Wanderer entsetzt über Rückegasse am Heuberg
 

       



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Wanderer entsetzt über Rückegasse am Heuberg

Begonnen von steff, 25.07.2023, 23:54

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steff

Knapp unterhalb der Daffnerwald-Almen am Heuberg haben Bagger eine breite Schneise in den Wald geschlagen

Ein Bergsteiger berichtete unserer allseits bekannten Heimatzeitung, dass auf dem Weg zu den Heuberg-Almen kurz vor den Deindlalm, an der letzten Kurve auf der Betonstraße im Wald, Richtung Mailach mittels Baumfällungen und Baggerarbeiten eine Schneise geschlagen wurde

Der Grundeigentümer ist Georg Höhensteiger. Er lacht, als ihn die Redaktion telefonisch erreicht. ,,Ich habe schon mit dem Anruf gerechnet." Denn Höhensteiger weiß selbst, dass es in seinem Wald gerade schlimm aussieht. ,,So ein Rückeweg sieht am Anfang immer viel größer aus, als er tatsächlich ist", sagt Höhensteiger.
Er brauche den Weg, um den Wald – in dem es immer mal wieder Käferbefall gebe – vernünftig bewirtschaften und die gefällten Bäume abtransportieren zu können. Die Genehmigung vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) habe er, sagt Höhensteiger. Zehn Jahre lang war er Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Rosenheim und  kennt das Prozedere.

,,Im Idealfall meldet sich ein Waldbesitzer bei uns und bei der Unteren Naturschutzbehörde, zeigt sein Vorhaben an", sagt Alois Reichenberger vom AELF.
Im Alpenraum muss er sich laut Reichenberger die Genehmigung für den Rückeweg holen. Und die hat Georg Höhensteiger selbstverständlich.

In spätestens zwei Jahren sei von der Schneise nicht mehr viel zu sehen, sagt Höhensteiger. ,,Das ist wie beim Hausbau: Erstmal sieht es wüst aus, und wenn dann der Garten angelegt ist, passt es wieder." Nur dass er es der Natur überlässt, dort wieder für Grün zu sorgen.

Quelle: OVB
Foto: Bayernatlas
Schneise Daffnerwaldalmen.JPG

Bergautist

Das interessiert mich jetzt! Warum genau sind Wanderer entsetzt? Wenn ich das richtig interpretiere, sieht man die Geschichte doch nur von der Zufahrtsstraße aus. Und alte Steige scheinen auch nicht zerstört worden zu sein. Im Gegenteil, manche Rückegassen eignen sich wunderbar als Auf- oder Abstieg. #prost#

P.S.: Fotos willkommen!

Martl

Servus,
bin gestern vorbei geradelt.
Bin auch erschrocken, ist schon eine große Schneise, wo vorher gar nix war außer Bäumen  :-\ ...

Gruß
Martl

Bergautist

Danke Martl für das Foto!

Also keine Rückegasse, sondern eine neue Forstautobahn! #schade#

Jetzt bin ich auch entsetzt!!!

geroldh

Zitat von: steffKnapp unterhalb der Daffnerwald-Almen am Heuberg haben Bagger eine breite Schneise in den Wald geschlagen
...
Der Grundeigentümer ist Georg Höhensteiger. Er lacht, als ihn die Redaktion telefonisch erreicht. ,,Ich habe schon mit dem Anruf gerechnet." Denn Höhensteiger weiß selbst, dass es in seinem Wald gerade schlimm aussieht. ,,So ein Rückeweg sieht am Anfang immer viel größer aus, als er tatsächlich ist", sagt Höhensteiger.
...
In spätestens zwei Jahren sei von der Schneise nicht mehr viel zu sehen, sagt Höhensteiger. ,,Das ist wie beim Hausbau: Erstmal sieht es wüst aus, und wenn dann der Garten angelegt ist, passt es wieder." Nur dass er es der Natur überlässt, dort wieder für Grün zu sorgen.

Quelle: OVB

:-[  Die Worte oben - auch wenn möglicherweise nur "zur Hälfte" passend wiedergegeben - sprechen wohl für sich... Insbesondere mit der Ergänzung von Martl's Foto.

Vielleicht brauchen wir tatsächlich noch die Erkenntnis, dass "Rückegassen" (wie wir sie üblicherweise aus bewirtschafteten Wäldern kennen [tracktype = grade5] und die i.d.R. nach zwei Jahren wieder grün sind) nur etwas für's Flachland sind, es am Berg aber schon "Rückewege" braucht, wenn man nicht etwas umständlicher mit Drahtseil hantieren möchte.

So bekommt der Heuberg - nach dem Anfang der 90er Jahre im letzten Jahrhundert behördlich genehmigten "Waldweg zur waldwirtschaftlichen Nutzung" in der Westflanke (bis heute von LKW befahrene Zufahrtsstrasse in den oberen Steinbruchbereich) nun ein weiteres naturkundliches Anschauungsobjekt zu welchen "Regenerationsansätzen" - natürlich ohne "Rollrasen" - die Natur fähig ist.

Nun, den alten Jagdsteig etwas unter der "roten Trasse" kennt der BayernAtlas nur bis 1973, da ist (bzw. war) die OSM schon realitätsnäher - nun braucht es darin nur noch eine neue Linie mit dem Tracktype = grade2 - und die Welt ist wieder in Ordnung...


Nachtrag (27.07.23 / 20:25):

Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)
Merkblatt Nr. 38 – Rückegassen und Rückewege
Planung und Anlage eines bedarfsgerechten Feinerschließungssystems zur Wald-Bewirtschaftung
(PDF / 6 Seiten / Erscheinungsdatum: Dezember 2017)

geroldh

Im Anschluss an eine Lieblingstour dort habe ich es mir diese Tage angesehen:
Die Bauarbeiten sind nun abgeschlossen – eine Fortführung der Trasse ist wohl (vorerst) nicht vorgesehen.
Von der letzten Kehre der Betonstraße führt – anders als in steff's Bildschirmfoto skizziert – der neue Rückeweg der Höhenlinie und Geländekontur folgend wenige hundert Meter in westliche Richtung und endet nach einer Wendefläche als Sackgasse im Wald.
Auch wenn die Böschungen nicht ganz so glatt-planiert sind, wird ein Einwachsen dieser Schneise sicher länger als zwei Jahre dauern – mit Vergleichsfotos in fünf und zehn Jahren lässt sich dies wohl gut dokumentieren.
Diese (neue) Waldschneise beeinträchtigt das allg. ,,Wandererlebnis" zu den Heuberg-Almen praktisch nicht – eröffnet aber auch keine weitere Möglichkeit, wird bald im Rahmen der Gewohnheit akzeptiert.
Anbei einige Ansichten dieser Verunstaltung – einen Größenvergleich hätte nur mein Tagesrucksackerl als ,,Punkt" abgegeben...

IMG_Heuberg_2023-09-07_1.jpg

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IMG_Heuberg_2023-09-07_5.jpg

Kalapatar

Heute auf der Deindlalm:

Also wenn das hier innerhalb von 2 Jahren wieder zuwachsen soll fresse ich einen Besen.

Kalapatar

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