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Höhle(n) im Erler Herz

Begonnen von Bergautist, 15.11.2022, 16:53

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Bergautist

War gestern am Aussichtspunkt Erler Herz (OSM) zwischen Kranzhorn und Kienberg/Sonnwand. Wenn man den dortigen Bachverlauf (fast ausgetrocknet) weglos weiter nach oben verfolgt, "endet" der in einer Felswand als temporär wasserführende Höhle (Foto 1). Erst daheim sah ich, dass der Gang sogar durch einen Tümpel unterbrochen wird (Bild 2). Steigt man noch weiter auf, findet man eine "Doppelhöhle" (Bild 3). Ich habe mir den rechten Eingang näher angeschaut (Bild 4). Mit einer guten Taschenlampe kann man ziemlich tief hineinleuchten (Bild 5). Tierspuren gab es auch zu sehen.

Weiß jemand mehr über diese Höhlen bzw. dieses Höhlensystem? In meinen Unterlagen fand ich nichts dazu.

Auf eine Begehung habe ich wegen Fledermaus-Schonzeit verzichtet! Außerdem muss man da wohl durch feuchten Lehm kriechen. Und wenn es regnen sollte, möchte man nicht von den Wassermassen überrascht werden.

Peter Hofmann

Lieber Höhlenfreund,

vielen Dank für diesen Bericht, es sind in der Tat die ersten Fotos, die wir von diesem Objekt besitzen. Wir, das ist in diesem Fall e der Verein für Höhlenkunde in München e.V., der dieses Gebiet betreut, obwohl es nach Österreich hineinreicht. die Katastergebiete richten sich nach geografischen Gesichtspunkten und sind grenzübergreifend.
Ich persönlich habe das Objekt schon mal gesucht, aber nicht gefunden, die Existenz war mir bekannt.
Die Hinweise darüber sind sehr spärlich, wäre interessant, Leute zu fragen, die sich da auskennen. Solche scheint es zu geben, immerhin gab es eine Lokalveranstaltung in Erl, am 22.10.2015 vom "Frauentreff Erl" nach dem Motto "Unser Wasser" mit "Führung in den Erler Wasserstollen"; siehe 'Erler Bote', 60. Ausgabe, Oktober 2015, Seite 9.

War das dieser Stollen? Oder der heutige tieferliegende? Wäre interessant zu wissen.

Den Fotos nach handelt es sich um Naturhöhlen, die künstlich erweitert wurden. Der Spezialist im Münchner Verein, Referent für künstliche Hohlräume, Winfried Raab, meint, dass die Anlagen vermutlich mit der Wasserversorgung zu tun haben, die Existenz der Quellen war lange bekannt, es gibt ja Sagen darüber, auch von einem unterirdischen See...
Vielleicht handelt es sich um frühe Versuche, eine Quelle für die Trinkwasserversorgung von Erl zu fassen. Die blaue Quelle, die diese Aufgabe heute übernimmt, war früher, bevor man leistungsfähige Pumpen hatte, gar nicht so gut geeignet, weil zu tief liegend. ... Es gibt noch einiges zu erforschen ...