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Autor Thema: Lasörling Höhenweg in Osttirol, 10.9. - 14.9.20  (Gelesen 220 mal)

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Offline Chtransalp10

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Letzte Woche bin ich mit einer Freundin den Lasörling Höhenweg in Osttirol gewandert. Danke an Kalapatar für diesen tollen Tipp!

Wir gingen den 1. Tag sehr gemütlich an, fuhren mit dem Auto nach Virgen, von dort mit dem Hüttentaxi 1000 Höhenmeter zur Wetterkreuzhütte. Eine wilde Bergstraße, gut, dass ich da nicht selber fahren musste! Viele Schäden durch die Unwetter der letzten 2 Wochen. Von dort oben waren es dann nur noch 45 Minuten zur ganz toll gelegenen Zupalseehütte. Die Nebel waberten um uns, leider nichts von der erhofften Aussicht zu erahnen.
 
Zupalseehütte.1.jpg

Am nächsten Morgen gehen wir wieder im Nebel 3 Stunden im ganz leichten und entspannten Auf und Ab zur Lasörlinghütte. Ein gewaltiger Bau in großartiger Landschaft! ( diese Hütte soll verkauft werden - wer also immer schon mal Hüttenwirt sein wollte....nur zu!)
Weil es erst MIttag ist, und es zum Liegestuhl-Liegen nicht gemütlich genug ist, wandern wir mit kleinem Gepäck taleinwärts und dann sehr blockig und steil noch zum Lasörling. Kurz vor dem Gipfel wollte ich schon umdrehen, der Nebel und die Steilheit war nichts für mich - da zeigte sich durch ein Wolkenfenster der Großvenediger!! Das war dann Ansporn genug, die letzten 100 Höhenmeter auch noch zu schaffen!
 
Wolkenfenster zum Großvenediger.1.jpg

Für den Lasörling rauf und wieder zur Hütte zurück brauchten wir dann doch knapp 5 Stunden - gerade richtig zum Abendessen waren wir zurück...

Der 3. Tag sollte unsere längste Strecke werden: Aber heute war strahlender Sonnenschein, so brauchten wir uns um die Motivation keine Gedanken machen!
Wieder eine Stunde wie gestern taleinwärts, dann ein ganz gemein steiler Aufstieg zum Prägrater Törl, gut, dass die letzten 50 Höhenmeter ein Stahlseil in dieser Scharte war - und dass niemand vor uns auf dem Weg war...
 
Aufstieg zum Prägrater Törl.1.jpg

Aber oben war die Aussicht einfach gigantisch!! Wir gehen noch zu einem ca. 50 Höhenmeter höher gebauten Steinmann, ohne Markierung, aber Steigspuren zu sehen.
Danach noch 3x über Scharten, zum Teil mühsam und blockig, auch hier sind Schäden durch Lawinen und Unwetter entstanden. Die Steine mit den aufgemalten Markierungen liegen teilweise einige Meter unterhalb des Weges...
Nach knapp 6 Stunden sind wir auf der Roten Lenke und sehen unter uns direkt am See die Neue Reichenberger Hütte. Eine wunderbare Lage und eine gut geführte Hütte!
 
Weg zur Neuen Reichenberger Hütte.1.jpg


Fortsetzung folgt....

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« am: 17.09.2020, 21:07 »

Offline Chtransalp10

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Re: Lasörling Höhenweg in Osttirol, 10.9. - 14.9.20
« Antwort #1 am: 17.09.2020, 21:29 »
Unser 4. Tag sollte der schönste werden:
Wir gehen bereits um 8 Uhr nochmal zurück zur Roten Lenke, um von dort auf die Gösleswand zu gehen. Das war uns gestern zu viel gewesen - und da wussten wir auch noch nicht, dass der Weg dorthin nicht schwierig ist - von unten sieht dieser Berg wirklich gruselig aus! Aber es sind wirklich nur 20 Minuten von der Scharte - und oben wieder mal eine herrliche Rundumsicht, vom Großvenediger im Norden bis zu den Dolomiten im Süden!
Dann machen wir und auf den langen Abstieg Richtung Clarahütte, die schon im Venediger-Gebiet liegt. Eine Weite und Ausblicke, die kaum zu beschreiben sind! Schmale Wege, meist am Hang entlang, eine knifflige Wasserrinnen zu queren, aber im Großen und Ganzen genussreich zu begehen.
 
Dabertal.1.jpg

Es zieht sich gewaltig, aber die Ausblicke sind so großartig, dass es jede Anstrengung wert ist! Und als wir unten an der Isel ankommen - ist die Brücke weg!
 
zerstörte Brücke im Dabertal.1.jpg

Ein gelbes Umleitungsschild schickt uns auf einem ganz schmalen Steig oberhalb des Wassers talauswärts. Die Clarahütte, zu der wir wollen, liegt auf der anderen Flussseite - taleinwärts!!  Aber uns bleibt nichts anderes übrig, als dem Hinweisschild zu folgen - und siehe da, nach ca. 1 km sehen wir schon die improvisierte neue Brückenkonstruktion!
 
neue Brücke.1.jpg

Der Umweg war also weniger weit, als befürchtet. Und dann sind wir endlich auf der anderen Uferseite und machen uns wieder talaufwärts Richtung Clarahütte auf den Weg. Viele Tagesausflügler kommen uns entgegen, es ist spätnachmittag...
 
Weg zur Clarahütte.1.jpg

Diese Hütte ist immer einen Besuch wert! Ein ganz junges Hüttenpaar, die erste Saison oben. Gutes Essen, das wir umsomehr schätzen, als wir am nächsten Tag den Hüttenwirt sehen, der mit der Kraxe Bier und Lebensmittel mindestens eine Stunde bergauf zur Hütte trägt. Diese Hütte ist eine der wenigen, die weder eine Fahrstraße, noch eine Materialseilbahn haben. Alles muss die letzte Wegstunde getragen werden.
Unser letzter Tourentag begann mit einem Konzert: Die junge Hüttenwirtin erfreute uns alle während des Frühstücks mit französischen und englischen Chansons! Zum Heulen schön!
Und obwohl wir dachten - naja, jetzt steigen wir halt ab... - war dieser Abstieg nochmal so reich an Landschaftseindrücken, dass wir es manchmal nicht fassen konnten: Der Weg führt immer an der Isel entlang, die berühmten Umbal-Wasserfälle begleiten uns tosend und rauschend die nächsten 3 Stunden. Eigentlich wollten wir die Tour in Ströden an der Bushaltestelle beenden ( das machen die meisten) aber es war so schön, dass wir den Weg noch bis Prägraten verfolgten. Unsere heutige Etappe ist übrigens bergauf gesehen die 4. Etappe es neuen "Iseltrails", der die Isel von Lienz bis zum Gletscherursprung begleitet.
 
an der Isel.1.jpg

Eine Traumtour, die für ausdauernde und trittsichere Wanderer viele Höhepunkte bereit hält!