Ein handlicher Begleiter für Bergsteiger, Wanderer und Touristen in den Alpen; kompakt, übersichtlich und hervorragend ausgestattet. 220 Arten werden im Porträt mit detailgenauen und qualitativ hochwertigen Zeichnungen vorgestellt. Das einfache Suchsystem ist auch für Anfänger bestens geeignet.
Amazon   buecher.de


Ob Almrausch, Arnika, Enzian oder Orchideen - die Berge rund um München bieten eine Fülle heimischer Pflanzen sowie botanischer Raritäten. Martin Wiesmeier führt uns auf 25 Wanderungen durch die vielfältige Blumenwelt zwischen Ammergauer und Chiemgauer Alpen.
Amazon   buecher.de

Weitere Bücher Flora und Fauna

unbekannte Pflanze

Begonnen von Christian M., 19.05.2006, 19:29

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Christian M.

.... was ist das denn für eine Pflanze? Ist die bei uns heimisch? Hab sie kurz unterm Petersberg gesehen. Und da waren noch viel mehr.
Danke.
Gruss.
Christian

Hanns

Das ist ein Aronstab, vermutlich arum maculatum L.

MfG

Hanns

thomas_kufstein

Hallo Chritian, hallo Hanns,

Der Aronstab ist eine ziemlich kuriose Pflanze.

Er wird von Fliegen bestäubt, die er dadurch anlockt, dass er erstens nach Aas stinkt und der dunkle Kolben vor dem Hochblatt deutlich wärmer als die Umgebung ist. Dies erreicht er durch vermehrte Stoffwechselaktivität in diesen Zellen. Da Fliegen auf Aas und Wärme stehen, werden sie angelockt und krabbeln auf dem Kolben rum. Dabei fallen einige in eine Kammer unterhalb des Kolbens und sind dort drin gefangen. Innerhalb dieser Kammer befinden sich unterhalb der Staubblätter die Narben. Bei den verzweifelten Versuchen die Kammer zu verlassen, streifen die Fliegen mitgebrachten Blütenpollen an den Narben ab. Innherhalb von wenigen Stunden sind die Narben bestäubt.

Aber was passiert mit den Fliegen? Würden sie im Innern der Falle bleiben, wären sie dem Tode geweiht. Schlecht für die Fliegen, aber auch schlecht für den Aronstab, denn das Ziel des Aronstabs muss es ja sein seine Pollen auf einen anderen Aronstab zu übertragen und nicht tote Fliegen im Innern zu sammeln.
Deshalb reifen innerhalb kurzer Zeit nachdem die Narben bestäubt wurden die Staubblätter heran und die Kesselfalle öffnet sich für die Fliegen. Beim Verlassen der Falle müssen sie zwangsläufig an den Staubblätter vorbei und werden dort mit Pollen eingepudert in die Freiheit entlassen.

Da Fliegen nicht so besonders schlau sind, fallen die meisten gleich wieder auf denselben Trick des nächsten Aronstabs herein, d. h. sie fallen wieder in die Stink-Wärme-Falle, sind wieder eingesperrt, bestäuben wieder die Narben, werden wieder mit Pollen bepudert frei gelassen, fallen wieder in die Falle eines anderen Aronstabs, ...

Der Nutzen für den Aronstab ist klar. Die Fliegen sind in dem Fall die "Betrogenen", da sie weder Aas noch ein wirklich warmes Plätzchen kriegen ...

Die Früchte des Aronstabs sind übrigens ziemlich giftige rote Beeren.

http://www.e-opali.ch/e-Herbar/Aronstab/DSC00772awGemeinerAronstab.jpg

Servus,
Thomas



[Werbung ausschalten]