Hochalm

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roBerge.de

Durchquerung der Leoganger Steinberge

Über Scharten, Gipfel und durch zwei große Kare auf einsamen Wegen durch eine großartige Kalklandschaft.

Von der Passauer Hütte (2051m) über das Kuchelnieder (2437m), durch das Ebersbergkar auf das Nördl. Hundshörnl (2481m), wieder hinab in die Schneegrube und rauf zur Grießner Rotschartl (2320m) ins Tal nach Grießen (956m).
Ab der Passauer Hütte gibt es keinerlei Einkehrmöglichkeiten und auch keine Quellen. Ausreichend Flüssigkeit für die sehr lange Tour mitnehmen!


Die Durchquerung des Ebersbergkars ist eines der Hauptbestandteile dieser Tour. Der Blick geht hierbei vom Gipfel des Nördlichen Hundshörnl das auf dieser Tour überschritten wird Richtung Osten zum Birnhorn (mitte hinten). Unser Weg führt vom Kuchelnieder (Scharte links vom Birnhorn) in einem großen Halbkreis nach rechts durch das Kar.

Die Durchquerung des Ebersbergkars ist eines der Hauptbestandteile dieser Tour. Der Blick geht hierbei vom Gipfel des Nördlichen Hundshörnl das auf dieser Tour überschritten wird Richtung Osten zum Birnhorn (mitte hinten). Unser Weg führt vom Kuchelnieder (Scharte links vom Birnhorn) in einem großen Halbkreis nach rechts durch das Kar.

Wunderschöne Ausblicke auf den Großvenediger.

Wunderschöne Ausblicke auf den Großvenediger.


Kurzinfo:

Region:
Leoganger Steinberge
Tourenart:
Bergtour (schwer)
Erreichte Gipfel:
Nördl. Hundhörnl 2481 m
Für Konditionsstarke evtl. auch Birnhorn 2634 m und Grießener Hochbrett 2467 m
Dauer:
Von der Passauer Hütte bis nach Grießen mindestens 7 Stunden OHNE Gipfelaufstiege auf Birnhorn und Grießener Hochbrett. Als Tagestour ohne Übernachtung auf der Passauer Hütte sehr lange!
Dauer (Tage):
2

Anforderung:

Höhenunterschied:
einschließlich aller Zwischenabstiege ca. 1800m im Abstieg, ca. 700m im Aufstieg (ohne Birnhorn und Grießener Hochbrett!)
Streckenlänge:
Mindestens 10km
Schwierigkeit:
schwer
  • Langer Weg ohne Einkehrmöglichkeit und Quellen. Ausreichend Wasser mitnehmen!!! Nur bei sicherer Witterungsbedingung unternehmen! Einzige Abstiegsmöglichkeit dazwischen an der Ritzenkarscharte.

  • Im Frühsommer noch sehr viel Schnee in den Rinnen und Kare durch die teilweise die Wege führen.

  • Westlicher Abstieg vom Nördlichen Hundshörnl in die Schneegrube durch eine sehr steile, ca. 50m lange, steinschlaggefährdete und mit viel rutschigen Schotter bedeckte, felsige Rinne!

  • Langer Abstieg vom Grießener Rotschartl nach Grießen/Hochfilzen (über 1300 Höhenmeter!).

  • Steile Aufstiege zur Kuchelnieder und dem Grießener Rotschartl, teilweise drahtseilgesichert.

Start:


Parkplatz oberhalb Ullach 890 m

GPS-Wegpunkt:
N47 27.146 E12 45.314 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
ÖBB - Haltestelle Leogang-Steinberge und Hochfilzen, von dort aus ca. 2 km bis zum Wanderparkplatz oberhalb Ullach.

Mit dem Pkw:
Von Westen über Kufstein und St. Johann nach Leogang. Von Norden über Bad Reichenhall und Lofer nach Leogang. Bereits in Leogang ist auf Schildern die "Passauer Hütte" ausgeschildert.

  • Ab Rosenheim: 100 Km / 1:30 Std
  • Ab München: 150 Km / 2:00 Std
  • Ab Bad Tölz: 135 Km / 1:55 Std
  • Ab Salzburg: 75 Km / 1:10 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Start: Parkplatz oberhalb Ullach

Anmerkung zur Anfahrt:

Um bei dieser Durchquerung am Ende einen längeren Talhatscher zurück nach Ullach zu vermeiden (ca. 6-7km) empfiehlt es sich ein weiteres Auto am Abstiegsweg zu parken (entweder nord-östlich der Bahnunterführung bei Grießen oder dem in der AV-Karte eingezeichneten Parkplatz bei Hochfilzen).


Hinweis:

Die Tour wurde Ende Juni 2008 durchgeführt, durch großen Schneemengen waren die Karstflächen und Rinnen noch mit viel Schnee bedeckt. Die Schwierigkeiten variieren daher zu den Bedingungen im weiteren Verlauf des Sommers. Teilweise werden die Wege einfacher weil Sicherungen nicht mehr durch den Schnee bedeckt sind, teilweise anstrengender weil Schuttkare ohne Schnee unangenehmer zu begehen sind, teilweise schwieriger weil die Karstflächen nicht so bequem wie im Schnee zu begehen sind. Auf jedem Fall muss bei Schnee aufgepasst werden nicht in teilweise tiefe Karstlöcher einzubrechen.
Die Tour beginnt auf der Passauer Hütte, eine Beschreibung des Zustiegs findet sich separat.


Passauer Hütte - Kuchelnieder

Von der Passauer Hütte (2051m) auf bezeichneten Weg ("Birnhorn über Kuchelnieder") in nordöstlicher Richtung über die Karstflächen in die Einschartung nördlich des Birnhorns. Nach Nordosten hat man hier einen wunderschönen Blick über das Hochgrub und die Berggruppen von Hocheisspitze/Hochkalter, Watzmann und Hundstod. Nach hinten der Blick zur Passauer Hütte und den Felstürmen der Mitterspitzen. Auf der linken Seite kann man das bekannte Melkerloch gut erkennen.
Unterhalb der Schutt- und Schneeflächen der Birnhorn-Nordwand führt der Weg immer weiter ansteigend in die Einschartung des Kuchelnieder zwischen Birnhorn und Kuchelhorn. Zuerst führt der Weg immer steiler werdend die Schotter-/Schneeflächen rauf bis der Weg mit Sicherungen rechts in die Bänder der Felswände unterhalb des Kuchelnieder führt. Dort über viel Stufen und Serpentinen bis zum Kuchelnieder (2437m) (ca. 1 Stunde ab Passauer Hütte).

Anmerkungen:

  • Durch den vielen Schnee waren bei der Durchquerung Teile des Weges der in einer Rinne heraufführt noch vom Schnee bedeckt und mussten rechts davon im schneefreien Fels heraufgeklettert werden (I-II).

  • Der Übergang zwischen Schneerinne und Fels war zu diesem Zeitpunkt noch passierbar. Eine Randkluft hat sich jedoch schon etwas abseits geöffnet und kann den Übergang im weiteren Verlauf des Sommers noch erschweren.

  • Vor dem Aufstieg in die Rinne unterhalb des Kuchelnieder waren auch Spuren zu einer Stelle an der Felswand unter dem Kuchelhorn erkennbar die dort zu einer Klettersteiganlage geführt haben. Wohin dieser Klettersteig führt war nicht ersichtlich da er nicht in der Karte vermerkt war. Wer zum Kuchelnieder will sollte sich nicht verleiten lassen dort aufzusteigen.

  • Der Weg zum Kuchelnieder ist an den schwierigen Stellen mit Seilen gesichert. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist auf jedem Fall notwendig da einige Passagen leicht ausgesetzt und steil sind.


Kuchelnieder - Nördliches Hundshörnl

Vom Kuchelnieder aus lässt sich der nächste Teil der Tour bis zum Hundshörnl sehr gut einsehen. Der Blick führt vom Birnhorn südlich vom Kuchelnieder über den Großvenediger in der Ferne über die riesigen Flächen des Ebersbergkar. Im Westen lässt sich die nächste natürliche Barriere in den Leoganger Steinbergen ausmachen die das Ebersbergkar von Schnee- und Saugrube trennt und die als nächstes überquert werden muss. Vorher allerdings die Durchquerung des riesigen Ebersbergkars. Nach Osten noch ein letzter Blick auf das Hochgrubkar, sowie die Berge rund um das Steinerne Meer bis zum Hochkönig.

Der Weg führt nun nur leicht abfallend unterhalb der Bänderstruktur auf der Westseite des Birnhorns durch große Schutt- und Schneeflächen. Kurz nach dem Kuchelnieder ist auch die Abzweigung zum Birnhorn dessen Weg über die steilen Bänderstrukturen zum Gipfel führt. Wer konditionsstark ist und die ohnehin lange Tour noch verlängern möchte steigt zum Birnhorn auf. Der zusätzliche Weg kostet ca. 1 Stunde (hin+zurück) und weitere 200 Höhenmeter.
Unterhalb der Birnhorn-Westwand führt der Weg weiter durch die Karstlandschaft des Ebersbergkar in Richtung Rietzenkarscharte.
An der Ritzenkarscharte (2400m) befindet sich die einzige Zwischenabstiegsmöglichkeit im weiteren Wegverlauf.

Von Rietzenkarscharte führt der Weg leicht abfallend bis zur Reisensandscharte (ca. 2300m) hinter der unmittelbar die Hundshörnl aufragen. Der Weiterweg führt uns genau über den Gipfel des Nördlichen Hundshörnl, dem höchsten Punkt der Tour.
Der Aufstieg zum Nördlichen Hundshörnl erfolgt durch die steilen Schotter- und Schrofenhänge auf seiner Ostseite. Der Weg führt dabei mit vielen Serpentinen recht einfach in fast direkter Linie die Felswände umgehend zum Gipfel (2481m, ca. 1,5 Stunden ab Kuchelnieder).

Anmerkungen:

  • Wenn das Kar schneebedeckt ist ist die Durchquerung leichter weil man sehr eben und geradlinig sich den Weg im Kar aussuchen kann, jedoch muss man immer auf Dolinen und andere größere und kleinere Löcher aufpassen die sich in dieser Karstebene finden (in der Nähe der Rietzenkarscharte war direkt neben dem Weg war ein Loch mit ca. 5 m Durchmesser und mindestens 10m Tiefe!). Gerade Schnee der an de Rändern zum Fels ausgeschmolzen ist kann sehr gefährlich sein wenn man durchbricht.

  • Der Weg ist ausreichend durch rote Farbmarkierungen und Steinmandl gekennzeichnet und folgt recht logisch dem Gelände. Sollte man länger keine roten Punkte mehr sehen ist man definitiv falsch. Wegen den vielen Löchern, Spalten und Rinnen der Kalklandschaft ist nicht überall ein Weg durch das Kar möglich, daher immer auf dem markierten Weg bleiben.

  • Bei schlechter Sicht ist von einer Durchquerung des Ebersbergkar abzuraten!!!


Nördliches Hundshörnl - Grießener Rotschartl

Vom Gipfel des Nördlichen Hundshörnl bietet sich nach Osten noch ein letzter Blick Richtung Birnhorn und dem Ebersbergkar. Richtung Westen hat man einen Einblick in das kleinere Kar aus Schneegrube und Großer und Kleiner Saugrube. Gegenüber im Westen das Grießener Hochbrett, im Süden die Zinthörner. Alles aus dem gleichen Schichtgestein mit den vielen Bändern wie das Birnhorn. Im Norden lassen sich zum ersten Mal die Loferer Steinberge ausmachen, im Westen in der Ferne das Kaisergebirge.

Der Abstieg vom Gipfel des Nördlichen Hundshörnl in die Schneegrube ist der schwierigste Teil der gesamten Durchquerung. Der Weg führt direkt eine steile Rinne auf der Westseite des Hundshörnl hinab. Man versteht zuerst gar nicht was und wohin die roten Punkte in der steilen Rinne führen da dies nicht wirklich wie der Weg aussieht, aber es ist dennoch der Abstiegsweg in die Schneegrube. Durch sehr steiles Schrofengelände mit viel losen Schotter und ohne Sicherungen (I-II) führt der Weg die Rinne ca. 30-50m nach unten und biegt dann in die steilen Bänder nach rechts ab in die Schotter- und Schneeflächen. Wieder nach links Richtung Süden querend folgt der Weg leicht absteigend die steilen Flächen der Schneegrube. Der markierte Weg durchquert die Schneegrube sehr mittig direkt Richtung der Schotterinne des Grießner Rotschartl. Wenn genug Schnee in den Hängen liegt lässt sich die Schneegrube auf einigermaßen gleicher Höhe umrunden um direkt unterhalb der Felswände des Grießener Rotschartl in die Schotterrinne des Rotschartl einzubiegen.
Es folgt der letzte sehr steile Aufstieg der Tour auf das Rotschartl (2320m, 1,5 Stunden ab Hundshörnl).

Anmerkungen:

  • Dieser Teil ist der schwierigste der ganzen Route und dürfte im 1.-2. Schwierigkeitsgrad liegen

  • Es gibt KEINERLEI Sicherungen

  • Wegen dem vielen losen Schotter ist Trittsicherheit NOTWENDIG, ein Sturz kann fatale Folgen haben, da die Rinne in ausgesetztes Gelände führt. Außerdem ist ein Helm sehr ratsam. Eine Durchquerung der Rinne ist ohne lostreten von Schotter und Steinen kaum machbar. Sollte ein Bergsteiger in der Rinne sein sollte man warten bis dieser wieder raus ist.

  • Die roten Punkte die man vom Gipfel in der Rinne sehen kann sind kein Witz, das IST der Weg, es gibt keine andere Abstiegsmöglichkeit Richtung Westen!


Abstieg nach Grießen/Hochfilzen

Am Grießener Rotschartl ändert sich der Ausblick schlagartig. Waren die vergangenen Stunden ausschließlich trockene und felsige Kalkwände und Schotterflächen zu sehen, geht der Blick jetzt über die schönen grünen Kitzbühler Berge. Südlich des Rotschartl führt hier über Bänder und Schotterflächen der Weg auf das Grießener Hochbrett (ca. zusätzliche 150 Höhenmeter).
Unser nun folgender Abstiegsweg lässt sich auch gut ausmachen. Zuerst noch in Schrofen- und Schotterhängen in vielen Serpentinen abwärts bis zu den grünen und mit Latschen bewachsenen Rücken von Jungfrau (1910m) und Hochdurachkopf (1722m) über die unser Weg führt. Im Gegensatz zu den trockenen und kaum bewachsenen Kare ein einziges Paradies. Hinter dem Hochdurachkopf geht der Weg stetig weiter nach unten in die lichten Wälder. Auf 1510m kommt man zu einer Abzweigung wo man sich entscheiden muss ob man nach Hochfilzen (rechts) oder Grießen (geradeaus, mit "Grießener Schafalm" ausgeschildert) absteigen möchte. Der Weg nach Grießen führt an der sehr schön gelegenen unbewirtschafteten Grießener Schafalm vorbei und geht dann in sehr vielen Serpentinen dem steilen bewaldeten Südhang des Grießener Sonnberg hinunter zu den Höfen von Kugler und Hartl (956m, 2,5 Stunden ab Grießener Rotschartl). Von dort entweder zum geparkten zweiten Auto oder zu Fuß zurück zum Ausgangspunkt.

Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Maishofen Sausteige
(www.foto-webcam.eu)

Saalfelden / Ritzensee
(www.foto-webcam.eu)

Schloss Kammer / Maishofen
(www.foto-webcam.eu)

Literatur:

Wanderführer

Rund um den Hochkönig und Steinernes Meer
von Brandl, Sepp
Infos: Wanderführer

Rund um den Hochkönig und Steinernes Meer

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Der Weg führt von der Passauer Hütte zuerst zum Kuchelnieder.Rückblick auf die Passauer Hütte und die Mitterspitzen auf die die Leogang-Klettersteige führen.Zu unserer linken sieht man das bekannte Melkerloch.Blick vom Kuchelnieder zum höchsten der Leoganger Steinberge, dem Birnhorn.Vom Kuchelnieder der erste Blick auf das riesige Ebersbergkar durch das wir in den nächsten Stunden durchqueren.Kurz vor der Reisensandscharte lässt sich der Aufstieg zum Nördlichen Hundshörnl nur erahnen. Der Weg führt in vielen Serpentinen die direkte Linie zum Gipfel (Erhebung am Grat auf der linken Seite des Bildes)Vom Gipfel des Nördlichen Hundshörnl  geht der Blick auf das nächste Kar das durchquert wird, der Schneegrube. In der Mitte das Grießener Hochbrett, die Einschartung rechts davon ist das Grießener Rotschartl das wir noch aufsteigen werden.In der Schneegrube unterhalb des Grießener Hochbrett. Unter dessen steile Ostwände führt unser Weg rauf ins Rotschartl.Blick von der Schneegrube zurück zum Hundshörnl. Der (optisch) kleine Felskopf in der linken Hälfte ist das Nördliche Hundshörnl von dessen Gipfel der Weg durch die Rinne rechts vom Gipfel der Weg steil abwärts führt.Vom Grießener Rotschartl führt ein Weg auf das Grießener Hochbrett.Abstieg vom Grießener Rotschartl runter auf Jungfrau und Hochdurachkopf.

Autor:


Autor:  Michael Koch  (Homepage)