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Autor Thema: Großer Beil - Seekopf - Kl. Beil - Lämpersberg am 05.10.2012  (Gelesen 4953 mal)

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Offline eli

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Servus beinand,

gestern war ich mal wieder alleine auf großer Runde, diesmal im hintersten Winkel der Wildschönau, dem "saubersten Hochtal Europas", werbemassig gesehen. ;)
Die Tour über Sonn(en)joch - Gressenstein zum Großen Beil bin ich ja schon vor Jahren gegangen. Sie wird ja auch in unsrem roBerge Archiv ausführlich vorgestellt. Auch die Höhenwanderung, die man vom  Schatzberg über den Joel zum Lämpersberg genießen kann, findet man hier in einer schönen Runde von Manal dargestellt.
Dazwischen aber fehlt die herrliche Gratwanderung vom Großen Beil über den unbekannten Seekopf, den kleinen Beil zum Lämpersberg.

Gleich vorweg: Es ist eine lange, mit fast 1500 Hm sehr anstrengende  Tour für mich gewesen , ich war über 9 Stunden unterwegs.  :o  Es ist eine anspruchsvolle Tour, die in den Flanken des großen Beil und bei den mehrfachen Gratüberschreitungen absolute Trittsicherheit und auch etwas Schwindelfreiheitverlangt.  ;) Und es ist eine im Zwischenteil total einsame, unbekannte Tour mit wunderschönen Ausblicken.  #angel#
Den Aufstieg bis zur Gressensteinalm , er dauerte runde 2 Stunden , stelle ich nur telefonhäuschenmäßig vor: " Fasse dich kurz ! "  ;D Steht alles schon sehr gut in den Archivberichten.
Start war natürlich an der Schönangeralm ( 1173m ) Der große P. ist kostenlos und bietet Platz für die viele, viele PKW - Besucher; an diesem strahlnend blauen Herbstmorgen war ich der zweite!  :)
Man kann von hier aus auch gleich eines der Gipfelziele beäugen: Bild a zeigt den kreuzgeschmückten Großen Beil im Hintergrund über der Farnkaseralm.
Bild b ist eine Impression des feuchtfröhlich - noch leicht vernebelten -  nein, nicht der eli  >:D ,  Kastensteigs. Teils seilgesichert führt der rutschige Steig steil und abwechslungsreich zum Schauendpunkt für viele Wanderfreunde, dem imposanten Wasserfall mit seiner mächtigen Schüttung ( Pflichtbild c )

Hawedere bis zur FS 1

eli

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« am: 06.10.2012, 15:47 »

Offline eli

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FS 1

Am Glockhausstein auf etwa 1700m Höhe verlässt man endlich den feuchtklammen Waldgürtel, liest dort die schaurige Sage von dem satanischen Wüterich, der da zur Strafe jämmerlich heulend in dem Felsblock eingesperrt ist   >:D und spricht die klassisch  indianischen Herbstworte  ::) : "Gott sei Dank, da is a Bank! "  :D  (Bild d )
Vorher habe ich mich natürlich mit zuckersüßen Heidelbeeren eingedeckt, die einem hier fast in den Mund wachsen.  :)  ( Bild g )

Vor mir liegt der malerische Kühbachgrund mit seinem tief eingeschnittenen Graben, über und über mit Heidelbeergehölzen in ihrer feuerroten Herbstfärbung überwachsen.
(Bild e ) Im mittleren Teil des weiten Hochtales erkennt man schon die Gressensteinalm, eine im Sommer gastfreundliche Jausenstation auf rund 1800m , die aber auch im Winter von Skitourengehern als Verschnauferle  ;D gerne besucht wird.

Hawedere bis bald

eli

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Schönen Sonntagmorgen beinand!

Schön, dass ihr mich weiter auf meiner Runde virtuell begleitet; denn bis zum Gipfelkreuz des Großen Beil ( 2309m )bin ich in den 4 Stunden keiner Menschenseele begegnet.  :)
Bild h zeigt die verlassene Gressensteinalm, in Sachen Vogeischnapserl wohl eine autarke Selbstversorgerhütte!  ::)  ;) schaut schwer nach Bergbrenner aus. Übrigens, hier hängt am Brunnen noch ein Haferl, das dir signalisiert: Trinkwasser, du bist herzlich eingeladen.  :)

Gleich daneben steht dieser Scherm, behäbig, kraftvoll und schon ewig Wind und Wetter trutzend. ( Bild i )

Jetzt muss man sich entscheiden: Gehe ich links zum Sonnjoch ( 2287m ) hoch, so wie auch im roBerge - Archiv beschrieben oder wandere ich gemütlich über mehrere Almböden auf einem alten Karrenweg anfangs zum Gr. Beil. Bild j gibt die Antwort.

Hawedere

eli

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Servus beinand,

im Rückblick geben sich ab  rund 2100m hinter dem Langen Grund die Gipfel der Hohen Tauern die Ehre, hier vom Großvenediger bis zur Reichenspitzgruppe. ( Bild k )
Bild k4 zeigt die letzten, recht steilen Meter vor dem Kreuz; die Erstbesteigung  ;D des Großen Beil habe ich gerade noch geschafft!  :P So geht`s ja auch nicht: 4 Stunden lang mutterseelenallein durch die Gegend düsen ....und dann daadad da oana kumma und daadad da an Gipfesieg  nehma, do daadad da do a stinga!  ;D
Das Gipfelkreuz steht hart an den Westabstürzen. ( Bild l2 ) Übrigens, vor zwei Jahren hatten wir ja schon mal die Diskussion hier: der oder das Beil?  ::) Also, auf dem Kreuz steht groß und deutlich Großer Beil. Und den Hinweis, dass der dialektgefärbte Name auf einen Ort hinweist, wo Tiere bei der Jagd gestellt wurden, halte ich nach wie vor für die richtige Deutung.

Hawedere bis zur FS ..( muss ich erst nachzählen  >:D )

eli

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FS x+1:

Bild m zeigt den recht häufig begangenen Gratübergang über den Gressenstein ( 2216m ) zum Sonnjoch - so wie auch im Archiv beschrieben, nur umgekehrt -  der Schwarz und nur Für Geübte ausgeschildert ist. Er ist mir aber im persönlichen Vergleich deutlich einfacher in Erinnerung als die gestrige Querung rüber zum Lämpersberg.
Der Steig ist aber genauso klassifiziert!  :( Bei Schnee, Eis und Nässe sollte man diesen Übergang tunlichst meiden, er ist im T3/T4 - Bereich angesiedelt und nur für erfahrene alpine Berggeher ein Genuss ! Steiles Wiesenabsturzgelände mit einigen heiklen überwachsenen Grashalden und Schrofen bis zum Seekopf. ( Bild n1 )
 Um die Westhänge des Beil zu queren,geht man erst 5 min. Ri. Gressenstein, biegt scharf rechts auf bez. Steig ab und steht dann an einer Kante, die den Überblick des weiteren Weges bis zum Lämpersberg freigibt. Da es kaum Literatur bzw. Bilder zu diesem Weg gibt, habe ich versucht, die Route mit der nötigen künstlerischen Freiheit  >:D  in etwa nachzuzeichnen. ( Bild sk c )
Dabei gilt: 1 = Querung unter der Westwand des Gr. Beils     2 = Direkter Gratabstieg ( Vorsicht schmierig durch Flechten bei Nässe)  3 = Aufstieg vom Schatzberg her

               a = Seekopf (2189m )        b = Kleiner Beil ( 2197m )      c = Lämpersberg ( 2202m )

Hawedere

eli

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Bin in etwa die selbe Runde diesen Sommer mal gegangen (Querung unterhalb des Grates - nicht über ihn). Hatte auch einen Freund dabei der nicht schwindelfrei war - jener hatte keine Probleme - beim Grat wahrscheinlich schon.
Die Wege sind in einer Richtung "schwarz" in die andere Richtung "rot" auf den Schildern klassifiziert."Rot" trifft's nach meiner Einschätzung ganz gut.

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Die Wege sind in einer Richtung "schwarz" in die andere Richtung "rot" auf den Schildern klassifiziert."Rot" trifft's nach meiner Einschätzung ganz gut.
Servus roskin,

du hast Recht, Bergsteiger, die von der Seefeldalm hoch kommen, finden einen roten Weg zum Beil vor  ( Bild ro ) , und wer vom Lämpersberg kommt , hat keine sachte 50 Hm weiter oben eine schwarze Route " Nur für Geübte ! " .  ::)  Logica austriaca  >:D Die Zeitangabe von 1 - 2 1/2 Stunden auf dem Wegweiser  ist auch nur für Fortgeschrittene zu verstehen!   :D
Mag sein, dass bei trockenen Bedingungen deine Einschätzung stimmt; allerdings sind jetzt im Herbst in Schattbereichen schon sehr schlüpfrige, grasig - erdige Stellen. Da ist mir nasser Fels, bei dem man auch mal zupacken kann, an Steilstellen deutlich lieber.

Bild o zeigt im Rückblick den Nordgrat vom Beil (mit mittelschwerer Kletterei I und II nach AV - Führer / KitzbühelerAlpen )

Die Gratüberschreitung zum Lämpersberg macht richtig Spaß und dauerte bei mir gut 1 1/2 Stunden. Man verliert doch im ständigen Auf und Ab ganz schön an Höhe ( und Puste  ;D )  - Bild q
Hawedere

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Servus beinand und allen einen guten Wochenstart!  :)

Diese Tour im hintersten Winkel der Wildschönau fasziniert mich auch durch die weite Schau in die Tauern und Zillertaler, ins  Karwendel und zum Rofan und  den steten Wechsel von weiten Almböden und leichten Gratbegehungen.  ( Bild r im Rückblick )
Bild p zeigt die lange Kammlinie vom Lämpersberg über Joel, Saupanzen zum Schatzberg. Dahinter mandelt sich noch  die Gratlspitz auf.
Übrigens, oben am Lämpersberg habe ich später zwei nette Frangen  :D  kennengelernt, die sind dank ihrer natürlichen, angeborenen Intelligenz   ;D weitblickend gleich mit der Schatzbergbahn hochgefahren. Mit ihnen bin ich dann über den Ostgrat gemeinsam abgestiegen und habe sie von der Schönangeralm wieder nach Auffach zurückkutschiert.  ( Sind eigentlich nur knappe 6 Kilometer auf der geteerten Straße.  :P ) Eine wirklich schöne Begegnung!  :)
Zurück zum Berg: Die letzten Meter vor dem "Osterhasenberg" ( meine Eselsbrücke  ;) ) bringen mich wieder in die Zivilisation zurück, der erste Stacheldraht! Schee!  >:(
(Bild p1 )
Hawedere

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Servus beinand,

natürlich stelle ich auch noch den ( unter uns  :-X eher langweiligen, die Sicht zu den Stubaiern klauenden  >:(  ) direkten Nachbarn, den Großen Galtenberg 2424m im Bild s vor. Da empfehle ich aber eher den Übergang dahinter: Wiedersbergerhorn, Sagtalerspitz nebst den drei Köpfen: Tapen - Gams - und Tristenkopf sowie den Kl. Galtenberg. Wenn ich mich recht erinnere, ist diese anspruchsvolle Runde die schneerose in letzter Zeit mal.gegangen.

Nach einer Fachsimpelei - Männer ratschen ja nicht!  >:D -  am Gipfel ging es dann weiter über den aussichtsreichen Nordostgrat hinunter zur Baumgartenalm ( Bild s2 ) Da war ich dann schon etwa  7 Stunden unterwegs.  :P
Mit Bild t löse ich mein Versprechen ein, das ich oben am Kreuz gegeben habe: Wer werden diese zwei ausgemergelten  :D Burschen wohl sein?  ::)

Hawedere bis zum Finale,

eli

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Servus beinand zum Finale!

Der Abstieg, bei dem rund 1000Hm bewältigt werden, gestaltete sich dann ziemlich feucht.  ::)
Nein, kein Gewitter!  Nein, keine schweißtreibenden heiklen Stellen mehr, nur ganz lockerer Gratabstieg mit weitem Blick in die Kitzbüheler und abschließend endlos langem Forstweghatscher! Nein, auch nicht schlussendlich die obligatorische Einkehr in der Schönangeralm!  ::)
Ja, überall verstreut liegen einzelne Seeaugen und Tümpel!  :)
Bild t1 wirft einen Blick auf die seltsam gefärbte Kreuzlacke, in der ja ein Kreuz auf dem Grund erkennbar sein soll. Etwas tiefer liegend die Schwarze Lacke
Bild t2: Kurze Rast an einem Tümpel, in der sich die eitle Lämpersbergspitze nochmal vor dem Spiegel bewundern lässt.  :D

Vorbei an der Goldmühle mit ihrem rauschenden unterirdischen Wasserfall - einfach in unserem Archiv "Lämpersberg" nachlesen, samt Sagen!  :) - gelangen wir Drei dann zur Baumgartenalm und erfahren von Einheimischen dort, dass aus dem tiefblauen "Meerauge" ( Bild  t3 )keine einzige Kuh jemals säuft!  ::)
Ein Interview mit ihnen war leider nicht möglich, der Almabtrieb war  schon eine Woche zuvor gewesen.  :'(
Noch ein Tipp: Man gehe zur Schönanger tunlichst  nicht auf breitem Forstweg Ri. Farnkaseralm, weil ewig lang und mit geringem Gegenanstieg  >:( , sondern besser von der Baumgarten - über die Hönigkaseralm. Beweis: Die Eingeborenen trotteten geruhsam in diese Richtung davon - und waren leicht grinsend vor uns unten im Talgelände!  :o

So, das war`s wieder mal und auf bald und hawedere

eli