Frasdorfer Hütte/Stubn

Begonnen von Wim43, 06.05.2022, 11:47

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Wim43

Die "Stubn" in der Frasdorfer Hütte hat ihre Tätigkeit aufgenommen und bietet auf ihrer Homepage von Freitag bis Sonntag einen offensichtlich gehobenen Restaurantbetrieb an. Dabei wird in einem Text an einer Stelle auch ein "Hüttenbetrieb" erwähnt. Dazu ist aber nichts weiter auf dieser Homepage zu finden.

Auch sonst bin ich im Internet unter "Frasdorfer Hütte" nicht fündig geworden, ob da neben der "Stubn" tatsächlich ein "Hüttenbetrieb" besteht.

Weiß da jemand mehr darüber?

Ciao
Wim43

MikeT

Auf jeden Fall sind die 6 positiven Bewertungen bei Google schon mal "Marketing"
In den letzten 6 Monaten bis 1 Monat vor Eröffnung. 2* 4, 4*5 Sterne!
Aber der ist besonders gut vor einem Monat mit Prosa: "Wahnsinnig gute Sandwiches, guter service und eine tolle view! 👍👍"
#hihi#
Schau ma moi....

BFklaus

Zitat von: MikeT am 06.05.2022, 20:14
Aber der ist besonders gut vor einem Monat mit Prosa: "Wahnsinnig gute Sandwiches, guter service und eine tolle view! 👍👍"

Wenn man nach dem Verfasser dieser "Bewertung" googelt, erhält man eine ungefähre Vorstellung vom wahrscheinlichen Zielpublikum der "Stubn": Polospieler aus der Großstadt? #secret#

efs

Da hätt ma scho bissl mehr in dan Kauf von google Bewertungen investeren können.....
20 Bewertungen gibts grad im Angebot für 209,95 https://fivestar-marketing.net/bewertungen/google-bewertungen-kaufen/. Oder war das nach dem teuren Umbau und und den investrieren Gelder in entsprechende "Entscheidungen" im Aschauer Gemeidnerat nicht mehr drin? Bin schon traurig was da mit den Hütten im Roberge Gebiet passiert.

Bergautist

Die Neueröffnung der Frasdorfer Hütte als Stubn wurde von so manchem Bergler nicht gerade mit Jauchzen und Frohlocken aufgenommen. Zu groß war wohl die Sorge, dass hier das Hütten-Ambiente zugunsten eines neuen Fresstempels verloren gehen könnte. Mancher unterstellte gar eine Nähe zur Münchener Schickeria und versprach, der "Frasi" fortan den Rücken kehren zu wollen. Kurzum, Vorurteile gab es reichlich, und so war klar, dass ich mir zusammen mit almrausch selbst ein Urteil bilden musste.

Los ging es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und klarem Himmel am Frasdorfer Wanderparkplatz. Der "Weg" zur Stubn führte uns über den Rohnerkopf (Foto 1) und die Blödelwand (Foto 2), sozusagen als Appetitanreger. Gegen 13 Uhr am Ziel (Foto 3) angekommen, mussten wir dann feststellen, dass auch noch andere dieselbe Idee hatten: Die Stubn war drinnen bis auf den letzten Platz besetzt. Zum Glück ließ es sich aber draußen bei Sonnenschein gut aushalten, wobei auch hier trotz zahlreicher Sitzgelegenheiten zusammengerückt werden musste.

Unser Urteil (wenns schlecht ausgegangen wäre, würde ich hier nichts schreiben): Sehr angenehme Atmosphäre, auch dank des freundlichen und auch mal zu einem Scherz aufgelegten Personals. Besonders lobenswert: sogar zwei fleischlose Hauptgerichte auf der Karte, beide sehr schmackhaft! Eigentlich hat alles bestens gemundet: Kürbiscremesuppe, Apfelpunsch (spitze), Gemüsekuchen, Rote-Bete-Knödel, Apfeltorte (spitze), Käsekuchen... Fast schon zu perfekt, und nichts dabei, worüber man meckern könnte... Selbst die Preise waren erstaunlich human (0.5 l Spezi laut Aushang 3.50 €), wobei allerdings auch gehobenere Wünsche berücksichtigt werden können ;) .

Zusammenfassend kann ich sagen: Es gibt nichts, was mich von einer erneuten Einkehr dort abhalten könnte!




BFklaus

Zitat von: Bergautist am 28.11.2022, 10:47Mancher unterstellte gar eine Nähe zur Münchener Schickeria und versprach, der "Frasi" fortan den Rücken kehren zu wollen. Kurzum, Vorurteile gab es reichlich, und so war klar, dass ich mir zusammen mit almrausch selbst ein Urteil bilden musste.
Welche "Vorurteile" glaubst du nun mit deinem Beitrag widerlegt zu haben? #prost#

Zum Nachlesen ...

Bergautist

Zitat von: BFklaus am 28.11.2022, 15:02
Zitat von: Bergautist am 28.11.2022, 10:47Mancher unterstellte gar eine Nähe zur Münchener Schickeria und versprach, der "Frasi" fortan den Rücken kehren zu wollen. Kurzum, Vorurteile gab es reichlich, und so war klar, dass ich mir zusammen mit almrausch selbst ein Urteil bilden musste.
Welche "Vorurteile" glaubst du nun mit deinem Beitrag widerlegt zu haben? #prost#

Zum Nachlesen ...
Vorurteile: Z.B. jene, die ich mir beim Lesen des Artikels der Süddeutschen selbst gebildet habe. Die möchte ich hier aber nicht alle aufzählen! #hihi#

geroldh

Zitat von: BergautistDie Neueröffnung der Frasdorfer Hütte als Stubn ... Gegen 13 Uhr ... mussten wir dann feststellen, dass ... Die Stubn war drinnen bis auf den letzten Platz besetzt. Zum Glück ließ es sich aber draußen bei Sonnenschein gut aushalten, wobei auch hier trotz zahlreicher Sitzgelegenheiten zusammengerückt werden musste. ... Selbst die Preise waren erstaunlich human (0.5 l Spezi laut Aushang 3.50 €), wobei allerdings auch gehobenere Wünsche berücksichtigt werden können ;) .
... Es gibt nichts, was mich von einer erneuten Einkehr dort abhalten könnte!


Aha, #geheim# und interessant:
Der "Spezi-Index" lässt diese Location in der heutigen inflationären Zeit als höhengerecht attraktiv erscheinen...
ZitatDer Spezi-Index vergleicht die Preise des Spezi in verschiedenen Bewirtungsstätten der Alpen. Da der beliebte Spezi an jedem Fleck der Berge in der gleichen Menge und Zusammensetzung angeboten wird, kann durch die unterschiedlichen Preise eine gute Grundlage geboten werden, um die Verkaufskraftunterschiede der Bewirtungsstätten zu vergleichen. Im MB-Ranking werden jeweils die zehn Bewirtungsstätten mit dem billigsten und dem teuersten Spezi vorgestellt, deren Preise in Bavaria-Dollar umgerechnet wurden.

...und damit ist dort in der Gegend ja alles wieder "in bester Ordnung":  #prost#
Zitat von: almrausch am 15.04.2018, 20:39Wir haben uns heute auf die Suche nach der Blödelwand  ;)  gemacht und waren erfolgreich !
...
Fazit: schöne Tour ... in der Einsamkeit (aber nah an den Massen die sich Richtung Frasdorfer Hütte wälzen), ...

PS: Nur das orginelle Schild mit dem typischen Schriftzug ist offenbar wieder mal vom GK herunter gefallen...  :laugh:


#gruebelgruebel#  PPS: Könnte es dort vllt. eine "Mittagskarte" (Wim43: "Dabei wird in einem Text an einer Stelle auch ein "Hüttenbetrieb" erwähnt") und eine "Abendkarte" (SZ: "hat alles, was das Münchner Bergherz höher schlagen lässt") geben? 

BFklaus

Wer meint, dass unsere Almen unbedingt durch eine gehobene urbane Gastronomie für Besserbetuchte - wie die Stubn - aufgewertet werden müssen, der soll halt dort hinrennen, oder sich mit dem Taxi-Shuttleservice hinauf chauffieren lassen.

Er/Sie kann dann bei Kuhglockengeläut als Zweitgang beispielsweise eine "... sehr aromatische, kurzgebratene alte Almkuh vom Holzfeuer, auf Püree aus geschmorter Topinambur, gerösteten Haselnüssen und Brokkoli ..." verspeisen und dabei ein Fläschchen 2019-er Marsannay Rouge Les Grasses Tetes aus dem Burgund süffeln. Den jungen Baron wirds freun.
 
Die "Stubn" liegt leider voll im Trend. "Jenner-Alm", "Sonnenalm", "Bergrestaurant Predigtstuhl" und "Unternbergalm" haben schon länger die eher zahlungskräftigen Besucher im Visier. Die geplanten Sanierungen der Rauschbergbahn und der Kampenwandbahn werden die Gipfelgastronomie dort erheblich ausweiten und verteuern.

Berge brauchen für viele offenbar doch "Geschmacksverstärker".
 

almrausch

Ich finde leben und leben lassen, ich genieße das auch mal richtig gut in den Bergen zu essen und ich war auch schon am Predigtstuhl in dem tollen Bergrestaurant. Sonnenalm ist mir too much.
Problematisch wird es für mich dann, wenn die Intrastruktur erheblich ausgeweitet wird und auch  Nachtbetrieb herrscht bzw. Fahrten mit dem Auto angeboten werden um wirtschaftlich arbeiten zu können, so das Argument. Das kann ich leider nicht beurteilen und meiner Meinung geht die Natur vor wirtschaftlichem Nutzen. Die Frasdorfer Hütte wurde sehr geschmackvoll und schön restauriert und nichts neu gebaut. Auch verstehe ich wenn manche die dort durchaus anzutreffende Schickmicki Publikum nicht gefällt, aber ich bin hier tolerant. Natürlich werden hier oft Begehrlichkeiten geweckt und es gibt sehr viele negative Bespiele wie z.B. die Saurüssel Alm und der geplante Ausbau der Kampenwandbahn. Geschmackvolle Restaurierung und gutes Essen, wie es z.B in Südtirol oft zu finden ist, hat für mich durchaus positive Seiten. Fazit: wie immer im Leben, alles sehr komplex.
Almrausch

schneerose

Das größte Problem ist doch, daß solche ,,Hütten" wie z. B. die Frasdorfer Stubn nochmal ein extra Publikum anziehen. Die jetzt nicht wegen der Wanderung sondern halt in erster Linie wirklich nur wegen der Einkehr kommen.
Und bei dem Massenauflauf, der ohnehin schon herrscht (grad im Gebiet Aschau/Sachrang), sollte man meiner Meinung nach alles vermeiden, was noch mehr Leute anzieht. Durch den Neubau der Kampenwandbahn werden´s bestimmt auch nicht weniger Touristen werden...

Bergautist

Dass eine Berghütte Leute anzieht, ist unbestritten. Ebenso, dass gute Hütten noch mehr Leute anziehen. Bei unserer Wanderung haben wir tatsächlich viele Leute angetroffen, und zwar auf den Wirtschaftswegen. Auf den zahlreichen Steigen herrschte dagegen absolute Flaute, und das an einem sonnigen Sonntag! Ich habe kein Problem mit überlaufenen Forststraßen. ;) Zum Massenandrang: Für die Tierwelt ist es besser, wenn wenige Gebiete überlaufen sind und dafür der Rest in Ruhe gelassen wird.

Ich beobachte schon seit Längerem das Kneipensterben in den Tälern. Dass es in den Bergen dafür mehr werden, konnte ich bisher nicht feststellen. Im Gegenteil, wenn ich an das Forsthaus Valepp denke, kenne ich niemanden, der den augenblicklichen Zustand begrüßt. Offenbar kann es sich selbst die Bayerische Forstverwaltung nicht leisten, dieses Haus angesichts der steigenden baulichen Auflagen instand zu halten. Wenn aber jemand mit Geld daher kommt, ist es so manchem auch nicht recht. Hier liegt es aber an den Gemeinden, Regeln zu schaffen, die eine sozial- und umweltverträgliche Ausgestaltung ermöglichen. Klar, dass man dann länger auf einen Betreiber warten muss, der so etwas mit Herz macht und nicht um reich zu werden. (Nebenbei etwas Betriebswirtschaft: Ohne Gewinne ist eine Pleite früher oder später vorprogrammiert! Ganz ohne Verstand geht es also auch nicht!)

Manche Hütten sind für mich nichts anderes als verkappte Würstchenbuden. Sowas brauche ich in den Bergen nun auch wieder nicht. Ich bin aber nicht der Maßstab, da ich für meine Touren nur selten Hütten brauche.

Resümee: Ich freue mich über jede Hütte, die nicht pleite geht oder unter ständiger Fluktuation der Wirtsleute leidet. Noch mehr freue ich mich, wenn mich auch gesunde und schmackhafte Verpflegung aus naturnahem Anbau erwartet. Das ist leider nicht selbstverständlich!

Zum Schluss noch ein kleiner frecher Rat nicht nur an alle Bedenkenträger: Möge sich doch jeder selbst vor Ort ein Bild machen - dann können wir gerne weiter diskutieren. #prost#

BFklaus

Zitat von: Bergautist am 29.11.2022, 14:29Dass eine Berghütte Leute anzieht, ist unbestritten. Ebenso, dass gute Hütten noch mehr Leute anziehen. Bei unserer Wanderung haben wir tatsächlich viele Leute angetroffen, und zwar auf den Wirtschaftswegen. Auf den zahlreichen Steigen herrschte dagegen absolute Flaute, und das an einem sonnigen Sonntag! Ich habe kein Problem mit überlaufenen Forststraßen. ;) Zum Massenandrang: Für die Tierwelt ist es besser, wenn wenige Gebiete überlaufen sind und dafür der Rest in Ruhe gelassen wird.
Die Frasi / Stubn ist ganz sicher keine Berghütte. Sie war früher einmal ein beliebtes Familienausflugslokal für jedes Budget, bis sie auf Betreiben des jungen Barons aus der hippen Berliner Gastronomieszene zu einem Spitzenrestaurant mit Übernachtungsmöglichkeit auf Hotelniveau ausgebaut wurde. Mir persönlich sind da die ,,verkappten Würstchenbuden" der nahen Hof- und Laubensteinalm tausend Mal lieber, schon wegen der besseren Aussicht und der Abwesenheit der Schickeria.

Dass man auf den Steigen zur bewaldeten ,,Blödelwand" selbst an sonnigen Sonntagen niemand antrifft, ist verständlich, nomen est omen. Die Steige Richtung Hammerstein, Zellerhorn, Zellerwandl und Laubenstein werden aber in aller Regel begangen, vielleicht nicht gerade vom Stubn-Publikum. Und die Tierwelt wird garantiert mehr vom nächtlichen Shuttleservice der Stubn belästigt, als von den Gratwanderern bei Tageslicht.

Zitat von: Bergautist am 29.11.2022, 14:29Ich beobachte schon seit Längerem das Kneipensterben in den Tälern. Dass es in den Bergen dafür mehr werden, konnte ich bisher nicht feststellen. Im Gegenteil, wenn ich an das Forsthaus Valepp denke, kenne ich niemanden, der den augenblicklichen Zustand begrüßt. Offenbar kann es sich selbst die Bayerische Forstverwaltung nicht leisten, dieses Haus angesichts der steigenden baulichen Auflagen instand zu halten. Wenn aber jemand mit Geld daher kommt, ist es so manchem auch nicht recht. Hier liegt es aber an den Gemeinden, Regeln zu schaffen, die eine sozial- und umweltverträgliche Ausgestaltung ermöglichen. Klar, dass man dann länger auf einen Betreiber warten muss, der so etwas mit Herz macht und nicht um reich zu werden. (Nebenbei etwas Betriebswirtschaft: Ohne Gewinne ist eine Pleite früher oder später vorprogrammiert! Ganz ohne Verstand geht es also auch nicht!)
In den Bergen kommen keine ,,Kneipen" dazu, aber die vorhandenen werden an den Hotspots immer größer, anspruchsvoller, versorgungsintensiver (Wasser, Abwasser, Energie), also teurer.

Das Forsthaus Valepp hat ja geduldig auf einen Manuel Neuer gewartet, der durch den Betrieb nicht reich werden muss, weil er schon reich ist. Trotzdem unwahrscheinlich, dass er drauflegen wird und besten Dank für den Blitzkurs in Betriebswirtschaftslehre, da wär' ich nie drauf gekommen!

Zitat von: Bergautist am 29.11.2022, 14:29Zum Schluss noch ein kleiner frecher Rat nicht nur an alle Bedenkenträger: Möge sich doch jeder selbst vor Ort ein Bild machen - dann können wir gerne weiter diskutieren. #prost#
Sorry, aber man muss tatsächlich keinen Käsekuchen auf der Terrasse der Stubn verzehrt haben, um sich eine Meinung zu bilden.



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