (ehem. "Lawinengasse") bis unter eine Steilgrasrinne. Am Latschengupf Hochgrieß (1504 m) vorbei durch Latschengasse bis zu einem Kamin (UIAA II-III trotz Steighilfe, ggfs. feucht) in einer Geländestufe. Entlang des SüdOst-Grats zunehmend auf - bzw. wg. Latschen IM Schnee - zum Gipfel (1764 m).

Abstieg: Dem SüdWest-Geländerücken folgend "durch" Latschengassen (Steigspur) flach hinab bis zu kleiner Geländemulde. Doch noch viel (tiefer) weicher Altschnee... Daher nicht der verz. hist. Route (in Ostflanke) gefolgt, sondern "über" Latschen auf dem Rücken bis ca. 1600 m. Auf dem zunehmend schneefrei werdenden Südgrat (Steigspur) hinab zu einem Jagdansitz (ca. 1450 m). Dem Südgrat folgend (weglos!) zunehmend durch Steilgelände suchend weiter hinab (das erkennen eines einzelnen(?) alten roten Farbkleckses ist "der Hauptgewinn") bis in kleine bewaldete Einsattelung (ca. 1100 m). Dort der Höhenlinie folgend (Grabungsspur) einen grossen Grabeneinschnitt ausgehend (oft Steilgelände) und unter einem bewaldeten Gupf (1133 m) vorbei (Steilgelände, vereinzelt alte rote Punkte) - Gebietsname Gschwandl - auf kaum erkennbare Schulter. Von dort südwestseitig in kleinen Serpentinen (Grabungsspur) hinab zu Waldweg oberhalb vom Gehöft Froid. Nun entspannt auf Wiesenweg und altem Pfad durch kleines Waldstück nach Mühltal.

Wegbeschaffenheit:  Überwiegend T4, abschnittweise T3 (hist. Pfade) und T5 (Grabenquerungen, Geländestufen), Schlüssel-Stelle "Kamin" T6 bzw. UIAA II-III trotz Steighilfe (ca. 10 Höhenmeter)
Gefahrenpotential:  Steilhänge, häufig Abrutsch- und Absturzgefahr
Wichtiger Hinweis:  Östl. Route (Hochgrieß) nur im Aufstieg (wg. Kletterstelle),
westl. Route (Gschwandl) sehr stark verfallen, nur für geübte "Pfadfinder" und besser als eigenständiges AUFstiegsprojekt machen (wg. Rückzugsmöglichkeit),
mgl. optimale Abstiegsroute etwas westlicher am Gernkogel vorbei hinab zum Golfplatz

Wetter:  Zwischenhocheinfluss, anfangs Sonne, später hohe Bewölkung, kein Wind
Flora/Fauna:  wenig Frühlingsblüher (Leberbleame, Seidelbast) - aber auch a paar Gams'n
Hütteninfo:  Selbstversorger-Bier (Straubinger Haus abseits und derz. in Winterruhe)
Sonstiges:  Unterwegs mit Christian (nicht M.), am Gipfel den 78-jährigen Franz aus'm Inntal getroffen - und auf seine Anfrage, sich uns im Abstieg anschliessen zu dürfen, eingegangen - eben in der Annahme, dass wir einen (hist.) Steig im Abstieg vorfinden würden. Er hat's für sein Alter gut gemacht, nur mit dem "auf uns Hören" hat's nicht mehr so gut klappen wollen...
Inspiration (Karte):  roBerge-Thema "Fellhorn Südgrat" (Sept. 2009)
                               - wieder "ausgegraben" durch Schrofenkraxler im Mai 2023  #danke1#
Direkt-Verknüpfung Referenzen:
Fellhorn (1765 m), wilder Aufstieg m. Kletterstellen (4. Mai 2007)
und darauf ergänzend:
Fellhorn (1765 m) Südgrat - wilde Route auf den Grenzberg (21. Mai 2023)

Zur groben Orientierung:
Austrian Map (mit Layer hist. Karte und Orthophoto)


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Blick in die Fellhorn-Südflanke - weiterer Aufstieg im Bild rechts-oben

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Blick in die Ostflanke des Südkessels - späterer Abstieg oben auf'm Grat

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Markantes Kletterwandl... - rechts davon die Kamin-Schlüsselstelle

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Blick nach Osten: Latschengupf Hochgrieß, Steinplatte, Waidring und Loferer Stoaberg

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Wir sind in diesem (Früh)Jahr die Ersten - noch geht's auch mit Zustiegsschuhe

geroldh

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Weil's so schön ist - der "Biancograt" vor den Loferer Stoaberg

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Blick hinaus in die Chiemgauer Alpen: Vom Fellhorn bis zum Sonntagshorn

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Blick nach Westen: Der Wuide Koasa und sein zahmer Bruder - und davor: zvui Schnä...

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Vui zvui Schnä - Körpergewicht reduzieren oder Gamaschen - oder beides...

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Blick in die Westflanke des Südkessels - unser Aufstieg von rechts-unten nach links-oben

Bergautist


geroldh

:laugh:  Ja, für dich gerne - zumindest prinzipiell:

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Die Kamin-Schlüsselstelle zwischen senkrechten Wänden - der Einstieg ist noch "strukturiert"

Bergautist

Danke! Sieht ja heftig aus, aber nicht unlösbar!