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Autor Thema: 26.03.2021: Chiemg. Alpen: Sonne pur auf der Sonnenwendwand  (Gelesen 341 mal)

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Offline geroldh

  • roBergler
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    • climbing Chulu Far East (6059m), Annapurna Himalaya, Nepal (Okt.2007)
Eigentlich waren Touren im Schnee für diese Saison bereits abgehakt, der Vorfrühling streckte mit fast vorsommerlichen Temperaturen seine Fühler aus, und doch schaffte der tagelange Rückkehrversuch des Winters mit einigem Schneefall nicht nur in den Bergen wieder ein „Winterwonderland“. Ein Hochdruckgebiet über dem Alpenraum soll am nächsten Tag – pünktlich zum Wochenende – durch eine Kaltfront unterbrochen werden, ideal also, um einen Resturlaubstag in eine kleine Bergfahrt zu investieren, auch wenn der „Powder“ bereits wieder Geschichte ist.

Zusammen mit almrausch begann die Tour gegen 9:15 Uhr am gebührenpflichtigen und fast leeren Parkplatz Hainbach (664 m / 5Euro/Tag) im Priental. Der verschneite Weg entlang des Bachs Klausgraben ist derzeit etwas abenteuerlich zu begehen, denn unzählige Nassschneerutsche haben über die letzten Tage ihr Material darauf abgeladen. Als der Schnee zunehmend tiefer und weicher wird legen wir die Schneeschuhe an und verlassen kurz vor dem Dalsensattel (ca. 1070 m) die Skitourenroute, um einen bereits vorgetretenen Weg in nordöstlicher Richtung zur Dalsen-Diensthütte (ca. 1160 m) einzuschlagen. Dort genehmigen wir uns eine erste ausgedehnte Sonnenpause mit Blick auf den verspurten Nordhang vom Weitlahnerkopf und in die tief verschneite Nordflanke der Aschentaler Wände hinein.
Nun dürfen wir das immer noch (fast) unberührte Gelände mit unserer Spur verzieren. Entlang einer alten Skiaufstiegsspur eines Einzelgängers, die dem Verlauf des Sommersteiges folgt, uns aber kaum tragfähige Unterstützung bietet, ziehen wir nordwärts die sog. Mehlbeerwände entgegen. almrausch und ich teilen uns die Spurarbeit im nun zwar feuchten aber immer noch ungesetzten Schnee: Ihren Tritten folgend sinke ich bei fast jedem Schritt weitere Zentimeter ein, die weiteren Nachgänger sollte es erfreuen. Direkt vor dem baumdurchsetzten Steilgelände biegen wir in westl. Richtung ab in ein sich zunehmend aufsteilendes, aber unkritisches Gelände hinein, um in einer kleinen Rinne dem Sommerweg zu folgen. Wenig später wird die einsame Hofbauernalm (1379 m / ca. 12:00 Uhr) erreicht und die lange Hausbank für eine ausgedehnte Mittagsrast genutzt. Es ist hier – abgesehen vom gleichmäßig plätschernden Wasser des schmelzenden Schnees in der Dachrinne – völlig ruhig, so dass die Versuchung eines Mittagschläfchens wirklich groß ist.

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Die einsame Hofbauernalm am Ende ihrer Winterruhe

Aber ganz ohne Gipfel wollen wir unsere Tour heute – fast genau mittig der beiden Sonnwenden – auch nicht beenden, und so raffen wir uns schließlich auf, um auf die dahinter gelegene Sonnenwendwand (1512 m) hinauf zu spuren. Auch wenn die Sicht nicht ganz so klar ist, so hat sich diese kleine Mühe doch gelohnt, denn der Blick in das bereits wieder grüne Alpenvorland mit dem Chiemsee ist einfach wunderbar.

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Das Gipfelchen der Sonnenwendwand ist eher unbedeutend…

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…doch es bietet einen schönen Blick hinab auf Aschau – und auf die gut sichtbare „Winter-Frühlings-Grenze“

Um unsere Aufstiegsspur zu erhalten, wählen wir den direkten Abstieg durch den tiefen unberührten Schnee und den lichten Wald hinab zurück auf die Almfläche. Der Verlockung einer weiteren Pause an der sonnigen Hauswand können wir erneut nicht widerstehen...

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Traumhafter Blick in die Berchtesgadener Alpen und auf die Loferer Steinberge

Aber es hilft nix, wenn es am schönsten ist... Wir lösen uns von diesem angenehmen Fleckchen Erde und orientieren uns nun entlang des Verlaufs des unberührten Almweges hinab, um immer wieder durch den lichten Baumbestand die Kehren abzukürzen. Die Aufstiegsroute wird wieder erreicht, die nun von Fußgängern weiter perforiert wurde, und im Folgenden gilt das Motto: „Owi wia aufi“
Etwas überrascht nehmen wir nun gegen 16:00 Uhr am Nachmittag war, dass uns einige jüngere „Spaziergänger“, tw. bereits mit kurzer Hose, noch entgegenkommen – doch einen Gipfelausblick werden sie heute wohl nicht mehr schaffen...

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« am: 27.03.2021, 11:59 »