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Anstieg für Wegpioniere


Rundtour an Zinnenberg und Brandelberg

Es gibt nur ganz wenige Gipfel in den bayerischen Alpen, die man durchwegs auf versteckten Pfaden besteigen kann. Weder Wegweiser noch Markierungen helfen uns beim abenteuerlichen Bachschlucht- und Gratrücken-Anstieg zum Zinnenberg. Doch mit ein wenig Geländespürsinn und Orientierungsgabe ist dieser klassische Geheimtipp problemlos zu meistern. Und auch der „offizielle“ Übergang zum benachbarten Brandelberg ist ein Höhepunkt für stille Genießer.


Weites Hochplateau am Zinnenberg: Sollen das unsere Alpen sein?

Weites Hochplateau am Zinnenberg: Sollen das unsere Alpen sein?


Rückblick vom Brandelberg zum Zinnenberg

Rückblick vom Brandelberg zum Zinnenberg



Kurzinfo:


Region:
Chiemgauer Alpen
Tourenart:
Bergtour
Erreichte Gipfel:
Zinnenberg 1565 m
Dauer:
Grattenbach > Schluchtende Weißenbachtal (1 Std.) > Schoßrinn-Alm (1 ½ Std.) > Zinnenberg (2 ½ Std.) > Brandelberg (3 ½ Std.) > Brandelbergalm (4 Std.) > Innerwald (4 ¾ Std.) > Grattenbach (5 Std.)
Gehzeit insgesamt 5 Std.
Touristinfo:
Aschau
Sachrang

Anforderung:


Höhenunterschied:
980 m
Schwierigkeit:
mittel (mehr Info)
Der Anstieg durch die wildromantische Weißenbachschlucht ist nicht markiert und nur bei trockenen Bedingungen zu empfehlen! Nach Neuschnee Lawinengefahr!
Auch oberhalb der Schoßrinn-Alm sind mangels ausgeprägter Pfade Orientierungssinn und Bergerfahrung gefragt! Am Zinnenberg mündet die Route in einfaches Gelände, ab hier schwach markierte Pfade. Genussreicher Übergang zum Brandelberg, dann zügiger Abstieg nach Innerwald.

Start:


Grattenbach im Priental 695 m


GPS-Wegpunkt:
N47 43.222 E12 17.415 zu Google Maps


Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der Chiemgau-Bahn von Prien nach Aschau, weiter mit dem RVO-Bus 9502 bis Grattenbach (nicht an Sonn- und Feiertagen).


Mit dem Pkw:
Hier gibt es keinen offiziellen Wanderparkplatz. Entweder direkt am Bushalteplatz parken, oder links über die Brücke fahren, und dort vor und hinter der nächsten Brücke beschränkte Parkmöglichkeiten. Alternativ befinden sich westlich der Hauptstraße einige Meter nach dem Fahrverbotsschild ein bis zwei Parkplätze im Wald.

  • Ab Rosenheim: 30 Km / 0:35 Std
  • Ab München: 95 Km / 1:00 Std
  • Ab Bad Tölz: 75 Km / 1:00 Std
  • Ab Salzburg: 75 Km / 0:55 Std

Mit dem Bike:
Vom Zentrum Aschau kann man auf der Hauptstraße (Radweg neben der Straße) bis nach Grattenbach radeln. Die Entfernung beträgt 7,6 km, der Höhenunterschied ziemlich genau 100 Meter.


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:
hier klicken


Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Information:
Direkt bei dem Weiler Grattenbach mündet der gleichnamige Bach in die Prien. Er entspringt südlich der Mühlhornwand und ist mit seinen südlichen Zuflüssen (Schindelbach) ca. 3,5 Kilometer lang. Die nördlichen Zuflüssen haben bei den Aschentaler Wänden der Roßalm und der Wandspitze ihren Ursprung. Der Grattenbach weist mehrere Wasserfälle auf, von denen der höchste mit seine drei Fallstufen ca. 10 Meter hoch ist. Aufgrund des unwegsamen Geländes ist er aber nur schwierig zu erreichen und besonders bei Hochwasser gefährdet - von einem Besuch wird abgeraten. Einer der Wasserfälle bildet die Schlussszene des Films “Wer früher stirbt ist länger tot”, in welcher die Hauptperson in eine Gumpe springt.


Tourenbeschreibung:


Kurzbeschreibung:
Vom Parkplatz 200 m an der Straße zurück zur Bachbrücke die Leitplanke übersteigen und rechts der Bachschlucht auf dem Pfad steil in Kehren empor nach wenigen Minuten an der Weggabelung links den Steig in die Schlucht wandern, nach Überqueren eines Seitenbachs dem Steig erst steil aus dem Talboden heraus, dann flacher durch den Wald talein folgen am Schluchtende (Blick auf Wasserfälle!) führt ein gut angelegter Pfad in Kehren den steilen Wiesenhang empor. An der T-Kreuzung rechts zu einem Geländerücken, den Stacheldrahtzaun an geeigneter Stelle überqueren und zur großen Almwiese > oberhalb der Schoßrinn-Alm den Wiesenhang leicht ansteigend zum ausgeprägten Graskopf queren (siehe Abb.), am Gratansatz links und hinter dem Zaunüberstieg den Pfadspuren durch flaches Waldgelände folgen durch Latschengassen etwas rechts der Hangkante zunehmend steiler zum Zinnenberg empor, in Gipfelnähe fast eben nach Westen queren und links auf schwach markiertem Pfad (auf der Wiese teils weglos) zur Feichten-Alm, leichter Gegenanstieg durch lichten Wald und Latschen, an der Weggabelung links zum Brandelberg, zur Weggabelung zurück und links zum Sattel hinab. Abstieg nach links zur Brandelbergalm (Ww. Innerwald), von der Alm auf breitem Weg durch schönen Mischwald, zuletzt durch das Tälchen des Kohlsätterbachs, talwärts, in Innerwald links auf dem Teerweg durch den Ort und über die Wiese zur Straße, die Straße überqueren und auf dem Grenzenlos-Wanderweg nach Grattenbach.

Beschreibung:
Die Schlucht am Eingang des Weißenbachtals ist vom Wanderparkplatz nur etwa 200 Meter entfernt, doch der Einstieg erweist sich als etwas ungewöhnlich: Man übersteigt die Leitplanke an der Autobrücke, um am rechten Bachufer dem kleinen Pfad die Böschung hinauf zu folgen. Rasch stößt man auf einen gut ausgeprägten Steig, der stets am Bach entlang talein führt. Mehrere Badegumpen laden im Sommer zum Verweilen ein. Bald mündet ein Seitenbach in das Weißenbachtal, den man überquert und auf dem anfangs steilen Pfad aus dem Talboden heraussteigt.
Der Pfad wendet sich anfangs eher dem Seitental zu, führt dann aber über den Geländerücken wieder in das Weißenbachtal. Am Ende der Schlucht geht es mit Blick auf zwei Wasserfälle in vielen Kehren den steilen Wiesenhang empor. Durch die Sonneneinstrahlung trocknet das Gelände rasch ab, der Pfad ist schön zu gehen. Doch nach den ersten herbstlichen Schneefällen rutschen hier Lawinen hinab und hinterlassen mächtige Kegel, die Teile des Pfades verschütten und das Fortkommen erschweren. Am „Ausstieg“ des Hangs stößt man auf einen Querpfad, dem man nach rechts folgt. Über den Geländerücken erreicht man, schräg rechts haltend, die Wiesen der Schoßrinn-Alm. Man peilt nicht den Almweg an, sondern quert oberhalb der Hütte die Wiese bis zum begrasten Geländekopf hinauf. Der Geländekopf liegt quasi am Fuß des vom Zinnenberg hinabführenden Nordostgrates, was die Orientierung für den weiteren Anstieg deutlich erleichtert. Am Zaunüberstieg ist sogar ein Pfad zu erkennen, der sich aber später immer wieder verliert.
Oberhalb der flachen Waldpassage dominieren Latschenfelder das steiler werdende Gelände. Man hält sich mit Blick auf den benachbarten Klausen rechts der Gratkante und peilt zwischen Latschengassen hindurch den Gipfel des Zinnenbergs an.
Seitdem die Klausenhütte ihren Betrieb eingestellt hat, wird der Zinnenberg von Wanderern deutlich weniger frequentiert. Am schmiedeeisernen Kreuz ist man ob des ungewöhnlich breiten Gipfelplateaus überrascht: Vom Landschaftsbild fühlt man sich – das phantastische Panorama mit Wildem Kaiser, Kitzbüheler Alpen und Mangfallgebirge ignorierend – eher an ein schottisches Hochmoor als an eine alpine Berglandschaft erinnert.
Der Eindruck verstärkt sich, wenn man sich beim Abstieg zur Feichten-Alm umdreht und nach Norden schaut. Man genießt diese großartige Weite, bis der Weg am Brandelberg in die Latschenfelder eintaucht.

Webcams:


Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Sachrang-Loipe
© https://www.terra-hd.de

Priener Hütte-West
© https://www.terra-hd.de

Priener Hütte-Süd
© https://www.terra-hd.de

Literatur:


Wanderführer mit Panoramafotos

Einsame Gipfel und Grate
Unterwegs auf unbekannten Pfaden mit großartigen Panoramablicken
von Reimer, Michael und Baur, Katrin
Infos: Wanderführer mit Panoramafotos

Einsame Gipfel und Grate

Wanderkarte

UK50-54 Chiemsee, Chiemgauer Alpen
Traunstein, Wasserburg a.Inn, Haag i.OB, Simsee, Kaiserwinkl
Infos: Wanderkarte

UK50-54 Chiemsee, Chiemgauer Alpen

Galerie:



Weitere Bilder:





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