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Spendenaufruf DAV

Begonnen von Martl, 12.12.2019, 22:06

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Martl

Servus roBergler,

kurzer Abstecher zwischen all den Bergseen  :laugh:

Ich hab heute zum ersten mal überhaupt einen Brief vom DAV München in Sachen "Spendenaufruf" bekommen.
Gab es aber in der Vergangenheit schon eine paar mal wie ich nachgelesen habe...
Was haltet ihr davon?
Ich denke halt allgemein, dass ein "Verein" mit fast 1,3 Mio Mitgliedern an sich keine finanziellen Schwierigkeiten haben sollte/dürfte!
Zumindest wenn die Gelder vernünftig, angemessen und sinnvoll verwaltet, verteilt und verwendet werden  #gruebeln#
Klar es gibt auf der einen Seite den Hauptverein, und auf der anderen die ganzen einzelnen Sektionen... jeder hat seine Bedürfnisse, Anforderungen und Wünsche...
... und natürlich steckt in der ganzen Instandhaltung der Infrastruktur (vor allem Hütten und Wege) ein sehr großer Kostenfaktor,
allerdings wird hier ja auch sehr viel ehrenamtlich geleistet.
Ich weiß auch, daß ein solches Thema ein "heißes Eisen" sein kann, wollte euch aber meine "Verwunderung" über diesen Brief nicht ganz vorenthalten  ;)

Gruß
Martl

Bergautist

Als Greepeace-Fördermitglied bekomme ich auch regelmäßig Spendenaufrufe. Die kann ich mir aber einfach erklären: Mit mehr Geld kann man mehr machen, und die Bedingungen der heutigen Zeit erfordern immer mehr "Maßnahmen"!

Beim DAV bin ich Außenstehender. Trotzdem wundere ich mich, wie der DAV die politisch erzwungenen Kostensteigerungen (z.B. "Brandschutzauflagen") allein schon bei bestehenden Hütten zu stemmen vermag kann, ohne exorbitante Steigerungen des Mitgliedsbeitrags zu fordern. Eigentlich müsste der DAV diese Art von Kostenexplosion an die Politik weitergeben! (Ähnliche Effekte kann man heutzutage beim Wohnungsbau beobachten!)

Andererseits würde ich volle Transparenz fordern, denn es wird sicher nicht im Sinne der Natur und vieler der Ursprünglichkeit verpflichtet fühlenden Bergwanderer sein, durch den Einbau von Komfort und Luxus aller Art immer mehr Gäste in die Berge zu locken. Das würde mich doch zu sehr an den ausufernden Skizirkus erinnern. Hier müsste der DAV klarmachen, dass er diese Art von "Verschwendung" nicht mit Spendenbeiträgen unterstützt.

Disclaimer: Ich bin hier, wie schon bei den Schneeschuhen  ;), sicher nicht der Maßstab! Denn als Kaltesser und -trinker bringe mir meinen Strom und mein Licht grundsätzlich selbst mit. Mit Merinowolle mache ich das tägliche Wechseln der Wäsche und das Duschen überflüssig, ohne meine Mitwanderer durch nerviges Gemüffel zu belästigen. Den Kaiserschmarrn kann ich auch talnah genießen.

sachranger

Servus Martl,

ich hab den Spendenaufruf vor einigen Jahren bekommen. Da ich schon Panorama als Müll sehe, hab ich den Hauptverein gebeten, aus Umweltschutzgründen die Kommunikation zu mir einzustellen ... da fiel dann wohl auch der Spendenaufruf darunter.

Für mich ist der DAV reiner Kommerz geworden. Tendenz deutlich Erschließungen zwecks "MassenTourismus". Dafür Spende ich nicht, mehr noch, der einzige Grund im DAV zu bleiben ist das Versicherungspaket.

LG
Ralf


Bergautist

Zitat von: sachranger am 13.12.2019, 08:43
...der einzige Grund im DAV zu bleiben ist das Versicherungspaket.
Da hätte ich noch was anderes für dich:

http://www.bergwacht-bayern.de/index.php?id=40

Zeitlassen

Bergwacht-Förderer: Interessant. Ist da auch die Bergung enthalten? Wieviel muss man mindestens beitragen?

Alpenverein: bin ich (trotz Versicherungspaket) schon lange raus: Zu wenig Alpen, zu viel Verein/Politik/Gender-Mainstreaming/usw.

Bergautist

Zitat von: Zeitlassen am 13.12.2019, 10:06
Bergwacht-Förderer: Interessant. Ist da auch die Bergung enthalten? Wieviel muss man mindestens beitragen?
Bergung: Das ist ja der normale Job der Bergrettung. Kosten dürften vor allem dann anfallen, wenn der Dienst unnötig in Anspruch genommen wurde, aber da kenne ich mich nicht aus - hatte noch nicht das "Vergnügen"!

Meine, mal irgendwo gelesen zu haben, dass der Versicherungsanteil die Bergwacht 1 € pro Jahr kostet. Von daher sollte der Mindestbeitrag 12 € pro Jahr nicht unterschreiten. Mir fehlt aber die Quelle! Ich selbst habe gerade einen Antrag abgeschickt. Nicht wegen der Versicherung, sondern weil die Bergwachtler eine tolle Arbeit leisten, die ich gerne unterstützen möchte! Zumal ich nicht ausschließen kann, dass ich selbst einmal zum Fall für die Bergwacht werde, auch wenn die "Chancen" minimal sind, da ich eher ein Schisser bin, wenn es an meine Grenzen geht.

Bergautist

Zum Thema Kosten noch zwei Links:

https://www.alpin.de/home/news/14855/artikel_wer_zahlt_im_fall_der_faelle.html
http://www.bergwacht-bayern.de/index.php?id=26


Nachtrag: Wie ich das so sehe, bleiben die evtl. nicht übernommenen Kosten im Rahmen. Das zahlt man gerne selbst und ist ein Klacks, wenn man es auf mehrere unfallfreie Jahre umrechnet. Wer sich allerdings jedes Jahr retten/bergen lassen muss, sollte sich überlegen, ob es nicht auch eine Flachlandwanderung tut.

Martl

... danke für eure Meinungen.

Ich sehe inzwischen leider auch mehr Kommerz als Gemeinwohl in diesem Verein  #schade#

Bin auch Födermitglied bei der Bergwacht in Bad Tölz, hier zahle ich ca. 30,-/Jahr (Versicherung incl.).
Das war damals (ca. 2011) dort der Mindestbeitrag.

Gruß
Martl

bergfexklaus

Die Bergrettung Tirol nimmt auch Piefkes als Fördermitglieder auf - 28 € für die ganze Familie #katze2#

Bergautist

Zitat von: BFklaus am 13.12.2019, 15:01
Die Bergrettung Tirol nimmt auch Piefkes als Fördermitglieder auf - 28 € für die ganze Familie #katze2#
Und da scheint dann auch die Bergung inkludiert zu sein! Ob die Bergwacht da Vergleichbares bietet, kann uns nur ein Eingeweihter verbindlich sagen!

efs

Zitat von: Bergautist am 13.12.2019, 10:29
Ich selbst habe gerade einen Antrag abgeschickt. Nicht wegen der Versicherung, sondern weil die Bergwachtler eine tolle Arbeit leisten, die ich gerne unterstützen möchte! Zumal ich nicht ausschließen kann, dass ich selbst einmal zum Fall für die Bergwacht werde, auch wenn die "Chancen" minimal sind, da ich eher ein Schisser bin, wenn es an meine Grenzen geht.
Das ist auch für mich der Grund, warum ich als Fördermitglied die Bergwacht Aschau - Sachrang und Berchtesgaden unterstütze. Und nicht weil ich einen Versicherungsanbieter suche.

Zum DAV: ja, da läuft einiges schief wie z.B. die Generalsanierung vom Watzmannhaus
https://www.sueddeutsche.de/bayern/naturschuetzer-klagen-gegen-die-modernisierung-des-watzmannhauses-1.4061512
https://www.sueddeutsche.de/bayern/watzmannhaus-berchtesgaden-baustopp-1.4112094

Und der DAV findet auch kreative Lösungen um "Gewinn" zu erzielen: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/deutscher-alpenverein-in-der-grauzone-16043531.html

Und den Trend, die Hütten zu modernisieren und auszubauen und mit W-LAN, Duschen, Warmwasser auszustatten finde ich persönlich erschreckend und unnötig. 

Andererseits setzt sich der DAV für zahlreiche Natur- und Umweltschutzthemen ein und hat aufgrund seiner Grösse auch eine gewisse Macht, solche Themen anzugehen.

Die nächste Frage, die sich mir stellt ist, wer "der DAV" überhaupt ist. Denn jedes Mitglied ist Teil des DAV und kann sich engagieren und seinen Beitrag dazu leisten, etwas zu verändern.

#schnee2#  efs, die immer noch sehnsüchtig auf Schnee wartet  #schnee2#

Bergautist

Zitat von: efs am 14.12.2019, 06:52
...Denn jedes Mitglied ist Teil des DAV und kann sich engagieren und seinen Beitrag dazu leisten, etwas zu verändern.
Es ist offenbar das Los einer jeden Großorganisation, irgendwann einmal durch Fehltritte und Skandale aufzufallen (ADAC, Rotes Kreuz (die Mutter der Bayerischen Bergwacht), AWB, DAV, WWF, und da habe ich sicher noch einige vergessen). Lange ist es mir schwergefallen, dem DRK zu verzeihen - die Bergwacht hat mir dabei geholfen! Wie efs richtig schreibt, könnten die Mitglieder viel bewirken. Könnten - denn die meisten sind wegen einer guten Sache Mitglieder und wenig interessiert an Verbandspolitik. Manchmal ist es leider wirksamer, Fehlentwicklungen von außen zu beanstanden - schlechte Presse war in einer freien Gesellschaft schon immer ein gutes Druckmittel zur Korrektur von Fehlentwicklungen.

Nachtrag: Ist es eigentlich wirklich so, dass es bei 1.3 Mio DAV-Mitgliedern nicht inzwischen eine Mehrheit gibt, die das, was wir als Fehlentwicklungen bezeichnen, wollen? Dann hülfe nur eine Vereins-Aufteilung: normaler DAV und Alternativer DAV, von mir schon mal ADAV genannt! ;)

MANAL

Zitat von: Bergautist am 14.12.2019, 07:45
Nachtrag: Ist es eigentlich wirklich so, dass es bei 1.3 Mio DAV-Mitgliedern nicht inzwischen eine Mehrheit gibt, die das, was wir als Fehlentwicklungen bezeichnen, wollen? Dann hülfe nur eine Vereins-Aufteilung: normaler DAV und Alternativer DAV, von mir schon mal ADAV genannt! ;)

Was in einem großen Verein passiert steht und fällt mit den engagierten Mitgliedern. Engagement kostet Zeit und die haben nur wenige Menschen außerhalb von Arbeit und Familie. Das Problem kommt dann auf wenn sich Wichtigmacher, Blender oder Egozentriker sich in wichtige Positionen bringen und dann nicht mehr im Interesse aller Mitglieder handeln sondern um sich eine Machtposition zu sichern, extern motivierte Positionen vertreten, einfach nur wichtig zu machen oder im schlimmsten Fall in die eigene Tasche zu wirtschaften.

Und je größer ein Verein desto höher die Wahrscheinlichkeit solche Spezialisten abzubekommen...

Prinzipiell kann jeder von uns der AV-Mitglied ist was bewegen. Nur wieviel von uns wollen sich wirklich die langweilige Vereinsverwaltungsarbeit antun? Ich muss gestehen, ich nicht, Vereinssitzungen sind häufig genauso schlimm wie Meetings in der Arbeit denen ich mir nicht so einfach entziehen kann wie einer Vereinssitzung...
Die einzige Konsequenz die man ziehen kann ist aus dem Verein auszutreten. Da der AV noch manche andere Vereinsvorteile bietet (Versicherungsschutz, günstigere Übernachtungen auf Hütten) muss schon viel sein dass man dies dann auch durchzieht.