15.05.2022: Chiemgauer Alpen: KS-Runde über die Steinplatte

Begonnen von geroldh, 17.05.2022, 22:16

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geroldh

Den s'Schuasta-Gangl-Klettersteig an/auf der Steinplatte hatte man(n) und frau schon länger im Hinterkopf, aber zugleich auch ,,Ski-Zirkus" und ,,Dino-Fun-Park" – beides grundsätzlich abschreckend für uns. Doch zwei Mädls hatten sich diesen (kurzen) Klettersteig ersatzweise auf die Abarbeitungsliste gesetzt – und da zwischen den Saisonen mit der Seilbahn auch der große Rummel noch Pause hat, war das Interesse auch bei zwei Begleitern gegeben. Die gewisse Herausforderung in der Vorbereitung bestand darin, eine attraktive Rundtour zusammen zu stellen, die an möglichst wenig ,,Zivilisationsmüll" vorbei leitet.

Auf dem riesigen Parkplatz der Talstation in Waidring (780 m) gibt es freie Platzwahl, aber wenig Schatten. Ohne die eingehängten Gondeln zeigt uns das leere Seil die Richtung an – wir folgen einem alten und gut begehbaren Almweg durch lichten und schattigen Bergwald aufwärts, dreimal die neuen Forststraßen kreuzend. Auf etwa halber Höhe lädt uns ein Rastplatz ein, die schöne Aussicht in Richtung Kaisergebirge zu genießen und ein Brunnen spendet erfrischendes Wasser. Doch vielleicht hätte man auf dem Brunnen statt mit ,,Kein Trinkwasser" besser mit ,,Achtung Felsbrocken" warnen sollen, denn eine kleine Unachtsamkeit mit Stunteinlage lässt uns kurz den Atem stocken...

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Im Bereich der Grünwaldalm wechseln wir auf einen Steig, der extra noch mit ,,Kein Wanderweg" beschildert ist – der Wanderweg verbleibt auf der Höhenlinie – und wir nähern uns zunehmend der steil aufragenden Felswand, in der bereits einige Kletterer auf ihrer ,,Routenabarbeitungstour" sind – an der Steinplatte haben sie sicher ordentlich was zu tun. Wir werden unter der Wand zum Einstieg des Klettersteigs geleitet, an dem wir an diesem schönen Sonntag natürlich nicht allein sind, aber auch nicht wirklich anstehen müssen – doch eine Familie befindet sich nach den ersten schwierigeren Einstiegsmetern mit der jungen Tochter auf dem Rückzug, zum Kennenlernen der Ausgesetztheit ist dieser mit B/C- und wenigen C-Stellen (= schwierig) bewertete Klettersteig nicht wirklich gut geeignet.

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Es hat den Anschein, dass dieser ,,Eisenweg" entlang bzw. parallel einer alten, aufgelassenen Kletterroute angelegt wurde, da sich unterwegs ein alter eingeschlagener Ringhaken befindet. Zwischendurch an einfacheren Stellen lässt es sich gut ,,kraxeln", d.h. ohne das Angebot aus Stahl in Anspruch zu nehmen, doch insbesondere am kleinen ,,Umweg" um einen Felsturm herum – ,,Knieschläderer" genannt – ist die Wand so wenig strukturiert, dass ohne Eisenklammern und Stahlseil kein Weiterkommen gegeben wäre. Insgesamt ist dieser Klettersteig eine angenehme ,,Abkürzung" hinauf zum ersten Gipfelkreuz der Steinplatte, in Sichtweite befindet sich der Hauptgipfel (1869 m), an dem wir in Ruhe unsere verdiente Brotzeitpause absolvieren, die Aussicht in die auftauende Nordflanke der Loferer Stoaberg' genießend.

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Zur Abstiegsroute gibt es noch keinen festen Plan, aber grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder auf dem Gipfelplateau am ,,Dino-Streichelgehege" vorbei – oder ein direkterer Abstieg durch ein bereits einsehbares und sehr interessant wirkendes Gelände an der Wemeteigenalm vorbei. Von dort habe ich in einer älteren ÖK50-Karte (@tirisMaps) einen vielversprechenden Steig gesehen, den OSM (noch) nicht kennt. Einigermaßen Gewissheit über dessen Existenz meldet mir das DigitaleGeländeModell zurück, in dem dieser Abschnitt noch sehr gut zu erkennen ist – und der Rest ist Erkundung und Überraschung.

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Wir entscheiden uns also durch das Felsen-Labyrinth der sog. ,,Drei Brüder" abzusteigen – diesen Steig kennt OSM aber nicht die GK50 – und gelangen so auf den Höhen(wander)weg. Hier stellen wir fest, dass wir alle zum ersten Mal an/unter der Steinplatte unterwegs sind und auch wie landschaftlich schön es hier ist: Über uns die lange strukturierte Felswand (in der immer wieder Kletterer auszumachen sind) und hier eine sanfte, tw. karstartige Almfläche mit ansprechendem Ausblick.

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Die Wemeteigenalm (ca. 1450 m) wird erreicht und zu einer kurzen Rast im Schatten genutzt, dann möchte ich einen alten Almsteig finden, der die neuere, in ausladenden Serpentinen angelegte Almstraße abkürzt. Hier erfahre ich, dass dieser alte Steig (durchaus noch zu erkennen) im Bereich der Weideflächen aufgelassen wurde, da dort von höheren Zäunen ,,geschützt" in den Sommermonaten ,,Yaks" weiden. Einige jüngere Muttertiere mit Kälbern sind in der unteren Abgrenzung zu sehen, wir nehmen hier die knieschonendere Kehre der Almstraße. Doch nach der nächsten Kehre ist der historische Verlauf direkt mit ,,Alter Steig" ausgeschildert und etwa 250 Höhenmeter können darauf ,,vernichtet" werden.
Nun verlassen wir die Almstraße kurz leicht ansteigend, aber bereits mit ,,Elmbachsteig" ausgeschildert – und haben überraschenderweise ein kleines (Steig)Schmankerl unter den Sohlen. Durchaus gepflegt geht es in westlicher Richtung leicht abwärts, um dann im Bereich der sog. Elmbachquelle (wäre ein extra Abstecher gewesen) steiler in die Tiefe abzuknicken und die Bundesstraße zu erreichen. Zwar etwas störend, können wir aber auf einem Wirtschafts-/Wanderweg parallel zur Straße nach Waidring und dem Parkplatz zurückkehren.



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